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Software für Malerbetriebe / Branchensoftware

Für Malersoftware habe ich schon viel Geld ausgegeben - im Nachhinein betrachtet sicherlich zu viel für meine Betriebsgröße. Mittlerweile bin ich aber an einem Punkt angelangt, wo ich sagen kann, daß sich das bis zu meinem Ruhestand in etwa fünfzehn Jahren erledigt hat.

Als Kleinbetrieb mit wenigen Mitarbeitern benötige ich nun eigentlich kein aufwendiges Branchenpaket mit den Schnittstellen für elektronische Ausschreibungen und Leistungsverzeichnisse, aber so ganz ohne Branchensoftware ist es nun auch mal sehr umständlich. Als ich 1995 angefangen habe, da schrieb ich meine Angebote und Rechnungen mit Word, die Spaltenaufmaße erstellte ich kunstvoll in Zweckform-Tabellenbüchern mit Durchschlag. War umständlich und dauerte sinnlos Arbeitszeit.

Von einem Freund, der im Programmieren von Datenbanken bewandert war, ließ ich mir im Laufe des Jahres 1995 zwei kleine Anwendungen schreiben, die speziell auf meine Bedürfnisse zugeschnitten waren: 
Zum einen eine Datenbank, die die Materialpreislisten im Datanormformat einlesen konnten, die ich von meinen Großhändlern und Lieferanten bekam.
Und zum anderen eine Zeiterfassungsdatenbank, in der ich jeden Tag die von meinen Mitarbeiten geleisteten Stunden auf den jeweiligen Baustellen eingeben konnte. Am Ende des Monats wurden dann Listen der jeweiligen Mitarbeiter erzeugt, mit denen das Steuerbüro anschließend die DATEV-Lohnabrechnungen erstellen konnte. Des weiteren konnte ich mir beim Abschluss der Baustellen die dort geleisteten Stunden auflisten und ausdrucken lassen und hatte so einen schnellen Überblick, ob das mit der Kalkulation im Groben und Ganzen gepasst hat.

Nachdem das Schreiben von Angeboten mit der Textverarbeitung nicht des Rätsels Lösung sein konnte, habe ich mich dann im Laufe der Zeit nach einem Softwarepaket für Malerbetriebe umgeschaut und bin irgendwie zu dem Programm HWP-WIN von KHK gekommen. Im Gegensatz zum vorherigen Arbeiten mit Word war das schon ein echter Quantensprung, es gab Datenbanken für Kunden, für Kalkulation, ich hatte nun eine Aufmaßmöglichkeit mit einem Formular, was dann ausgedruckt dem Zweckform-Spaltenaufmaß schon sehr nahe kam, ich konnte mit einfachen Mitteln aus einem Angebot eine Rechnung erzeugen und habe mit diesem Programm ein paar Jahre gearbeitet. Allerdings war es schon damals recht veraltet - ursprünglich für Windows 95 programmiert lief es unter meinen Windows NT noch problemlos, den Sprung zu Windows 2000 wollte es nicht so recht mitmachen und hat mir alles mögliche zerschossen. Einen Wartungsvertrag hatte ich auch nicht mehr - ich glaube, ich habe ihn irgendwann gekündigt, weil das Programm nicht mehr weiterentwickelt wurde. Das Softwarehaus, über das ich dieses Programm erworben hatte, war dann auch nicht mehr greifbar weil insolvent. Also war es mal wieder Zeit, sich nach etwas anderem umzuschauen.

Durch Zufall bin ich dann im Jahr 2005 an eine Software gekommen, die meiner bevorzugten Arbeitsweise sehr entgegenkam, weil sie noch stark tastaturorientiert war und ich nicht für jeden zweiten Befehl zur Maus greifen musste - der Aussendienstler hat mir die Software hier vorgeführt, ich fand sie sehr überzeugend und habe mich dann dafür entschieden, auch wenn der Preis für einen kleinen Malerbetrieb exorbitant hoch und der Leistungsumfang dieser Software für mich eigentlich völlig überdimensioniert war. Doch der redegewandte Aussendienstler hat mir flugs auch noch eine Finanzierung mitverkauft und so hatte ich dann einige Jahre lang jeden Monat einhundert Euro abzuzahlen - und da war noch kein Wartungsvertrag mit enthalten. Der sollte dann auch noch mal 70 Euro im Monat kosten... danke fürs Angebot...

Nachdem in der Branchensoftware eine Datanorm-Schnittstelle enthalten war, war meine alte DOS-Software schon lange überflüssig, die Arbeitszeit-Software jedoch war noch immer täglich im Einsatz. Und es zeichnete sich Handlungsbedarf ab: Das Programm lief im DOS-Fenster von Windows 2000, allerdings nur auf richtig alten Rechnern - bei halbwegs moderner Hardware verweigerte das Programm seinen Einsatz und nachdem auch ich nicht für alle Zeiten mit historischen Computern arbeiten wollte, war ich gezwungen, nach Abhilfe zu schauen. Mein Bekannter, der mir damals diese Software geschrieben hatte, hatte mittlerweile Karriere gemacht und eine Familie gegründet und somit weder Zeit noch Motivation, nochmal etwas in dieser Richtung anzufassen.

Ich selbst hatte nie Datenbanken programmiert und beherrschte nur halbwegs leidlich ein Quick-Basic 4.0 für DOS - den programmiertechnischen Sprung in die Welt der Windowsanwendungen habe ich damals nicht mitgemacht. Zwar habe ich mich an Visual-Basic versucht, aber beim Versuch ist es geblieben. Bis ich über die Programmiersprache XProfan gestolpert bin... ideal für alte Basic-Umsteiger wie mich unterstützt diese Programmiersprache vor allem auch das Datenbankformat DBase, was von meinem Bekannten damals für die Arbeitszeitdatenbank benutzt wurde. So machte ich meine ersten Gehversuche mit dieser Programmiersprache und hatte nach einer Weile alle Funktionen meiner alten DOS-Anwendung in meinem eigenen Software nachprogrammiert und konnte dann meine alten Datenbanken mit meiner Software weiterpflegen. Damit hatte ich diese Sache vom Tisch.

Dafür drängte sich im Laufe des Jahres 2010 wieder die für teuer Geld erworbene Branchensoftware in den Vordergrund. Gerade mal abbezahlt drohte sie durch gesetzliche Änderungen möglicherweise unbrauchbar zu werden: Es war eine Erhöhung der Mehrwertsteuer im Gespräch und es stellte sich heraus, daß es mir nicht möglich war, selbst den Mehrwertsteuersatz in meiner Software zu ändern. Wäre ja auch zu schön gewesen - doch es stellte sich als geschickter Trick heraus, dieses Hintertürchen zu nutzen, um teure Wartungsverträge und Softwareupdates verkaufen zu wollen. Und so nutzte ich die im Malergewerk ruhige Winterzeit, um mich mit dieser Thematik etwas eingehender zu beschäftigen. So fand ich bald heraus, daß die Datenbanken der Branchensoftware in einem Format namens Dataflex vorlagen - damit konnte ich nichts weiter anfangen. Allerdings fand ich ein Konvertierungsprogramm, um Dataflex in dBase umzusetzen, und damit war der Weg frei, meine über die Jahre zusammengekommenen Firmendaten weiternutzen zu können. So begann ich, meine Anwendung für die Erfassung der Arbeitszeit zu erweitern und programmierte mir Ende 2010 meine eigene Branchensoftware zusammen. Mit dem Ziel, die Software so zu gestalten, daß ich meine Arbeit so schnell es irgend geht und mit so wenigen Tastendrücken und Mäuseschubsereien wie nur möglich zu erledigen. Mit Datenbanken für Kunden, für Tätigkeiten, für Material und für Baustellen. Mit der Möglichkeit, eben Angebote zu schreiben, Aufmaße und Rechnungen zu erstellen. Mit einer großen Materialdatenbank, in die ich auch Datanorm 4 - Preislisten einlesen kann.

Ab Frühjahr 2011 habe ich dann für meinen Malerbetrieb meine eigene Software eingesetzt, ausgetestet und mir für den kommenden Winter die aufgetrenen Probleme, Bugs und Verbesserungen notiert und abgeheftet. Im Laufe des Jahres habe ich die Software noch etwas erweitert. Nachdem die Deutsche Post ihre Software Stampit nicht mehr weiter unterstützt, mit der man über selbstgedruckte Etiketten Briefe frankieren konnte, suchte ich hier nach einer Lösung. Also erweiterte ich meine Software um eine Funktion um CSV-Dateien erzeugen zu lassen, die ich nun online bei der Posthomepage hochlade und Internetmarken mit Adresse erzeuge. Anfang 2012 hatte ich dann wieder die nötige Muße und Ruhe, diverse Kinderkrankheiten auszumerzen und habe den Funktionsumfang darüber hinaus noch um eine Objektdatenbank erweitert, in der ich nun für Objekte auch spezielle Einträge zum Beispiel für verwendete Farbtöne vorgesehen habe oder den Objekten Kontaktdaten wie Hausmeister, Hausverwaltung, Ansprechpartner, Mieter etc. zuordnen kann.

Nun kam mir beim letzten Innungsausflug im Gespräch mit anderen Malermeistern der Gedanke, daß ich nicht der Einzige bin, dem große Branchenlösungen und Softwarepakete zu kompliziert oder zu teuer sind. Im Moment ist meine Software zwar noch sehr auf mich persönlich und meine Hardware mit zwei Bildschirmen zugeschnitten, doch nachdem ich plane, meine Software auch auf einen Laptop zu portieren, werde ich hier ohnehin tätig werden. Und über kurz oder lang denke ich daran, es einfach zur Nutzung freizugeben. Wer sich hierfür interessiert, mag sich gerne schon mal mit mir in Verbindung setzen, um Details oder den Stand der Dinge zu erfahren oder sich einfach auf die Interessentenliste setzen zu lassen.

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