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Was ist was bei Lasuren"
Nicht nur der Hausbesitzer, auch der Fachmann steht oft stirnrunzelnd vor der Frage, was er denn da nun wieder im Topf vor sich hat. Die Palette der Lasuren wird immer breiter, zum einen aus dem Zwang, immer weniger Lösemittel zu verarbeiten, zum anderen, weil der Aufdruck "Bio" oder "Natur" selbst trübe Brühe und Ladenhüter zum gut verkäuflichen Produkt machen.
Also was ist was" Die Zeitschrift "Der Maler und Lackierermeister" hat in ihrer Ausgabe 12/2001 eine Übersicht und Definition der Lasuren aufgeführt, die etwas Licht ins Dunkel bringt.
Die auf dem Markt befindlichen Lasuren kann man generell in drei verschiedene Gruppen nach ihrem Lösemittel unterteilen. Die Abkürzung FK steht für "Festkörpergehalt" - also das, was nach dem Verdunsten der Lösemittel effektiv vom vorherigen Volumen überbleibt.
Alkydharze lösemittelgelöst:
- Imprägnierlasuren bis FK 30%
- Dickschichtlasuren FK 30 bis ca 65 %
Alkydharze wasserverdünnbar:
- Imprägnierlasuren bis FK 30%
- Dickschichtlasuren FK 30 bis ca 65 %
Dispersionslasuren:
- Imprägnierlasuren bis FK 30%
- Dickschichtlasuren FK 30 bis ca 65 %
Jetzt steht natürlich manchmal etwas ganz anderes auf dem Aufdruck der Dose. Neben Phantasiebezeichnungen wie "Langzeitlasur", die überhaupt nichts zu bedeuten haben, gibt es aber ein paar Bezeichnungen, die durchaus Sinn machen:
"Bio Natur" - Lasuren:
- Naturlacklasuren, lösemittelgelöst, FK bis ca 50%
- Naturöle wasserverdünnbar, FK bis ca 50%
High-Solid Lasuren:
- Öllacklasuren FK über 85%
Imprägnierungen (fungizid):
- Wasser- oder lösemittelverdünnbar, FK bis ca 16%
Holzschutzmittel:
- Imprägnierlasuren für die Außenanwendung sollten fungizid eingestellt sein. Anwendung auf Exotenhölzern und Eiche dagegen fungizidfrei, da sonst Verfärbungen und/oder Mangelhaftung möglich ist.
Der Autor Bernhard Hantschke läßt sich anschließend noch über verschiedene Belange aus, was auch für den Kunden oder Heimwerker ganz interessant sein dürfte. So gibt es zum Beipiel den Hinweis, daß nicht denaturiertes Bienenwachs in Bienenwachsfarben Pollen enthalten kann und daher für Allergiker gefährlich werden kann. Des weiteren können anstrichtechnisch keine brauchbaren Oberflächen erzielt werden. Auch von der Außenanwendung wird abgeraten, da infolge Saccarose ein schneller Pilzbefall droht.
Biologische Holzschutzmittel
Holzessig und Borsalz als Alternativen zum chemischen Holzschutz sind wirkungslos. Auch die Frage, ob das sagenumwitterte Borax etwas mit Natur zu tun hätte, wird verneint: Borax ist reine Chemie. Von der Tetraborsäure H2B4O7 leitet sich das Borax NA2B4O710H2O ab. Borax ist von alters her als Bleichmittel, Waschmittel bekannt, aber Holzschutz" Die Empfehlung der Umweltfreunde lautet: Heiß in Wasser gelöstes Borax aufs Holz und alle Probleme des Holzschutzes sind auf Dauer gelöst. Die Überprüfung ergab: Geht nicht für den Maler
Was verdunstet bei der Trocknung von Lasuren"
Naturprodukte geben während ihres oxidativen Trocknungsverlaufs mehr und oftmals schädlichere Verbindungen an die Umwelt ab als synthetische Produkte.
Bio-Natur-Lasuren auf Basis pflanzlicher Öle wie Sojaöl spalten bei Aufnahme von Sauerstoff aus der Luft bei der Trocknung reaktive Aldehydverbindungen ab, so z.B. Formaldeyhd, Acetaldehyd, Crotonaldehyd. Alkydharzlasuren lösemittelgelöst zeigen diese Erscheinung aufgrund des vorhergelaufenen chemischen Herstellungsprozesses weniger. Kunststoffdispersionslasuren ergeben ein noch günstigeres Umweltverhalten.
Nach der Norm:
Für die DIN 55945 gilt: Naturlacke sind Beschichtungsstoffe aus in der Natur entstandenen Komponenten, die nachträglich weder chemisch modifiziert, noch in ihrer natürlich Struktur veränder worden sind und die keine künstlich hergestellten Komponenten und/oder Zusatzstoffe (Additive) enthalten.
Anmerkung: Naturlacke können Stoffe enthalten, die gesundheitsgefährdend sind. Die Bezeichnung "Bio-Lacke" für Beschichtungsstoffe ist falsch und irreführend, auch als Bezeichnung für Naturlacke. Solche Beschichtungsstoffe können der belebten Natur nicht zugeordnet werden. Soweit das Normzitat der DIN 55945.
(...)
"Natur ist nicht pflegeleicht" schrieb einmal die FAZ in einem Leitartikel. Bei Wunsch nach Baubiologie in der Beschichtung sollte die ausschreibende Stelle und Besitzer der Holzuntergründe wissen, daß der Aufwand bei "Bio-Naturlasuren" größer ist. Akzeptiert er dies, kann der Maler auch mit "Bio-Naturlasuren" im Intervallüberholungssystem nicht maßhaltige (Verkleidungen) und maßhaltige (Fenster) Holzbauteile schützen. |
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