Leben und Zusammenleben
im ehemaligen "Freien Gericht vor dem Berge Welmisheim"

Zu dem aus heutiger Sicht manchmal unverständlichem Verhalten von Adeligen und Regierenden im Jahrhundert der Industrialisierung, muß man sich bewußt sein, daß man noch immer der "gottgewollten Dreiheit" verhaftet war. Wobei man den Tod von Untergebenen und Gegnern, auch aus der Sicht der Kirchen, als selbstverständlich sah wenn es den (eigenen) Interessen des Reiches diente. Über viele Jahrhunderte lautete eine Floskel im Kopf aller Königsurkunden: "Wir von Gottes Gnaden König... zu.allen Zeiten Mehrer des Reiches..". Dies bedeutete immer, andere mit (militärischer) Gewalt der eigenen Herrschaft unterwerfen.
Zu Beginn des Jahrhunderts waren noch 80% der Bevölkerung (23 Millionen) in der Landwirtschaft tätig.
1800 war ein Jahr das durch Temperatursprünge geprägt wurde. Der Jahreswechsel war durch Temperaturen bis -28 Grad bestimmt. Im März sanken die Nachttemperaturen noch zweimal auf -20 Grad. Im April stiegen die Temperaturen auf 25 bis 30 Grad. Der Sommer war extrem trocken und ließ viele Quellen versiegen. Die Ernten waren unbefriedigend.
1800
zeigt Volta die von ihm entwickelte "pistola di Volta" in der französischen Militärakademie. Bei der Demonstration löst er durch einen elektrischen Funken in einem mit einem Faulgas/Luftgemisch gefüllten Rohr eine Explosion aus. Diese schleudert den Pfropfen heraus, mit dem er das Rohr verschlossen hatte. Der anwesende Napoleon erkannte die Möglichkeiten dieser Erfindung nicht.
Doch der ebenfalls anwesende Major de Rivaz wurde zur Entwicklung eines Explosionsmotors angeregt. Er nahm ein Geschützrohr, fügte einen Kolben ein, dem er eine Zahnstange anfügte, die in ein Zahnrad eingriff. Dieses Zahnrad verband er über einen Seilzug mit dem Rad eines Wagens. Dann füllte er das Geschützrohr mit einem explosiven Gas und zündete es mit dem Funken einer Volta-Batterie. Die Explosion schob den Kolben hoch, der über die Zahnstange und das Zahnrad den Wagen in Bewegung setzte und durch die Bretterwand aus der Werkstatt schoss. Damit hatte er das erste Automobil mit einem Explosionsmotor gebaut. Es sollte jedoch noch einige Jahrzehnte dauern, bis andere Konstrukteure diese Gedanken wieder aufgreifen würden. (G. Prüfer: jetzt und ...)
1800, am 28. April beantragt Nikolaus Reisert mit seinem Neffen Michael Reisert, der Hasenmühle noch eine Gipsmühle anzugliedern. Der Antrag wird noch im gleichen Jahr genehmigt. Als Kosten sind jährlich 2 Gulden für Wassergefälle zu entrichten.
1800, am 19. September wurde im Wasserloser Schloß Johann Peter Cornelius d’ Alquen geboren. Seine Mutter Helene  Sybille war eine Schwester der Josepha du Chasteler, der damaligen Schloßherrin. Sie war damals zu Besuch bei ihrer Schwester, da ihr Gatte Franz Adam d’ Alquen, als Verwaltungsbeamter im Amt Steinheim beschäftigt war.  Johann Peter Cornelius studierte Medizin und war später als Arzt in Mühlheim am Rhein tätig. Seine heimliche Liebe galt jedoch der Musik. So kam es, daß er nicht als Arzt, sondern als Freizeit-Komponist seine Spuren hinterließ.   
1800
werden in Albstadt 234 fl Husarenschatzung erhoben. (Menth)
1800, am 10. November wurde von Max I. Josef von Bayern ein Dekret erlassen, das auch Nichtkatholiken die Niederlassung in Bayern erlaubte. Hintergrund war seine Gattin Karoline von Baden, die dem protestantischen Glauben angehörte.
1801 war endlich mal wieder ein temperaturmäßig normales Jahr.
1801 wurde die Gipsmühle gegenüber der Hasenmühle erbaut. Der Türsturz zeigt ausser der Jahreszahl noch die Buchstaben M R und N R für Michael und Nikolaus Reisert. Später wurde noch J C zugefügt. Damit ist Johann Christ gemeint, der eine Schwester von Michael geheiratet hatte und zeitweise Mitbesitzer der Mühle war.
1801 mussten die deutschen Staaten die Überlegenheit der napoleonischen Macht akzeptieren. Der Rhein wurde die Reichsgrenze und die weltlichen Fürsten begannen die Verluste ehemals linksrheinischer Besitzungen durch die Auflösung der geistlichen Staaten auszugleichen.
1801 am 27. April beschloss das Ministerium in Kassel, Julius Carl und Georg von Buchenau erneut mit dem Kälberauer Gut zu belehnen. Allerdings unter der Vorraussetzung, dass sie das Boineburgsche Viertel zukaufen würden. Da den beiden die notwendigen Finanzmittel fehlten, blieb alles unverändert.
Julius Carl gehörte zum "jüngeren Ast vom älteren Stamm" derer von Buchenau. Im Gegensatz zu Georg von Buchenau als Vertreter vom "jüngeren Stamm", der auch in Kälberau wohnte. Von Georg von Buchenau sind drei Kinder bekannt. Wilhelm von Buchenau und zwei namentlich nicht genannte Schwestern.
Von Julius Carl Christian von Buchenau sind drei Nachkommen bekannt. Carl Ferdinand Anton. Derselbe hatte am Russlandfeldzug teilgenommen und blieb vermißt. Eine Tochter Charlotte von Buchenau und noch ein Sohn namens Ludwig Karl Wilhelm von Buchenau.
Am 25. August anno 1801 hat Adam Thalheimer diesen Bau aufgericht. So lautet die Inschrift über dem Scheunentor in Gunzenbach Große Wiese 3. (jetzt Anwesen Kempf/Ludwig)
1802 Einem kalten Winter folgte noch ein kaltes Frühjahr, das bis zum 20. Mai anhielt.
1802 am 21. Mai verstarb
Josepha du Chasteler, die Schlossherrin von Wasserlos im Alter von 29 Jahren.
1802
wird zum letzten mal ein Hubgericht im Prischoß bei Kahl abgehalten. Mit der Auflösung der geistlichen Herrschaften kommt das Prischoß an die umliegenden Gemeinden.
(Und mit dem Bau der Autobahn um 1970, kommt es wieder zu einer Teilung in Unter- und Oberprischoß.)
1802
kam unsere Heimat im Rahmen der herrschaftlichen Neugestaltung durch Napoleon an Hessen-Darmstadt.
Damit erlangte die noch immer verschuldete Regierung eine neue Einnahmequelle
(Es sollte noch bis 1814 dauern, bis in Hessen-Darmstadt die letzten Schulden abgetragen waren)
Damit war auch das Kälberauer Klausengut an Hessen-Darmstadt gekommen.
Ein Miteigentümer, Carl Ferdinand Anton von Buchenau, ging später in den Dienst von "König Lustig" von Westfalen (Jerome - ein Bruder von Kaiser Napoleon) und nahm am Russlandfeldzug teil.
1802 am Pfingstsamstag (5. Juni) ereignete sich im Umfeld von Seligenstadt eine unvorstellbare Unwetterkatastrophe. Von Steinheim bis Aschaffenburg wurden durch Gewitter, Sturm und Hagel, außer der gesamten Frucht auf den Feldern, auch Gebäude in erheblichem Maß beschädigt. In der Gemarkung Kahl lagen, bis zu faustdicke Hagelkörner stellenweise mehr als einen halben Meter hoch. Beim Einsturz einer Scheune wurde ein Pferd und eine Kuh erschlagen. In Großwelzheim wurde die Kirche beschädigt. In den angrenzenden Gemeinden bis nach Gelnhausen gab es noch Schäden, die sich meist auf die Feldfrucht beschränkten. 
Der Sommer war sehr trocken und heiß. Im August wurden zweimal 37 Grad gemessen.
1802 Erzbischof Friedrich Karl Joseph von Erthal stirbt nach 28 Regierungsjahren.
Karl Theodor von Dalberg wird sein Nachfolger.
1802 wird im Schloß Philippsruhe in Hanau Kurfürst Friedrich Wilhelm von Hessen-Kassel geboren.
Das französische Heer gelangt bis nach Wien.
1803 begann mild doch änderte sich dies am 10. Januar. An vier Nächten sank die Nachttemperatur auf -25 Grad.
1803 am 10. Januar wird mit einem Religionsedikt in Bayern die Gleichberechtigung der drei christlichen Religionen verkündet: Katholiken, Lutheraner und Protestanten.
Daran kann man erkennen, daß eine Mischehe im Königshaus auch positiv für die Untertanen sein kann.
1803 wird
im Februar der Reichsdeputationshauptschluss in Regensburg verkündet.
Hierbei handelt es sich um einen von Russland vorgelegten „Entwurf zur Verteilung des deutschen Landes“.
Schwerpunkt dieser Neuverteilung war die Beendigung der deutschen Kleinstaaterei und nach Auflösung der geistlichen Fürstentümer (Säkularisation). Mit den riesigen Besitzungen wurden weltliche Fürsten, für Gebietsverluste westlich des Rheins entschädigt.
Als einziger geistlicher Fürst bleibt der Erzbischof von Mainz Karl von Dalberg.
Er erhält Wetzlar, Aschaffenburg und Regensburg.
Baden, Württemberg und Hessen-Kassel werden Herzogtümer. Die Entschädigung für verlorene linksrheinische Gebiete geschieht sehr großzügig.
1803 Wilhelm IX. von Hessen-Kassel erhält die Kurwürde und nennt sich nun Kurfürst Wilhelm I. von Hessen-Kassel.
1803
am 25. Februar wurde der Anschluss des ehemals mainzischen Teiles des Freigerichts an Hessen-Darmstadt amtlich.
Der Mainzische Amtskeller Steinmetz wird vom Hessen-Darmstädtischen Amtsvogt Schädler abgelöst.
Das Kloster Seligenstadt wurde aufgelöst.
1803 am 1. April gingen die letzten 16 Klosterinsassen auseinander. Sie erhielten jeder 400 Gulden Rente von Hessen-Darmstadt bis an ihr Lebensende.
Das "Wasserloser Hofgut" wird zum "Forsthaus".
Das Wetter zeigte sich von seiner wärmsten Seite. Zweimal wurden 37 Grad gemessen. Allerdings fehlte Regen und die Ernte fiel dürftig aus.
1803/04
einem strengen Winter, der bis in den März anhielt, folgte ein warmer aber regenreicher Sommer.
1803/04
baut R. Trevithick in Cornwall die erste funktionsfähige Dampflokomotive zum Transport von Kohlen zur Küste. Er ahnte nicht wie sehr sich dadurch die Welt verändern würde.
1804
am 15. April vermählt sich in Hörstein Georg Paul Nimbler mit Barbara Bonifar.
1804
am 17. April verehelicht sich Friedrich Carl von Savigny mit Gunda Brentano, auf dem Hofgut Trages. Das Hofgut war damals ein Treffpunkt der sogenannten Romantiker.
Die Bekanntesten waren Jacob und Wilhelm Grimm, die bei Friedrich Carl von Savigny in Marburg studierten. Hinzu kam noch ihr Bruder Ludwig Grimm der sich der Malerei widmete, die Geschwister von Gunda, Bettina, Clemens und Christian Brentano und schließlich noch Achim von Arnim der sich später mit Bettina Brentano vermählte. Eine unglückliche Rolle in diesem Kreis hatte Karoline von Günderode, die 1806 ihrem Leben durch Freitod ein Ende setzte.
1804 erwirbt Gerard du Chasteler in Wasserlos das Gut von dem Mainzer Domherrn Carl Freiherr von Hoheneck. Daß es sich hierbei um das 1682 im Besitz des Johann Heinrich Paul von Hoheneck befindliche Gut handelt, ist wahrscheinlich. In die Zeit des Gerard du Chasteler fällt die Erbauung des Pavillons im "Kirschgarten".
1804 wird in England die erste funktionierende Lokomotive vorgestellt.
1804 kauft Landgraf Friedrich von Hessen-Kassel das Schloß in Rumpenheim von seinem Bruder Karl. Er erwirbt noch einige bäuerliche Anwesen, läßt die Gebäude abbrechen und einen Schloßgarten anlegen.  
1804 bittet der hessische Amtsvogt Schädler die landgräflich hessische Rentkammer, die übernommene Amtswohnung (im Schloß) in Alzenau herstellen zu lassen.
Noch vor Abschluss der Instandsetzung kommt als Nachfolger ein Amtsverwalter Lippert, der sich im Dorf eine Wohnung nimmt.
1804 (?) wird Julius Carl von und zu Buchenau, der Mitbesitzer des Kälberauer Gutes, von amtlicher Seite zum Verschwender erklärt. Nachfolgend wurden alle Erträgnisse, die seinen minderjährigen Söhnen Karl Ferdinand Anton  und Ludwig Karl Wilhelm von Buchenau zustanden, für diese beim Königlich Westfälischen Tribunal in Hersfeld deponiert.
Anfang November meldet sich der kommende Winter mit starken Frösten und Eisbildung auf den Gewässern.
1804, am 2. Dezember krönt sich Napoleon Bonaparte selbst zum Kaiser. Er hatte es mit viel Geschick verstanden Papst Pius VII. zu bewegen seiner Krönung das übliche religiöse Gepränge zu verleihen. Der Papst folgte nur widerstrebend, doch in der Hoffnung ein Widererstarken der katholischen Kirche im nachrevolutionären Frankreich zu erreichen begab er sich nach Paris. Doch sollte er entäuscht werden. Bei der Krönung nahm Napoleon, anstatt vor dem Papst das Haupt zu beugen, demselben die Krone aus den Händen und setzte sie sich selbst auf. Und zum Schluß verweigerte er dem Papst die erbetene Unterschrift unter ein Schriftstück, mit der Begründung, daß er dies erst mit seinen Bischöfen beraten müsse.  
Mit der Neuordnung der Verwaltung fällt die konfessionelle Bindung an den Landesherrn weg. Außerdem viele Einschränkungen der Bevölkerungsmehrheit, auch die noch immer bestehenden Kleiderordnungen, die einfachen Leuten lebhafte Farben untersagten.
Trotzdem bleibt dunkelfarbene Kleidung noch lange vorherrschend.
Die Veränderung in der Verwaltung wird von der einfachen Bevölkerung kaum zur Kenntnis genommen.
Eine Verbesserung in den herrschaftlichen Häusern darf nicht unerwähnt bleiben.
Mit der Verbreitung des Eisengusses kam es zur Entwicklung des Küchenherdes mit dem abgedeckten Feuerraum und geschlossenem Rauchabzug. Diese Entwicklung vollzog sich bei der normalen Bevölkerung erst mit einigen Jahrzehnten Verzögerung. Doch stellt sie den Umbruch dar im Reich der Frau, für eine Entwicklung die ihren Höhepunkt mit "Frau Saubermann" und "Meister Propper", in der zweiten Hälfte des 20. Jh. feierte.

1805 war witterungsmäßig ein Katastrophenjahr. Einem extrem kalten Winter folgte ein kühler Sommer der die gesamte Vegetation im Jahreslauf verzögerte. Und im Oktober verhinderten starke Regen das Einbringen der karken Erträge. Viele Bauern mußten wegen Futtermangel Vieh schlachten oder gar verkaufen.
1805
kommt im November schon wieder ein Wechsel im Amt Alzenau.
Nun wird Franz Kaspar Linkenheld zum Amtsvogt ernannt.
1806 war außer einem kühlen April, kaum negatives zu verzeichnen. Das Jahr war sehr mild.
1806 e
rfolgt die Gründung des sog. Rheinbundes. Alle Mitgliedstaaten erklärten sich als Satellitenstaaten des französischen Kaiserreiches.
Kurfürst Wilhelm I. von Hessen-Kassel, hatte den Beitritt zum Rheinbund abgelehnt und wurde von Napoleon abgesetzt. Er geht nach Prag ins Exil.
Die Landgrafschaft wurde bis auf einen Rest aufgelöst.
Das Schloß Philippsruh in Hanau schenkte Napoleon seiner Schwester Pauline.
Der Landgraf von Hessen- Darmstadt wird zum Großherzog ernannt und das Amt Alzenau wird zum Großherzoglich-Hessen-Darmstädtischen Vogteiamt.
Bayern und Württemberg erhalten Königstitel.
Der habsburgische Kaiser Franz II. verzichtet am 1. August auf die deutsche Kaiserkrone und nennt sich nur noch Kaiser von Österreich.
Die Mehrzahl der Schultheißen wird überflüssig, da geistliche Grundherren nicht mehr existieren. Die Stadtschultheißen werden zu Amtsrichtern.
In dörflichen Bereichen wird das Schultheisenamt mit dem Bürgermeisteramt vereinigt.
1806 sind die Franzosen auch im Freigericht und nun beginnt das Zusammenleben mit den jeweiligen Truppen. Viele Bewohner sehen in der Truppenversorgung eine Einkommensquelle. Bemerkenswert ist bei der Vergütung von Bürgern, die im Dienst der französischen Truppen tätig sind, dass auch Frauen (Witwe Schneider von Albstadt) die gleiche Entlohnung von 1 fl 30 Kreuzer pro Tag ausgezahlt bekamen, wie die männliche Beschäftigten.
1806
wurden an Weihnachten noch 15 Grad gemessen. Es blühten Blumen und vereinzelt konnte man Vögel singen hören.
1807 war von sehr schönem Wetter bestimmt.
1807 am 25. Juni findet auf der Memel, beim ostpreußischen Tilsit, ein einmaliges Schauspiel statt. In einem prächtig geschmückten Zelt auf einem Ponton, befinden sich Kaiser Napoleon und Zar Alexander von Rußland. Napoleon möchte einen TeilPreußens an das für seinen Bruder Jerome geplante Königreich Westfahlen angliedern. Der übrige Teil sollte an Rußland gehen. Es war wohl etwas Mitleid das den Zaren veranlasste, diesem Plan nicht zuzustimmen. Das Königreich Preußen blieb mit seinem Kerngebiet erhalten und verlor nur einen Teil im Westen und einen großen Teil im Osten. Kg. Wilhelm III. konnte weiter regieren mußte sich aber auf immense Kriegskostenzahlungen einstellen. Er berief fähige Männer in seine Regierung die zukunftsweisende Reformen begannen. Beispielsweise Karl Freiherr vom Stein, Karl August Freiherr von Hardenberg, von Gneisenau, von Scharnhorst und Wilhelm von Humbold. Schwerpunkte sind die Beseitigung ständiger Vorrechte. Aufhebung der Leibeigenschaft und Gewerbefreiheit. Die Beseitigung der ständigen Vorrechte konnte auf den Rittergütern nicht verwirklicht werden. Der moderne Begriff von Lobbi entwickelte sich damls schon. Und der König konnte nicht gegen den Adel regieren. Fortschritte brachten die Gründungen von Industriebetrieben, leider auch mit den negativen Begleiterscheinung, die im sogenannte Weberaufstand ihren sichtbarsten Ausdruck fand.       
Am 1. September erfolgte bei uns eine starke Abkühlung und Ende September fiel in den höheren Lagen schon der erste Schnee.
1807 beginnt auch unter König Max Joseph in Bayern der Minister Graf Montgelas mit einer Verwaltungsreform nach französischem Vorbild. Schwerpunkte sind auch hier die Beseitigung ständiger Vorrechte, Verbesserung des Unterrichtswesens und kirchliche Toleranz.
1807 erwirbt Marquis du Chasteler das Michelbacher Schlossgut von Familie von Wrede. Georg von Wrede verlegt, vermutlich nur noch mit seiner Gattin, seinen Wohnsitz nach Wasserlos.
In der nachfolgenden Zeit war das Schlossgut in Michelbach mit einem Verwalter besetzt.
Zu dieser Zeit drangen wohl Gerüchte über Schlupfwinkel, Horchposten, Geheimgang und eine Falschmünzerei im Schlösschen in Umlauf. Der Horchposten und der Geheimgang wurden bereits angesprochen. Die Falschmünzerei hatte der Marquis nicht nötig. Er hatte genügend Einkünfte.
1807 kommt es zur Gründung des Königreichs Westfalen. Es wurde gebildet aus Kurhessen, Braunschweig, Südhannover und Teilen ehemals preußischer Gebiete. Jerome ein Bruder Napoleons führt in Kassel als "König Lustik" ein verschwenderisches Leben.
Kurfürst Wilhelm I. von Hessen-Kassel war im Exil in Prag.   

Hofbankier des Königs Jerome von Westfalen ist H. Jordis aus Frankfurt. Seine Gattin ist Ludovika von Brentano. Sie wird viele Jahre später Schloßherrin in Wasserlos.
1808 begann mild, doch verzögerte sich der Frühling. Am 3. April gab es nochmal -9 Grad.
1808
übernimmt Karl von Savigny ein Lehramt der Rechtswissenschaft an der Universität Landshut. Mit seiner Gattin Gunda führt er ein gastliches Haus in dem viele von der "guten alten Zeit" vor der französischen Revolution und beginnender Aufklärung träumen.
1808 am 12. Juli wird eine Verordnung über „Die Beförderung der Heurathen auf dem Lande“ erlassen. Der Kernpnkt ist, wie bereits in älteren Vorgaben, wieder die wirtschaftliche Absicherung der Gemeinde, gegen Eheschließungen von Hilfsbedürftigen. ( Näheres im Beitrag von Gg. Huber im HJB 1964, S. 26 ff )  

1808 beginnt man in Alzenau mit Kiefern- und Birkenanpflanzungen auf den Sanddünen nordwestlich der Gemeinde. Nach großflächigem Abholzen und der Verhinderung von Nachwuchs, durch die ständige Beweidung wurde die spärliche Humusdecke weitgehend zerstört und die Sandmassen dem Einfluß der Westwinde ausgesetzt.
Um die über viele Jahre erkennbare Wanderbewegung zu verhindern, beschlossen die davon betroffenen Gemeinden Alzenau und Michelbach die Wiederaufforstung. An einigen Stellen hatten die Dünen, Obstbäume schon bis zum Ansatz der Äste umschlossen.
Im gleichen Jahr beginnt der Maurermeister Adolf Zeller östlich von Alzenau mit der Errichtung einer Ziegelei.

1808/09 war der Jahreswechsel sehr kalt. Strenger Frost ab der zweiten Dezemberhälfte, mit Temperaturen zwischen -20 Grad nachts und -10 Grad Tagestemperatur setzte sich noch bis zum 24. Januar fort. Starker Schneefall am Ende der Frostdauer, wandelte sich am 25. in Regen und führte zu Tauwetter.
1809 veranlaßt Napoleon, nach seinem endgültigen Sieg über Österreich eine neue Staatengestaltung.
Nun wurde aus dem letzten Erzbischof, Carl Theodor von Dalberg der "Fürstprimas" des Rheinbundes. Er  erhielt den Titel eines "Großherzogs von Frankfurt".
Sein Großherzogtum bestand nun aus dem ehemals mainzischen Spessart (ohne das Freigericht vor dem Berge), dem Gebiet der ehemaligen Reichsabtei Fulda, der Grafschaft Hanau und Frankfurt mit Homburg v.d. Höhe.
Das Bistum Regensburg hatte er an das junge Königreich Bayern abgegeben. Behält jedoch sein Bischofsamt.
1810 vom 28. Januar bis zum 26. Februar hatte die Bevölkerung unter einem harten Winter zu leiden. Starker Frost mit Eisbildung, wechselte mehrfach mit Tauwetter, was zu Eistreiben mit Hochwasser führte. Kurzfristig einsetzender starker Frost, führte dann zur Verlangsamung des Eisgangs. Hierbei entstand durch das Zusammen- und Übereinanderschieben der Eisschollen vor den großen Brücken, Eisberge wie man sie nur von Darstellungen der Polarmeere kannte.
1810
am 16. Februar bekamen die Bewohner im Staat des Carl Theodor von Dalberg, jetzt Großherzogtum Frankfurt, dessen Grenze gleich der des ehemaligen Freigerichtes von Welzheim über den Hahnenkammrücken bis Niedersteinbach war, das freiheitliche französische Recht des Code civil. (Die Freiheiten wurden den Leuten kaum bewusst, da mit dem Untergang des napoleonischen Reiches alles wieder aufgehoben wurde.)
1810 wird in Wasserlos Konrad Reinfurt als Ludimagister erwähnt.
1810 im Frühjahr übernimmt Karl von Savigny ein Lehramt in Berlin.
1810 vermählt sich in München Kronprinz Ludwig I. von Bayern mit Therese von Sachsen-Hildburghausen.

1810 folgten viele dem Heer Napoleons.
Für Albstadt hat Artur Heinl in seiner Chronik, neun Männer im Alter von 17 bis 29 Jahren und die 35jährige Anna Maria Hock erwähnt. Bis auf zwei Deserteure blieben die Männer in Napoleons Kriegsdienst, während Anna Maria Hock in Ungarn sesshaft wurde.
1810 wird der Markwald zwischen den ehemaligen Centen Wilmundsheim, nun Großherzogtum Hessen-Darmstadt und der Cent Mömbris, jetzt dem Großherzogtum Frankfurt zugehörig, geteilt.
Damit wurde die letzte über mehr als ein Jahrtausend bestehende Bindung der ehemaligen Markgenossenschaft aufgehoben.
Der Juni ist sehr kühl.
1810
beginnt die sog. kleine Eiszeit (-1819) durch eine Reihe von Vulkanausbrüchen, deren Aschemassen wieder die Sonneneinstrahlung reduzieren.
Der extreme Kälteeinbruch ist wohl mitentscheidend für das spätere Scheitern in Moskau und den verlustreichen Rückzug von Napoleons Großer Armee.
1810 bestimmt Pfarrer Krick, dass nach seinem Tod 1000 fl als Stiftung verwendet werden.
Von dem Zinsertrag sollen Witwen, die noch Kinder unter 12 Jahren zu versorgen haben, unterstützt werden. Nach seinem Ableben (1817) gibt es jedoch noch häufig Unstimmigkeiten, bis die Verwaltung und Verteilung ordentlich abläuft.
1810 werden von einem Doktor Düring in Albstadt Impfungen vorgenommen, (vermutlich gegen Thyphus) für die 12 fl 2 Kr bezahlt werden.
1810 kommt es auch wieder zu Spannungen zwischen Albstadt und Somborn.
Da die Albstädter noch immer zum Gottesdienst nach Somborn müssen, kommt es nun verstärkt zu Anfeindungen von den (1799) aus Albstadt geflüchteten Männern, die inzwischen in Somborn wohnhaft sind. Da es hier auch zu Tätlichkeiten kam, sieht sich das Oberkriegs-Kolleg veranlasst, den Albstädtern den Besuch der Somborner Kirche zu untersagen und den Besuch der Alzenauer Kirche zu empfehlen.
1811 Die räumliche Entfernung von Albstadt zu Alzenau nötigte jedoch zu Verhandlungen und führte schließlich dazu, dass die Albstädter  ab 25. Juni wieder die Kirche in Somborn besuchten.
1811 war witterungsmäßig außergewöhnlich. Nach einem milden Winter begann, nach einer kurzen Abkühlung in der ersten Aprilhälfte, ein heißer Sommer mit Temperaturen bis 40 Grad.
Unwetter brachten in Frankfurt große Verwüstungen und auch in Aschaffenburg wurde ein 200 Jahre alte Linde umgebrochen. Doch der Kahlgrund wurde ausnahmsweise mal verschont.
Unbeachtet von der großen Welt gründet Friedrich Krupp in Essen eine Gußstahlfabrik.
1811
errichtet der 33jährige Friedrich Ludwig Jahn, auf der Hasenheide in Berlin den ersten öffentlichen Turnplatz. Er hält körperliche Ertüchtigung der (studentischen) Jugend, neben der geistigen Bildung, für dringend notwendig.
1811 hält der neue Amtsvogt Dittmann Reparaturen im Schloss und Anschaffungen für die Amtsstube für erforderlich.
1811 mußte die Brücke über die Kahl repariert werden. Die Säkularisation hatte die Herrschaftsverhältnisse verändert. Jetzt war das Großherzogtum Darmstadt für die Baulast zuständig. Die Instandsetzung dauerte bis ins nachfolgende Jahr. Die Kosten für Maurer, Schmiedearbeiten und die Beschaffung von 170 „Doppeldielen“ beliefen sich auf 225 Gulden und 36 Kreuzer.
1812 begann mit strengem Frost. Doch mitte Januar begann Tauwetter.
1812 am 29. Januar tritt für die jüdischen Mitbürger eine Verordnung der Regierung von Unterfranken in Kraft, die den jeweiligen Judengemeinden zur Auflage macht, etwas zur Verbesserung der klimatischen Bedingungen beim rituellen Judentauchen der Frauen zu tun. Nach kritischen Berichten einiger Ärzte kam es zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen der Frauen, da das Wasser im Normalfall nur um 16 Grad betrug. Es sollte jedoch noch einige Jahre dauern, bis es zu Verbesserungen kam.
Im April war es sehr kühl und starke Niederschläge führten zu Hochwässern. Am 11. April mußte im Frankfurter Dom die Ostermesse unterbrochen werden, da Gefahr bestand, daß die Besucher von den Fluten eingeschlossen würden.
1812 wurde auch der Jüdische Bezirksfriedhof unterhalb Hörsteins angelegt.
1812
verkauft Gerard du Chasteler das Schlossgut in Wasserlos, nachdem seine Gattin bereits zehn Jahre zuvor und mehrere Kinder inzwischen verstorben waren. Mit seiner jüngsten Tochter Ida Helena Karolina zieht nach Wien. Er verstarb (1824) als österreichischer Kämmerer.
Seine älteste Tochter Helena Sybilla, inzwischen vermählt mit Baron von Syberg, verbleibt auf dem Chastelerschen Hof (beim Emmerichshof).
Viktor Amadeus Landgraf von Hessen-Rotenburg-Rheinfels ist der Käufer des Wasserloser Schlossgutes. Der Käufer war der letzte männliche Nachkomme aus einer Seitenlienie die 1627 von Landgraf Moritz dem Gelehrten eingerichtet wurde, um die 14 Kinder aus seiner zweiten Ehe mit Juliane von Nassau-Dillenburg zu versorgen.
1812 übernehmen zwei Frankfurter Kaufleute (Dael und Grösser) das Michelbacher Schlossgut. Doch noch im gleichen Jahr übernimmt es der königlich-preußische Finanzrat Johannes von Menz.
1812
, am 10. Mai meldet der Gastwirt Konrad Kemp aus Michelbach, seinen neugeborenen Sohn Heinrich an.
Er war das vierte Kind in der Gastwirtsfamilie Kemp. Doch abweichend von Zunamen der Eltern und der älteren Geschwister, wird jetzt der Zuname "Kempf" geschrieben.
In der nachfolgenden Zeit werden die drei alten Schreibweisen Kemp, Kempf und Kempff, alle in der gleichen Art geschrieben. Nur mundartlich bleiben die Nachkommen des Gastwirtes bis ins 20. Jahrhundert noch die Kempe.
Heut dato den 14. Juli 1812 hat Peter Wombacher diesen Bau aufgericht. So lautet die Inschrift über der Haustüre von Große Wiese 3. Es war damals in Gunzenbach das Haus Nr. 6. Das doppelgeschossige Haus wird mit seinen Schauseiten zur Ortsmitte ausgerichtet. Die allgemeine Unsicherherheit veranlaßt den Bauherren zum Einbau eines "gefangenen Raumes" im Obergeschoß, der nur durch einen kleinen Einschlupf vom Dachboden aus erreicht werden kann. Die Existenz dieses Raumes wird selbst den Kindern verschwiegen und dient über mehr als ein Jahrhundert als Versteck für Menschen in Not oder Lebensmittel in Notzeiten. Bemerkenswert sind noch die Dokumentationen unterschiedlichster Art. Im Mörtel des nördlichen Kellerlochs ist eingekratzt: Weis Peter von Gunzenbach. Als Lieferant der Dachziegel hat sich ein Amrein aus Rottenberg verewigt. In zwei Mauerziegeln, die offenbar zum Trocknen ausgelegt waren, zeigen sich noch die Fußabdrücke einer kleinen Ziege und eines Huhnes.
1812 wird in Hörstein, am 6. August, Paul Nimbler geboren. Er ist der vierte von sechs Söhnen, die aus der Ehe von Georg Paul und Barbara Nimbler hervorgehen. (Paul Nimbler ist ein Ururgroßvater des Verfassers)
1812
führt Napoleon die „Große Armee“ bis nach Moskau. Nach ungeheuren Verlusten auf beiden Seiten (ca. 70.000) wird von den Russen die Schlacht bei Borodino abgebrochen.
Unberührt von dem Weltgetriebe macht an der englischen Südküste ein junges Mädchen, namens Mary Anning einen Fund, der den ganzen Schöpfungsbericht in seinen Grundfesten erschüttern sollte. Wie schon oft ging sie in den Bereich wo die Brandung immer wieder Erde und feines Gestein abträgt und neue Schichten freilegt.
Ihr Bruder hatte dort schon ein Jahr vorher einen ungewöhnliche Schädel gefunden und nach Hause gebracht. Doch jetzt fand sie ein Skelett, 5 Meter lang und von einer vollkommen unbekannten Art eines Tieres und der Schädel, den ihr Bruder schon in seiner Sammlung hatte, paßte genau dazu. Sie konnten Forscher für ihren Fund intressieren und erhielten dafür den beachtlichen Preis von 23 Pfund.Das unbekannte Wesen ist jetzt unter dem Namen "Fischsaurier"( Ichthyosaurus) bekannt. Der Erlös befreite ihre Familie von der Armenfürsorge und veranlaßte sie zum Weitersuchen. Das zunehmende Interesse kritischer oder auch aufgeschlossener Bürger, ermöglichte ihr ein relativ gutes Einkommen, durch den Verkauf weiterer Funde.
Am 14. September zieht das Hauptheer Napoleons mit 100.000 Mann in Moskau ein.
Napoleon ist im Kreml. Moskau ist von den Einwohnern verlassen. Bereits am nächsten Tag steht Moskau in Flammen. Der von der russischen Führung geplante Großbrand vernichtet in den nachfolgenden fünf Tagen zwei Drittel der meist aus Holz gebauten Häuser und nötigt die „Große Armee, schon am 19. September die brennende Stadt wieder zu verlassen.
Die mit Zar Alexander in Petersburg begonnenen Friedensverhandlungen werden von demselben hinausgezögert. So bleibt das französische Heer noch 34 Tage in und bei Moskau. Schließlich sieht sich Napoleon, durch Versorgungsschwierigkeiten, zum Rückzug genötigt.
Am 6. November wird die Große Armee vom Wintereinbruch überrascht.
Andauernde russische Angriffe, Frost und Hunger reduzieren die Armee bis Mitte November auf 40.000 kampffähige und 30.000 hilflose Nachzügler.
Nach dem Übergang über die Beresina, über die erst unter schwierigsten Bedingungen Brücken geschlagen werden mussten, verbleiben Napoleon noch 9.000 kampffähige Soldaten. 18.000 Nachzügler bleiben zurück.
Napoleon verlässt das Heer und eilt nach Paris zurück, um das Heer wieder zu verstärken Die Schwäche der Großen Armee erkennend bilden sich neue Allianzen der unterworfenen Mächte,
unter der Führung Russlands.
1813 verlief ungewöhnlich kühl und feucht. Die 25 Grad wurden nur einigemal überschritten.
1813 im September überträgt Carl Theodor von Dalberg, den militärischen und politischen Untergang Napoleons erkennend, die Regierungsgeschäfte in seinem Großherzogtum seinen Ministern und reist am 1. Oktober nach Konstanz. Er war auch dort Bischof.
Am 3. Oktober scheidet Bayern aus dem Rheinbund aus und unterstellt sich Wien, nachdem der Fortbestand des Königreiches Bayern von dort zugesichert war.
1813 am 18. Oktober kommt es bei Leipzig in der sog. Drei-Kaiser-Schlacht zum Sieg über Napoleons Heer.
Carl Theodor von Dalberg legt nachfolgend am 28. Oktober in Leipzig formal die Regierung des Großjerzogtums Frankfurt nieder. Danach begibt er sich in sein Bistum Regensburg. 
An genau dem gleichen Tag nimmt der bayerische General von Wrede Hanau ein, um dem sich zurückziehenden Heer Napoleons noch eine letzte Niederlage zu bereiten.
Entgegen seiner Absicht verhilft er Napoleon zu einem letzten Sieg. Aber den Bewohnern der Stadt Hanau zu unermäßlichem Leid und Schaden. Er selbst muß außer der Niederlage auch noch eine schwere Verwundung durch einen Bauchschuß hinnehmen.
1813 lassen die von Syberg den ehemals Chasteler'schen Hof abbrechen und übernehmen den von Deel´schen und später noch den von Bentzel´schen "Emmerichshof".
Doch jetzt im gleichen Jahr nimmt erst noch mal Graf Karl Christian Ernst von Bentzel-Sternau seinen Wohnsitz im Schloß Emmerichshof. Er war seit 1811, unter Carl Theodor von Dalberg als Staats- und Finanzminister in Frankfurt tätig und betätigte sich nun, nach der Auflösung der Großherzoglichen Regierung nur noch der Schriftstellerei.
827 wechselte er von der katholischen zur protestandischen Kirche und verbrachte schließlich den Rest seines Lebens, bis 1849 in Mariahalden am Zürichsee.
Mit dem Sieg über Napoleon begannen erneut Herrschaftsveränderungen.
1813
wird in Frankfurt eine Zentralkommission für die Verwaltung aller durch die Truppen der Verbündeten besetzten Länder eingerichtet. Den Vorsitz überträgt man dem Reichsfreiherrn Karl von Stein.
Um den wieder erstarkten Adel in seinem Besitz nicht zu schmälern, der sich durch die Säkularisation teilweise erheblich vermehrt hatte, bemühte man sich der Kirche einen Ausgleich zu schaffen. Man übertrug Belastungen, wie die Gehälter von Bischöfen u.s.w. der Staatskasse. Diese „Ausgleichszahlungen“ beliefen sich noch um das Jahr 2010 auf 190.000.000 Euro.
Nun kehrt man nach genau 20 Jahren auch wieder zur alten Zeitrechnung zurück.
Karl von Buchenau, der Mitbesitzer des Kälberauer Gutes blieb irgendwo in den Weiten des Ostens verschollen. 
1813, im Herbst kehrte Kurfürst Wilhelm I. von Hessen-Kassel aus dem Exil zurück. In dem von ihm einberufenen Landtag war Hanau nicht vertreten. Er regierte wieder absolutistisch.
1814 begann am 5. Januar ein sehr strenger Winter. Er dauerte mit Temperaturen zeitweise unter -20 Grad, bis in den März. Im Januar starben in Großwelzheim viele Leute an Typhus.
1814
Mit Wirkung vom 1. Februar wurden die französischen Gesetze außer Kraft gesetzt.
In der letzten Märzwoche begann Tauwetter. Doch am 20. April begann nochmal ein Kälteeinbruch, der sich in abgemilderter Form noch durch den Mai fortsetzte.
1814, am 4. Juni kam das ehemalige Fürstentum Aschaffenburg ( und das Großherzogtum Würzburg) an Bayern.
Neben dem Verlust einiger Freiheiten und der oben angesprochenen Gleichberechtigung der Frauen, kam es nun im nahen Orb zu einem Vorgang der seine Parallele erst wieder im späten 20. und beginnenden 21. Jahrhundert finden sollte.
Der durch Salzgewinnung und Verkauf relativ wohlhabenden Gemeinde Orb, wurde von der neuen bayerischen Regierung der Salzhandel verboten!
Der Hintergrund war das Ausschalten von Konkurrenz für den Salzhandel von Reichenhall.
Daß dadurch eine ganze Gemeinde mit ihrem Umfeld in Armut gestürzt wurde, kümmerte weder die Regierung in München, noch die Salzgewinner und Händler in Altbayern.
Konkurrenz übernehmen und "plattmachen" ist keine Erfindung der EU.
1814 am 20. April verabschiedet sich Napoleon in Fontainebleau von seinen Grenadieren.
Er hatte am 11. April eine Thronentsagungsakte unterzeichnet, womit auch der Anspruch seines Sohnes erloschen war. Ihm wird die Insel Elba als Exil zugewiesen.
Wie viele Menschen durch seine Kriege, Hunger und Kälte ihr Leben verloren, entzieht sich der Geschichtsschreibung.
Sein Nachfolger auf dem französischen Thron wird Ludwig XVIII. ein Bruder des hingerichteten Ludwig XVI.
In Wien versammeln sich alle führenden Staatsmänner Europas zum sogenannten Wiener Konkress, mit dem Ziel der Neuordnung der europäischen Verhältnisse und der Wiederherstellung der alten Fürstenmacht.
Die anhaltende Temperaturverschlechterung führt zum Aufkommen von Unterwäsche bei den Damen des Bürgertums.
1814 kommt Aschaffenburg zu Bayern. Am 26. Juni huldigen die Bürger dem neuen Herrscher und seiner Gattin anläßlich des ersten Besuches in Aschaffenburg.
1814 wird in Michelbach Josef Kaiser als Ludimagister angestellt.
1814 (- 1830) ist Franz Josef Bertram Lehrer in Großwelzheim.
1814
wird in England erstmals eine Lokomotive als Zugmaschine im Dauerbetrieb eingesetzt.
1815 begann mit anhaltendem Frost bis Ende Januar.
1815
am 5. Februar vermählt sich Carl Neumann mit Gertrudis Kerker.
Im Februar stiegen die Teperaturen auf frühlingshafte Werte und am 31.März kletterte die Temperatur auf 31 Grad.
1815, am 1. März landet Napoleon Bonaparte mit einem kleinen Kreis Getreuer wieder in Frankreich. Er wird von den heimlich unterrichteten Truppen freudig begrüßt.
König Ludwig XVIII. flieht nach Gent. Napoleon kommt am 20. März wieder nach Paris.
Auf dem Wiener Konkress wird er einstimmig zum "Feind und Störer des Weltfriedens" erklärt. Die versammelten Staatsoberhäupter beschließen ihm ein Heer von 500.000 Mann entgegenzusenden um den Frieden wieder herzustellen. Die Truppen stehen unter der Führung des preußischen Generals Blücher und dem englischen Admiral Wellington.
1815  vom 5. bis 7. April kommt es in Indonesien zu einem Vulkanausbruch (Tambora), dessen Aschemassen im nachfolgenden Jahr auch bei uns zum "Jahr ohne Sommer" führen.
1815 am 21. Mai beendet Ludwig Karl Wilhelm von Buchenau sein Leben durch Freitod.
Er war der Bruder des in Russland verschollenen Karl Ferdinand Anton von Buchenau. Da mit demselben der ältere Stamm derer von Buchenau erloschen war und der Georg von Buchenau als allerletzter Vertreter des alten Geschlechtes keine Erbansprüche stellte, übernahm das Land Hessen den gesamten Besitz derer von Buchenau als heimgefallenes Lehen. Erst in einem über zwei Jahrzehnte dauernden Prozess konnten die Nachkommen der Maria Magdalena von Buchenau, die sich mit Wilhelm Gottfried von Seckendorf vermählt hatte, wieder in den Besitz der Buchenauschen Güter kommen. Nachkommen derselben sind noch in der alten Burganlage zu Buchenau wohnhaft.
Am 12. Juni kommt es in Jena zur Gründung der "Deutschen Burschenschaft" durch Zusammenschluß von Landsmannschaften der studentischen Jugend.
Am 18. Juni kommt es, nach einigen Siegen des von Napoleon geführten französischen Heeres, zur Niederlage bei Waterloo.
Napoleon
flieht vor den preußischen Truppen nach Paris.
1815, am 22. Juni dankt Napoleon zugunsten seines Sohnes, Napoleon II. ab.
Im Juli ziehen Blücher und Wellington in Paris ein und bringen Ludwig XVIII. wieder als König auf den Thron Frankreichs.
Napoleon bittet die Engländer um Asyl und wird nachfolgend auf die Insel Helena verbannt.
Frankreich wird zu Gebietsabtretungen und zur Zahlung von 700 Millionen Kriegskosten gezwungen. Außerdem muß es auf seine Kosten, 150.000 Mann Besatzungstruppen an der Nord- und Ostgrenze hinnehmen.
1815 Nach dem Ende der sog. Befreiungskriege bildet sich der Deutsche Bund mit 35 Fürstenstaaten und 4 freien Städten. Jeder wirtschaftete eigenständig und prägte eigene Münzen. Im Interesse einer Verbesserung beginnt Preußen in seinem Einflussbereich nach einer Reform des Steuerwesens mit einer Währungsvereinheitlichung.
1815 kommt es durch die Zugewinne des protestantischen Preußen im überwiegend katholischen Rheinland zu herrschaftlichen Veränderungen, die auch später den seit 1748 abgeteilten Teil des ehemaligen Freigerichtes in den Strudel des so genannten Kulturkampfes unter Bismarck ziehen sollten.
Da man in allen Ämtern unter preußischer Verwaltung die wesentlichen Positionen mit Protestanten besetzte, die ihre Lebensgefährtinnen häufig im katholischen Umland fanden, kam es zu „Mischehen“. Eine preußische Kabinettsorder legte fest, dass die aus einer Mischehe hervorgehenden Kinder die Religion des Vaters anzunehmen hätten.
Dies führte zum „Kölner Mischehenstreit“.
1815 übernimmt in Kälberau Peter Röll das Amt des Ludimagisters.
1815 wird das Dienstbotenbuch eingeführt. Die Beschäftigungsdauer von Dienstboten war von Lichtmess bis Lichtmess (2. Februar). Diese Terminvorgabe war aus dem noch landwirtschaftlich geprägten Jahreslauf gewählt. Im Regelfall verlängerten sich die Arbeitsverhältnisse automatisch, sofern es zu keinen Unstimmigkeiten kam.
Beendet wurde im Normalfall ein solches Verhältnis möglicherweise durch Heirat oder den Tod. Feste Arbeitszeiten gab es nicht. Es lag im Ermessen der Herrschaft, wann wie viel Freizeit gewährt wurde. Da die Knechte und Mägde mit auf dem jeweiligen Anwesen wohnten, waren sie rund um die Uhr in das Geschehen mit eingebunden und mussten jederzeit dienstbereit sein.
Als herrschaftliche Dienstboten werden im Schlösschen in Michelbach ein Kutscher, ein Gärtner und später noch ein „Butler“ namentlich erwähnt. Hinzu kommen noch weibliche Kräfte für Küche, Haushalt und Kindererziehung. Hier waren die Anstellungen ohne zeitliche Begrenzung. In der Hofhaltung in Wasserlos mit zeitweise 125 Beschäftigten war das Bild vergleichbar, nur im wesentlich größeren Rahmen.
Viktor Amadeus von Hessen-Rotenburg genügten etwas mehr als 20 Bedienstete.
1815 am 15. Oktober melden die Eheleute Carolus und Gertrudis Neumann die Geburt ihres Sohnes Adamus Neumann (wieder ein Ururgroßvater des Verfassers).
1816 begann sehr kalt. Schon seit Oktober war mehrfach Schnee gefallen. Und nun sanken im Februar die Temperaturen bis auf -20 Grad.
1816, am 14. April
kommt der ehemals mainzische Teil des Freigerichtes, die ehemalige Cent Wilmundsheim (Alzenau) mit Albstadt, an das Königreich Bayern.
Der Anschluß verursacht der Gemeinde Albstadt für die Reise von Deputierten nach Würzburg 11 fl  (Menth)
Das Großherzoglich Hessen-Darmstädtische Amt Alzenau wurde in ein königlich bayerisches Landgericht II. Klasse umgewandelt.
Dies war wieder eine Veränderung, die von der Bevölkerung kaum wahrgenommen wurde.
In vielen Fällen wurden sogar die jeweiligen Verwaltungsbeamten belassen und nur die Titel geändert. Eine Veränderung gab es im Schulunterricht. Aus den ehemaligen Pfarrschulen wurde nun eine Gemeindeeinrichtung, die im Auftrag des Staates wirkt.
Eine Neuerung waren nun einige Zollstellen an den Fernwegen die ins "Ausland" führten.
Das sog. Neuwirtshaus an der Kreuzung des "alten Wegs", von Alzenau nach Großauheim, mit der B 8, war Zollhaus. In Kahl wurde das jetzige Rathaus als Zollhaus erbaut. Und an der Mainfähre bei Großwelzheim wurde eine Zollstation eingerichtet..
Erster Zöllner an der Mainfähre war der Ortsvorsteher Reiserth.
Ein Oberzollamt kam nach Dettingen (Karlstein).
1816
verbringt Kronprinz Ludwig von Bayern erstmals einige Zeit in Aschaffenburg.
1816 ging als das Jahr ohne Sommer in die Geschichtsschreibung. Viele Bauern versuchten, wegen der schlechten Witterung das Getreide in den geheizten Zimmern zu trocknen.
Die Hackfrüchte verfaulten und es gab kaum Obst und keine Weinreben.
In Frankreich kommt es zum Streit über das Wahlrecht zwischen den Royalisten und den Liberalen. Die freiheitlich gesinnten Mitglieder erhalten in der Kammer die Mehrheit.
1816 am 17. November tritt eine Verordnung in Kraft, mit der die Gemeinden verpflichtet werden, in Not geratenen Gemeindemitgliedern Unterstützung zu gewähren.
Dies hat zur Folge, dass man nun Heirat und Zuzug wieder von materiellen Sicherheiten abhängig macht. Wer den Vorgaben nicht entsprach, erhielt eine Aufenthaltsgenehmigung, jedoch keine Erlaubnis zum Ansässigwerden oder sich zu verehelichen. Die Folge war eine Zunahme „wilder Ehen“ und unehelicher Kinder.
In diesen Zeiten der Not und Verarmung gewannen religiöse Sekten wieder verstärkt Anhänger.
Wie auch anderenorts in der Wetterau, bildeten die sog. Inspirierten auch auf der Ronneburg eine Gemeinde die nach den "Regeln der Gottseeligkeit" zu leben trachteten.
1817
war durch die Missernte des Vorjahres von einer großen Hungersnot gekennzeichnet.
Die Lebensmittelpreise stiegen in unvorstellbarer Weise. Gegenüber 1815 verteuerte sich das Korn um 280%, Kartoffel um 300% und Gerste um 380%.
In ihrer Not aßen die armen Leute Pflanzen, die sonst nur als Tierfutter verwendet wurden.
Auch Hunde wurden verzehrt. Wer sich in der Lage sah, suchte als Auswanderer in anderen Ländern eine Überlebensmöglichkeit. Zu dieser Zeit bieten sich in Amerika noch Möglichkeiten für Neuansiedler, da es noch "freies Land" gibt. Die Indianer kannten kein Eigentum an Grund und Boden und wurden mit Waffengewalt vertrieben
("Nur ein toter Indianer ist ein guter Indianer")
.
1817, am 27. Juli wird in Michelbach Jacob Kempf (Ururgroßvater des Verfassers) geboren. Er ist das siebte Kind des Gastwirts Konrad Kemp und seiner Gattin Elisabeth, geb. Gündling.
1817 (bis 1820) werden für den Aufbau der Gendarmerie (in Alzenau) der Gemeinde Albstadt 22 fl 35 Kr angelastet. (Menth)
1817 gründet in Hanau der Gymnasialprofessor Vormel den ersten "Gymnasial-Turnplatz".
Die Gründung von Turngemeinschaften fand durch die nun verfassungsgemäß garantierte Versammlungsfreiheit große Verbreitung.
1817 treffen sich die Deutschen Burschenschaften auf der Wartburg.
Sie verbrennen reaktionäre Schriften, Schnürleibchen, Perücken und Korporalstöcke als Symbole des Absolutismus.
In England wird die Arbeitszeit für Industriearbeiter gesetzlich auf 12 Stunden begrenzt.
1817 konstruiert Carl vin Drais in Mannheim eine sogenannte Laufmaschine. Dieses noch aus Holz hergestellte Fort-bewegungsgerät ist lenkbar und ermöglicht eine wesentlich höhere Geschwindigkeit als normales laufen. Einige Jahrzehnte später wird es verbessert und führt dann über einen Pedalantrieb am Vorderrad, schließlich zum Pedalantrieb mit Zahn-räder und Kette zu der heutigen Art des Fahrrades das inzwischen weltweit in Verwendung ist.

1818 begann mit einem relativ milden Winter. Ende Februar stiegen die Temperaturen schon fast auf sommerliche Werte.
Deutschland zieht seine Besatzungstruppen vom französischen Grenzgebiet ab.

1818, am 5. Mai wird in Trier Karl Marx geboren. Er ist der Sohn jüdischer Eltern die später zum protestandischen Glauben übertreten. 1835 beginnt er Rechtswissenschaft zu studieren und ergänzt dies noch mit Philosophie und Geschichte. In Verbindung mit dem zwei Jahre jüngeren Friedrich Engels aus Wuppertal, wird er später der führende Kritiker des kapitalistischen Wirtschaftssystems.
1818
am 26. Mai tritt die 1. Bayerische Verfassung in Kraft. Sie war in genau drei Monaten erarbeitet worden und basiert auf einem Zweikammersystem.
Eine Kammer wird vom Adel und der Kirche besetzt und die zweite Kammer mit Deligierten, die durch die Wahl des Volkes bestimmt werden.

In Alzenau wird die Kellerei durch das Rentamt abgelöst.
Der Sommer war sehr heiß, brachte aber gute Ernteerträge.
1818 hat die Gemeinde Albstadt noch 8.778 fl 44Kr Schulden.
In Hanau gründet der Realschullehrer Folk eine zweite Turngesellschaft.
Der russische Staatsrat Stourdza sieht in dem freiheitlichen Treiben der Burschenschaften als Beginn einer Revolution in Deutschland. Er verlangt Gegenmaßnahmen.
Daraufhin
verfügt die preußische Regierung die Schließung der "Turnplätze". Der "Turnvater"Friedrich Ludwig Jahn wird zeitweise inhaftiert.
1819 war wieder ein Jahr mit gutem Wetter und reichen Ernteerträgen.
1819 wurde in Frankfurt der „Deutsche Handels und Gewerbeverein“ gegründet
.
1819 musste in Alzenau die Schule, bei 165 Schülern, in zwei Klassen geteilt werden
(80 Knaben, 85 Mädchen).
1819/20 war ein strenger Winter. Im nachfolgenden Sommer kommt es zu einem derart ungewöhnlichen Auftreten von Raupen, daß sich die Gemeinden genötigt sehen die Hecken und Bäume säubern zu lassen.
1820 wird in Preussen durch ein Edikt festgelegt, daß Staatsschulden der Disposition der Reichsstände zu unterstellen sind.
1820 ermöglicht die Sponsorenliste zu Steiners "Beschreibung des Freigerichtes" einen Überblick zu namhaften Personen in alphabetische Reihenfolge:
Baumer
, Forstinspektor in Wasserlos
Brückner, Schultheiß in Kälberau
Hofmann, Schullehrer in Gunzenbach
(Michael) Keller, Pfarrer in Hörstein
(Konrad) Kemp(f), Gastwirt in Michelbach
Kleespies, Brigadier zu Alzenau
Münnich, Landgerichtsaccesor zu Alzenau
Neumann, Landgerichts-Impfarzt u. Chirurg zu Alzenau
Niedenthal, Löwenwirt zu Alzenau
Schäfer, Chirurg zu Hörstein
Peter Wohmbacher, Gunzenbach, 1812 Erbauer von Große Wiese 3 (jetzt Kempf/Ludwig)
1820 ist durch vorgenannte Liste für das jetzt königlich bayerische Landgericht im Schloss Alzenau ein Landgerichtsaccesor Münnich nachweislich.
Außerdem ein Landgerichts- Impfarzt und Chirurg Neumann.
Ein Brigadier Kleespies repräsentierte wohl die Polizeigewalt in Alzenau.
In Hörstein hatte offenbar ein Chirurg Schäfer den Bader früherer Zeiten von den medizinischen Aufgaben entlastet.
Und für Kälberau ist ein H. Brückner als Schultheiß erwähnt.
Der Gastwirt Konrad Kempf in Michelbach ist ein Bruder des Ururgroßvaters des Verfassers.
1820, am 28. November wird in Wuppertal Friedrich Engels geboren. Als Sohn eines Textilfabrikanten beginnt er 1838 eine kaufmännische Lehre in Bremen, die er später in Manchester ergänzt und abschließt. Er wird dort mit dem sozialen Elend des englischen Frühkapitalismus konfrontiert und veröffentlicht 1845 bereits eine Studie unter dem Titel: "Die Lage der arbeitenden Klasse in England".
1820 kommt es in Wien zur Verabschiedung der Schlußakte betreffend die Souveränität der Bundesfürsten. Fast alle größere Staaten, mit Ausnahme von Österreich und Preussen, verfügen nun über Verfassungen, die der Bevölkerung eine begrenzte Mitgestaltung bei der Regierungsbildung ermöglichen.

Inzwischen führt die technisch-industrielle Entwicklung auch in Deutschland zur Auflösung der ständischen Gesellschaftsordnung. Kleingewerbetreibende können gegen die industrieellen Fertigungsmethoden nicht mehr bestehen. Viele wandern in die Städte und bilden dort bei schlechtesten Lebensbedingungen ein Proletariat, das zur Unzufriedenheit führt. 14 Stunden Arbeitszeit, schlechteste Wohnbedingungen und unzureichende Ernährung führen zu Mangelerkrankungen und Not. Es entwickelt sich die "Soziale Frage".
Die Parteinahme der studentischen Jugend für die ausgebeutete Arbeiterschaft und die diesbezüglichen Diskussionen in den Turnerschaften, führen zum Verbot der Turngesellschaften.  
In Wien wird ein provisorische Bundeskriegsverfassung verfügt. Österreich und Preussen stellen je drei Armeekorps. Die übrigen Bundesstaaten je eins, kleinere Staaten stellen gemeinsam Armmeekorps auf.
Der Bundesfeldherr wird vom Bundestag gewählt.
Die Landesverfassungen bleiben weitgehend unter dem Einfluß des Adels und der Beamten.
1821 beginntmit strengem Frost. Am 5. und 6. März sinken die Temperaturen nochmal auf -20 Grad. Im April steigen die Temperaturen jedoch schon auf hochsommerliche Werte bis zu 30 Grad. Der Sommer jedoch wurde kühl und naß. Ein massenhaftes Auftreten von Schnecken vernichtete fast alles Kraut und Gemüse.
1821 stirbt Napoleon I. auf der Insel Helena.

1821 kann der Apotheker Johann Baptist Happel am 17. Januar in Alzenau eine Apotheke eröffnen.
1821 übernahm Kurfürst Wilhelm II. von Hessen-Kassel,
verehelicht mit Auguste von Preussen, die Regierung. Er setzte die absolutistische Regierung, auch in Hanau fort. Allerdings strebt er eine Modernisierung des Militärs an. Die gepuderten Perücken und den (Prügel-)Stock der Offiziere schafft er ab.
1821/22
war der Winter sehr mild. Ihm folgte ein sehr warmes Jahr, in dem leider viele Ernteverluste durch Mäusefraß hingenommen werden mussten.
In Alzenau konnte man mit Zufriedenheit feststellen, dass die auf den Sanddünen angepflanzten Birken gut angewachsen waren.
1822 am 16. Dezember wird in einer Sitzung im Alzenauer Landgericht festgestellt, dass gemäß eines Gutachtens des Landesphysikus (Kreisarzt) in Alzenau und Hörstein, „die Badeanstalten bey den Judengemeinden der Gesundheit sehr nachtheilig wären, und bey denselben das Baden lebensgefährliche Folgen haben könnte.
Da die Erhaltung der Gesundheit eine der ersten Pflichten aller Religionen seye, so konnte das Landgericht nicht zweifeln, dass die Judengemeinden ihren Badeanstalten die Einrichtung geben würden, dass das Wasser durch Erwärmung der Gesundheit unschädlich wäre“.
Die jüdischen Gemeinden brauchten jedoch noch einige Zeit, bis es zu einer einvernehmlichen Lösung kam.
1822/23
herrschte wieder ein strenger Winter. Am 23. bis 25. Januar sank die Nachttemperatur auf -30 Grad.
Das Jahr brachte jedoch eine gute Ernte.
1823 verkauft Viktor Amadeus von Hessen Rothenburg das Wasserloser Schlossgut.
Mit Viktor Amadeus von Hessen Rothenburg erlosch wieder einmal ein Geschlecht im Mannesstamm.
Da mit seinem Tod jedoch auch der Heimfall der Grafschaft Hessen-Rotenburg an Hessen-Kassel verbunden war, erlangte seine Gattin mit der Notlüge, daß sie schwanger sei, noch einige Zeit Wohnrecht im Marburger Schloß (da ja möglicherweise noch ein männlicher Erbe geboren würde). Da man an der Richtigkeit dieser Aussage jedoch zweifelte, wurde ihr Wohnsitz der sog. Weiße Bau im Marburger Schloß rund um die Uhr bewacht. Als aber nach 13 Monaten! noch immer keine Niederkunft zu melden war, mußte die kinderlose Witwe sich aufs Altenteil zurückziehen.
Neuer Eigentümer in Wasserlos wird  der kgl. preuß. geh. Finanzrat Johannes von Menz, der das bisher bewohnte Michelbacher Schlossgut zum Verkauf stellte und noch ein Gut in Thüringen veräußert.
1823/24 ist der Winter sehr mild und das Jahr brachte eine gute Ernte.
1824 kommt es in England zur Gründung von Arbeiterorganisation, als sog. Gewerkschaften.
In Frankreich folgt Karl X. (-1830) auf dem Thron des verstorbenen Ludwig XVIII.
1824 muss die jüdische Gemeinde in Hörstein die Baufälligkeit ihres Bethauses feststellen. Im Hinblick auf einen notwendigen Neubau waren zu dieser Zeit schon 1400 Gulden an Spenden gesammelt worden. Die neue Synagoge wie auch die später noch erbaute Schule fanden ihren Standort an der Hauptstraße. (Um 1980 abgebrochen und jetzt zum Teil von der Bäckerei Trapp überbaut.) Der "Zehngebotestein" wurde gesichert und in das Heimatmuseum eingegliedert.
1824 übernimmt Emilie von Engelbrunner das Michelbacher Schlösschen mit allen Gütern. Emilie von Engelbrunner bewohnte das Schlossgut für einige Jahre mit ihrer jüngeren Schwester Julie. Eine wesentlich ältere Schwester, Susanne Christina von Engelbrunner, war seit 1794 mit Konsistorialrat Carl Gottlieb Horstig vermählt und wohnte mit ihm seit 1808 auf der Burg oberhalb Miltenberg. Carl Gottlieb Horstig war ein vielseitig gebildeter Mensch. Theologe, Germanist, Musiker und Maler.
1824 stiftet Margaretha Habermann, Witwe des Peter Habermann, Müller zu Alzenau, in ihrem Testament 150 fl zur Armenkasse in Kälberau. Für dieses Geld sollen Grundstücke gekauft werden. Deren Pachtertrag soll zum Unterricht armer Schulkinder verwendet werden.
Margaretha Habermann hatte die letzten Jahre ihres Lebens bei Verwanden in der Kälberauer Mühle gewohnt.
Im November fällt starker Regen. Das Kinzighochwasser zerstört in Gelnhausen alle drei Brücken und bringt einen Teil der Stadtmauer zum Einsturz. Im Kahlgrund konnten zwei Postillione nur mit Mühe verhindern, daß ihre Kutsche beim Durchqueren der Kahl nicht von der Flut weggerissen wurde.
Kronprinz Ludwig von Bayern veranlasst zwei Architekturstudenten, die als Stipendiaten in Rom weilen, die flachen Dächer mit dem turmartigen Aufbau zu studieren. Er trägt sich damals wohl schon mit dem Vorhaben an den Stellen mit den mildesten Klimabedingungen südländisch nachempfundene Residenzen erbauen zu lassen.
München ist zu dieser Zeit bereits ein Sammelpunkt kunstorientierter Geister.
Kaspar Braun aus Aschaffenburg begründete die "Fliegenden Blätter". Eine satirische Wochenzeitung, die im Anhang für die unterschiedlichsten Erzeugnisse wirbt. 
1824 ist nachweislich schon regelmäßige Postverbindung in den Kahlgrund gewährleistet.
Ein Postbote ging morgens von Dettingen durch Alzenau bis Mömbris. Am Nachmittag kehrte er wieder zurück nach Dettingen. Er beförderte Post in beiden Richtungen.
1825 nach einem sehr milden Winteranfang, kommt es ab 12. März nochmal zu einem einwöchigen Kälteeinbruch mit Nachttemperaturen von -17 Grad. Ab 22. April war es frühlingshaft warm. Doch der 12. Mai brachte nochmal so starken Nachtfrost, daß der größte Teil der Weinernte verloren war. Der Sommer war dehr trocken mit Temperaturen bis 35 Grad.
Viele Menschen flehten wieder mit zusätzlichen Betstunden um Regen. Am 21. September stieg die Temperatur nochmal auf 30 Grad.
1825 nimmt in England die erste Eisenbahn, zwischen Darlington und Stockton ihren Betrieb auf. Sie löst damit die Postkutschen und Fuhrwerktransporte ab. Die "Stahlrösser" bedürfen jedoch auch Schienennetze aus Stahl. Damit beginnt ein Anstieg der Eisen und Stahlerzeugung in damals noch unvorstellbarem Ausmaß. Die Erzeugung von Roheisen ist für die damalige Zeit, weltweit mit etwa 2 Millionen Tonnen anzunehmen.
Im gleichen Jahr entwickelt ein H. Cooper, ebenfalls in England, die Zündhölzer. Er versieht dünne Hölzchen aus Weichholz mit einer, durch Reibung entzündlichen Masse an einem Ende. Damit endete in den zivilisierten Ländern, die Jahrtausende alte Form des Feuerschlagens. 
1825 klagt Wilhelm von Buchenau als letzter seiner Familie in schriftlicher Form dem bayerischen Königshaus seine unsichere Lage bezüglich des Klausengutes, da ihm nur die Hälfte gehörte, zum Erwerb der zweiten Hälfte jedoch eine formelle Todeserklärung für den verschollenen Karl von Buchenau erforderlich wäre. Hierbei erwähnte er auch, daß seine Mutter mit seinen zwei Schwestern in Königsberg in Armut lebten.
Da aber der ehemalige Dienstherr Karls von Buchenau, Kg. Jerome von Westfahlen war, außerdem das Klausengut damals Hessen-Darmstädtisch war, sah sich die bayerische Behörde außerstande, hier helfend eingreifen zu können.
Die Zeit war von politischen Umbrüchen geprägt. Im Gegensatz zu Österreich, wo Metternich mit Polizeigewalt jede Form von Liberalisierung unterdrückt, kommt es in vielen Ländern zu Versuchen die alten Herrschaftsstrukturen zu brechen.
1825, am 11. April wird in Breslau Ferdinand Lassalle geboren. Er ist der Sohn eines wohlhabenden jüdischen Tuchhändlers. Er studiert später Philosophie, Philologie und Geschichte und wird der "geistige Vater" der Sozialdemokratie.  
1825 wird die Entscheidung über die Annahme als Nachbar der jeweiligen Gemeindeverwaltung übertragen. Mit dem Gesetz über die Ansässigmachung und Verehelichung werden die Vorgaben neu festgeschrieben.
(Der Begriff Nachbar steht nun für den früheren Märker.)
Als Nachbar wurde anerkannt wer Besitz (Haus, Hof und Grundstücke) vorweisen konnte. Außerdem mußte er einen guten Leumund haben und volljährig sein. (Seit Bestehen der Schulpflicht mußte er auch ein Zeugnis vorweisen, daß er die Schule und die Christenlehre besucht hatte. Der Militärfreischein und Impfschein kamen vermutlich wesentlich später).
Das Einzugsgeld beträgt 5 Gulden.
Mit der Anerkennung standen ihm zu: Wahlrecht, Annahme von öffentlichen Ämtern, Genuß der Gemeindenutzung (Holz- und Weiderechte) sowie Unterstützung aus der Armenkasse in Notfällen. Wer das Nachbarrecht nicht bekam mußten das sog. Beisassengeld entrichten (Nachgeborene ohne Besitz, Häusler oder Beisassen. Hintersassen waren Pächter).
Dies betrug jährlich 3 Gulden. Witwen zahlten die Hälfte. Die Zahlungen waren am 11. November (Martini) zu entrichten.
Verpflichtung war die Zahlung von Steuern, Zehnten und Schatzung (Sondersteuer) außerdem die Leistung von Hand- und Spanndiensten verbunden.

Probleme ergeben sich immer wieder durch nichteheliche Kinder, deren Eltern wegen eines fehlenden Einkommens keine rechtliche Bindung eingehen können oder deren Väter bereits verehelicht sind. Gleichermaßen konnte auch der vorzeitige Tod des Familienvorstandes die Hinterbliebenen in Not und Armut bringen. Die Versorgung der Armen oblag den Gemeinden.
1825 am 12. Oktober verstirbt Kg. Max Josef von Bayern. Er hatte am Tag vorher noch an einem Ball des russischen Gesandten, anläßlich seines Namenstages teilgenommen.
Sein Sohn Ludwig I. übernimmt den Thron. Kg. Ludwig I. von Bayern war der Industrialisierung gegenüber voreingenommen, trotzdem aber für Fortschritt.
1825 und 1826 werden von der Gemeinde Albstadt, für die Reise und Ausbildung einer Hebamme 110 fl gezahlt.
1826 begann mit einem sehr kalten Januar. Doch bereits im Februar wurde es sehr mild und nachfolgend kam es zum "Jahrhundertsommer", der aber heftige Unwetter brachte.
1826 muß der Betrieb der „Stahlmühle“ aufgegeben werden. Der neue Besitzer ließ sie zur Mahl- und Schrotmühle umbauen. Doch auch dieser Betrieb konnte keine Gewinne erwirtschaften und wurde schon bald an einen H. Blene verkauft, der dort mit der Herstellung von Bleiweiß begann.
1826 werden Armenkassen gegründet, die jedoch mit freiwilligen Spenden fundiert werden sollten. Der bescheidene Wohlstand lässt jedoch keine ausreichende Spendenbereitschaft erkennen. So verfügt das Kgl. Landgericht in Alzenau am 18. 11. 1827, "dass künftig bei Hochzeiten, Kindstaufen und dergleichen eine Armenbüchse herumgetragen werden soll.
Auch soll man bei Tanzmusik über die Polizeistunde eine Abgabe in die Armenkasse festlegen".
Eine weitere Einnahme für die Armenkasse ergibt sich schließlich mit der Feldrug.
(Im Jahr 1835 kommen von den 53 Rügstrafen, die der Flurschütz in Albstadt zur Anzeige brachte, 2/3 der Armenkasse zugute Dies sind 18 fl 38 Kreuzer).
Gemeindestrafgebühren sind:
Wer verbotene Wege geht                                         - 10 Kr
Wer Vieh allein auf die Weide lässt                         - 20 Kr
Wer nach 6 Uhr abends draußen (in der Flur) war   - 10 Kr
Wer (unberechtigt) graste                                         - 10 Kr
Später werden noch Teilbeträge bei Grundstücksverkäufen oder Versteigerungen in die Armenkasse abgeführt.
Die Führung von Armenkassen wird auch nach der Neuordnung des Heimat- und Verehelichungsrechtes im Jahr 1862 erforderlich.
Die Notwendigkeit der Armenfürsorge bestand auch weiterhin, da selbst grundbesitzende Bauern durch Missernten in Not geraten konnten.
Am 3. Juni starben im Vogelsberg über 100 Menschen als Wolkenbrüche Häuser zum Einsturz brachten. Am 5. und 6. Juli stieg die Temperatur auf 38 Grad. Ende Juli waren die Trauben schon reif, doch zerstörte eine neue Hitzewelle mit 35 Grad viel Trauben, da sie verbrannt abfielen. Die Ernte war insgesamt schlecht und bereits am 23. September kündigte ein erster Frost einen strengen Winter an.
1826 kommt es zu Spannungen in Kassel nachdem die Kurfürstin Auguste mit ihren Kindern ihren Gatten Wilhelm II. verläßt. Es stört sie, daß sich seine Mätresse Ortlöpp, die spätere Gräfin von Reichenbach, zu sehr in die Regierungsgeschäfte einmischt.
1826 wird das Rentamt Alzenau aufgelöst.
Die Orte des Landgerichts werden dem Rentamt Aschaffenburg angeschlossen.
1826 kann die jüdische Gemeinde in Alzenau, nach dem Erwerb eines Grundstücks an der jetzigen Alfred-Delp-Straße, eine Synagoge erbauen. Vermutlich wurde hier auch eine beheizbare Mikwe in einem südlichen Anbau eingerichtet. In der vorangegangenen Zeit fanden die Gottesdienste wohl in einem Privathaus statt. Die Bauausführung übernahm der Maurermeister Sebastian Ludorf.
1827 begann mit einem schneereichen Winter. Am 18. Februar sank die Temperatur bei Nacht auf -30 Grad. Ab dem 21. Februar behinderten ungeheure Schneemassen jeden Verkehr. Erst Ende März ging der letzte Schnee weg und es begann wieder ein heißer Sommer.
1827 wird in Damm bei Aschaffenburg mit der Steingutfabrikation (Fayencemanufaktur) begonnen. Von 1832 bis 1840 ist Jakob Heinrich von Hefner-Alteneck Mitinhaber und steigert mit seinen Zeichnungen und Radierungen den künstlerischen Wert der Produkte.
J.H. von Hefner-Alteneck wird später, von 1868 bis 1885 Direktor des Bayerischen Nationalmuseums in Nürnberg.
1827
übernimmt in Michelbach Julie von Engelbrunner den Anteil ihrer Schwester am Schlossgut, nachdem dieselbe nach ihrer Verehelichung weggezogen war.
Julie von Engelbrunner
vermählt sich mit einem Herrn von Warendorf, der jedoch bereits zwei Jahre später in geistiger Umnachtung verstirbt.
1827 am 23. Juli wird Albstadt als Kaplanei Alzenau angegliedert.
1827 wird das Bistum Fulda, als katholisches Verwaltungszentrum für Kurhessen wieder hergestellt
Im gleichen Jahr beauftragt Kg. Ludwig I. von Bayern, den Architekten Friedrich Gärtner in Italien in den Ausgrabungsstätten antike Mosaiken zu studieren und ihm darüber zu berichten.
1828  war von schlechtem Wetter bestimmt. Das Getreide mußte feucht eingebracht werden. Doch gab es viel Kartoffel.
1828 beginnt Kg. Ludwig I. den Gedanken Karls des Großen erneut  umzusetzen und mit einem Kanal die Wasserstraßen Rhein (Main) und Donau zu verbinden.
1828 werden im Landgericht Alzenau alle Gemeinden aufgefordert mit Hand- und Spanndiensten den Bau einer "chaussierten Straße von der Grenze des Landgerichtes Kaltenberg und zwar über Michelbach, Kälberau, Alzenau, Wasserlos, Hörstein bis an die Grenze des Kgl. Landgerichtes Aschaffenburg nach Dettingen" beizutragen.
1828 wurde der bayerisch–württembergische Zollverein und nachfolgend der Preußisch-hessische Zollverein gegründet.
In Preussen teilt ein General dem König mit, daß er infolge der Ausbeutung der jugendlichen Arbeiter "und des dadurch verursachten schlechten Gesundheitszustandes der Bevölkerung" nicht mehr das erforderliche Truppenkontigent aufbringen könne.
Der König veranlasst, daß entsprechende Schutzbestimmungen erlassen werden sollen.
1828 Russische Truppen besetzen türkisches Gebiet an der Donau und entlasten damit die seit mehreren Jahren um ihre Unabhängigkeit kämpfenden Griechen.
Noch im gleichen Jahr erkennt die Türkei die Unabhängigkeit Griechenlands an.
1829/30 war ein "Jahrhundertwinter. Schon am 1. Dezember gingen Regenschauer in Schnee über der liegen blieb. Kurz nach Weihnachten kamen die Temperaturen am Tag nicht über -13 Grad. Am 23. Januar sank die Nachttemperatur auf -29 Grad. Erst am 14. Februar begann es zu tauen.
1829 am 30. März tauscht Adam Bambeck seine Mühle unterm Schloß, neben Adam Trageser, mit den Müllersleuten Johann und Katharina Christ, geb. Reisert.  
Im April kam es schon zu mehreren starken Gewittern. Im Juni und Juli gab es ebenfalls viel Gewitter und im August begann eine Regenzeit die sich mit wenig Unterbrechungen im ganzen Herbst fortsetzte. Die Ernte war dürftig.
29 Im Frieden zu Adrianopel erhält Russland die Inseln der Donaumündung und die Gebiete im südlichen Kaukasus. Den unter türkischer Oberhoheit stehenden Fürstentümern Moldau, Walachei und Serbien wird das Recht zugestanden, eigene (christliche) Statthalter zu wählen.
1830 (- 1832) ist Simon Bergmann Lehrer in Großwelzheim.
1830 wird Adam Neumann geboren. Er ist ein Nachkomme des Johann Heinrich Neumann der 1722 als Schulmeister nach Alzenau kam. 
1830 kommen die langen Hosen in Mode. Lediglich die höfische Mode mit den Kniebundhosen verlangt noch Seidenstrümpfe. Dies ist jedoch zu wenig zum Überleben der Strumpfwirkereien, viele Fabrikationsstätten sind zur Aufgabe genötigt.
Auch in Hanau verlieren durch diese Veränderung Hunderte ihre Arbeitsplätze.
Für Hanau beschwerlich war außerdem, daß fast alle Handelswege ins "Ausland" führten und die Einfuhren durch Zölle verteuert wurden.
Mißernten und Arbeitsplatzverluste brachte Unruhe in die noch immer von Wilhelm II. von Hessen-Kassel absolutistisch regierte Bevölkerung.
1830 im Juli kommt es in Frankreich zu Aufständen, nachdem Kg. Karl X. die Wahlergebnisse für ungültig erklärt und die Wahlgesetze und die Pressefreiheit aufhebt. 
Nach dreitägigen Straßenschlachten sieht er sich zur Abdankung genötigt. Die provisorische Regierung wählt Herzog Ludwig Philipp als Thronanwärter.
Im gleichen Jahr kommt es noch zu Aufständen in Belgien, Polen und Italien.
Die Aufstände in Brüssel zwingen die holländischen Truppen zum Rückzug und ermöglichen die Lösung vom Haus Oranien.
(Polen wird später von russischen Truppen unterworfen und wird russische Provinz. Gleichermaßen kann das Haus Habsburg die Aufstände in Italien unterdrücken.)
Vor diesem Hintergrund
findet die Kunde von der Julirevolution in Frankreich, auch in Hanau und Hessen-Kassel offene Ohren.
Bereits im September kommt es in Kassel zu schweren Unruhen, die sich auch gegen den Einfluß und die Anwesenheit der Mätresse des Kurfürsten richten.
Von Hanau reiste eine Delegation nach Kassel und forderte die Aufhebung der Zölle.
Da dies jedoch vom Kurfürsten abgelehnt wurde, kommt es am 24. September zu den Heumarkt zerstört und niedergebrannt wurden. Erst mit dem Einschreiten einer Bürgergarde kam es wieder zur Beruhigung.
1830 am 16. Oktober berief Kurfürst Wilhelm II., auch auf Drängen seiner Mätresse, der unbeliebten Gräfin von Reichenbach, den Landtag ein. Als Vertreter von Hanau, Bockenheim und Windecken nahm der Hanauer Bürgermeister Bernhard Eberhard teil.
Die Gräfin von Reichenbach sieht sich durch die Bevölkerung bedroht und reist nach Hanau. Sie wählt als Wohnsitz Schloß Philippsruh.
1830, am 19. November kam es wegen einer Brotverteuerung zu erneuten Bürgerprotesten.
Die Bürgergarde nahm 4 "Krawaller" fest und übergab sie dem Militär. Als die Gefangenen am 30. November nach Fulda gebracht werden sollten, überwältigten eine Gruppe von Bürgern die Soldaten am Nürnberger Tor, entwaffneten sie und befreiten die Gefangenen. Zur Niederschlagung des Aufstandes und dem Auftrag die befreiten Gefangenen wieder festzunehmen, rückten nun zwei Kompanien Infanterie an. Als dieselben in der Nürnberger Strasse mit Steinen beworfen werden, fallen einige Schüsse. Doch trotz der sofortigen Feuereinstellung, durch die Offiziere, die keinen Schiessbefehl gegeben hatten, waren über 30 Bürger verwundet und 3 erschossen.
1830 wird in einer Konferenz in London die Unabhängigkeit Griechenlands bestätigt.
1831
beginnt fast genauso wie das vergangene Jahr. Doch war die Kälte nicht so extrem. Am 1. Februar waren -24 Grad die tiefste Temperatur des Winters. Die Schneedecke von 30 cm Mächtigkeit begann am 4. Februar zu schmelzen.
1831 im Januar wird von den versammelten fünf Großmächten, auch die "ewige Neutralität" Belgiens, nach dem Vorbild der Schweiz verbürgt.
Leopold I. von Sachsen Coburg wird zum König von Belgien gewählt.

1831 am 8. Januar trat bereits eine, am 5. Januar beschlossene Kurhessische Verfassung in Kraft. Diese Verfassung war die fortschrittlichste von allem was in Deutschland, zur damaligen Zeit den Untertanen gewährt wurde.
Doch der Kurfürst bedauerte bald die (unter dem Druck der Straße) gemachten Zugeständnisse.
Nachdem der Landtag am 9. März geschlossen hatte, übertrug Wilhelm II. die Regierung seinem Sohn Friedrich Wilhelm von Hessen-Kassel und folgte seiner Mätresse nach Schloß Philippsruhe bei Hanau.
Dort konnte zumindest seine Mätresse am 9. März dem größten Mainhochwasser seit drei Jahrzehnten zuschauen.
Das nachfolgende Jahr war kühl und feucht. Die Temperaturen erreichten nie 30 Grad.
Mit Friedrich Wilhelm von Hessen-Kassel war nochmal eine schillernde Person an die Regierung gekommen.
Er war jener 1802 in Schloß Philippsruhe geborene Prinz, dem gleichermaßen wie seinem Vater, jede Einengung seiner Herrschaft zuwider war. Er hatte sich auch nicht gescheut sich, neben seiner Gattin, noch mit der geschiedenen Gertrude Lehmann geb. Falkenstein "zur Linken" trauen zu lassen und sie zur Gräfin Schaumburg erhob, was bei der Bevölkerung mit Befremden gesehen wurde.  

1831,
am 30. März stirbt Wilhelm von Buchenau, ohne noch etwas zur Besserung des uralten Besitzes in Kälberau tun zu können. Damit schien auch dieser Zweig erloschen. Daß erbberechtigte Schwestern noch in Königsberg lebten, nahm man bei der bayerischen Regierung nicht zur Kenntnis. Hinweise darauf hätte man dem Bittgesuch von 1825 entnehmen können. Doch jetzt kommt das Klausengut als heimgefallenes Lehen an das bayerische Königshaus.
1831 kann die Gemeinde Albstadt einem Großkrotzenburger endlich die seit 1814 anstehende Schuld von 181 fl 59 Kr. erstatten.
1831
wechselt die Stahlmühl wieder den Besitzer. Nun beginnt in Alzenau die „Papiermühle“ (aus alten Lumpen) ihre Produktion. Lumpensammler bringen alte Kleider die dann von vielen jungen Mädchen sortiert werden, wobei die Knöpfe abgeschnitten werden. Die Lumpen wurden gemahlen und gekocht. Dieser Rohstoff wurde dann zur Weiterverarbeitung mit Fuhrwerken nach Hanau transportiert. Damals fanden etwa 60 bis 70 Mädchen und noch einige Fuhrleute und Hilfskräfte eine feste Anstellung.
1831 am 29. August wird dem englischen Theologen Charles Darwin angeboten, an einer Weltreise teilzunehmen. Welche Folgen die naturkundlichen Erkenntnisse dieser Reise, für den jungen Mann und die "Weltanschauung" bringen sollten, konnte niemand ahnen.
1831 breitet sich entlang der großen Ost-Westverkehrsverbindungen die Cholera aus.
Über Danzig und Königsberg kommt sie im August nach Berlin. Und im Süden wird sie über Krakau nach Wien eingeschleppt. Das Unwissen über die Ursache und die schlechten hygienischen Verhältnisse lieferten die Menschen hilflos der Seuche aus.
1832 beginnt nicht so kalt wie die Vorjahre und ohne jeden Niederschlag. Die zweite Februarhälfte ist heiter. Mitte Mai gab es schädlichen Nachtfrost und sogar nochmal am 22. und 25. Juli gab es Nachtfrost der beim Getreide und den Kartoffeln zu Schaden führte.
1832 gründen die Republikaner in Frankreich einen "Verein für Menschenrechte"
1832 im Mai begannen für das Kurfürstentum Hessen-Kassel positive Veränderungen, nachdem Friedrich Wilhelm von Hessen-Kassel, Hans Daniel Ludwig Hassenpflug zu Minister ernannt hatte.
Am 27. Mai kommt es auf dem Hambacher Schloß, bei Neustadt an der Hardt, zu einer Massenversammlung mit radikalem Charakter.
Die Versammelten, darunter polnische und fränzösische Flüchtlinge fordern die Abschaffung von der "Tyrranei der Fürsten und der Despotie der Beamten".
Sie fordern eine föderative Vereinigung eines republikanischen Deutschlandes.
Im Juni kommt es in Hanau-Wilhelmsbad zu einer Demonstration, vergleichbar dem Hambacher Fest.
Die Forderungen auf den Versammlungen veranlassen den Kreis um den Österreichischen Kanzler Metternich ihren reaktionären Kampf zu verschärfen. Österreich und Preussen hatten als einzige Mitglieder des deutschen Bundes noch keine Verfassung.
Nun legten beide Regierungen dem Bundestag "sechs Artikel" zur Genehmigung vor.
Dieselben sahen vor:
1. Landesgesetze dürfen nicht im Widerspruch zu Bundespflichten stehen.
2. Gegen aufrührerische Landtage wird (militärische) Bundeshilfe gesandt.
3. Politische Vereine und Reden sind verboten.
4. Das Tragen von Bändern und Kokarden in den Landesfarben sind verboten.
5. Verdächtige werden polizeilich überwacht.
6. Politische Flüchtlinge werden ausgeliefert.
Die sechs Artikel werden vom Bundestag gebilligt.
In Mainz wird das Bistum für die katholische Kirche
im Großherzogtum Hessen wieder ins Leben gerufen.
1832 (- 1840) ist Johann Hain Lehrer in Großwelzheim.
Nach einem schönen Herbst kam es am 10. Oktober zu einer sehr kalten Nacht.
1832 begann ab der zweiten Januarwoche ein Kälteeinbruch der die Flüsse gefrieren ließ.
Am 3. Februar setzte Tauwetter ein und das Eis brach.
1833 am 3. April kommt es in Frankfurt zum sogenannten (Zoll-)Wachensturm.
Dieses Aufbegehren gegen die durch die vielen Zölle und Abgaben überhöhten Preise scheiterte und führte bei den führenden Köpfen zu dem Gedanken, nach Nordamerika auszuwandern und dort einen Idealstaat zu gründen. Es kommt zur Gründung der "Gießener Auswanderungsgesellschaft".
Nach dem Vorbild von Preußen, das schon 1818 die Binnenzölle aufgehoben hatte, kommt es zur Gründung des Deutschen Zollvereins. Der darauf folgende verstärkte Warenverkehr, nötigt auch zur Verbesserung der Strassenverhältnisse.
Dies war vermutlich der Anlaß, daß in Alzenau die von Kälberau kommende Strasse, ab dem Einmündungsbereich der Vockebach ( jetzt Beginn der Strasse zum Oberwald ) bis zur Einfahrt zu den Mühlenbetrieben ( jetzt Strasse am Burgsteg ) mit einer Granitsteinpflasterung gefestigt wurde. Die Ableitung des südlich laufenden Baches zur Kahl blieb noch längere Zeit offen. Eine weitere Pflasterung wurde im Bereich von der Pfarrkirche zur Kahlbrücke ( jetzt „Kaiser-Ruprecht Strasse ) notwendig, da dieser Bereich keinen festen Untergrund hatte.   

Der Mai war schon hochsommerlich warm. Nach einem kühlen August kommt es noch zu einem trockenen und sonnigen Herbst.
1833 wurde die jüdische Gemeinde in Alzenau von behördlicherseite aufgefordert, zur Verbesserung des Religionsunterichtes einen Lehrer einzustellen. In Ermangelung der finanziellen Mittel verzögerte sich diese Aufgabe noch 15 Jahre. ( Peter Körner: Skizzen zur Geschichte der Juden ... 
1833/34 verlief der Jahreswechsel ohne Winter. Doch tobten im Dezember und Januar heftige Südweststürme über unsere Heimat. In der zweiten Januarhälfte war schon alles grün und die Bäume standen in Blüte. Vereinzelt begannen die Vögel schon mit dem Nestbau.
1833/34 schließen sich der bayerisch-württembergische und der preußisch-hessische Zollverein zusammen. Nun werden auch die letzten Zollschranken wieder abgebaut.
Damit verlieren zwar die Zöllner ihre kleinen Nebenverdienste, aber der Handel geht leichter und mit mehr Gewinn.
1834 im April fiel nochmal Schnee. Der nachfolgende Sommer führte zu einer Dürrekatastrophe. Nur noch wenige Quellen führte Wasser. An wasserführenden Brunnen standen die Leute an und pumpten selbst bei Nacht um das nötigste Wasser für sich und das Vieh zu bekommen. Viel Vieh mußte notgeschlachtet werden. Das massenhafte Auftreten von Mäusen schmälerte die karge Ernte. Doch die Reben brachten wieder einen ungewöhnlich guten Wein.
1834 kommt es unter der Führung von Pfarrer Friedrich Münch aus Homberg und Rechtsanwalt Paul Follen zur Auswanderung von 500 Mann, mit dem Ziel der Errichtung eines deutschen, christlichen und politischen Idealstaates auf amerikanischem Boden.
Karl Follen, der Bruder von Paul Follen war bereits zehn Jahre zuvor ausgewandert. (Mitteilung von H. Dr. Pfeiffer) Der Plan scheitert jedoch an den Gegebenheiten in Amerika.
Doch kam damit eine Auswanderungsbewegung in Gang, die auch in unsrer Heimat von vielen als Möglichkeit für eine bessere Zukunft gesehen wurde. 
(Bei den Instandsetzungsmaßnahmen auf dem Anwesen Große Wiese 3 in Gunzenbach, fand der Verfasser noch einen Brief von einem Auswanderer aus Gunzenbach. Derselbe wurde dem damaligen Archivar, H. Dr. Jung in Mömbris übergeben.)
1835 begann fast genau so mild wie das Vorjahr. Nur wenig Schnee und kaum Frost. Auch der Sommer war wieder viel zu trocken. Die Kartoffel- und Getreideerträge waren schlecht, doch der Wein übertraf noch den vom Vorjahr.
1835
übernimmt die verwitwete Agnes Happel nach dem Tod ihres Gatten die Leitung der Apotheke in Alzenau.
1835 beendet Georg von Wrede sein Erdendasein in Wasserlos. Seine letzte Ruhe findet er auf dem Friedhof auf dem Berg Welmisheim oberhalb Alzenau. ( R. Holzapfel in „Spessart“, 4 1986, S. 13)
1835 beginnt die erste Eisenbahn auf dem europäischen Kontinent ihren Betrieb zwischen Brüssel und Mecheln.
Am 3. September gab es schon ersten Bodenfrost. Am 8. November meldete sich schon der Winter mit Dauerfrost. Die Nachttemperatur sank am 15. bis -19 Grad.
1835 ab 7. Dezember fährt die erste deutsche Eisenbahn von Nürnberg nach Fürth.
Zu dieser Zeit hat sich die Eisenerzeugung schon um 1/3 erhöht und regional zur Entwicklung von großen Industrieben geführt. 
1835 (- 1848) kommt in Österreich Kaiser Ferdinand I. auf den Thron.
In Indien wird Englisch als Amtssprache eingeführt.
1836 setzte sich das winterliche Wetter noch bis zum 12. Januar fort. Doch dann "brach das Eis" im wörtlichen Sinne. Auf dem Main hielt ein schweres Eistreiben über zwei Tage an. Im Mai gab es wieder Frostschaden und nun begann erneut ein trockener und warmer Sommer. Am 10. September setzt mit einem viertägigen Dauerregen eine Abkühlung ein. Die Sommerhitze hatte erneut einen guten Wein heranreifen lassen.
Am 18. Oktober gab es am Abend wieder ein rotes Nordlicht zu sehen. Am 30. Oktober begann drei Tage anhltender Schneefall und Dauerfrost.
1836 am 9. Mai wird in Hörstein ein Pankrat Nimbler (Urgroßvater d. V.) geboren. Er ist der Sohn Paul Nimbler und Eva Braun. Die Eltern sind noch nicht vermählt, da sie noch keinen "eigenen Rauch" ( eigenen Hausstand) haben.
1836 tritt Otto von Bismark, 21-jährig nach Abschluß eines Jurastudiums eine Referendarstelle in der preussischen Rheinprovinz an. Die Verlockungen in Aachen bringen ihn schon bald zu einem Berg von Schulden, die ihn noch einige Zeit belasten sollten.
1836/37 tritt die Cholera erneut auf.
1837 beginnt mit viel Schnee. Doch am 7. Januar setzt Tauwetter ein und der Februar wird sehr mild. Am Abend des 18. ist für mehrere Stunden wieder ein Nordlicht zu sehen.
Der Frühling wurde sehr kühl. Vom 20. bis 24. März fiel nochmal Schnee der in höheren Lagen liegen blieb. Am 25. März wurden nachts -11 Grad gemessen. Der 6. April brachte erneut Schneefall, der sich über die zwei nachfolgenden Tage fortsetzte. Rauher Nordwind ließ die Tagestemperaturen nicht über die Frostgrenze ansteigen. Am 10. April sank die Temperatur in der Nacht nochmal auf -10 Grad. Nach der Scneeschmelze folgte der Mai mit Dauerregen. Erst im letzten Drittel des Monats kam es zur leichten Wetterberuhigung.
Das massenhafte Auftreten von Maulwürfen in den Ackerfluren und Gärten belastet derart, daß der als Maulwurffänger bekannte Lorenz Weber aus Kälberau von der Gemeinde Großwelzheim für den Lohn von 20 Gulden den Auftrag erhielt die Plage zu beenden.
Der Maulwurfsfang geht im Frühjahr bis zum 15. Mai und muß nach der Heuernte fortgesetzt werden. Im Juni begann nochmal für einige Tage starker Regen, doch dann kam es endlich zu einer Erwärmung.
Am 28. Juli konnte schon das zweite Nordlicht am Abend bewundert werden.
Der 11. August war mit 30 Grad der wärmste Tag des Jahres. An diesem Tag ging ein starkes Gewitter über Albstadt und Umgebung nieder. Seit der zweiten Julihälfte traten häufig Gewitter auf.
1837
entläßt Friedrich Wilhelm von Hessen-Kassel seinen Minister Hassenpflug.
Der Hauptgrund war der Abbau vieler Privilegien der Stände.
1837 wird im Interesse der Erleichterung von Handel und Warenverkehr in München, im Einvernehmen mit benachbarten Staaten eine Korrektur  des Guldenfußes vorgenommen.
Ab dem 25. August wurde die deutsche Mark (233,855 Gramm) auf 24 ½ Gulden aufgeteilt. Neben den Gulden wurden noch halbe Gulden, 6- und 3Kreuzermünzen geprägt.
1837 (- 1901) wird Viktoria, 18jährig zur Königin von Großbritanien gewählt.
Mit ihrem Regierungsantritt wird die unter ihrem Vater noch bestehende Personalunion mit Honnover aufgelöst, da hier nach salischem Recht nur männliche Erben folgen können.
Ernst August (1837-1851), der Bruder des verstorbenen Wilhelm II. von England wird König in Hannover.
In Preußen werden die freiheitlichen Bestrebungen in den Provinzen in verstärktem Maße unterdrückt. Es werden willkürlich Steuern gefordert, unabhängig von der Leistungsfähigkeit der Betroffenen.
1837 kommt es in Hanau zur Neugründung einer Hanauer Turngemeinde. Erster Vorsitzender ist Christian A. Lautenschläger.
In Spanien beginnt, nach dem Tod von Kg. Ferdinand VII. ein Bürgerkrieg zwischen den Anhängern seines Bruders Don Carlos und den Getreuen der Regentin Maria Christina, der Witwe Ferdinands, die ihre noch minderjährige Tochter Isabella von Spanien vertritt.
Am 12. November können die Bewohner unsrer Heimat schon das dritte Nordlicht in einem Jahr bewundern. Anzumerken ist hierzu, daß abergläubige Menschen in dieser Naturerscheinung immer ein Vorzeichen für irgendwelches Unheil sahen.
1837/38 brachte die Jahreswende einen extremen Winter. Die Temperaturen sanken mehrfach bis -28 Grad. Die Kälte brachte viel Vögel und auch manchen Menschen den Tod  durch erfrieren. Ende Februar brach das Eis auf den Flüssen. Doch die Kälte dauerte, wenn auch vermindert, mit häufigen Schneefällen noch bis zum 20. April.
In Hörstein vermählten sich am 26. Februar Paul Nimbler mit Eva Braun.
1838 erhalten Peter und Johann Reisert die Ablösung des Erbleihebestandes für die Hasenmühle, die sie 22 Jahre zuvor beantragt hatten.
Am 13. Oktober kam schon der erste Frost und vereinzelt fielen schon Schneeflocken. 
1838 quittiert Otto von Bismark seine Dienst in Aachen und zieht sich auf sein Gut Schönhausen zurück. Durch Verbesserung der Erträge auf den elterlichen Gütern gelingt es ihm schuldenfrei zu werden.
1839 beginnt mit sehr viel Schnee. Am 21. Februar wird ein schönes Nordlicht sichtbar. Ende Februar beginnt lang anhltender Regen, doch bleibt es kühl. In der ersten Aprilhälfte kommt es noch jede Nacht zu Frost. Die Tagestemperaturen gehen kaum über 3 Grad.
1839
wurde in Albstadt von einem Tierarzt eine Untersuchung auf Maul- und Klauenseuche durchgeführt.

1839 fordert die Chartistenbewegung in England allgemeines, gleiches und geheimes Wahlrecht.
In Afghanistan versucht England seine Einflußsphäre auszudehnen.
In der Türkei übernimmt Sultan Abdul Medschid I. die Regierung.
Er beginnt einen Krieg gegen Ägypten, das von Frankreich unterstützt wird. 
1839 wird am 10. August in Alzenau auf Betreiben der bayerischen Regierung die Distriktsparkasse zur Sicherung vor Not gegründet. Zugangsberechtigt waren Minderjährige, Dienstboten, Lehrlinge, Handwerksgesellen, Taglöhner, Fabrikarbeiter und Soldaten bis zum Rang eines Unteroffiziers.
1839 am 30. September verstirbt Johannes von Menz im Wasserloser Schloss.
Ein repräsentativer Grabstein kennzeichnete noch bis in die sechziger Jahre seine Grablege auf dem alten Friedhof in Alzenau.
1839 hat die jüdische Gemeinde in Hörstein Probleme mit der Mikwe. Sie bedarf einer gründlichen Instandsetzung. Das von Dr. Ullrich aus Schöllkrippen erstellte Gutachten gibt eine gute Beschreibung des Badehauses. Es stand in der Enggasse und bekam sein Wasser über eine lange Zuleitung von einer Quelle im Keller des Hauses Heinrich Brehm. Bemerkenswert ist dabei, dass Dr. Ullrich in dem Wasser einen leichten Kohlesäureanteil feststellt.
Das Wasser wird als sehr gut bezeichnet. Man kann rückblickend feststellen, dass die weiblichen Mitglieder der jüdischen Gemeinde offensichtlich in Mineralwasser badeten.
Dies verhinderte jedoch nicht, dass die Wassertemperatur dem Wohlbefinden der Damen nicht zuträglich war. Zumal einige Fensterscheiben eingeworfen waren und selbst unter Beimischung von heißem Wasser, aus einem dem Erhitzen von Wasser im Nebenraum befindlichen Heizkessel, die Temperatur kaum 16 Grad erreichte.
Nach Feststellung von Dr. Ullrich wären höhere Wassertemperaturen erforderlich, um den Frauen die Angst vor dem rituellen Bad zu nehmen und auch die häufigen Folgeerkrankungen zu verhindern.
Hier zeigt sich ein Problem, wie es einst Karl der Große mit der Uhrzeit hatte, die er vom Mittelmeerraum auf unsere Heimat übertragen wollte. Auch bei der aus dem Gebiet am östlichen Mittelmeer stammenden jüdischen Bevölkerung gab es in ihrem Ursprungsland keine Probleme mit der Wassertemperatur. Wo selbst in heutiger Zeit im Winter vereinzelter Schneefall wie ein Wunder bestaunt wird, da war ein erfrischendes Bad angenehm.
Doch in unseren wesentlich nördlicheren Gebieten, wo die Wassertemperatur im Winter bis zum Gefrierpunkt und die Umgebungstemperatur bis weit in die Minusbereiche absinken, da waren derartige Vorgaben nicht ohne Gefahr für Leib und Leben umzusetzen.
Die notwendige Instandsetzung der Mikwe in Hörstein sollte sich jedoch noch über drei Jahre hinziehen. Die Lasten wurden von den 26 jüdischen Gemeindemitgliedern erbracht.
1839 werden in Preussen die ersten Arbeitsschutzbestimmungen erlassen.
1. Es wird verboten Kinder unter 9 Jahren mit regelmäßigen Arbeiten in Fabriken, Berg- und Hüttenwerken zu beschäftigen.
2. Die Arbeitszeit der noch nicht 16jährigen darf 10 Stunden nicht überschreiten.
3. Nacht-, Sonn- und Feiertagsarbeit wird für Jugendliche verboten.
Diese Bestimmungen betreffen jedoch nicht den Handel, das Gewerbe und die Landwirtschaft.
Das Jahr 1839 endete sehr mild. An Weihnachten sah man die Mücken tanzen und die Bauern begannen nach den Feiertagen die Felder zu bestellen. Das milde Wetter bestimmte auch noch den Jahreswechsel.
1840 vom 11. bis zum 16. Januar herrschte Frost. Danach folgten acht sehr milde Tage, die jedoch mit Südweststürmen und heftigen Gewittern das Leben erschwerten.

1840 übernimmt Friedrich Wilhelm IV. den preussischen Thron.
1840 Königin Viktoria von Großbritanien vermählt sich mit Albert, Prinz von Sachsen-Coburg und Gotha.
In derTürkisch-Ägyptischen Auseinandersetzung nehmen England, Russland, Preussen und Österreich Partei für die Türkei.
In China beginnt der sogenannte Opiumkrieg gegen englische Handelsunternehmen.
Die Chinesen weigern sich das in Indien erzeugte Rauschgift anzunehmen und gehen soweit ganze Schiffsladungen zu verbrennen. Die Handelsunternehmen verlangen von der englischen Regierung militärische Unterstützung (die natürlich gewährt wird).
Durch diese militärischen Eingriffe in China, wird Karl Marx, als junger Journalist angeregt sich über die Lebensbedingungen in dem Riesenreich, mit seiner Jahrtausende alten Kultur näher zu informieren. Diese Erkenntnisse über ein Volk das seine Probleme immer nur im Verbund mit der Sippe zu lösen trachtete. In dem die "Selbstverwirklichung" des Einzelnen unbekannt war, vor den Kräften einer übermächtiger Natur, der man nur unter ständiger Überwachung und Verbesserung, kunstvoll terrassierter Hanglagen und Bewässerungsanlagen die für Alle notwendigen Ernteerträge abgewinnen konnte. Diese Erkenntnisse werden später die Grundlage für das Kommunistische Manifest. Doch sollte dies noch einige Zeit dauern.
Die Schweiz führt die demokratische Verfassung ein. Es kommt zur Gründung von Arbeiter- und Handwerkervereinen. Der markanteste ist der "Bund der Gerechten".

1840 (- 1846) ist Nikolaus Wagenhäuser Lehrer in Großwelzheim.
1840 beginnt aufgrund zunehmender Verarmung und schlechter Ernteerträge auch in unsrer Heimat eine Welle von Notverkäufen bäuerlicher Anwesen, meist mit dem Ziel auszuwandern und sich in Amerika eine neue Existens aufzubauen. Beispielhaft ist auf die Versteigerung der Doppelmühle des Adam Reusing in Michelbach am 27. Mai 1840 hingewiesen.
Oder der Entschluß des Bürgermeisters Reising von Hörstein, nach Amerika auszuwandern. (Diel in UK 2005 S. 83 ff)

1840 erkennt Michael Faraday die Grundprinzipien eines Elektromotors und des elektrischen Stromes
1840 am 20. Mai legt das Dampfschiff Clementine von Bremen ab in Richtung Amerika.
An Bord sind 168 Kahlgründer, die durch Not und Bedrückung durch die Obrigkeit zum Verlassen der alten Heimat gezwungen sind.
Allein von der kleinen Gemeinde Gunzenbach waren damals 12 Personen dabei.
Der Sommer ist sehr kühl. nur am 2. September stieg die Temperatur einmal auf 29,8Grad.
1840
am 25. August, zehn Jahre nachdem das Klausengut an das Königshaus gefallen war, kommt König Ludwig I. von Bayern, an seinem 54. Geburtstag, nach einem Ausflug von Aschaffenburg zum Hahnenkamm, durch Kälberau und weder er, noch seine Hofgesellschaft bekommen jemals Kunde von all dem, was sich hier im Laufe der Jahrhunderte zugetragen hat.
Der König wurde begleitet von Königin Therese, Kronprinz Maximilian, der Großherzogin von Hessen, der Prinzessin Adelgunde und der Prinzessin Paula von Württemberg.
Damals konnte man (angeblich) vom Hahnenkamm in neun souveräne Staaten blicken: Bayern, Baden, Hessen-Darmstadt, Kurhessen, Hessen-Nassau, Hessen-Homburg, Frankfurt, die Grenzgebiete Frankreichs und die preußische Rheinprovinz.
Auf dem Rückweg nach Aschaffenburg legte er in Wasserlos bei Frau von Menz eine Rast ein.
Ob die Prinzessin Paula von Württemberg ahnte, dass das Schloss, in dem sie rasteten von einem Verwanden, Ludwig Eugen von Württemberg erbaut worden war ist fraglich, doch dürfte dies ihren Aufenthalt kaum beeinträchtigt haben.
Zu dieser Zeit ist Ludwigs Plan für das "Pompejanum" schon soweit fortgeschritten, daß noch im Herbst das Grundstück erworben wird.
1840 veröffentlicht Justus Liebig aus Darmstadt, unter dem Titel „Agrikulturchemie“ grundlegende Erkenntnisse über die Erträge in der Landwirtschaft in Verbindung mit der Bodenbeschaffenheit. Er regt die mineralische Düngung an. Seine Anregungen bringen jedoch erst zwei Jahrzehnte später den Aufschwung in Landwirtschaft. Seine Erkenntnisse können die Armut der Landbevölkerung und die Auswanderung nicht mehr verhindern. Besonders drastisch war die "Vermietung" junger Mädchen an Bordelle in England und Amerika, wie es aus dem hessischen Nachbarraum überliefert ist.  
1840 gab es in Michelbach 150 Wohnhäuser die von rund 750 Personen bewohnt waren. Daraus ergibt sich eine Familiengröße von durchschnittlich fünf Personen je Haus.
Dies ist das gleiche Verhältnis wie es die Visitationsberichte von 1783 ergaben.
(Mit diesem Verhältnis, wie es sich später noch zeigt, hebt sich der vordere Kahlgrund deutlich von den Angaben ab, die Monika Ebert in ihrer Veröffentlichung „Das Medizinalwesen in Aschaffenburg und Umgebung“ für diese Zeit macht. Sie kommt auf durchschnittlich drei Kahlgründer in einem Zimmer.)
1840 beginnt man in Alzenau mit der Pflasterung der Strassen ( älteste Strassenbauakte im Stadtarchiv. Signatur A 714 )

1840 bis 1841 hat Adam Oehninger die Leitung der Apotheke in Alzenau.
Vermutlich ein Bruder oder Neffe von Agnes Happel.
1840/41 ist der Jahreswechsel kalt und schneereich. Bereits Mitte Dezember wurde Mittagstemperaturen von -12 Grad gemessen. In der nachfolgenden Zeit häuften sich 50 cm Schnee an. Am 20. Januar führte ein Temperaturanstieg zu Tauwetter mit den üblichen Hochwässern. Eine zweite Kältewelle Anfang Februar brachte nochmal Schnee und mit -20 Grad Nachttemperatur, Eisbildung auf den Flüssen. Der Frühling war außergewöhnlich mild. Ende April erreichten die Tagestemperaturen schon 27 Grad und im Mai sogar mehrfach 30 Grad.
Am 28. Juli wird ganz Deutschland von einem Orkan überzogen, der viel Schaden anrichtet. Ein Blitzschlag zertrümmerte am Morgen des 1. September die Turmspitze der Kapelle in Schöllkrippen. die Gesteinsbrocken beschädigen das Dach der Kapelle und die Dächer mehrerer Häuser.
1841
übernimmt Johann Andreas Friedrich Ungelenk die Apotheke.
1841
verstirbt Frau von Menz in Wasserlos.
1841 wird die erste Lokomotive in Deutschland gebaut.
In Aschaffenburg wird mit dem Bau des "Pompejanums begonnen". Die Bauleitung hat Friedrich Gärtner.
1841 wird die kurhessische Armee, nach preußischem Vorbild mit Perkussiongewehren ausgerüstet. Der Feuerstein als Funkengeber wird durch ein mit Knallquecksilber gefülltes Zündhütchen ersetzt. Diese Modernisierung verkürzt die Ladezeit, gegenüber den noch üblichen Vorderladerwaffen erheblich und macht den Gebrauch auch bei Regen möglich.
1841 übernimmt August Schrättner die Führung der Hanauer Turngemeinde. August Schrättner sieht, wie auch die übrigen Vorstandsmitglieder, Veranlassung für eine breiteres Angebot an die Mitglieder. So ergänzt er den Bereich der turnerischen Übungen noch mit Fechten. Und außerdem noch Chorgesang und den Aufbau einer Feuerwehr.
1841 wird in Würzburg die Maindampfschiffahrtsgesellschaft gegründet. Die Absicht war  eine kostengünstige Verkehrsverbindung von Würzburg bis Mainz herzustellen. An den erforderlichen Kosten beteiligten sich auch Hanauer Kaufleute mit 20.000 Gulden.
Der Gründung war ein aufsehenerregendes Schauspiel vorausgegangen.
Am 9. Dezember begann in Mainz der Raddampfer "Jeanne d' Arc", der Firma Gache in Nantes seine Fahrt stromaufwärts. Mit einer großen Zahl geladener Gäste fuhr er bis nach Bamberg und war am 16. Dezember wieder in Mainz. Für die Fahrt war dieser späte Termin bewußt gewählt, da zu dieser Zeit mit genügend "Wasser unterm Kiel" zu rechnen war. 
1842 beginnt mit einem kalten Januar mit Dauerfrost, auch am Tag.
1842 im Februar konzessioniert König Ludwig von Bayern und im Mai der Kurfürst Friedrich Wilhelm von Hessen-Kassel die Dampfschiffahrtsgesellschaft. 
Ende März bringen anhaltende Regenfälle Hochwässer. Doch der nachfolgende Frühling und Sommer waren fast ganz ohne Regen. Dies war besonders unangenehm für das Projekt der Maindampfschiffahrt.
1842, am 25. Mai wird in Michelbach Peter Kempf, als Sohn der Eheleute Jokob Kempf und Trude Maria, geb. Herr geboren (Urgroßvater d. V.).
Nach einer relativ kurzen Bauzeit liefern die Fa. Cochot in Paris und die Fa. Cockerill in Seraing (Belgien) je einen, ganz aus Stahl gefertigten Raddampfer.
1842 am 4. Juni fuhren die beiden Dampfschiffe erstmals Main-aufwärts und wurden überall mit Begeisterung begrüßt und bestaunt.
Trotz aller Begeisterung mit der am 19. Juni ein Liniendienst der Dampfschiffe zwischen Würzburg, Aschaffenburg bis Frankfurt und die zweite Linie von Aschaffenburg, Hanau,Frankfurt nach Mainz aufgenommen wurde, stand das Projekt unter einem schlechten Stern. Schon die erste Fahrt der "Ludwig" von Würzburg nach Frankfurt, am 20. Juni konnte wegen Niedrigwasser ihren Fahrplan nicht einhalten. Hier ist einzufügen, daß der Main bei Frankfurt normal einen Pegelstand von 1,70 Meter hat. Auch die vorgesehenen Lokalfahrten mit dem zweiten Dampfer "Verein", zwischen Aschaffenburg, Hanau, Offenbach, Frankfurt mußten schon wenige Tage nach der Eröffnung, Ende Juni wieder eingestellt werden. Obwohl die Schiffe extrem flachgängig, mit nur knapp 0,50 Meter Tiefgang gebaut waren, hatten sie den Nachteil, daß sie mit ihren Schaufelrädern nicht über die ständig wechselnden Sandbänke kamen, im Gegensatz zu den früher von Pferden gezogenen Markt- und Frachtschiffen. Doch selbst diese Transportmöglichkeit mußte im August wegen Niedrigwasser eingestellt werden. Trotz aller Anfangsschwierigkeiten betrieb man die Dampfschiffahrt 16 Jahre.  
1842, am 2. August wird in Hemsbach Margarete Schönborn, als Tochter der Eheleute Johann Schönborn und Margarethe, geb. Simon geboren (Urgroßmutter d. V.).
1842 In China muß sich das Kaiserhaus dem britischen Friedensdiktat zum Abschluß des Opiumkrieges beugen. China muß in Indien produziertes Opium, gegen landwirtschaftliche Güter eintauschen.
1842 ist in der Hörsteiner Mikwe die „Hauptreparatur“ abgeschlossen und die jüdische Gemeinde berät über eine Benutzungsordnung. Wesentlicher Punkt ist, dass die einheimischen Frauen das Bad kostenlos, auswärtige dagegen nur gegen Gebühr das Bad nutzen dürfen.
1842 am 31. Oktober beschreibt ein unbekannter Verfasser sehr präzise die Verhältnisse des Schlossgutes und des Dorfes Wasserlos. In etwas gekürzter Form sind es folgende Feststellungen:
1. Das Schlossgut besteht aus etwa 3 Hofreiten, versehen mit  einem geräumigen Herrschaftshause, das Schloss genannt, zu zwei Flügeln und drei Etagen hoch.
Einem abgesonderten sehr geräumigen Ökonomiehause und allen erforderlichen Wirtschafts- und Ökonomiegebäuden, sämtlich in gutem Zustande und sieben gewölbte Kellerwerke
2. Cirka 18 Morgen schöne und fruchtbare Gärten, teils (mit) holländischen, teils englischen Anlagen, mit anstoßenden kleinen Boskets und mit den feinsten französischen Obstarten reichlich bepflanzt. Ein geschmackvoll erbauter Belvedere (Pavillon) mit einer Aussicht...mit einem Gesichtskreis von 50 Meilen.
Gärten und Hofreiten sind mit dem frischesten Brunnenwasser in mehreren Leitungen und Fontainen, zwei Fischweihern, auch Pumpen versehen.
Auch eine Kapelle in welcher zeitlich Gottesdienste stattfinden.
3.  Eine oberschlächtige Mühle.
4.  Etwa 22 Morgen Weinberge, allerbeste Lage.
5.  Etwa 66 Morgen Wiesen, dreischürig, wässerbar.
6.
  410 Morgen Ackerland in 5 bis 6 zusammenhängenden Lagen.
7.
 Etwa 45 Morgen Kiefernwald.
8.
 Schäfereigerechtigkeit auf 500 Stück
9.
  Jagdgerechtigkeit auf den Markungen Michelbach, Alzenau, Kälberau, Wasserlos, und zum Teil Kahl und Hörstein links der Kahl ausschließlich. (ehemals Freigericht)
10.
  Grundzins und Gülden auf Häuser und Grundstücken zu Wasserlos, Kälberau, Hörstein, Somborn und Horbach.
11.
  Einen Torfbruch von der Gemeinde Großwelzheim.
Zum Umfeld bemerkt der unbekannte Schreiber: Luft und Wasser sind sehr gesund, die Sterblichkeit in der ganzen Gegend auffallend gering. Die ganze Lage in physischer Beziehung höchst angenehm und reizvoll, wie in weiter Runde wohl nicht eine.
Der Wohlstand der Ortsnachbarn - der Ort Wasserlos begrenzt den Hof an der Nordseite – ist verteilt; die Gemeinde als solche selbst vermögend, daher im Stande alle Communalbedürfnisse aus ihren Gemeindemitteln ohne besondere Gemeindeumlagen zu bestreiten; Bettler sind nicht im Dorf.
Weiterhin spricht er sich lobend über die Bevölkerung aus und die Nähe zu den jeweiligen Nachbarstädten und ganz besonders zu dem nur ¾ stündig entfernten Mainstrom, der nun mit Dampfschiffen befahren wird, und der Post (station).
1842/43
war wieder ein harter Winter. Auch der nachfolgende Sommer war schlecht und brachte nur eine dürftige Ernte.
1843 wird die Zuständigkeit für medizinische Versorgung in Deutschland einheitlich auf geschulte Ärzte übertragen. Das Wirken der Bader wird eingeschränkt und auf den ursprünglichen Aufgabenbereich der Haarpflege reduziert.
1843 sehen sich auf Druck der Regierung, auch die "Inspirierten" auf der Ronneburg zum Auswandern nach Amerika gezwungen.
1843
übernimmt kurzzeitig Georg Franz Riegel die Leitung der Apotheke in Alzenau.
Noch im gleichen Jahr übernimmt August Schmittborn die Apotheke. (Er eröffnet 1846 noch eine Filiale in Schöllkrippen.) 
1843 werden die Gebäude des Kälberauer Gutes mit einem Aufwand von 8.000 Gulden wieder instand gesetzt. Im einzelnen waren es nachfolgend:
Das zweigeschossige Wohnhaus (jetzt Palottinerkloster).
Ein an das Wohnhaus angebautes Kelterhaus, ein Backhaus und ein Waschhaus.
Eine große Scheuer, daran anstoßend Stallungen für Pferde und Rindvieh.
Und noch Schweinestallungen.
Alle aufgeführten Gebäude waren als massive Steinbauten errichtet.
1843, am 10. Juni, wird nach Fertigstellung des Rohbaues der Grundstein für das Pompejanum in Aschaffenburg gelegt. Die nachfolgende Fertigstellung nimmt noch sieben Jahre in Anspruch.
1843(-1868) übernimmt Isabella II. von Spanien die Regierung.

1844 war der Februar sehr schneereich. In der Rhön türmte sich der Schnee auf mehr als 2 Meter und am Vogelsberg auf bis zu 4 Meter. Um zu höher gelegenen Ortschaften zu kommen mußten Tunnel gegraben werden. Vom 27. Februar bis zum 9. März schmilzt der Schnee ab und führt zu Überschwemmungen. Nach einem hochsommerlich warmen April, begann ein kühler und feuchter Sommer und die Tagestemperatur kam nur wenige mal über 25 Grad.
1844 werden die Folgen der  in Bayern sehr streng ausgeübten Einschränkungen der Verehelichung, in einem Schreiben der Bürgermeister des Landgerichtes Rotenbuch im Spessart deutlich. In einer Eingabe an die Regierung heißt es wörtlich: „Das Geist und Körper zerstörende Laster der Unzucht vermehrt sich alenthalben auf eine beängstigende Weise. Eine einzige Gemeinde hat in ein- und derselben Anzeige 60 Konkubinate zur Kenntnis gebracht. Die Gemeinden wimmeln von unehelichen Kindern und siechen Menschen“. (Quelle: Schmittner in „Abschreckende Beispiele sexueller Immoralität“) 
1844 vermählt sich Adam Neumann mit Elisabeth Wilz aus Kälberau.
1845 wurde nach einem relativ normalen Winteranfang, zu einem Katastrophenjahr.
Zu Beginn des Monates Februar setzten starker Schneefall und Kälte ein. An mehreren Tagen blieb die Tagestemperatur bei -10 Grad und nachts sank sie auf -25 Grad. Die starke Schneedecke verhinderte vielen Tieren den Zugang zur Nahrung. Dies hatte zur Folge, daß viel Pflanzenfresser und auch Vögel verhungerten. Da durch den Frost auch Nahrungsmittelvorräte in den Kellern erfroren, kam es zur Hungersnot. Viele Menschen gruben erfrorene Tiere aus dem Schnee und verzehrten sie. Mitte März war der Rhein bei Mannheim so dick gefroren, daß Wagen mit 2 Tonnen Ladung drüber fuhren. Als es am 23. März ( Ostersonntag ) zu einem starken Temperaturanstieg kam, lag der Schnee im Kahlgrund noch 50 cm hoch. Anhaltender Regen ließ den Schnee rasch tauen, was nachfolgend zum größten Hochwasser seit 1342 führte. In Aschaffenburg wurde eine Höhe von 7,74 Meter gemessen. Alle Gebäude in Ufernähe wurden von den Fluten eingeschlossen und nun verloren wieder Menschen ihr Leben durch die Fluten. Manche wurden erst Wochen später nach dem langsamen Rückgang des Wassers gefunden. Der Frühling begann sehr spät. Und Anfang Juni fiel nochmal starker Regen der zu Hochwasser führte, da der Boden kaum noch Feuchtigkeit aufnehmen konnte. Im Juli herrschte zeitweis große Hitze, doch im August setzte erneut Regen ein und am 7. September kam es schon zum ersten Bodenfrost. (Kehrer/Nees) 
1845 kann Kg. Ludwig I. den „Ludwig-Donau-Main-Kanal“ eröffnen.
1845 wird das Kälberauer Klausengut im Auftrag der Regierung versteigert.
Der Aschaffenburger Schul- und Studienfonds erwirbt es für 16.600 Gulden.
Die bisher damit verbundene Kirche wird ausgegliedert und großzügig an die politische Gemeinde geschenkt.
Zu dem Gut gehörten damals noch gut 40 ½ Morgen Ackerland, 20 ¼ Morgen Wiesen und 3 ¼ Morgen Weinberge.
Die landwirtschaftlichen Flächen werden sofort nach dem Verkauf an Landwirte von Kälberau und Michelbach verpachtet.
Der Gutshof wird der Verwaltung von Wendelin Englert übertragen.
1845 wird auch das Schlossgut in Wasserlos, das seit 1842 zum Verkauf stand, von  Ludovica des Bordes erworben. 58-jährig sah sie darin einen standesgemäßen Altersruhesitz. Sie war eine geborene von Brentano und hatte 1805, 18jährig den Frankfurter Bankherrn Carl Jordis geheiratet. Carl Jordis wurde Hofbankier des Königs Jerome von Westfalen
Nach der Napoleonischen Epoche ging Ludovika mit ihrem Mann nach Paris. 1827 ließ sie sich scheiden und heiratete Baron Richard Rozier des Bordes. Nach seinem Tod 1831 kehrte sie nach Deutschland zurück und nahm Wohnsitz in Rödelheim bei Frankfurt.
Da sie keine Kinder hatte, adoptierte sie 1838 ein Mädchen, das sie von Frankreich mitgebracht hatte. Ihre Adoptivtochter verehelichte sich mit Graf Moritz von Bentheim Tecklenburg. Aus dieser Ehe gingen drei Kinder hervor.
1845 König Christian VIII. von Dänemark erklärt die staatliche Zugehörigkeit des Herzogtums Schleswig zu Dänemark
1846 begann mit anhaltendem Regen und sehr mild. Nur an wenigen Tagen kam es zu Nachtfrost. Ende Februar stieg die Temperatur auf 15 Grad. Anfang März waren es schon 20 Grad und die Pflaumenbäume standen schon in Blüte. Der nachfolgende Sommer war sehr warm.
Am 29. Juli, abends um 21.34 Uhr schreckten zwei starke Erdstöße die Leute aus den Häusern. Das Vieh in den Ställen wurde unruhig und sogar die Vögel flogen kurzzeitig auf. In manchen Häusern soll sich Putz von den Wänden gelöst haben und lockere Dachpfannen rutschten von den Dächern. Doch ernsthafte Schäden traten nicht auf.
In Elberfeld gründet Adolf Kolping den "Rheinischen Gesellenbund".
Aus dem "Bund der Gerechten", der sich in Frankreich und der Schweiz gebildet hatte, entwickelt sich in Deutschland der "Bund der Kommunisten".
Um diesen Strömungen entgegenzuwirken, werden die Gesellenwanderungen ins Ausland verboten. Trotzdem kommt es auch in Deutschland zur Gründung von Arbeiter- und Handwerkerbildungsvereinen. Diese stehen jedoch unter dem Einfluß des Bürgertums.
1846 (- 1852) ist Georg Anton Zwissler Lehrer in Großwelzheim.
1846 begann in München mit dem Auftreten von Lola Montez, einer Halbweltdame, eine mit Peinlichkeiten gefüllte Zeit, die letztlich den alternden König Ludwig I. zur Abdankung nötigte.
1846 am 17. November war am Abend wieder ein Nordlicht zu beobachten.
Der Winter begann kurz vor Weihnachten schon mit starkem Frost, der den Main schon mit Eis bedeckte. Zu Weihnachten war eine kurzzeitige Milderung.
1847
Ab Mitte Januar herrschte wieder starker Frost mit viel Schnee der bis Mitte Februar anhielt. Die nachfolgende Milderung hielt nur bis zur ersten Märzwoche dann kam eine dritte Kältewelle mit Nachttemperaturen bis -14 Grad. Im April fiel noch einigemale Pappschnee der zu Schneebruch bei den Bäumen führte. Erst im Mai stieg die Temperatur auf angenehme Werte.
1847 kommt es in manchen Städten Frankens zu Hungerkrawallen, da die Not genutzt wurde, um den Preis für Brotgetreide um das Vierfache anzuheben.
Der Sommer war warm und mit ausreichendem Regen kam es zu einer ungewöhnlich guten Ernte
1847 In Preussen beruft Friedrich Wilhelm IV. mit Patent vom 3. Februar die Provinziallandtage als "Vereinigten Landtag der Monarchie" nach Berlin.
 Otto von Bismark kommt als Stellvertreter des erkrankten Abgeordneten von Brauchitsch nach Berlin in den Vereinigten Landtag.
Bereits in seiner ersten Rede am 17. Mai zeigt er sich als Gegner der Liberalen, als diese Anspruch auf Pressefreiheit und weitere Vorteile eines Freien Staatwesens fordern.
In Schlesien kommt es zu den Aufständen der Weber deren Existens durch die maschinelle Fertigung bedroht ist.
In England gründen die Flanellweber eine Genossenschaft als "Einrichtung für das Wohl und die Verbesserung der sozialen und wirtschaftlichen Lage der Mitglieder". Die Mitglieder zahlen einen kleinen wöchentlichen Beitrag.
1847 am 20. November stirbt Wilhelm II. von Hessen-Kassel in Schloß Philippsruh in Hanau..
In München entlässt Ludwig I. von Bayern das Ministerium Abel, da man dort die von ihm gewünschte Adelserhebung seiner Mätresse Lola Montez verweigert.
Nachfolger im Ministerium wird der Staatsrat von Maurer. Doch dieses "Ministerium der Morgenröte" wird noch im gleichen Jahr wieder aufgelöst, nachdem Studentenkrawalle vor dem Haus der Lola Montez vom Militär aufgelöst werden mußten.
Anschließend kam es unter der Leitung von Öttingen-Wallerstein zum sogenannten "Lola-Ministerium". Die Tänzerin wird auf des Königs Wunsch zur "Gräfin Landsfeld" erhoben.

1847
bemüht sich das Rentamt Alzenau mit dem Landgericht um Klärung betreffend den Antrag der jüdischen Gemeinde von Alzenau um ein Grundstück zum Neubau einer Mikwe.
1847 am 17. Dezember war abends ein sehr schönes Nordlicht zu sehen.
1847/48 begann sehr kalt. Vom 11. Dezember bis Anfang Februar herrschte starker Frost.
1848, am 3. Januar wird die Hanauische Turngesellschaft polizeilisch verboten
Karl Marx veröffentlicht das im Auftrag des Londoner "Bundes der Kommunisten" verfasste "Kommunistische Manifest".
1848 am 7. Februar kommt es in München zu Strassenkrawallen als die "Gräfin Landsfeld" von Studenten erkannt wird. Sie muß mitsamt ihrer Dogge in die Theatinerkirche flüchten.
Am 8. Februar begann ein Regen der drei Tage anhielt und für Milderung sorgte. Da nur wenig Schnee gefallen war blieben die Überflutungen geringer wie in den Vorjahren.

1848 kommt es, von Italien ausgehend, in Frankreich am 24. Februar zum Sturz der Monarchie.
Eine Besonderheit dieser Revolution, die im deutschsprachigen Raum tausende von Todesopfern forderte, war der Raum Hanau.
In Hanau hatte sich, unterstützt durch die Ansiedlung der Hugenotten, ein aufgeklärtes und selbstbewusstes Bürgertum gebildet. Sowohl die französische Revolution wie auch die nachfolgenden Veränderungen und Restauration der alten Herrschaftsstrukturen sorgten in Hanau für viel Stoff zu Diskussionen in aufgeklärten Kreisen und bei den Arbeitern der frühkapitalistischen Industriegesellschaft. Trotz oder gerade wegen der Bespitzelung durch die Obrigkeit bildeten sich bürgerlich-liberale Zirkel und eine frühsozialistische Bewegung.
Wobei deren Ideen und Strukturen überwiegend von wandernden Handwerksburschen eingebracht wurden. Eine in ihrer Kraft nicht erkennbare Gruppe waren die eigentlich unpolitischen Turngemeinden. Und schließlich hatten sich auch in Hanau aufgeklärte Kreise von der römischen Kirche abgewendet und die „deutschkatholische Gemeinde“ gegründet.
Sowohl die Turner wie auch die Deutschkatholiken trafen sich regelmäßig und diskutierten das politische Tagesgeschehen. Im Wissen um diese Entwicklung wurde in Hanau für beide Gruppen jede Form von Versammlungen verboten.
1848 erreichte am 27. Februar die Hanauer Bürger die Meldung vom Sturz der französischen Monarchie. Ungeachtet der Verbote kam es in Hanau zu einer ungenehmigten Volksversammlung, auf der Freiheitslieder gesungen und in Eile zusammengenähte schwarz-rot-goldene Fahnen geschwenkt wurden. Der Kernpunkt war die Verkündung einer Petition mit Reformwünschen, die man an den Kurfürsten Friedrich Wilhelm von Hessen-Kassel richtete.
Verunsichert durch die Ereignisse in Frankreich duldete man das verbotswidrige Verhalten der Hanauer.
Bereits am 5. März wurde der Innenminister Scheffer entlassen und am 7. März wurden die Zensur aufgehoben und die deutschkatholischen Gottesdienste wieder erlaubt.
Diese bescheidenen Zugeständnisse waren den Hanauern nicht genügend, zumal Hessen-Darmstadt bereits den Oppositionsführer Heinrich von Gagern als Regierungschef übernommen hatte. Schon am nachfolgenden Tag ließ sich in Hanau, bei einer erneuten Volksversammlung, eine aus allen Volksschichten bestehende „Volkskommission“ per Akklamation als Verhandlungsführer mit der Kurhessischen Regierung bestätigen.
Einen Tag später, am 9. März, verkündete der Tabakfabrikant Rühl der Bevölkerung einen Forderungskatalog mit acht Punkten an den Kurfürsten.
Man drohte ultimativ, bei Nichterfüllung der Forderungen innerhalb einer Frist von 3 Tagen, mit dem militärischen Abfall und dem Anschluss an Hessen-Darmstadt
.
 Die wesentlichen Forderungen waren, (leicht gekürzt):
1. Besetzung aller Ministerien ...mit Männern, welche das Vertrauen des Volkes genießen.
2. Auflösung der ... berufenen Ständeversammlung und Einsetzung einer gewählten Ständeversammlung.
3. ...vollständige Preß(e)freiheit...
4. Amnestie für politische Gefangene
5. Religions- und Gewissensfreiheit
6. Hinwirken bei dem deutschen Bund auf die Bildung einer Volkskammer ...
Dieses Ultimatum vom 9. März wird als das schärfste in Form und Sprache im deutschsprachigen Raum gesehen. Während sich eine Kommission mit dem Ultimatum und der Auflage, keine Kompromisse einzugehen, nach Kassel begab, wurde im gesamten Umland das Schreiben als Flugblatt verteilt und fand sogar im Bistum Fulda Zustimmung.
Die Kurhessische Regierung schickte Truppen, die jedoch vor den Toren Hanaus Position nahmen. Die Hanauer Bevölkerung bewaffnete sich. Ein Bürgerschützenkorps wurde gebildet,
hinzu kamen noch die Turnerwehr und ein Arbeiterfreikorps. Die Bedrohung Hanaus verbreitete sich schnell und von überall kamen revolutionäre Gruppen zur Verstärkung und waren bereit, von Hanau aus einen bewaffneten Marsch nach Kassel zu machen.
Da man in Kassel von der Situation in und um Hanau Kenntnis bekam, gab der Kurfürst jeden Widerstand auf. Er akzeptierte die Forderungen und ernannte sogar den Hanauer Bürgermeister Eberhard zum neuen Innenminister.
In Hanau wurde das Ergebnis mit Jubel und Erleichterung begrüßt. Die Revolution hatte ohne jedes Blutvergießen zur Reform geführt.
Als Nachfolger von Bürgermeister Eberhard wurde August Rühl, der Verfasser des Hanauer Ultimatums, gewählt.
In München kommt es zur offenen Rebellion gegen die „Gräfin Landsfeld“, die nun sogar zunehmend politischen Entscheidungen zu beeinflussen versuchte.
Der König wird genötigt, die „Gräfin von Landsfeld“ aus dem Land zu weisen.
Die Kunde von den Vorgängen in Frankreich führen auch in München zur offenen Rebellion.
Polizeistationen wurden zertrümmert und vereinzelt wurden Barrikaden aufgeworfen und rote Fahnen gehisst.
Die liberalen Kräfte formulieren ihre "Märzforderungen":
Ministerverantwortlichkeit,
Pressefreiheit,
Wahlreform,
Geschworenengerichte,
Öffentlichkeit und Mündlichkeit der Rechtssprechung.
Am 6. März konnte Ministerialrat Daxenberger verkünden, daß die Forderungen genehmigt seien. Damit war die Revolution in München beendet.
Am 13. März kommt es auch in Wien zur Bildung der Studentenlegion und einer Bürgerwehr. Metternich flieht nach England.
In München kommt bald das Gerücht auf, die verhasste Gräfin Landsfeld sei zurückgekehrt.
Neue Unruhen nötigen Ludwig I. zum Rücktritt in der zweiten Märzhälfte.
Sein Sohn Max II. übernimmt 36jährig die Nachfolge auf dem bayerischen Thron.
Max II. von Bayern veranlasste bereits in den ersten Monaten seiner Regierung umfassende Reformen.
Bereits in seiner Thronrede am 22. März betonte er abschließend:"Unser Wahlspruch sei Freiheit und Gesetzmäßigkeit."
Innerhalb zwei Monaten hatte er alle wichtigen Reformgesetze verabschiedet. Trotz der von Ludwig Thoma satirisch überzeichnete Darstellung des "Landtagsabgeordneten Filser", wurde die zweite Kammer, nach Abschaffung der alten Ständeordnung, eine echte Volksvertretung im bayerischen Landtag.
Max II. hob die Grundherrschaften auf
und die noch bestehenden rund 800 Patrimonialgerichte übertrug er per Gesetz dem Staat.
Der Bodenzins der Pächter konnte in Geld umgewandelt und abgelöst werden. So wurden aus Grundholden Grundeigentümer.
Vermutlich waren dem neuen König auch die Forderungen des Hanauer Bürgermeisters zur Kenntnis gekommen und als berechtigt erschienen.
 Als man am 16. März in Berlin von den Ereignissen in München und der Flucht Metternichs aus Wien Kenntnis bekommt, beruft der König den Vereinigten Landtag für den 2. April ein. Nun soll derselbe endlich eine Verfassung ausarbeiten.
Am 18. März wird die Einberufung veröffentlicht und löste Begeisterung bei der Bevölkerung aus. Friedrich Wilhelm IV. zeigt sich mehrmals der auf dem Schloßplatz versammelten Menge. Im Gegensatz zu denen, die dem König zujubelten, bemerkten die am Rande stehenden, daß der Platz zwischenzeitlich von Militär umstellt war.
Mißtrauig geworden durch Hinweise sehen sich die Versammelten zu der Forderung veranlaßt: "Das Militär zurück!"
Doch anstatt dieser Forderung nachzukommen, erhielt eine Schwadron den Befehl die Menge zu zerstreuen. Obwohl so nicht befohlen, ritten dieselben mit blanken Säbeln auf die dicht gedrängten Massen zu und lösten eine Panik aus. Schließlich kam es zum offenen Kampf mit Toten, auf Seiten der fast unbewaffneten Bevölkerung.
Friedrich Wilhelm IV., der dies nicht wollte, sah sich genötigt am nachfolgenden Tag, in Begleitung der Königin, den im Schloßhof aufgebahrten Toten die letzte Ehre zu erweisen.
Am 20. März ging eine Deputation aus Tangermünde in das Nachbardorf Schönhausen und forderte, daß man eine schwarz, rot, goldene Fahne auf dem Kirchturm hisse.
Bismark sah dies mit zunehmender Angst und ließ im Dorf Jagdgewehre an Bauern verteilen, die bereit gewesen wären, mit ihm sein Gut gegen das Eindringen "revolutionären Gelichters" zu verteidigen. Andere mußten aus den Nachbarorten Rathenow und Jerichow noch zusätzlich Pulver herbeischaffen. Auf dem Kirchtum ließ er die schwarz, rot, goldene Fahne gegen eine weisse Fahne mit einem schwarzen (eisernen) Kreuz austauschen.
Er sah die Monarchie bedroht und mobilisierte einige Bauern, die im Bedarfsfall mit ihm nach Berlin ziehen sollten um den König aus den Fängen der Revolutionäre zu befreien.
Am 21. März erklärte sich Friedrich Wilhelm IV. in einem Aufruf an die deutsche Nation zum "kostitutionellen Fürsten" und Führer des gesamtdeutschen Volkes.
Er ritt demonstrativ durch Berlin, wobei er gut sichtbar eine schwarz, rot, goldene Binde um den linken Arm geschlungen hatte. An mehreren Plätzen hielt er improvisierte Ansprachen an das Volk und betonte sein konstitutionelle Gesinnung.
Als Bismark in Berlin ankam fand er alles ruhig. Mit seinem Plan, mit bewaffneten Bauern nach Berlin einzurücken fand er bei den Militärs nur Ablehnung. Trotzdem hielt er verbissen an seiner Meinung fest, daß der König handlungsunfähig sei und er ihn retten müsse. Bismark schaffte es sogar zur Prinzessin Augusta, der Schwägerin des Königs, vorgelassen zu werden, um ihr seine wirren Pläne vorzutragen.
Diese Entwicklung mag mit Veranlassung gewesen sein, daß Friedrich Wilhelm IV. am 25. März, in Anwesenheit Bismarks im Marmorsaal in Potsdam, vor seinen Offizieren eine Rede hielt, in der er betont: "Ich bin niemals freier und sicherer gewesen als unter dem Schutz meiner Bürger.- Was ich gegeben und getan habe, das habe ich aus vollster und freier Überzeugung getan und längst vorbereitet; nur die großen Ereignisse haben den Abschluß beschleunigt und keine Macht kann und wird mich bewegen, das Gegebene zurückzunehmen."
Am 31. März nehmen die Brüder Jacob und Wilhelm Grimm am sogenannten Vorparlament in Frankfurt teil. Die beiden hatten bei dem berühmten Rechtsgelehrten und preußischen Minister Friedrich Carl von Savigny studiert und genossen inzwischen diesbezüglich hohe Anerkennung.
Überschattet wurde diese Zeit durch einen Konflikt mit Dänemark, um die Elbherzogtümer Schleswig und Holstein. Hier hatte sich die Situation ergeben, daß durch verwandschaftliche Gegebenheiten der Fürstenhäuser beide Herzogtümer der dänischen Krone unterstanden.
Um eine Eingliederung in Dänemark zu verhindern hatte sich in Kiel eine provisorische Regierung der Herzogtümer bereits gebildet.
Im April erkennt der deutsche Bundestag die provisorische Regierung in Kiel an.
Holstein tritt dem deutschen Bund bei. Doch die Absicht auch Schleswig in den Bund aufzunehmen wird von England und Russland missbilligt.
Preussische Truppen die als "Exekutionsheer" die Elbherzogtümer besetzten, müssen sich auf die deutsch Sprachgrenze bei Flensburg zurückziehen (Waffenstillstand von Malmö).
Am 2. April trat in Berlin der Vereinigte Landtag zusammen und Bismark war in seiner Rede sehr zurückhaltend. Er sah seine Paraderolle als Retter des Königreiches vorerst gescheitert.
1848 am 14. April wird in München der Verkauf des Grundstücks „ links des Weges gegen das Schloss Alzenau „an die jüdische Gemeinde genehmigt.
Auch hier sollte noch viel Zeit vergehen, bis das neue Judenbad gebaut wurde.
Im April beschliessen eine Gruppe um Stefan Born, in Berlin einen Verein zu gründen, der die Probleme der Arbeitergenossenschaften beraten und sich um Abhilfe bemühen soll.
Sie fordern: Mindestlohn, Arbeitszeitbegrenzung, Aufhebung indirekter Steuern u. s. w.
In Frankfurt kommt es zu einem Handwerkerkongress der sich gegen Gewerbefreiheit ausspricht und die Wiederherstellung der Zünfte fordert.
Am 15. Mai wird in Wien die Einberufung eines Reichstages erzwungen. Ferdinand II. flieht nach Innsbruck.
Am 18. Mai kam es, gemäß den deutschlandweiten Forderungen zur Frankfurter „Paulskirchenversammlung“, von 600 bürgerlichen Abgeordneten.
Hier ist Jacob Grimm als Delegierter des Wahlkreises Essen-Mühlheim.
Hier ist anzumerken, daß auch Friedrich Ludwig Jahn unter den Teilnehmern war.
Beeinflußt wurden die Diskussionen wesentlich durch bereits veröffentlichte Schriften von Marx, Engels und Lassalle.
Im Gegensatz zu dem nachfolgend erwähnten August Rühl, sah Jacob Grimm Deutschland als Ganzes und formulierte seine Vorstellungen auch etwas weit weg von den Problemen der Masse und dem, auf Gewinnmaximierung bedachten Geldadel.
Sein Artikel 1, der von ihm in vier Paragraphen als deutsche Grundrechte zum Vorschlag kam, konnte deshalb auch keine Mehrheit finden und wurde mit 205 Nein- gegen 192 Jastimmen abgelehnt. Trotz dieser Ablehnung nahm er an der Versammlung noch bis Ende September teil. Er zog sich dann aus der Tagespolitik zurück und ging wieder nach Berlin, um sich weiter seinen Forschungen zu widmen.
Anders verhielt sich August Rühl. Obwohl Tabakfabrikant, ist als einer der „Linken“ vom 10. Kurhessischen Wahlbezirk dorthin delegiert worden.
Dass August Rühl kein Hinterbänkler war, zeigen die 20 „Hauptrichtpunkte für ein Mitglied der deutschen constituirenden National-Versammlung“.
Vergleichend zu unseren gegenwärtigen Rechtsgrundlagen sind diese Forderungen beispielhaft, obwohl unter Bismarck nachfolgend viele Punkte für einige Zeit zunichte gemacht wurden.
1)
  Ein deutscher Bundesstaat.
2)
  Eine deutsche Volkskammer mit beschließender, gesetzgebender Gewalt.
3)
  Eine deutsche verantwortliche Centralregierung.
4)
  Ein verantwortliches Oberhaupt der Centralregierung.
Dieses Oberhaupt darf kein regierender Fürst sein.
5)
  Wahl des Oberhauptes auf bestimmt Zeit durch die Volkskammer.
6)
  Eine deutsche wahre Volkswehr, lediglich unter dem Befehl der Centralbehörde oder des Oberbefehlhabers, welchen diese ihr gibt. Abschaffung des stehenden Heeres und überhaupt der Einzelheere der Bundesstaaten. 
7)
  Allgemeines deutsches Bürgerrecht.
8)
  Ausgedehnteste Garantie der persönlichen Freiheit.
9)
  Ausgedehnte Preß(e)freiheit ohne besonderes Preß(e)gesetz, unbeschränktes Versammlungs= und Vereinigungsrecht.
10)
  Öffentlichkeit und Mündligkeit des Gerichtsverfahrens. Schwurgerichte. Sicherstellung der Richter.
11)
  Gleiche Berechtigung aller Religionen und religiösen Meinungen.
12)
Einerlei Recht, einerlei Maas (Maß), Münze und Gewicht.
13)
  Einerlei Handelsgesetzgebung und ein Zollsystem, beide mit alleiniger Rücksicht auf Erhaltung und Hebung des Handels, der Gewerbe und der Landwirtschaft, auf Beschaffung von Arbeit und angemessenem Verdienst.
14)
  Freiheit des inneren Verkehrs zu Wasser und zu Land.
15)
  Im Innern nur direkte Besteuerung.
16)
  Abschaffung aller Staatsfrohnden und Ablösbarkeit aller Grundlasten und Privatfrohnden. Abschaffung aller Monopole und vom Staat betriebene Handels= Gewerbs= und landwirthschaftlichen Geschäfte, sofern sie nicht als blose Mustergeschäfte oder zur Unterstützung der Staatsangehörigen betrieben werden.
17)
  Aufhören der Standes= und Patrimonialherrschaften.
18)
  Ausgedehnteste Freiheit der Gemeinden und ihrer Selbstverwaltung.
19)
  Änderung der Verfassungen der einzelnen Bundesstaaten in allen Punkten, worin sie mit der Bundesverfassung unvereinbar sind.
20)
  Ein freisinniges deutsches Wahlgesetz.
Am 17. Juni wählt die Deutsche Nationalversammlung in Frankfurt, den Erzherzog Johann zum Reichsverweser.
I
n Mainz finden sich die Vertreter der deutschen Katholiken wieder zu einem Katholikentag als Demonstration für einen Neubeginn.
Eine nicht unbedeutende Ausgangsposition für diese katholisch-kirchliche "Auferstehung" in Hessen war der Hof Trages, an dem uralten Verkehrsknoten vom Schwarzen Meer zum Atlantik und der Ostsee zum Mittelmeer. Hier trafen sich bei Karl Friedrich von Savigny, dem preußischen Diplomaten und späteren Gegenspieler Bismarks, Vertreter der Bistümer Fulda, Mainz und Limburg.
Karl Friedrich war der Sohn von Friedrich Carl von Savigny, dem berühmten Rechtsgelehrten am Preußischen Hof und Lehrer von Jacob und Wilhelm Grimm.
Der Sommer war nur mäßig warm, aber zu trocken. Die Ernte war wieder karg.
Im August kehrt Kaiser Ferdinand II.  nach Wien zurück.

König Max II. von Bayern verstärkt den Kontakt zu den bayerischen Abgeordneten in der Nationalversammlung.
Die gewährten Freiheiten führten im gesamten Bayern zur Parteigründungen und der Herausgabe von Zeitungen aller politischer Strömungen.
Auf einem von Stefan Born eiberufenen Arbeiterkonkress, vom 25. August bis zum 3. September in Berlin unter Teilnahme von 31 Arbeitervereinen, kommt es zur Gründung der ersten deutschen Arbeiterorganisation unter der Bezeichnung "Arbeiterverbrüderung".
Ihr sozialpolitisches Programm ist:
Der zehnstündige Arbeitstag,
die Gründung von Genossenschaften für Produktion und Konsum,
(Gesellen-)Wanderunterstützungskassen,
Arbeitsnachweise und Krankenunterstützungs- und Sterbekassen.
Unabhängig von allen politischen Auseinandersetzungen wurde die Eisenbahnverbindung von Hanau nach Frankfurt nach dreijähriger Bauzeit abgeschlossen.
1848 am 10. September wurde die Nordmainische Eisenbahnlinie von Hanau über Wilhelmsbad nach Frankfurt feierlich eröffnet.
Ein ganz wesentlicher Faktor dieser Zeit war der Aufbau von Industriebetrieben in zuvor unvorstellbaren Ausmaßen. Der damit verbundene Arbeitskräftebedarf brachte vielen "Landflüchtlingen" Arbeitsmöglichkeiten aber auch Verelendung durch ungenügende Entlohnung und dem Fehlen jeglicher sozialen Absicherung.
Im September kommt es in Frankfurt zu einem Volksaufstand bei dem die österreichischen Abgeordneten Fürst Lichnowsky und von Auerswald ermordet werden. Der Aufstand hatte seinen Anlaß in dem schleppenden unbefriedigenden Ablauf der Paulskirchenversammlung.
Die genauen Vorgänge beschreibt Emilie Hendschel, geb. Domer, die ab 1862 im Michelbacher Schlösschen lebte, in ihren Erinnerungen.
Fürst Lichnowsky und von Auerswald waren mittags zum Dinner bei Baron Bethmann eingeladen. Als die Rede auf die Revolutionsunruhen kam, sagte Fürst Lichnowsky er habe keine Angst und gedenke gleich spazieren zu reiten. Auffordernd fragte er in die Runde, wer denn Mut habe ihn zu begleiten? Von Auerswald ein älterer Herr riet ihm dringend ab. Doch Lichnowsky erwiderte: "Ein Hundsfott, der sich fürchtet!" Dies wollte von Auerswald nicht hinnehmen und erklärte sich bereit an dem Ausritt teilzunehmen, obwohl alle übrigen Anwesenden davon abrieten. Sie waren noch nicht weit vom Bethmannschen Haus weg, als ihnen schon in der Friedberger Landstrasse ein bedrohlicher Haufen aufgebrachter Menschen entgegenkam. Sie bogen in einen Seitenweg und flüchteten durch den Garten in das Haus des Kunstgärtners Schmidt. Derselbe versteckte sie schnell in einem Schrank und einer Kiste, kurz bevor die Aufgebrachten suchend auch in das Haus kamen. Nach längerem vergeblichen Suchen wollten die Verfolger das Haus schon wieder verlassen, als ein halbwüchsiger Bursche rief: "Ei da guckt ja ein Rockzipfel aus der Kiste." Nun wurden beide gefunden und unter ständigen Mißhandlungen auf die Strasse getrieben. Lichnowsky soll noch gerufen haben: "Ich bin ein Fürst und muß sterben wie ein Hund." Er erlag den Prügeln der aufgebrachten Menge am Fuß einer Pappel auf der Bornheimer Heide. Und von Auerswald starb im Strassengraben, nahe dem Zaun vom Domerschen Garten.
Die Unruhen wurden vom Militär niedergeschlagen. Am Abend als die Krawalle beendet waren erlaubten sich auch die Domers wieder die strassenseitigen Läden zu öffnen.
Beim Blick auf die Strasse sahen sie auf der Bank vor der Garküche noch einen Toten liegen. (Die Ortsangaben entsprechen dem damaligen Ortsbild von Frankfurt)
Im Oktober kommt es erneut zu Unruhen in Wien. Der Kriegsminister Latour wird ermordet und der Kaiser flieht nach Ölmütz.
In der Nationalversammlung kommt endlich ein Verfassungsentwurf zur Vorlage.
1848 am 28. Oktober beginnen in Wien die Regierungstruppen die Revolution niederzuschlagen. Nach drei Tagen ist die Ruhe im Reich der Habsburger Friedhofsruhe.
Das Frankfurter Parlamentsmitglied Robert Blum wird in Wien standrechtlich erschossen.
Am 2. November ernennt in Berlin Friedrich Wilhelm IV. den Grafen von Brandenburg zum Ministerpräsidenten. Der Graf von Brandenburg war ein Sohn der Gräfin Dönhoff, der Gattin zur Linken von Friedrich Wilhelm II. Er sah seine Aufgabe darin: "den Elefanten zu spielen, der die Revolution zusammentrampelt" wie er sich einmal äußerte.
Am 17. November war wieder ein Nordlicht zu sehen.
Am 2. Dezember dankt Kaiser Ferdinand II. ab. Sein Neffe Franz Joseph I. folgt ihm auf dem Kaiserthron der Habsburger Monarchie. Er verfügt noch im gleichen Jahr die Auflösung des ungarischen Reichstages.
1848 am 5. Dezember werden mit einer neuen Verfassung in Preußen unter anderem auch die Partikulargerichte mit der Polizeigewalt der Gutsherren aufgehoben. Außerdem werden Presse-, Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit gewährt.
Auch hier hatten die Rühlschen Leitlinien, wie die Märzforderungen der Liberalen in München ihr Echo gefunden. Allerdings blieb die Befehlsgewalt über die Armee uneingeschränkt beim König.
Kg.
Max II. hob die Grundherrschaften auf
und die noch bestehenden rund 800 Patrimonialgerichte übertrug er per Gesetz dem Staat.
Der Bodenzins der Pächter konnte in Geld umgewandelt und abgelöst werden. So wurden aus Grundholden Grundeigentümer.
1848
wurde die sog. Brauerei Hock in Alzenau erbaut. Erbauer war ein H. Sittinger, der sie jedoch wieder verkaufte und an der Hanauer Straße das Gasthaus zum Schwanen erbauen ließ. In anderen Gemeinden des Freigerichtes gab es zu dieser Zeit ebenfalls schon Brauereien.
1848,
10. Dezember Die Führungslosigkeit der arbeitsabhängigen Massen in Frankreich brachte bei einer Wahl  Louis Napoleon, den Neffen von Napoleon Bonaparte an die Regierungsspitze. Im Gegensatz zu den Erwartungen der Wähler, wird er als Napoleon III. die europäischen Völker noch in Verwicklungen bringen, die weit über seinen Tod hinaus ihre Schatten werfen.
Schon kurz nach seiner Wahl schaffte er es den Arbeitern alle sozialen Errungenschaften der Revolution am  24. Februar wieder zu entreissen. Das Koalitionsrecht wurde aufgehoben. Streiks wurden mit Härte niedergeschlagen und die Arbeitszeit wurde wieder auf 12 Stunden angehoben.
1849 begann mit einem kurzen Winter. Schon am 14. Januar stieg die Temperatur auf 9 Grad.
1849 im Januar zeigten sich bei der Landtagswahl in Bayern feste Fraktionen.
Die "demokratische Linke" bekam die meisten Abgeordneten. In den Debatten um die Annahme oder Ablehnung des Frankfurter Verfassungsentwurfs erkannte der König eine Gefahr für den bayerischen Staat. Er verfügte ein Vertagen bis zum 15. Mai.
1849 - ein Nachhall revolutionären Aufbegehrens wurde auch im vorderen Kahlgrund spürbar. Die Verarmung der Gemeinde Orb, infolge seiner Angliederung an Bayern war der Anlass.
Orb hatte über Jahrhunderte durch seine Salzgewinnung eine wirtschaftliche Sicherheit erlangt. Wie bereits angesprochen wurde mit dem Übergang an Bayern die Salzerzeugung verboten.
Der Wegfall der fast einzigen Einkommensquelle der Einwohner von Orb führte manche in Not und Verzweiflung. Die Vertreter der bayerischen Obrigkeit wurden zum sichtbaren Objekt der verhassten Regierung. Vor diesem Hintergrund kommt es Ende Februar zu zwei Terroranschlägen gegen bayerische Beamte. Ein Assessor wird mitten in Orb mit einem Sprengkörper getötet, der in den Akten als „Höllenmaschine“ bezeichnet wird.
Und einen Gendarmen graben aufgebrachte Menschen wegen seines Verhaltens in einen Ameisenhaufen ein. Das in Orb mit 36 Mann stationierte Militär sieht sich bedroht und zieht sich, nachdem einige Soldaten verletzt wurden, nach Aschaffenburg zurück.
In der Nacht vom 2. zum 3. März marschieren sie durch Alzenau, um in Aschaffenburg auf Verstärkung zu warten.
Am 5. März erscheint ein 500 Mann starkes Exekutionskommando mit mehreren Geschützen vor Orb. Nach einigen Blindschüssen aus den Kanonen legen die Aufständigen die Waffen nieder. Auch diese 500 Mann starke Truppe, unter Führung von Alexander von Hagen, hatte ihren Weg durch Alzenau genommen.
Anzumerken ist zur Orber Revolution, dass bei den nachfolgenden Untersuchungen außergewöhnlich milde Strafen verhängt wurden, da man sich bei der Regierung nun erst der Folgen des Verbotes der Salzproduktion bei der Regierung in München bewusst wurde.
1849
am 10. März stellt der Apotheker Schmittborn den Antrag seiner Apotheke in Alzenau eine Postnebenstelle anzugliedern. Nach einer Stellungnahme der Postexpedition Dettingen, wird dieser Antrag, mit Schreiben vom 21. März von der General-Verwaltung der Königlichen Posten & Eisenbahnen abgelehnt.
Am 28. März vollendet das Frankfurter Parlament die Reichsverfassung und wählt mehrheitlich Friedrich Wilhelm IV. von Preussen zum Kaiser.
Derselbe macht die Annahme von der Zustimmung der deutschen Fürsten abhängig und lehnt die Wahl am 3. April (vorbehaltlich) ab.
Am gleichen Tag kam es zu ersten Kampfhandlungen preussischer Truppen an der Grenze zu Dänemark, nachdem die Dänen den Waffenstillstand mit Preussen gekündigt hatten.
1849, am 18. April wird in München das Ministerium Ludwig von der Pfordten unterstellt. Bereits am 23. April geht ein Bescheid nach Frankfurt, daß man der Reichsverfassung nicht zustimme.
Nun lud das preussische Ministerium Brandenburg die Vertreter der deutschen Staaten zu einer Konferenz, am 28. April nach Berlin ein. Kernpunkt war eine Alternative zu Frankfurt in der kleindeutschen Art. Es sollte eine Union von Fürsten geführter Staaten, ohne den österreichischen Staatenverband sein.
Am 16. Mai wurde dieser Vorschlag von der österreichischen Regierung Schwarzenberg abgelehnt. Lediglich die Königreiche Hannover und Sachsen erklärten sich am 26. Mai zum Abschluß des "Dreikönigsbündnisses" mit Preussen bereit. Die anderen Staaten, mit Ausnahme von Bayern, schlossen sich später der kleindeutschen Lösung noch an.
1849
am 30. Mai wurde in Preussen, in Ablehnung an das in der Frankfurter Paulskirche verkündeten allgemeinen und freien Wahlrechtes, das Dreiklassenwahlrecht verkündet.
Preussen und Österreich rufen ihre Abgeordneten von der Paulskirchenversammlung ab.
Am 10. Juni löst der bayerische Ministerpräsident den (linkslastigen) Landtag auf und setzte Neuwahlen für den Juli fest
1849
im Juni wird die Versammlung eines Rumpfparlamentes in Stuttgart vom württembergischen Militär "gesprengt"
Am 10. Juli kommt es zu einem zweiten, für die Dänen günstigeren Waffenstillstand.
Dieser Vertrag wurde jedoch nur von einem Teil der deutschen Staaten unterschrieben.
Preussen mußte sich von einigen Bundesmitgliedern vorwerfen lassen, die deutsche Sache verraten zu haben.
Nach einem ungewöhnlich milden Frühling war der Sommer heiß, mit Temperaturen bis 33 Grad.
Am 12. Juli ließ die bayerische Regierung ihre Gesandten in einer Zirkularnote wissen,"daß Preussen keine andere Absichten verfolge als rechtswidrige Vergrößerung der eigenen Macht."
1849 im Juli wird Otto von Bismarck aufgrund des Dreiklassenwahlrechts in den Preußischen Landtag gewählt. 
1849 wird zur Verbesserung der Handels- und Verkehrsbedingungen ein Beschluss betreffend die Reichschauseen verkündet. Mit diesem Beschluss wird verfügt, dass alle Fernstraßen (z.B. B 8) entsprechend bestimmter Vorgaben auszubauen und mit Schotter zu festigen sind. Die Fahrbahnen wurden leicht gewölbt und seitlich mit Straßengräben versehen, die der Regenwasserableitung dienten und ein Auffrieren der Fahrbahn durch Stauwässer und Frost verhinderten. Die Ortsverbindungsstraßen wurden von den jeweiligen Gemeinden in Hand- und Spanndiensten ausgebaut und erhalten.
In Mainz wählte das Domkapitel Professor Leopold Schmitt aus Gießen zum Bischof.
1849/50 war ein sehr strenger und langer Winter. Ende Dezember gab es im Spessart bereits Schneehöhen von 50 cm. In der zweiten Januarhälfte wurden Nachttemperaturen bis –31 Grad gemessen. Während dieser Kälteperiode waren zwei Metzger aus Gelnhausen zum Viehkauf in Schöllkrippen. Bis zur Heimkehr nach Gelnhausen hatten die beiden (Vater und Sohn) derartige Erfrierungen an den Füßen, dass dem Vater beide Füße amputiert werden mussten.
Der weitere Jahresablauf war relativ kühl.
Anzumerken ist vielleicht noch, daß in Aschaffenburg das Pompejanum mit allen schmückenden Besonderheiten und dem umgebenden Gartenanlagen fertig war und damit als bleibendes Denkmal über alle Wirren hinaus ein bleibendes Denkmal ist

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