2 Leben und Zusammenleben
im ehemaligen "Freien Gericht vor dem Berge Welmisheim"

1945 Ende März beginnt in unsrer Heimat die sogenannte Besatzungszeit.
Fast zeitgleich mit dem Ende der Naziherrschaft, wurde Alzenau an Ostern durch ein Erdbeben erschüttert, das die Gläser in den Schränken zum Klirren brachte. Allerdings wurde dies in den Tagen des Umbruchs nur von wenigen bemerkt.
Als wir aus dem Stollen unter dem Kindergarten in das "befreite" Alzenau zurückkamen, hatte sich nicht viel verändert. Einige Häuser hatten Löcher durch Granateneinschläge, der Kater Fritz, der häufig von uns gestreichelt worden war, lag ohne Kopf an der Mauer neben der Einmündung der Kirchgasse in die Entengasse. Ein Granatsplitter hatte ihm den Kopf abgerissen. Die Granate hatte im gegenüberliegenden Haus des Heilmanns Heinrich, ein Loch in die Giebelwand geschlagen. Man nahm dies alles nur zur Kenntnis und ging nach Hause. Bei uns war alles ohne Schaden in die neue Zeit gelangt. Nur die für mich bestimmte Geburtstagstorte war verschimmelt, aber auch dies wurde nur zur Kenntnis genommen.
Nun galt es weiterzumachen. Man brauchte keine Verdunkelung mehr am Abend. An den Schaufensterscheiben, soweit sie noch vorhanden waren, verschwanden die Symbole mit den Begleitworten: "Fangt ihn den Kohlenklau" oder "Pst, Feind hört mit". Wärend bei uns die Amerikaner schon als Befreier gesehen wurden, gehen die Kampfhandlungen in Mitteldeutschland mit unverminderter Härte weiter.
Ende April umzingeln sowjetische Panzerverbände Berlin.
Am 25. April treffen sich bei Torgau an der Elbe sowjetische und amerikanische Heeresverbände.

Ein Hilferuf Hitlers an die 12. Armee Wenk, Berlin freizukämpfen ist unerfüllbar. Ein Versuch am 28. April wird von den sowjetischen Truppen zurückgeschlagen. Es gelingt zwar die eingeschlossene Besatzung von Potsdam zu befreien, doch geraten noch am gleichen Tag 27.000 Verteidiger Berlins in russische Gefangenschaft.
Am 30. April setzt Hitler durch Erschießen seinem Leben ein Ende, nachdem die sowjetische Armee die Reichskanzlei gänzlich eingeschlossen hatten.
Am 1. Mai meldet der deutsche Reichssender, daß Hitler im Kampf um Berlin gefallen sei.

Am 2. Mai bildet Großadmiral Dönitz in Plön eine deutsche Reichregierung und ernennt Graf Schwerin von Krosigk zum leitenden Minister.
Am gleichen Tag kapituliert Berlin. General Weidling geht mit 70.000 Soldaten und Volkssturmmännern in sowjetische Gefangenschaft.
Am 3. Mai befielt Dönitz die Einstellung des U-Boot- Krieges und Montgomery veranlasst die Einstellung der Luftangriffe auf Deutschland.
 Am gleichen Tag beginnen Kapitulationsverhandlungen im britischen Hauptquartier bei Lüneburg.

Eine Teilung Deutschlands war ursprünglich von der Alliertenkoalition (Amerika, England und Rußland) nicht vorgesehen. Doch nach dem Tod von Präsident Roosevelt am 12. April, wurde Truman zum Präsidenten der USA gewählt und er sah Rußland als Bedrohung des Kapitalismus.
Nun konnten endlich die Evakuierten aus den Großstädten wieder in ihre, häufig zerbombten Städte zurück. Doch viele Flüchtlinge aus den Ostgebieten versuchten bei uns eine neue Heimat zu finden. Manche brachten unternehmerische Geschicklichkeit mit und erkannten Marktlücken, in der noch weitgehend dörflichen Gemeinde Alzenau. Zwischen der Prischoßstrasse und der Siedlungsstrasse enstand "Neu-Frankfurt". Obwohl kaum einer aus Frankfurt war. Viele waren aus den östlichen Randgebieten, des ehemals Großdeutschen Reiches. Doch wurden dort später auch Häuser von gebürtigen Alzenauern erbaut, die nun langsam die finanziellen Mittel hatten.
Hier ist wieder ein Blick zu den heimatvertriebenen Neubürgern angebracht.
Wer waren diese Leute? Sie waren alle Nachkommen von Deutschen die, meist aus Not ihre Heimat verlassen hatten und irgendwo im Osten eine Möglichkeit für ein Überleben gefunden hatten. Zum Teil waren sie schon den Kreuzrittern gefolgt, die unter dem Vorwand die Slawen zum Christentum bekehren zu müssen, die dort ansässige Bevölkerung mit Feuer und Schwert, von ihrem heidnischen Glauben und oft auch von ihren Gütern und Leben „befreiten“. Die Neusiedler fanden nur Herren, die ihnen Land zur Ansiedlung als "Wehrbauern" zur Verfügung stellten. Eine zweite Welle folgte nach dem Ende der Türkenherrschaft in den Balkanstaaten. Und eine letzte Welle folgte unter dem Nationalsozialismus, mit der Umsiedlung der Südtiroler in die Tschechischslowakei und dem verstärkten Aufbau von Rüstungsindustrie im ostdeutschen Raum. Der letztgenannte Anlaß, das Angebot von Arbeitsplätzen, veranlaßte auch junge Familien aus dem Ruhrgebiet, sich in Neubrandenburg, am Tolensesee anzusiedeln. Dort wurden U-Boote gebaut und in dem 11 km langen See erprobt. In diesem Umfeld erblickten zwei Mädchen das Licht der Welt, deren Vater aus Oberwesel und die Mutter aus Duisburg waren. Der Vater wurde schon bald nach Beginn des Rußlandfeldzuges, als Kanonier eingezogen und mußte nun mit Kanonendonner in andrer Leute Heimat eindringen. Daß dieselben sich dagegen wehrten erfuhr er bald, doch war es schon zu spät. Seine Gattin erhielt ein Eisernes Kreuz und die Mitteilung, daß ihr Mann im heldenhaften Kampf für Führer, Volk und Vaterland gefallen sei. Mit einer Hinterbliebenen- und Waisenrente für ihre Kinder mußte sie nun vorlieb nehmen. Als gelernte Schneiderin versuchte sie noch etwas dazu zu verdienen. Als nun nach Ende des Krieges auch die Brüder ihres Mannes und ihr Bruder, irgendwo in Kriegsgefangenschaft waren, versuchte sie wieder in ihre alte Heimat nach Duisburg zu kommen. Und so fuhren sie eines Tages auf einem offenen Pritschenwagen, nach Westen. Doch in Duisburg bekam sie keine Zuzugsgenehmigung und wurde mit ihren beiden Kindern nach Lüdenscheid verwiesen. Dort angekommen erhielten sie ein Zimmer. Nun gab sie ihre Kinder für einige Tage in eine Kinderverwahrstätte, um nochmal nach Neubrandenburg zurück zu fahren. Dort wollte sie einen Speditör erreichen, der zumindest einen Teil ihrer Möbel zur Bahn brächte, mit dem Bestimmungsbahnhof Lüdenscheid. Doch zuerst wurde sie nochmal verhaftet und mußte einige Tage hinter Gittern verbringen, bevor ihr geglaubt wurde, daß sie wirklich nichts rechtswidriges beabsichtigte. Den beiden fünf- und sechsjährigen Mädchen wurde die Zeit lang, bevor endlich wieder ihre Mutter erschien, um sie abzuholen. Sie konnte jedoch, in all den Wirren der ersten Monate nach dem Krieg, nur noch ein paar persönliche Dinge in die neue Heimat bringen. Der geschäftstüchtige Speditör hatte das ihm anvertraute Gut offenbar gewinnbringend verkauft. ( Die jüngere der beiden Mädchen wurde viele Jahre später die Gattin des Verfassers. Doch dazwischen lagen noch viele schwere Jahre.)
Die Verwaltung wurde neu geordnet. Verwaltungsangestellte grüßten nun alle mit "Grüß Gott". Schon bald beginnen die sogenannten "Entnazifizierungsverfahren". Ganz plötzlich tauchten ehemals hochrangige Verwaltungsbeamte, bei der Mutter des Verfassers auf und baten um ihre Bestätigung, daß sie irgendwann während der Naziherrschaft, etwas zu ihrem Wohle getan hätten. Nur einem Einzigen gab sie die gewünschte Unterschrift. Er hatte sich dafür eingesetzt, daß ihr mal ein Erholungsurlaub, nach einer sehr schweren Erkrankung gewährt wurde.
Die ganze Entnazifizierung wurde nur noch halbherzig durchgeführt, da man von amerikanischer Seite schon gleich so manche Nazis als nützlich, in der Abwehr der fiktiven Bedrohung durch den Kommunismus sah.
Alle waren plötzlich Mitläufer (des nationalsozialistischen Systems) gewesen. Da der alte Bürgermeister vorbelastet war, wurde im Mai, Johann Huth als Bürgermeister eingesetzt. Zu Johann Huth ist ein Jugenderlebnis erwähnenswert. In der kath. Pfarrkirche war es üblich, daß der Baldachin (der Himmel) unter dem der Priester bei Prozessionen schritt, zwischen den Bankreihen im hinteren Teil der Kirche stand. Es war der Bereich unter der Balustrade der Empore, auf der sich die Orgel befand und bei Hochämtern der Kirchenchor zur Ehre Gottes seine Stimmen erschallen ließ. Wenn jedoch keine Besucher in dem Gotteshaus waren und die Meßdiener, aus welchen Anläßen auch immer in der Kirche waren, hatte es für dieselben den besonderen Reiz auf der Empore irgendwelchen Unfug anzurichten. So ergab es sich eines Tages, daß der Johann Huth sich über die Balustrade lehnte und plötzlich hoben ihn zwei andre Meßdiener, ganz unchristlich hinten hoch und er stürzte nach vorn. Doch glücklicherweise fiel er in den "Himmel" und kam ohne jede Verletzung davon. Welche Gefühle die Verursacher des Scherzes durchfuhren ist unbekannt, genau so wenig die Folgen. Doch Johann Huth blieb dies wohl in Erinnerung und er war im späteren Leben viele Jahre als Kirchendiener tätig, bevor er im hohen Alter verstarb und dann vermutlich richtig in den Himmel kam.
 Schon vor dem offiziellen Ende des zweiten Weltkrieges kommt es in Aachen zur Gründung der ersten Gewerkschaft.
1945, am 9. Mai ist der Krieg offiziell beendet. Trotzdem läßt der Marinerichter Filbinger noch einen Matrosen wegen Fahnenflucht erschiessen.
Sogar das Wetter zeigte sich mit strahlendem Sonnenschein bei 27 Grad.
1945, am 11. Mai kommt es in Hamburg zur Gründung einer "Sozialistischen freien Gewerkschaft". Weitere Gründungen folgen auch in anderen westlichen Besatzungszonen.
Hierbei werden Einheitsgewerkschaften angestrebt, da die Erfahrungen des vorangegangenen Jahrhunderts die Schwächen von Zersplitterungen gezeigt hatten.
Der Aufbau steht nicht immer im Einklang mit den Ansichten der allierten Verwaltung.
Am 13. Mai steigt die Temperatur auf 34 Grad.
1945
am 5. Juni übernehmen die Siegermächte: Amerikaner, Engländer, Franzosen und Russen die oberste Regierungsgewalt über das ehemalige Deutsche Reich, ohne das Saarland und die Ostgebiete jenseits von Oder und Neise.
Es erfolgt die Aufteilung in vier Besatzungszonen, wobei Frankreich einen Teil der englischen Besatzungszone übertragen wird, da es in den Vorverhandlungen der Alliertenkoalition nicht präsent war. Auch Berlin wird in vier Besatzungszonen aufgeteilt.
Der amerikanische Präsident Truman sieht nun den Bewegungsspielraum der russischen Besatzungsmacht auch im Westen Deutschlands als Bedrohung durch den Kommunismus.
Die Übernahme der vielen militärischen Einrichtungen bei Hanau, durch das amerikanische Militär, brachte nun auch für Anwohner der umliegenden Gemeinden, die Möglichkeit dort Arbeit bei der zivilen Verwaltung zu finden. Unter anderem auch in der Depotverwaltung und hier war besonders anziehend das Lebensmitteldepot (bei Großauheim). Und hier hatte die nachfolgende Geschichte ihren Ausgangspunkt. Ein Mann aus Hörstein hatte dort eine Anstellung gefunden wo all die Kostbarkeiten ein-, aus- und umgelagert wurden, von denen viele seiner Mitbürger nur träumen konnten. So konnte er, trotz bester christlicher Erziehung, der Versuchung nicht widerstehen, von dem ungerösteten Bohnenkaffee sorgfältig verpackt, etwas an den nahen Maschendrahtzaun umzulagern, der das Depot vom angrenzenden Ackerland trennte. Das spätere Abholen, mit dem Fahrrad war nicht schwierig. Etwas schwieriger war das Zwischenlagern bis zur Weitergabe an potentielle Intressenten. Hier kam ihm ein guter Gedanke. Er zog einen Bekannten ins Vertrauen und derselbe hatte den Schlüssel, zu der ungenutzten Wilgefortiskapelle unterhalb Hörstein. Nun fanden sie die Lösung, die Kostbarkeiten hinter dem Rücken der Heiligen auszubreiten und ihrem Schutz anheim zu geben. Daß man schon bald feststellte, daß es diese Heilige nie gegeben hat und man bei dem großen Streichkonzert in Rom, dieselbe genauso von der Liste nahm, wie den geliebten Nikolaus und einen Teil der, in Franken verehrten 14 Nothelfer, konnten die beiden nicht wissen. Während nun in sporadische Folge, hinter der Heiligen, die keine war und deshalb auch keinen Schutz gewähren konnte, weiter ein- und auslagert wurde, hatte eine Amsel die durch das Luftloch hinter dem Altar einflog, die grünen Bohnen endeckt und bediente sich manchmal. Da man aber auch im Depot von so manchem eigenartigen Schwund Kenntnis genommen hatte, hatte man die zuständigen Polizeidienststellen auf dieses Phänomen aufmerksam gemacht. Und so kam eines Tages ein aufmerksamer Polizist gerade in dem Augenblick an die Rückseite der verschlossenen Kapelle, als die Amsel wieder eine grüne Kaffebohne im Schnabel hatte. Die Folge war vorausprogrammiert. Der Heiligen konnte niemand einen Vorwurf machen. Hätte man sich vorgestellt, wie Christus im "Heiligen Rock" in Trier aussah, so hätte man ihn wohl erkannt und um seinen Schutz gebeten. Doch so nahm das Schicksal seinen Lauf. Die Kaffeenachlieferungen wurden gestoppt und der verlockende Arbeitsplatz jemand anderem übertragen.
Der 12. Juni brachte mehrere Gewitter und sehr viel Regen über unsre Heimat. Besonders viel Regen kam im August. Wobei es Probleme gab in Häusern die noch beschädigte Dächer hatten.
Am 6. August kommt es zum Abwurf einer Atombombe auf Hiroshima, da Japan noch immer nicht bereit ist seine Kampfhandlungen zu beenden. Die Folge sind 60.000 Tote und in der Stadt.  Zwei Tage später erfolgt ein zweiter Abwurf auf Nagasaki mit der gleichen verheerenden Wirkung.
1945 am 10. August kapituliert auch Japan, womit der 2. Weltkrieg beendet ist.
Am 14. September kommt es in Berlin zu einer Großkundgebung der SPD.
Am 18. September kam bei uns die Temperatur nochmal an die 30 Gradmarke.
Nach Kriegsende
übernimmt der Allierte Kontrollrat das Schloß in Wasserlos.
Am 29. September übernimmt Rudolf Niedental das Bürgermeisteramt in Alzenau.
Er war kleiner Fabrikant von Metallgegenständen und der SPD nahestehend, verehelicht und hatte zwei Kinder. Ein noch heute sehr verbreiteter Zuckerstreuer, mit dosierter Ausschüttmenge ist eine seiner Erfindungen. ( Seine Tochter verehelicht sich später in zweiter Ehe mit einem weltbekannten Glasschmuckhersteller und deren Tochter schließlich mit einem spanischen Hochadeligen.)
1945 im September wird den Angehörigen von Richard Kempf nahegelegt in das Elternhaus des vermißten Familienoberhauptes einzuziehen. Der Umzug erfolgt am 3. und 4.Oktober, bei viel Regen. Die meisten Probleme bildeten die Kaninchenställe, mit jeweils 12 "Einraumwohnungen". Sie finden ihre Aufstellung in der durch einen Brand zerstörten Scheune. Die Wohnräume im Erdgeschoß müssen erst frei gemacht werden, da sie zuletzt von einigen Damen bewohnt wurden, die dem Wohlbefinden amerikanischer Soldaten dienlich waren.
Im Obergeschoß wohnte noch die Gattin eines in russischer Gefangenschaft befindlichen Bruders von Richard Kempf mit ihren zwei Söhnen. Ihr war das muntere Treiben im Erdgeschoß nicht unangenehm, da sie dadurch manches von den Bewohnerinnen erhielt, wovon normale Bürger nur träumen konnten. Diese Zusatzeinnahmen versiegten mit dem Einzug der späteren Besitzer. Daß damit auch derjenige einzog, der später im Untergrund noch archäologische Funde bergen sollte, die bis in die Merowingerzeit zurückreichten, konnte damals noch niemand ahnen. Auch er selbst nicht.
Der Spätherbst wird dann noch ungewöhnlich mild.
1945
Am 1. November lehnt der SPD-Politiker Dr. Kurt Schumacher, in einer Rede in Kiel die Kollektivschuld und die Entindustralisierung der Deutschen ab.
Am 2. November werden noch 20 Grad gemessen.
Der Jahreswechsel war mild und fast ohne Schnee. Nur im Januar gab es wirklich Frost, der auch zu einer Eisdecke auf den Flüssen führte. Doch der Februar war wieder mild aber mit sehr viel Regen.
1946
im März findet in Hannover der erste Gewerkschaftstag statt. Wesentlichste Ergebnisse sind die Forderung nach überbetrieblicher Mitbestimmung und einem Betriebsrätegesetz.
In einer Gewerkschaftskonferenz, im August in Bielefeld, wird die Notwendigkeit von Arbeitnehmervertretern in den Aufsichts- und Kontrollorganen der Unternehmen, in gleichgewichtiger Art erkannt und zum Ziel erklärt.
Noch im gleichen Jahr übergeben die Gewerkschaften eine Denkschrift an die britische Besatzungsmacht in der sie ihre Forderung nach Mitbestimmung damit begründen, daß viele der Unternehmer, die einst Hitler mit an die Macht verholfen hatten wieder in ihren alten Funktionen tätig sind. Die Mitbestimmung wird deshalb als notwendige demokratische Sofortmaßnahme gefordert. Mit dieser Forderung haben die Gewerkschaften auch die Unterstützung der SPD und der CDU. Beide Parteien fordern die Neuordnung der deutschen Wirtschaft und die Überführung der Grundstoffindustrie in Gemeineigentum.
1946 am 7. April trennt sich die SPD Berlin vom Zentralausschuß in der sowjetischen Besatzungszone.
Am 22. April kommt es in der sowjet. Besatzunmgszone zum Zusammenschluß von KPD und SPD, als sozialistischen Einheitspartei Deutschlands SED.
Dr. Konrad Adenauer wird zum CDU-Vorsitzenden gewählt.
Der Frühling ist außergewöhnlich warm. Im April ereichen die Temperaturen mehrfach die 25 Gradmarke.
1946 einigen sich die Amerikaner und die Engländer die westlichen Besatzungszonen zum Bollwerk gegen den Kommunismus aufzubauen. Im Auftrag Trumans besucht die sog. "Braun Kommission" Deutschland und erarbeitet anschließend die Möglichkeit einer Teilung. Vordergründig wird die Schaffung einer neuen Währung vorbereitet, die das alte Notgeld ersetzen soll.
Dem etwas zu feuchten Juni folgten zwei trockene und sehr warme Sommermonate. Mehrfach wurden 35 Grad gemessen.
Am 24. August wird ein Freier Gewerkschaftsbund Hessen und am 29. August der Gewerkschaftsbund Württemberg-Baden gegründet.
In der Nacht vom 20. zum 21. September tobte, nach einem Gewitter, ein Sturm mit Windgeschwindigkeiten von 90 km/h über den Kahlgrund. Er entwurzelt Bäume und richtete Schäden an Dächern an. Ende September stiegen die Temperaturen an drei Tagen nochmal auf 25 Grad.
1946 am 17. November verkündet der US-Befehlshaber Clay die Errichtung einer gemeinsamen Verwaltung für die britische und amerikanische Besatzungszone.
1946/47 war der Winter lang, kalt und von großer Not gekennzeichnet. Er hatte bereits am 14. Dezember mit einem Kälteeinbruch, aber wenig Schnee begonnen. Nach einer Frostabschwächung zur Jahreswende, sanken die Temperaturen Anfang Januar schon wieder bis -19 Grad. Ein paar frostfreie Tage zur Monatsmitte, ließen nur kurzzeitig Hoffnung aufkommen. Nach dem 20. Januar gab es bis Ende Februar keine Erwärmung über 1 Grad am Tag.
Die kalten Winter waren die Zeit des Holzfällens im Wald und an einigen Tagen auch des Eisbrechens auf dem großen Eisteich unterhalb der Burg (jetzt Parkplatz). Die Fläche des Eisteichs gehörte zur Brauerei Stein. Sie war etwa 0,80 m eingetieft und wurde zu Winterbeginn durch einen Zulauf von der Kahl geflutet. Wenn nach einiger Zeit das Eis eine Stärke von etwa 15 cm hatte, wurde das Eis gebrochen. Dies war eine Arbeit für die Männer, überwiegend Landwirte die zu dieser Zeit weniger zu tun hatten. Von der Brauerei wurden die schweren Pferdewagen zur Verfügung gestellt. Dazu kamen noch spezielle Rutschen aus zwei eisenbeschlagenen Balken, über die dann die Eisschollen von etwa 3,50 m x 2 m auf den Wagen geschoben wurden. Die Arbeiter brachten zum Eisbrechen Äxte mit, womit sie das Eis in der richtigen Größe von der übrigen Fläche loshackten. Wenn die gehackten Rillen tief genug waren, wurde die Scholle mit einer Stange mit Eisenspitze losgedrückt und zur Rutsche gebracht. Mit vereinten Kräften wurde sie dann auf den Wagen geschafft. Sobald die erste Reihe von Schollen rausgebrochen war, gab es für die Knaben die abenteuerliche Möglichkeit eine nachfolgende Scholle als Wasserfahrzeug zur Rutsche zu bringen. Die Anwesenheit der Arbeiter brachte es mit sich, daß es keine Rangeleien gab. Alle „Anwärter“ stellten sich mit einem langen Stock an und warteten bis sie eine Scholle erhielten. Im Regelfall fanden zwei Knaben darauf Platz. Die Glücklichen stellten sich schon auf die Scholle bevor sie mit der Stange losgebrochen wurde. Es kam auch mal vor, daß ein Knabe von der Scholle rutschte und in den Teich fiel. Doch die geringe Tiefe von etwa 0,50 m hatte keine ernsthaften Folgen. Der Betroffene eilte halt nach hause und zog die nassen Sachen aus.   Je mehr Eis weggebrochen war, um so länger wurde dann die Reise. Sobald ein Wagen beladen war wurde er zum Eiskeller an der Freigerichter Strasse gebracht (jetzt Märkerstrasse). Dort wurden erneut die Rutschen angelegt, doch mit der Funktion zu Abrutschen, dies war unkompliziert. Dieses besondere Wintervergnügen dauerte allerdings nur einige Tage. Danach wurde der Eisteich wieder abgelassen. Dies geschah dorch einen Auslaß im unteren Bereich. Hierbei nutzte man den Höhenunterschied zum Zulauf, der sich oberhalb eines Wehres befand, der das meiste Wasser über einen Triebwerkskanal zu den Mühlen leitete. 
Die langen Winter brachten aber den jeweiligen Haushaltungsvorständen einige zusätzliche Aufgaben, die von Außenstehenden kaum wahrgenommen oder gar beschrieben wurden.
Die harmlosere Aufgabe war, daß er oder sie morgens früh aufstanden und im Küchenherd Feuer anzündeten. Dazu wurden am Vorabend extra "Spreiselchen" vorbereitet. Dies waren etwa fingerdicke Abschnitte von einem Holzscheit, die man neben dem Herd aufschichtete, damit sie am nachfolgenden Morgen gut trocken waren. Wenn etwa eine halbe Stunde später der Rest von der Familie aufstand, war es im Bereich am Herd, temperaturmäßig zumindest schon "überschlagen". Ein weniger großes Problem war, die kalten Nächte gut verpackt gegen den Frost zu verbringen. Am Abend wurden Ziegelsteine auf dem Kohleherd erwärmt und dann in einige Lagen Papier eingewickelt und im Rückenbereich, im Bett platziert. Wenn man später in das Nachtlager schlüpfte, schob man die wärmende Packung in den Fußbereich und schlief in wohliger Wärme ein. Im Obergeschoß unsres Hauses, gab es eine Dachstube in der ich später mein Bett stehen hatte. Die schrägen Flächen unter dem Dach waren ohne jede Wärmedämmung. Da waren nur Schilfmatten angenagelt und eine Kalkputz aufgebracht. Und wenn es draußen sehr kalt war, blieb auch im Innern die Temperatur unter der Frostgrenze. Wenn ich dann in der Frühe erwachte, hatte meine Atemluft halbkreisförmig auf dem Deckbett Rauhreif gebildet. Doch darüber machte man sich keine Gedanken. Man schlüpfte in die Kleider und ging runter in die Küche.
Zur Kleidung ist hier auch einiges anzumerken. Im Gegensatz zur heutigen Zeit, war damals die Kleidung noch körpergerecht. Jeder hatte im Winter, wenn möglich ein langes Unterhemd und eine lange Unterhose. Eine Fr. von Papritz konnte damals noch nicht den Unsinn verbreiten; daß es unschicklich sei wenn Männer lange Unterhosen tragen. Man kleidete sich im Reißverschlußprinzip. Das Unterhemd, das so lang war, daß es die Blöse bedeckte, steckte man in die lange Unterhose. Von unten kamen dann lange Wollstrümpfe, die schon ab den Knöcheln über die Unterhose, bis unter die Knie hochgerollt wurden. Dann kam das Oberhemd, das ebenfalls wieder bis an den Schritt reichte und von unten kam jetzt die lange Hose bis über die Hüfte. Und als letztes kam noch ein Pullover oder Wams, über den Oberkörper. Wenn man ins Freie mußte, wurden feste Lederstiefel angezogen, die mit Fett eingeschmiert waren, um das Eindringen von Feuchtigkeit zu verhindern. Ergänzt wurde dies noch, je nach Art der Beschäftigung im Freien, mit einer dicken Joppe und Handschuhen. In dieser Art kam man meist erkältungsfrei durch den Winter.
Die etwas seltenere Aufgabe war ganz anderer Art. Die Außentoilette, Abort oder "Plumpsklo", befand sich nicht, wie in den herrschaftlichen Häusern über einem riesigen Schacht oder gar über einem Burggraben. Sie stand neben der "Mistkaute", in der die mit Kot vermischte Einstreu der Großtiere gelagert wurde. In meisten Fällen war es in der Art ausgeführt, wie es noch immer auf manchen Grußpostkarten aus dem Alpenland dargestellt wird, mit einem herzförmigen Lichteinfall in der Türe. In dem Anwesen, in das wir nun eingezogen waren, befand sich der "Plumpsklo" im hinteren Bereich der Holzhalle. Davor war der Gänse- und darüber der Hühnerstall. Und unter diesen Ställen und dem dahinter befindlichen Raum, mit dem Loch in dem Sitz, war die Jauchegrube. Und hier wurde der Sinn des Namens Plumpsklo sogar spürbar, wenn es viel geregnet hatte. Wenn dann die Masse, die man los werden wollte, in die Jauche fiel, gab es ein Plumpsgeräusch und unmittelbar danach konnte es sein, daß man sogar eine feuchte Reaktion spürte, weil der "Jauchespiegel" hoch stand und die Grube dringend geleert werden mußte. Dies galt jedoch nicht mehr bei starkem Frost. Dann bestand nicht mehr die Gefahr einer ungewollten Befeuchtung. Aber es plumpste auch nicht. Nein nun baute sich auf der gefrorenen Oberfläche langsam ein Stalaknit auf, wie in einer Tropfsteinhöhle. Doch derselbe wuchs nicht langsam in Jahrtausenden, nein er erhöhte sich mit jedem Besuch um einige Zentimeter und wenn nicht eine Frostabschwächung, das kunstvolle Gebilde wieder in die Gesamtheit der Flüssigkeit absinken ließ, dann sah sich Haushaltungsvorstand spätestens, wenn das Zeitungspapier vom letzten Besucher schon fast die Sitzhöhe erreicht hatte, genötigt mit einem festen Werkzeug, Hacke oder ähnliches, diese Gebilde umzustoßen. Dies geschah nur selten, doch in dem langen Winter 1947 oblag diese Aufgabe unsrer Mutter.
Damals teilten sich drei Familien die 6 Räume im Haus, denn die Schwester unsres Vaters, war mit ihrer Familie von Thüringen wieder zurückgekommen und wollte in die Wohnung ihrer Mutter wieder einziehen, die sie noch vor Kriegsende mit ihrem Mann und einem Sohn verlassen hatte. Nun kamen sie zu viert, eine Tochter war noch dazu gekommen. Dies bedeutete, daß wir zusammenrückten und nun 10 Personen, die alles was von ihren Delikatessen übrig war, in dem Plumpsklo zu versenken versuchten.
Am 5. März setzte Tauwetter ein. Die Flüsse traten wieder über die Ufer. In Kälberau wurde die Kahlbrücke beschädigt. Und der neue Stalaknit in unserem Plumpsklo versank im "Meer des Vergessens". Der Mangel an ausreichender Nahrung und auch an Heizmaterial, ließ damals die körperliche Widerstandskraft weitgehend schwinden. Bei den Neugeborenen stieg die Sterblichkeitsrate bis zu 30%.
1947 am 1. Januar beginnt die gemeinsame Verwaltung der "Westzonen", trotz Protest der Sowjetregierung.
1947
im Februar stellt die CDU ihr "Ahlener Programm" vor. Darin heißt es wörtlich:
"Das kapitalistische Wirtschaftssystem ist in staatlichen und sozialen Lebensinteressen des deutschen Volkes nicht gerecht geworden. Nach dem furchtbaren wirtschaftlichen, politischen und sozialen Zusammenbruch als Folge einer verbrecherischen Machtpolitik kann nur eine Neuordnung von Grund auf erfolgen."
Diesbezügliche Gespräche mit Unternehmern führen zu keinem Erfolg.
Im April 1947 findet in Bielefeld eine Gewerkschafterkonferenz statt. Hierbei kommt es zur Gründung vom Deutschen Gewerkschaftsbund. Zum Vorsitzenden wird Hans Böckler gewählt.
Am 27. April kommt es auch in Bayern und und Südwürttemberg-Hohenzollern zur Gründung von Gewerkschaften. Und als letzter gründet sich am 2. Mai ein Allgemeiner Gewerkschaftsbund in Rheinland-Pfalz. Zu dieser Zeit haben die Gewerkschaften noch die volle Rückendeckung aller Parteien. Ihre Aufgaben sehen sie jedoch vordergründig wieder in der Linderung der Not und der sozialen Absicherung aller Berufstätigen. Ihren Aktivitäten und ständigen Kontakten zu den Besatzungsbehörden ist es zu verdanken, daß schon bald wieder die Industriebetriebe mit ihren Produktionen beginnen können. Und eine relativ geordnete Lebensmittelversorgung gewährleistet werden kann.
Die britische Besatzungsmacht wollte die im Potsdamer Abkommen der Siegermächte vereinbarte Entflechtung der Eisen- und Stahlindustrie. Hinzu kommt die vorgesehene Demontage der Kriegsanlagen und der gesamten Rüstungsindustrie. Während in der sowjetischen Besatzungszone schon eifrig demontiert wird, legen die westlichen Besatzungsmächte erst in diesem Jahr 1947 fest was demontiert werden soll. Es werden 682 Firmen aufgenommen.
Da dies die Erholung im zerbombten Deutschland verzögert hätte, ist der Gewerkschaftsbund dagegen. Er  macht sich für die Einführung der Mitbestimmung der Arbeitnehmer in den großen Unternehmen stark ( hierbei wurde eine paritätische Mitbestimmung angestrebt). Mit dieser scheinbaren Sicherung gegen die Übermacht der Industrieherren, unterbleibt die Entflechtung der Industriekonzerne. Auch die Demontage wird nicht wirklich begonnen, denn die Vorbereitung der Teilung Deutschlands durch die Westmächte war schon weit gediehen.
Der Sommer 1947 wurde zum heißesten Sommer der je registriert wurde. Im Mai wurde im Kahlgrund noch vom "Gießkannenregen" gesprochen, da es jede Woche mindestens einmal zu einem Gewitterregen kam.
Doch am 26. Mai erwärmte die Sonne auf 30 Grad. Vom 1. bis zum 4.Juni stiegen die Temperaturen auf 34 Grad.
Am 5. Juni wird ein Hilfsprogramm der USA für Europa verkündet ( Marshallplan). 
Allerdings gab es um die Monatsmitte starke Abkühlungen in der Nacht, bis zu vereinzelten Bodenfrösten. Doch Ende Juni wurde es heiß bis 37 Grad. Am 26. und 27. Juni wurden abends um 21:30 Uhr noch 28 Grad gemessen. Im Juli gab es eine leichte Abkühlung und am 20. sogar einen ganzen Tag lang Regen, auf die ausgedorrten Felder. Doch war dies der letzte für viele Wochen. Die weiteren Julitage ließen mit 37 Grad wieder alles verdorren was sich etwas erholen wollte. In dieser Zeit mußten sich alle Tierhalter um Futter für ihr Vieh bemühen. Auch unsre Mutter mußte für die etwa 30 Kaninchen, täglich die nötige Futtermenge herbeischaffen.
Wir waren damals erstaunt, daß an einem Apfelbaum der östlich an der Abzweigung der Strasse zum Oberwald, zur Strasse zum Kirchberg (noch immer) steht, die Äpfel an der Strassenseite alle braun wurden, als wären sie am Faulen. Doch als wir einen abgefallenen mal aufnahmen, stellten wir fest, daß er gebraten war. Es waren Bratäpfel mitten im Hochsommer.
Die anhaltende Dürre führte auch zu Schwierigkeiten bei der Wasserversorgung. Quellen versiegten und die Bäche und Flüsse führten nur noch wenig Wasser. Wir Kinder hatten Freude daran Fische, Krebse und Aale in der Kahl zu fangen. Da wir nichts damit anzufangen wußten entließen wir sie meist wieder in die Freiheit. Der endlose Sommer dauerte noch bis Mitte Oktober. Am 9. Oktober stieg die Temperatur noch auf 25 Grad, doch vom 13. bis zum 16. sanken die Werte um 10 Grad und am 19. Oktober gab es schon Nachtfrost.
Der nachfolgende Winter war sehr mild und hatte nur wenige Frosttage.
Doch die Regenmengen die vom November 1947 bis Ende Februar 1948 niedergingen, waren doppelt so viel, wie normalerweise im Kahlgrund in diesem Zeitraum niedergehen. Natürlich waren auch wieder Schäden, durch Hochwässer und Wolkenbrüche zu beklagen, doch irgendwie mußte es weitergehen.   
1948 am 28. Januar nimmt die "Bizonale Behörde" ihre Arbeit auf.
Am 20. März bricht der Kontrollrat die Verhandlungen über eine gesamtdeutsche Währungsreform mit den sowjetischen Kollegen ab.
Im geheimen wurde schon die Deutsche Mark gedruckt und geprägt. 
Die zweite Aprilhälfte läßt die Temperaturen schon wieder auf hochsommerliche Werte bis 28 Grad ansteigen. Doch der Mai brachte viel Regen war aber warm. Eine starke Verbreitung der Kartoffelkäfer ( =Koloradokäfer, sie waren angeblich als biologische Waffe, im letzten Kriegsjahr von der amerikanischen Luftwaffe abgeworfen worden) veranlaßte die Gemeinden, die Schulklassen mit ihren Lehrern zum Absammeln der Käfer, ihrer roten Larfen und den Eiern, auf der Unterseite der Blätter, auf die Felder zu schicken. Für uns Kinder war dies eine gute Abwechslung, da es an diesen Tagen auch keine Hausaufgaben gab.
Am 1. Mai wird Michael Antoni wieder zum Bürgermeister in Alzenau gewählt.
1948, am 21. Juni kommt es für alle Bürger der westlichen Besatzungszonen, einschließlich Westberlin zur Ausgabe von 40 DM je Person. Das alte Geld war damit in den Westzonen entwertet. Große Barvermögen wurden 10:1 abgewertet.
Nun waren über Nacht plötzlich wieder die Schaufenster voll. Auch bei dem Eisenwaren- und Geschirrhandel Erbacher wurden Sachen sichtbar, die den Einmarsch der Siegermächte in der Scheune in Hörstein überdauert hattten.
Die Verwaltungen der russischen Besatzungszone traf diese Währungsreform unvorbereitet. Nun hätte jeder aus dem Westen nach Berlin kommende Bürger, mit einem Sack im Westen wertlosen Geldes, in Ostberlin beliebig einkaufen können.
In ihrer Bedrängnis blockierten die Russen ab dem 24. Juni alle Zufahrten nach Berlin und sperrten die Zugänge von Westberlin zum Ostteil der Stadt durch einen Stacheldrahtzaun.
Die Blockade, nötigte die westlichen Besatzungsmächte zu der sogenannten Luftbrücke.
Dies bedeutete, daß alle notwendigen Lebensmittel und Gebrauchsgegenstände nach Westberlin eingeflogen werden mußten.
Inzwischen wurden auch für die russische Besatzungszone neue Zahlungsmittel geschaffen und die Eigenständigkeit vorbereitet.

Der Sommer war warm aber mit mehr oder weniger starken Regen und Gewitterschauern.
Die Ernten fielen gut aus und sogar im Wald gab es außer den Beeren auch viele Speisepilze.
Am 16. August lehnen die britischen und amerikanischen Militärgouverneure den Beschluß des nordrhein-westfälischen Landtages ab, den Kohlebergbau zu sozialisieren. Außerdem wird das hessische Betriebsrätegesetz abgelehnt.
1948 kommt es zur Übergabe des Wasserloser Schlosses an Bayern.
1948/49 war der Jahreswechsel frostig, jedoch nur bis -12 Grad. Der Februar war schon sehr mild, bei vereinzelten Nachtfrösten. Der März begann im Kahlgrund mit einem Sturm bei Windgeschwundigkeiten bis 90 km/h, der viele Ziegel von den Dächern wehte und Bäume entwurzelte. Nach einem mehrtägigen Kälteeinbruch, stiegen die Temperaturen auf frühlingshafte Werte. Ende März stiegen die Temperaturen weiter und am Ostermontag, 18. April hatten sie die 30 Gradmarke erreicht.
1949 am 2. Mai verhandeln die Westallierten mit den Sowjets um die Beendigung der Blockade Berlins.
1949
am 11. Mai werden die "Korridore" von den Westzonen nach Berlin wieder freigegeben.
Nach der ersten Hitzewelle im April folgte im Mai nochmal eine Abkühlung mit Nachtfrösten und Regen mit Schnee vermischt.
1949 vom 23. Mai bis 20. Juni findet in Paris eine Außenministerkonferenz der vier Großmächte statt, betreffend die Zukunft Deutschlands. Durch die Ablehnung der von den Sowjets geforderten gesamtdeutschen Regierung, durch die Westallierten kommt es zu keiner Einigung.  
Zeitgleich mit dem Beginn, am 23. Mai wird die Bundesrepublik Deutschland bekannt gemacht, indem das von den Länderparlamenten ratifizierte vorläufige Grundgesetz verkündet wird ( Die Teilung Deutschlands war vom Westen vorbereitet).
Am 30. Mai wird die russische Besatzungszone als Deutsche Demokratische Republik zum eigenen Staat erklärt.
Ein markanter Unterschied der nun geschaffenen zwei deutschen Staaten war, daß Rußland nun mit seinen Reparationsforderungen auf das flächenmäßige Drittel, unter seinem Einfluß beschränkt wurde. Wobei sich in diesem Teil fast keine Schwerindustrie befand.
Im Gegensatz zu den zwei Drittel unter westlichem Einfluß, mit mehr als 100 Hochöfen, sollen in der russischen Besatzungszone nur 7 existiert haben. Hinzu kam die komplette Demontage (und Verlagerung nach Russland) aller Fertigungsanlagen aus der DDR, als Teil der Kriegsschuldentilgung, gemäß dem Potsdamer Abkommen.
Der Sommer war wechselhaft aber sehr trocken. Die Ernteerträge waren dürftig. Der Schuljahrgang 1934/35 wurde entlassen und auch der Verfasser befand sich ohne Ausbildungsplatz im Land des "Wirtschaftswunders". Es gab weder eine Berufsberatung noch genügend Ausbildungsplätze. Und Berufswünsche waren Illusionen. Er bewarb sich in einem Malerbetrieb, doch hielt ihn der Inhaber für zu schwach. Die Bewerbung als Schriftsetzer in einer Druckerei war zwar erfolgreich, doch die Handwerkskammer lehnte den Lehrvertrag ab, da der Inhaber schon 70 Jahre war und der Juniorchef noch keine Meisterprüfung hatte. Nun war er wieder zu Hause. Sein älterer Bruder war inzwischen im zweiten Jahr als Gärtnerlehrling tätig. Doch sollte er diese Ausbildung bald aufgeben und erst einige Jahre später in Aschaffenburg fortsetzen.
Am 14. August sind die ersten Bundestagswahlen. Die nachfolgende Mandatsverteilung ist:
CDU 139, SPD 131, FDP 52, KPD 15, Bayernpartei 17, Deutsche Partei 17 und noch 11 für Splittergruppen.
Am 12. September wird Theodor Heuss (FDP) zum Bundespräsident gewählt.
Am 15. September wird Konrad Adenauer zum Bundeskanzler gewählt. 
Am 7. Oktober wird Wilhelm Pieck zum Präsidenten der DDR gewählt. Otto Grotewohl wird Ministerpräsident und Walter Ulbricht stellvertretender Ministerpräsident.
Am gleichen Tag wird die DDR-Verfassung verkündet. Darin wird Berlin als Hauptstadt der DDR bestimmt.
Unabhängig von der stets beteuerten deutsch-sowjetischen Freundschaft mußten die Bürger der DDR die gesamten Reparationsleistungen von 25 Milliarden an die Sowjetunion erbringen.
Im Gegensatz dazu hatte man in den Westzonen die Demontagen bald eingestellt. Alle Reparationsforderungen zurückgestellt und stattdessen Kredite für Wiederaufbau gegeben. Auf die Zerschlagung der Wirtschaftskonzerne wurde auch weitgehend verzichtet, im Gegensatz zu den früheren Vereinbahrungen der Siegermächte. Der mit der Marschallplanhilfe beginnende Aufschwung und der enorme Bedarf an Wohnraum und Gebrauchsgütern, bietet einen Markt für Produkte aller Art. Hinzu kommt der immense Arbeitskräftebedarf für den Wiederaufbau der zerstörten Städte.
Der besondere Status von Westberlin, inmitten der DDR, veranlaßt Konrad Adenauer zu seiner Ausblutungstheorie. Er sieht Westberlin als "Dorn im Fleisch des Ostens" und präzisiert seine Theorie mit den Worten: "Berlin soll ein Schaufenster des Westens werden und alle arbeitsfähigen Menschen aus der sowjetischen Besatzungszone zum Abwandern in den Westen verlocken. So wird in absehbarer Zeit die ganze Ostzone,wie eine reife Frucht in den Schoß des Westens fallen."
Daß dies genau 40 Jahre später sogar eintreten würde, konnte er damals nicht ahnen. Doch ist anzunehmen, daß er sich wohl im Grab noch vor Begeisterung auf die Schultern klopfte.
Zur Verfassung der Bundesrepublik ist anzumerken, daß nach § 14, Abs. 2, Eigentum dem Wohl der Allgemeinheit dienen soll. Doch wurde diese Verpflichtung in der nachfolgenden Zeit nie angesprochen. Der gegenwärtige Umgang mit großem Vermögen und Firmen, zum Nachteil großer Bevölkerungsteile, die verarmen und verelenden ist grundgesetzswidrig!
Die unterschiedliche Entwicklung der beiden deutschen Teilstaaten ist in den Zielsetzungen begründet. Im Westen steht im Vordergrund die Befriedigung des Einzelnen, mit Gütern aller Art. Als die Bedarfe weitgehend befriedigt waren, begann man mit Werbung für Produkte über den Bedarf hinaus, was oft zu langjähriger Verschuldung führte.
In der DDR war die kollektive Sicherung der Bevölkerung der Schwerpunkt. Dies bedeutete unter Zurückstellung individueller Wünsche, die Bereitstellung preiswerter Wohnräume und Befriedigung der Grundbedürfnisse. Die Schaffung von Arbeitsplätzen an den Wohnorten. Die Vorgabe von Berufsausbildung entsprechend den örtlichen Arbeitsbedarfen. Diese Einschränkungen der persönlichen Freiheit wurde von den Nachkriegsgenerationen als Unfreiheit bewertet. Obwohl die Sicherheit vor Arbeitslosigkeit und Verelendung von den Alten geschätzt wurde.

Doch all dies kümmerte die Menschen wenig. Der Rest des Jahres verlief bei uns weiterhin trocken. Erst Ende Oktober begann es zu regnen, doch jetzt schon wieder zuviel.
Am 6. November fiel der erste Schnee.
1949/50 war die Jahreswende mild und der Verfasser hatte noch immer keinen Ausbildungsplatz. Er besuchte einmal in der Woche eine allgemeine (Berufs-)Schule.
Da kam in der zweiten Januarwoche ein ehemaliger Mitschüler und hörte von seinem Problem, ganz spontan sagte er: "Komm in die Marienhütte und lern Former, mir sind ein ganzer Haufen."
Am nachfolgenden Tag fuhr er mit seinen relativ guten Zeugnissen nach Großauheim und bewarb sich um einen Ausbildungsplatz als Former. Hier ist anzumerken, daß er in der Klasse immer einer der zwei kleinsten war und Former war ein "Schwerstarbeiterberuf". Doch dem Mann, mit dem er das Einstellungsgespräch führte, gefiel offensichtlich sein Zeugnis.
1950 am 16. Januar beginnt Werner Bernhard Kempf eine Formerausbildung in der Eisengießerei Marienhütte in Großauheim.
Am gleichen Tag wurde das Elternhaus von Richard Kempf auf die Familie Anna Kempf notariell übertragen.
Nun mußten die neuen Eigentümer die väterlichen Geschwister "ausbezahlen". 2.500 DM waren damals viel Geld. Mit dem Verkauf von einem Garten im Hauck ind einem Acker bei Dettingen konnten zwei Anteile gleich ausgezahlt werden. Die anderen Onkel waren mit Ratenzahlungen einverstanden.
Im Januar herrschte durchgehend Nachtfrost.
Am 24. war ein Polarlicht zu sehen. Hier ist anzumerken, daß diese Schönheit im Winter kaum von jemanden wahrgenommen werden, da um diese Zeit jeder am wärmenden Herd sitzt oder gar schon im Bett liegt.
Am 31. Januar beginnt Regen und Tauwetter. Der Abend des 20. Februar läßt erneut ein Polarlicht sichtbar werden. Ende Februar kommt es nochmal zu einem Frosteinbruch bis zum 3. März, doch tagsüber beginnt es verstärkt zu tauen.
Anzumerken ist zum Beginn der Ausbildung des Verfassers zum Former, daß er schon kurze Zeit später Mitglied in der Industrie Gewerkschaft Metall wurde.
Der Frühling war wechselhaft. Doch der Juni brachte warmes Wetter. Am 16. gab es wieder einmal ein Unwetter, wobei die Bembelgleise am Hauptbahnhof 80 cm hoch mit guter Heimaterde überdeckt wurden. In Kahl schlug der Blitz in ein Trafohäuschen und brachte im ganzen Kahlgrund für mehr als 2 Stunden Stromausfall.
Am 25. Juni mußten mehrere Feste wegen Unwetter abgebrochen werden.
Den heftigsten Sturm des Jahres erlebten die Menschen am westlichen Spessart am 22. Juli.
Doch all diesen Unwettern zum Trotz gab es gute Ernteerträge.
Hier ist einzufügen, daß zu dieser Zeit schon die meisten Mängel der Kriegszeit behoben waren und wir uns am sog. Wirtschaftswunder beteiligten. Das ganze Wunder jener Zeit bestand in dem Bestreben zumindest mal den Stand der Vorkriegszeit zu erreichen. Dies bedeutete genug zu essen, eine Wohnung, einen Arbeitsplatz und eventuell noch ein Fahrrad, mit dem man zur Arbeit oder am Wochenende auch mal in die Umgebung fahren konnte.
Im Mai 1950 veröffentlichen die westlichen Allierten das Gesetz N.r 27 "Zur Umgestaltung des deutschen Kohlebergbaus und der Eisen- und Stahlindustrie", das die übermäßige Konzentration wirtschaftlicher Macht beseitigen und die Entwicklung eines Kriegspotentials verhindern und gleichzeitig verhüten soll, daß jemand, von dem bekannt ist oder bekannt wird, daß er die agressiven Bestrebungen der nationalsozialistischen Partei gefördert hat, in eine Stellung zurückkehrt, in der ihm Vermögens- und Kontrollrechte zustehen.
Das Bundeswirtschaftsministerium sollte eine Durchführungsverordnung ausarbeiten.
Die Gewerkschaften erfahren, daß man die Mitbestimmung bei der Eisen- und Stahlindustrie wieder abschaffen will, da sie mit der Verabschiedung des Grundgesetzes, der Kompetenz der deutschen Regierung zufallen würde. Bei den Gewerkschaften läuten die Alarmglocken.
Als im Herbst die Umsetzung des Gesetzes Nr. 27 ansteht tendiert die Regierung dazu die unter dem Einfluß der Besatzungsmächte zustande gekommene Mitbestimmung fallen zu lassen. Doch die Gewerkschaften drohen mit einem Streik ab 1. Februar 1951, falls die Mitbestimmung bei Kohle und Stahl, in einer vom DGB modifizierten Form nicht angenommen würde. In mehreren Verhandlungen mit allen Zuständigen, mehrfach im Beisein von Konrad Adenauer, konnte die Gewerkschaft die Mitbestimmungsrechte der Arbeiter sichern. Der angedrohte Streik war abgewendet.
1950 im Juni kommt es im fernen Korea zu Spannungen zwischen Nord und Südkorea. Auch dieses Land ist nach seiner Befreiung von Japanischer Besatzung ein geteiltes Land. Der Norden ist kommunistisch orientiert und der Süden wird von den Amerikanern als Stützpunkt genutzt, vergleichbar Westdeutschland. Nachdem Nordkoreaner die vorgegebene Trennungslinie, den 38. Breitengrad überschritten haben, greift das amerikanische Militär ein und drängt sie wieder zurück. Nach einem nie ganz geklärten Zwischenfall, im Golf von Tonking kommt es zum "Koreakrieg".
Dieser Krieg führt zum "Korea-Boom" in der deutschen Wirtschaft.
1950 am 19. September sprechen sich die Außenminister von USA, Großbritanien und Frankreich, in der Konferenz in New York, im Interesse der Veteidigung der freien Welt, für die Wiederbewaffnung von Westdeutschland aus.
Am 16. Oktober kommt es zur Einstellung des Bus- und Strassenbahnverkehrs zwischen West- und Ostberlin, nachdem eine westberliner Schaffnerin, wegen einer Straftat im Ostsektor verhaftet wurde.
Der Ministerpräsident der DDR, Grotewohl schlägt am 30. November, dem Bundeskanzler Konrad Adenauer die Bildung eines paritätischen deutschen Rates und die Vorbereitung für Wahlen zu einer gesamtdeutschen Nationalversammlung vor.
1951 begann nach einem schneereichen Dezember, mit Tauwetter. Im Januar gab es nur 6 Nächte mit Frost. Nees und Kehrer schreiben in ihrer Wetterchronik: "Der Winter 1950/51 endete mit dem 1. Januar."
Doch unabhängig von dem milden Winter erscheint ein Blick in das wesentlichste Verkehrsmittel, für die berufstätigen Bewohner aus dem Kahlgrund angebracht. Die "Bembel" wie sie liebevoll genannt wurde, begann in der Frühe ihre Fahrt in Schöllkrippen. Doch bevor es los ging, wurden im Winter außer der Lokomotive, auch in allen Personenwagen, die dort befindlichen Kohleöfen angeheizt. So fanden die Benutzer schon beim Betreten der Waggons eine "warme Stube" vor. Viele Arbeiter hatten da, aus dem Hutzel- oder dem Besengrund schon einen langen Fußweg hinter sich und nicht selten kalte Füsse. In dem Wagen rückte man dann eng zusammen und wärmte sich noch gegenseitig. Sobald die dicke Winterkleidung die "Kältestarre" verloren hatte, begann sie ihre indeviduellen Düfte zu verströmen. Bei Vielen die in der Frühe schon ihr Vieh gefüttert hatten, war dies am eindeutigen Stallgeruch zu erkennen. Bei Manchen die nur Kleinhäusler waren und die Überkleidung im ungeheizten Flur hängen hatten, roch die Jacke leicht muffig. Dazu kamen noch die eigenen Ausdünstungen, denn bei den meisten Bewohnern des Kahlgrundes und der restlichen Republik, war einmal Baden in der Woche der Höhepunkt aller Körperpflege. Und wenn man dann in Alzenau, in so einen duftgeschwängerten Waggon eintrat, wurde man von allen Gerüchen des Kahlgrundes empfangen. Es war Heimatkundeunterricht der ganz besonderen Art. Doch er festigte irgendwie auch die Widerstandskraft des Körpers.
Am 15. Februar wird mit der Einrichtung des Bundesgrenzschutzes begonnen.
Am 16. Februar stirbt der Gewerkschaftsführer Hans Böckler.
Im März kommt es zu mehr Frosttagen, als in den ersten zwei Monaten. Am Ostersonntag betrug die Nachmittagstemperatur 1 Grad und am Ostermontag, 26. März, fiel sogar Schnee.
Am 21. Mai tritt das Mitbestimmungsgesetz für Kohle und Stahl in Kraft.

Am 26. Mai richtet ein Gewittersturm im Kahlgrund und im Kinzigtal schwere Verwüstungen an. Im Juni mußten wegen Gewitter und Sturm wieder einige Festveranstaltungen abgebrochen werden. Die Sommermonate waren relativ normal und brachten eine gute Ernte.
1951 konnte der Verfasser erstmals die zwei Seiten eines Arbeitskampfes ( Streik ) erleben.
Da er als Lehrling, auch während des mehrwöchigen Streiks, regelmäßig in die Marienhütte zur Arbeit fuhr, sah er dort wer von den Arbeitern, trotz des gewerkschaftlichen Streikaufrufes, am arbeiten war. Es waren nur wenige und ihr tun hatte, in der Gießerei, für die Arbeitgeber mehr symbolische Bedeutung als Nutzen. Als Lehrling mit viel Freizeit während der Streiktage im Betrieb, erlaubte er sich an einen der Arbeiter die Frage zu richten, warum er nicht auch streike wie all die andern? Der Ärmste unterbrach kurz seine Arbeit und begründete sein Verhalten damit, daß er eine Familie mit vier Kindern habe und einige Ratenzahlungsverpflichtungen nachkommen müsse. Den monatlichen Beitrag für eine Gewerkschaftsmitgliedschaft, habe er schon lange nicht mehr zahlen können, da er jeden Pfennig brauche.
Hier wurde sichtbar, wo Menschen am schwächsten sind. Wenn man ihnen Verpflichtungen auferlegt, kann man ihnen jede Selbstbestimmung nehmen. Hierbei zeigte sich das Ungleichgewicht alle Arbeitskämpfe: Während der Arbeitgeber immer ein dickes finanzielles Polster hat und gegenenfalls sogar auf andere Arbeitswillige zurückgreifen kann, hat der Arbeiter nur seine Arbeitskraft die er an irgendjemanden verkaufen muß, um seine Grundbedürfnisse zu erhalten: Wohnung, Nahrung u.s.w.
Schon der französische Sonnenkönig soll seine ganzen Höflinge dadurch in Abhängigkeit gebracht haben, daß er einen derart aufwendigen Lebensstil vorschrieb, daß derselbe ihre gesamten Einkünfte aufsog. So mußten sie ständig um seine Gunst bemüht sein um nicht ihre Existenzgrundlage zu verlieren.
Am 9. Juli wird von den Westmächten der Kriegszustand mit Deutschland für beendet erklärt.

1951 am 23. Juli wird die Gemeinde Alzenau zur Stadt erhoben.
Am 25. Juli läßt der Magistrat von Ostberlin eine Grenzsperre in Berlin errichten.
Der 30. August war mit 33 Grad, der heißeste Tag des Jahres. Auch der Herbst war noch sehr schön. Erst in der zweiten Oktoberhälfte kühlte es ab. Doch blieb auch noch der November sehr mild. Erst ab Mitte Dezember kamen winterliche Temperaturen.
1951 kommt es zur Übertragung des Wasserloser Schlosses an den Landkreis Alzenau und Nutzung als Kreiskrankenhaus.
1952 beginnt mit Südwestwinden, die am 2. Januar mit Geschwindigkeiten von 75 km/h die Schneereste zum schmelzen bringen. Die nachfolgende Zeit ist bis zum 11. Februar durch häufige Regenfälle geprägt. Die weiteren Februartage waren frostig und mit so viel Schnee, daß er manche Spessartgemeinden, zeitweise von der Außenwelt abschloß.
Nach einer Milderung im März, meldet sich der Winter am 29. nochmal mit Schnee zurück, der in höheren Lagen noch bis in die ersten Apriltage liegen bleibt.
Am 5. April beginnt ein Temperaturanstieg der an mehreren Tagen schon die 25 Gradmarke erreicht. Der Sommer wurde sehr trocken und heiß. Der 2. Juli war mit etwas über 39 Grad, der heißeste Tag des Jahrhunderts.
1952 müssen die Gewerkschaften einen schweren Rückschlag hinnehmen.
Das vom Kontrollrat erlassene Betriebsrätegesetz, soll durch ein deutsches ersetzt werden.
Die Gewerkschaften arbeiten einen Entwurf aus, der neben der politischen, auch die wirtschaftliche Demokratie ( Mitbestimmung in allen Wirtschaftsbereichen) anstrebt. Doch die christlichen Parteien hatten sich längst vom Ahlener Programm getrennt und die SPD wäre als Bremser diffamiert worden, wenn sie die Vorstellungen der Gewerkschaften zu sehr verteidigt hätte. Die alten Wirtschaftskapitäne waren schon wieder am Ruder und in der Politik durch ihre Lobbiisten vertreten. Einen kritischen Brief von Christian Fette, dem Nachfolger von Hans Böckler, an Konrad Adenauer, beantwortet derselbe mit dem Hinweis: "Im kommenden Jahr werden Neuwahlen stattfinden. Hier bietet sich dem Deutschen Gewerkschaftsbund eine Möglichkeit, auf dem in unsrer Verfassung vorgesehenen Wege seine Auffassung über eine einheitliche und fortschrittliche Betriebsverfassung durchzusetzen."
So wurde am 19. Juli 1952, mit 195 Stimmen dafür, 139 dagegen und 7 Enthaltungen, ein Betriebsverfassungsgesetz verabschiedet, das keine der gewerkschaftlichen Forderungen berücksichtigte.

Nach einem trockenen Sommer kommt ein ungewöhnlich nasser Herbst, der keine Bestellung der Felder mehr ermöglicht. Am 13. Oktober fielen schon vereinzelt Schneeflocken.
In Alzenau kam es am 9. November zu einer Schneedecke die sogar einige Zeit liegenblieb. 
Am 13. Dezember führte ein schwerer Strm zu großen Schäden. Bei Windgeschwindigkeiten bis 90 km/h drückte er sogar manche Fenster ein und brachte sogar Scheunen zum Einsturz.
Nach einer kurzen Temperaturabsenkung mit Schneefall am 17. Dezember, begann am 21. Regen der mit der Schneeschmelze zum größten Hochwasser des Jahrhunderts führte. Im ganzen Kahgrund, von Schöllkrippen bis Kahl mußten die Bewohner gegen die Überflutungen, mit allen Begleiterscheinungen ankämpfen. Mit den Folgeschäden war man noch lange Zeit im neuen Jahr beschäftigt. Von Weihnachtsstimmung war bei den Betroffenen kein Hauch zu spüren.
1953 begann mit Frost. Am 2. Januar begann der Schneefall und drei Tage später lagen schon über 20 cm. Die Nachttemperaturen sanken auf -10 Grad. Die Schneedecke blieb bis zum 23. Januar. Eine Milderung ließ den Schnee wegtauen, doch am Monatsende begann eine weitere Kälteperiode mit Graupel und Schnee. Hinzu kamen Grippewelle, die mehr als die Hälfte der Bevölkerung erkranken ließ. Da die Kinder besonders stark betroffen waren, fiel in einigen Gemeinden sogar der Schulunterricht für mehrere Tage aus.
1953 am 30. Januar verstirbt Helene, die Witwe von Peter Josef Trageser, dem Pionier des Obstbaus im vorderen Kahlgrund. Nach ihrem Tod wird der Baumschulbetrieb aufgegeben. Durch die Veränderungen der Nachkriegszeit mit dem zunehmenden Import von Südfrüchten verlor der Obstbau langsam an Bedeutung. Später wird auch die gemeindeeigene Obstbauversuchsanlage im Rupprich aufgegeben. Damit ging eine Epoche zu Ende die ganz wesentlich von Peter Josef Trageser geprägt wurde. Bedauerlicherweise gibt es bisher noch nichts was an ihn erinnert. Es wäre angebracht die Strasse an seinem Anwesen, die bisher den nichtssagenden Namen „Zum Oberwald“ trägt, in „Peter Josef Trageser Strasse“ umzuwidmen.
Am 22. Februar war der Winter überwunden und es begann eine Schönwetterperiode, die nur von einem Regentag unterbrochen wurde. In einigen Märznächten gab es zwar noch Frost, doch am Tag kletterten die Temperaturen auf 20 Grad.
1953 Nach Abschluß der Formerausbildung bekommen nur der Verfasser und ein weiterer "Junggeselle" von elf, die ihre Facharbeiterprüfung bestanden hatten, eine Beschäftigung in dem erlernten Beruf. Inzwischen hatte er sich größenmäßig, auch noch zu einem "normalen Menschen" entwickelt. Einige der übrigen Facharbeiter gehen als Heizer zur Bahn. Andere müssen mit geringer bezahlten Tätigkeiten zufrieden sein.
Zwischenzeitlich erkannte er durch eine unbedeutende Anmerkung, in dem, ein Jahr zuvor erschienen "Buch der Natur", von Dr. Fritz Kahn, daß man auch von klugen Männern nicht alles was sie sagen als sicher übernehmen kann. In den Hinweisen auf Aberglauben im zweiten Band, erwähnte Kahn auch das "in die Hände spucken" von Arbeitern, vor dem Zugriff an Werkzeuge. Da er selbst schon oft beim Holzhacken in die Hände gespuckt hatte und die bessere Haftung der Handflächen am glatten Stiel kannte, sah er die Unkenntnis des Verfassers in den einfachen Dingen des Lebens.
Nebenbei bildet er sich in VHS-Kursen in Zeichnen und Mathematik weiter.
Der Koreakrieg-Boom war abgeflaut und das sog. Wirtschaftswunder begann empfindlich zu schwächeln. Doch die anhaltenden Bedarfe an Arbeitskräften in der Industrie, hatten es den Gewerkschaften ermöglicht, im Verlauf der Jahre immer relativ gute Lohnerhöhungen zu erreichen. Dies ermöglichte eine allgemeine Anpassung an steigende Bedürfnisse in allen Bereichen. Und nun kam nach der Sättigung der nachkriegsbedingten Mängeln, die erste große Welle der Werbung. Vertreter von allen möglichen neuen Produkten, vordergründig Haushaltsgeräte gingen von Haus zu Haus und verkauften Staubsauger, Küchenmaschinen und Haartrockenhauben. Begleitend wurde für Waschmaschinen, Kühlschränke, moderne Rundfunkgeräte und noch vieles mehr geworben. Manches erleichterte sogar das Leben.
Ein großer Markt waren Verkehrsmittel für den Indevidualverkehr. Motorräder waren ein Traumziel für jeden Arbeiter, der eine etwas größere Entfernung zurückzulegen hatte.
Im Schatten der allgemeinen Verbesserung der arbeitenden Bevölkerung, erkennen die verantwortlichen Gewerkschafter, daß sie in ihrem Einfluß immer mehr zurückgedrängt werden.
Diese neue Mobilität mit den Motorrädern hatte natürlich ihren besonderen Reiz und bot auch manchem guten Liebhaber Ansehen bei jungen Frauen. So kam es zu dieser Zeit für einen Geschäftsmann aus Alzenau zu einem erfreulichen Vergnügen, bei einem Fest im Kahlgrund.
Er hatte es geschafft, daß eine nette Dorfschönheit auch einmal auf seinem Motorrad mitfahren wollte. Das schöne Wetter ermöglichte es in einer Waldlichtung eine Pause einzulegen und froh gestimmt erhörte sie schließlich sein Verlangen nach "Vertiefung" ihrer Bekanntschaft. Wohlig und entspannt fuhren sie später wieder an den Ort des Festes. Und erst als er wieder weg war wurde ihr bewußt, daß sie noch nicht mal seinen Namen wußte. Dies war zwar noch nicht schlimm, doch peinlich wurde es nach einiger Zeit, als sie feststellen mußte, daß die allmonatliche Unpäßlichkeit ausblieb. Und noch schlimmer, daß sie auch keinem andern Mann zu dieser Zeit ihre Gunst gewährt hatte. Schließlich war es nicht mehr zu verheimlichen und ein neuer Erdenbürger erblickte das Licht der Welt. Bedauerlich nur, daß die Mutter nichts weiter von dem Erzeuger wußte, als die Tatsache, daß er ein Motorrad fuhr. Mit dem Mut einer entäuschten jungen Mutter nahm sie eine außergewöhnliche Spurensuche auf. Sie sah täglich in der Tageszeitung nach, wo ein Mann mit einem Motorrad verunglückt war und machte sich dann auf den Weg ins jeweilige Krankenhaus. Der Verursacher ihrer Spurensuche hatte den schönen Nachmittag vielleicht schon lange vergessen. Er war ein angesehener Geschäftsmann und hatte Familie. Doch dann kam der Tag an dem er mit seinem Fortbewegungsmittel verunglückte und in das Kreiskrankenhaus in Wasserlos eingeliefert wurde. Und wieder begab sich die ledige Mutter auf die Spurensuche und diesmal wurde sie fündig. Welch eine Freude bei ihr und welcher Schock für ihn! Nun bekam das Kind endlich einen (Zahl-) Vater und er hatte außer der Nachzahlung der Alimente, auch noch die roten Ohren für die Erklärung gegenüber seiner lieben Gattin zu verkraften. Ja das Leben und Zusammenleben vor dem Berg Welmisheim hatte schon Licht- und Schattenseiten.
Ein anderes mit den Motorrädern auftretendes Problem, waren die oft noch unzureichenden Strassenverhältnisse und das Unterschätzen der Gefahren. So mußten schon bald Familien, auch in Alzenau den Unfalltod von Söhnen beklagen, die eigentlich nur den Rausch der Geschwindigkeit genießen wollten. Viele der Hauptstrassen hatten erst einige Jahrzehnte zuvor, eine Fahrbahn mit Blaubasaltpflasterung erhalten (z. B. die B 8). Um diese Fahrbahnen relativ trocken zu halten, wurden sie mit einer leichten Wölbung nach beiden Seiten gepflastert. Dies ließ bei Regen das Wasser an die Fahrbahnränder ablaufen. Leider barg diese Wölbung, bei Kurven eine tötliche Gefahr. So auch in der Strasse zwischen Kälberau und Alzenau Ortsmitte.
1953 im Mai kam es vom 16. bis zum 26. zu der hochsommerlichen Temperatur von 30 Grad.
Der Sommer war sehr warm und viele Unwetter belasteten die Bevölkerung.
Im Sommer erlaubt sich der Deutsche Gewerkschaftsbund, anläßlich der Bundestagswahl einen Aufruf zu veröffentlichen, der sich kritisch mit dem Betriebsverfassungsgesetz auseinandersetzt und zur Wahl einer besseren Regierung aufruft. Adenauer reagiert entrüstet, ungeachtet seines Briefes vom Vorjahr, sieht er in diesem Aufruf die Neutralitätspflicht der Gewerkschaften verletzt. Doch ungeachtet des Aufrufs und der Entrüstung von Adenauer, glaubt die Masse der allgemeine Wohlstand sei auf die gute Wirtschaftspolitik von LudwigErhard aufgebaut. Die Bevölkerung will von der Weltpolitik und ihren Einflüssen nichts wissen und die christlichen Parteien gewinnen noch mehr an Wählerstimmen.
Der 2. September erreichte mit über 33 Grad den höchsten Wert des Jahres.
Am 4. Dezember wurden nochmal 17 Grad gemessen.
Ab dem 18. Dezember konnte man den kommenden Winter sehen. Starker Rauhreif setzte sich an den Bäumen fest und ließ eine Traumlandschaft entstehen.
1954 begann mit Dauerfrost. Ab dem 3. Januar fiel leichter Schnee, der bis zum 10. eine Decke bis zu 22 cm Höhe bildete. Ein kurzer Temperaturanstieg ließ jedoch den Schnee wegtauen. Am 3. Februar verschärfte sich der Frost wieder, bei starkem Nordostwind und ließ bald alle Wasserläufe erstarren. Selbst der Rhein soll in ganzer Länge eine geschlossenen Eisdecke getragen haben. Das Fehlen von Schnee ließ den Frost bis 80 cm in den Boden eindringen.
Der Frühling begann sehr spät. Im April fiel nochmal Schnee der dann langsam in Regen überging. Im Sommer waren wenig schöne Tage. Nur an zwei Junitagen stieg die Temperatur auf 33 und 34 Grad. Der Juli war kühl und naß und vom 4. bis 24. August gab es nur einen regenfreien Tag. Auch der ganze Herbst war zu naß, doch hatte es kaum Gewitter gegeben.
1954 nimmt der Deutsche Gewerkschaftsbund zur geplanten Wiederbewaffnung Stellung.
Auf einem Bundeskonkress stimmen 387 Deligierte gegen 4 Stimmen, "jeden Wehrbeitrag ab, solange nicht alle Verhandlungsmöglichkeiten ausgeschöpft sind mit dem Ziele, eine Verständigung der Völker untereinander herbeizuführen und die Einheit Deutschlands wiederhergestellt ist." Doch finden derartige Beschlüsse keinen Adressaten mehr. Die Gewerkschaften werden zunehmend mehr auf die soziale Absicherung der Arbeitnehmer beschränkt. Und zunehmend weniger Arbeitnehmer erkennen ihren relativen Wohlstand, als das Ergebnis jahrzehntelangem, verbissenem Ringen um anständige Löhne und Arbeitsbedingungen.
 
Am 22. Dezember beginnen Gewitter und Regen, die sich nach kurzem Nachlassen am nachfolgenden Morgen zu einem Nordweststurm mit Windgeschwindigkeiten von 90 km/h aufbauen. Sturmschäden verderben wieder bei vielen Kahlgründern die Weihnachtsstimmung.
1955 setzt sich das naßkalte Wetter fort. Mitte Januar fällt verstärkt Schnee, der jedoch bald wieder wegtaut. Am 17. Januar kommt es zu einem schweren Südweststurm im Kahlgrund. Bei Windgeschwindigkeiten bis 90 km/h kommt es zu beachtlichen Schäden. In Kahl und in Geiselbach blieben die Kirchturmuhren stehen. In Kahl hatte es die Zeiger verbogen. Der Regen und die Schneeschmelze ließen die Kahl wieder über die Ufer treten. Ende Januar kühlte es ab und bei leichtem Regen kam es zur Glatteisbildung. Ab der zweiten Februarwoche war Dauerfrost bis zum 21 März. Die tiefste Nachttemperatur wurde mit -16 Grad am 15. gemessen. Am 19. März ereignete sich durch starkes Schneetreiben bei Niedersteinbach ein tragischer Unfall. Ein Textilkaufmann aus Alzenau wollte mit seinem PKW von Strötzbach kommend die Bahngleise überqueren. Doch durch den starken Schneefall bemerkte er das Kommen der Kahlgrundbahn nicht. Beim Anprall auf der Beifahrerseite wurde sein 13-jähriger Sohn so schwer verletzt, daß er noch an der Unfallstelle starb.
Nach einem weitgehend kühlen April, stieg die Temperatur am 29. schon auf hochsommerliche Werte, und am 1. Mai wurden schon 30 Grad gemessen.
Am 1. Mai 1955 verkündet der Deutsche Gewerkschaftsbund erstmals seine Forderung nach der Fünftagewoche, bei vollem Lohn- und Gehaltsausgleich mit täglich 8 Stunden Arbeitszeit.
Hebung des Lebensstandarts durch Erhöhung der Löhne und Gehälter für Arbeiter, Angestellte und Beamte. Und größere soziale Sicherheit.

In der zweiten Maiwoche gab es wieder einen Temperaturrückgang und bis Mitte Juni gab es vereinzelt Bodenfrost.
Am 25. Juni gab es schwere Gewitter die mit mehreren Blitzeinschlägen Schrecken und auch Schäden an Gebäuden verursachten.
Der Juli entwickelte sich zu einem Monat der durch eine Abfolge von Gewittern jedes normale Leben fast unmöglich machte. Der Höhepunkt waren die Ereignisse am 22. Juli, deren ganzes Ausmaß in der Wetterchronik von Nees und Kehrer zwei ganze Seiten füllen. Der Bericht läßt erkennen, daß kaum eine Gemeinde ohne Schäden blieb. Der wohl eigenartigste Fall war das Erlebnis eines Mannes aus Geiselbach der mit seinem Motorrad zwischen Horbach und Geiselbach unterwegs war und von einem Blitz getroffen wurde.
Der Blitz traf ihn am Kopf, zertrümmerte ihm die vordere Schädeldecke und den Kiefer. Dabei wurden ihm mehrere Zähne ausgeschlagen. Seine Nase wurde verletzt und das rechte Auge wurde aus der Höhle gedrückt. In die Lampe des Motorrades brannte der Blitz noch ein Loch. Der Unfall wurde von Manöversoldaten beobachtet, die sofort Hilfe leisteten und den Bewußtlosen nach Gelnhausen ins Krankenhaus brachten. Dort behandelten die Ärzte den Verletzten, der sich im Koma befand. Nach vier Tagen erwachte er und wurde wieder gesund. An die Ereignisse hatte er keinerlei Erinnerung. Einen tödlichen Unfall gab es in Kahl, wo ein Junge am nachfolgenden Tag eine herunterhängende Stromleitung anfaßte.
Der Rest des Jahres verlief weiterhin mit viel Regen.
1956 begann wie das alte Jahr aufgehört hatte. Erst am 30. Januar setzte der Winter ein. Aber dann wurde er zu einem der strengsten des Jahrhunderts. Am 10. Februar wurde eine Nachttemperatur von -27,8 Grad gemessen. Der gesamte Verkehr war behindert. Im Bahnverkehr froren die Weichen ein und mußten von Hand gangbar gemacht werden. Die Flüsse waren mit Eis bedeckt und die Wasserleitungsrohre wurden durch den Frost gesprengt.
Am 1. März brachte starker Westwind endlich die lang ersehnte Milderung.  
Das ganze Frühjahr war kühl mit viel Niederschlägen.
Am 1. Mai übernimmt Willi Wombacher das Amt des Bürgermeisters in Alzenau.
1956 im Juni erreicht die IGMetall, mit dem "Bremer Abkommen" für alle "Metaller" die Verkürzung der Arbeitszeit auf 45 Stunden in der Woche, bei vollem Lohnausgleich. 
Der Sommer und der Herbst waren auch weiterhin kühl und reich an Regen und Unwetter. Für die Landwirte war es ein Katastrophenjahr.
Ende Oktober fiel im Kahlgrund der erste Schnee. Auch der November war kühl und am 25. sank die Nachttemperatur auf -10 Grad.
Der Dezember begann wieder mit einem Temperaturanstieg bis 10 Grad. Doch rechtzeitig zu Weihnachten fiel Schnee bei leichtem Frost, der über die Jahreswende anhielt.
1957 am 3. Januar trat Milderung ein und der Rest vom Winter war ein Pendeln um den Gefrierpunkt mir entsprechenden Niederschlägen.
Am 21. Januar hätte man wieder ein schönes Nordlicht sehen können. Doch zwischen 22:45 Uhr und 23:40 Uhr war kaum jemand auf der Strasse.
Dem milden Winter folgte ein warmer März und in der erst Hälfte des April standen schon die ganzen Obstbäume in voller Blüte, doch da gab es einen Temperatursturz, der vieles erfrieren ließ. Auch im Mai gab es noch Nachtfröste und einmal sogar noch Schneefall. Der Sommer wurde wieder sehr heiß. Am 6. Juli wurden 38 Grad gemessen. Bei Gewitter wurden wieder einige Personen vom Blitz erschlagen und eine Frau aus Strötzbach, starb nach einem Kirchgang an einem Hitzschlag. (Nees/Kehrer)
1957 muß der Verfasser erstmals die Unberechenbarkeit einer Behörde kenenlernen. Er mußte die Stadtverwaltung überzeugen, daß eine Nachforderung von Baukosten für den Bürgersteig, durch einen neuen Kämmerer unberechtigt war. Den Grundstücksbesitzern (auch seiner Mutter) war einige Jahre vorher, für die kostenlose Flächenabtretung versichert worden, daß sie zum Ausgleich von den Strassenbaukosten befreit bleiben würden. Da dies jedoch nur eine mündliche Abmachung war, bedurfte es guter Argumente. Man hatte einige Jahre vorher von der damalige Freigerichter Strasse von ihrer Pflasterung mit Granitsteinen befreit und asphaltiert. Im vorderen Bereich, schon in der Kurve war die Strasse mit kleineren Blaubasaltsteinen gepflastert, wodurch sich schon viele Unfälle mit Motorrädern ereignet hatten. Einer war für den Fahrer sogar tötlich. Nun hatte man auch Bürgersteige gebaut und dafür Geländeabtretungen von den Anliegern gefordert.
1957 kommt es zum Abschluß der "römischen Verträge". Der eigentliche Grund ist die Erweiterung der Märkte für Güter aller Art. Daß damit begonnen wird, die soziale Absicherung der Arbeiter und die Sozialvepflichtung des Kapitals ( § 14, Abs. 2 des Grundgesetzes) zu unterlaufen wird der Bevölkerung nicht bewußt.
Um die Völker (West-) Europas, nach zwei großen Kriegen, einander wieder näher zu bringen, kommt es auch zur Städtepartnerschaft von Alzenau mit St. Oedenrode in Niederlande.
Den Anfang machen ein Musikverein von St. Oedenrode und ein Gesangverein von Alzenau. Trotz einiger Vorbehalte führt der erste Besuch des niederländischen Musikvereins zu einer Welle von Begeisterung für "die Holländer" in Alzenau. Erleichtert wird der Kontakt durch die deutschen Sprachkenntnisse der meisten Gäste. Relativ gute Wohnbedingungen in der Zeit des "Wirtschaftswunders" erlauben es den meisten Gästen Privarquartiere zu bieten.
Von staatlicher (städtischer) Seite wird die Belastung der Gastgeber mit einem Geldbetrag von 10,-DM je Gast und Übernachtung unterstützt. Hier kommt es jedoch bei dem Gesangverein zu einer Entscheidung, die eine negative Langzeitwirkung hatte. Die Vergütung wurde nicht an die Gastgeber weitergegeben, sondern der Vereinskasse zugeführt.
Zu dieser Zeit müssen sich zwei hochqualifizierte Arbeiter, die den Schmelzofen in der Marienhütte bedienen, bei ihrer Forderung nach besserer Entlohnung vom Chef persönlich anhören, daß für jeden von ihnen, draußen vor dem Werktor zwei Italiener ständen, die ihre Arbeit sogar billiger machen würden. Es war die erste Welle der Anwerbung von "Gastarbeitern" die in der nachfolgenden Zeit von den Arbeitgebern, als Mittel gegen die Forderungen der Gewerkschaften eingesetzt werden.
In der zweiten Julihälfte kommt es zur Abkühlung. Und der Rest des Jahres wird witterungsmäßig wieder zur Katastrophe mit vielen Überschwemmungen.
Der September gilt als der feuchteste des Jahrhunderts.

1957 Am 4. Oktober  wurde die westliche Welt von einem unerwarteten Ereignis zutiefst erschüttert. Die Sowjetunion hatte eine Aluminiumkugel von 60 cm Durchmesser, mit einem Funksender im Innern auf eine Erdumlaufbahn geschossen. Rund um den Erdball konnte man plötzlich in regelmäßigen Abständen einen leisen Piepton hören, den der "Sputnik" von sich gab. In Amerika glaubte man an eine direkte Bedrohung, durch vergleichbare, mit Atomwaffen bestückte Geräte. Und der Vatikan verteufelte den "Sputnik" als "schreckliches Spielzeug in der Hand von Menschen ohne Religion und Moral". Völlig überrascht von der Wirkung auf die westliche Welt, erkannte der sowjetische Parteichef Chruschtschow, die propagandistische Wirkung und veranlaßt den Chefkonstrukteu Koroljow zum Bau verbesserten Modellen.
1957/58 war der Jahreswechsel naßkalt. In höheren Lagen bildeten sich wiederholt Schneedecken.
1958 war vom 20. Januar bis zum 3. Februar auch in den Tallagen eine geschlossene Schneedecke.
Im Januar bringen auch die USA ihren ersten Satelliten in eine Erdumlaufbahn.
Am 8. Februar kam es zu einem Temperaturanstieg auf 13 Grad und am 17. konnte man mit 18 Grad schon Frühlingsgefühle bekommen.
Im Gegensatz dazu begann am 8. März ein Kälteeinbruch der am 11. mit -11 Grad die niedrigste Temperatur des ganzen Winters brachte. Dieser späte Winter wurde nur vom 25. März bis zum 1. April unterbrochen. Am 2. April fiel die Nachtemperatur wieder auf -7 Grad und in der nachfolgenden Zeit bis zum 24. lag die Nachttemperatur immer unter der Frostgrenze.
Am 5. Mai stieg die Tagestemperatur endlich auf 25 Grad. Der Juni und Juli brachten einigemal starken Regen und Hagel, die manchmal die Bäche und Flüsse über die Ufer treten ließen. Am 1. August wurde der vordere Kahlgrund und das Freigericht von einem Orkan heimgesucht. Nach einem Gewitter entwickelte sich am Abend der Orkan vom Main kommend. Im Alzenauer Stadtwald, in Richtung Niederrodenbach brach er 12.000 Festmeter Holz um. Auf der B 8 wurden mehrere Autos durch umstürzende Bäume eingeschlossen und über die Schienen der Kahlgrundbahn waren mehrere Bäume gestürzt. Die Naturgewalten rissen Hof- und Scheunentore aus ihren Aufhängungen und hoben ganze Dächer ab. Im Freigericht wütete der Orkan am schlimmsten. Bei Somborn wurden, an der Strasse nach Gonsrod, 150 Jahre alte Ulmen mit ihrem Wurzelwerk umgedrückt. Dabei rissen sie Krater in den Boden die bis zur Fahrbahnmitte reichten. In Somborn wurde ein Bauer auf dem Feld hochgewirbelt und 20 Meter weit fortgetragen. In Bernbach wurde sogar der Kirchturm verschoben. Etwas Vergleichbares hatte noch niemand erlebt. Um die Waldschäden bei Alzenau zu beseitigen, ließ man aus Österreich Waldarbeiter kommen, die 5 Tage mit der Aufbereitung zu tun hatten.
1958/59 war der Jahreswechsel von Dauerregen geprägt. Vom 9. Dezember bis zum 24. Januar gab es nur 3 Tage ohne Regen. Mit nur wenigen Tagen mit Nachtfrost im Februar, war der Frühling sehr mild und im April kletterten die Temperaturen schon über 25 Grad.
Am 20. April kam es zu einem Kälteeinbruch der an zwei Nächten, mit Temperaturen bis -6 Grad, sehr viel Obstbaumblüten erfrieren ließ. In manchen Gegenden war die Ernte total vernichtet. Der nachfolgende Sommer war sehr heiß und außergewöhnlich trocken.
In diesem Jahr, im August verbrachte der Verfasser einen Urlaub mit einer Jugendgruppe der IG Metall, an der Ostsee. Dort lernt er seine spätere Gattin kennen. Es war die Zweitgeborene jener Kriegerwitwe, die einst nach Duisburg wollte und nach Lüdenscheid verwiesen wurde.
Zurvor hatte er mit dem Erdaushub für eine Jauchegrube, nahe beim Haus begonnen, um endlich eine Toilette mit Wasserspülung zu schaffen. Daß die bei dem Einsenken der Betonrohre störende Mauerteile, die Reste eines Viereckturmes des 1311 erwähnten Herrenhofes waren, ahnte er noch nicht.
Unabhängig von seinem Treiben hielt das trockene und heiße Wetter noch bis zum 28. Oktober.
Die USA mußten im Oktober, mit den ersten Bildern von der Mondrückseite, die von der Sonde "Lunik 3" geliefert wurden, einen erneuten Vorsprung der sowjetischen Raumfahrt hinnehmen.
Zu dieser Zeit hatte in der Marienhütte in Großauheim ein neuer Gießereimeister seine Aufgabe für die gesamte Gießerei übernommen. Er hatte eine eigenartige Körperhaltung.  Nach Meinung eines Kollegen des Verfassers, fehlte dem Meister schon ein Teil der Lunge, aufgrund einer berufsbedingten Staublunge, die durch das Einatmen von Grafitstaub (als Trennungsmittel der "Naßgußformen“ verwendet) ausgelöst wird. Dies Mitteilung machte den Verfasser nachdenklich.
Dieser Meister Ullrich war ein sehr netter Mensch von etwa 50 Jahren und mit seiner Hilfe kann der Verfasser nochmal einem alten Mann einen Herzenswunsch erfüllen. Es gab noch einen zweiten Meister, der aber nur für die Maschinenformerei und die Hilfsarbeiter zuständig war.
Nun war es 31. Oktober und ein alter Hilfsarbeiter war dabei die Schienen zu reinigen, für die Kesselwagen mit denen das flüssige Eisen, später zu den Maschinenformplätzen gefahren wurde. Er hieß Heiner Volk und war irgendwo aus dem Kahlgrund. Als er am Arbeitsbereich des Verfassers war, wurde erkennbar, daß diesem alten Mann Tränen über das Gesicht liefen. Auf die Frage was ihn denn so betrübe erzählte er, daß er ganz alleine lebe seit seine Frau im Vorjahr verstorben war. Und nun wollte er an Allerheiligen ihr Grab besuchen, doch der Meister Marx hatte ihm den Urlaub verweigert. Im Vertrauen auf den Meister Ulrich beruhigte ihn der Verfasser erst mal. Und in einem nachfolgenden Gespräch mit demselben konnte er erreichen, daß der Heiner Volk am nächsten Tag das Grab seiner Gattin besuchen konnte. Mit großer Wahrscheinlichkeit erzählte er ihr, von seiner Trauer und dem Glück das ihm zuteil wurde da seine Tränen nicht unbemerkt blieben.
1959/60 ist wieder sehr mild, doch gibt es eine kurze Kältewelle vom 10. bis zum 17. Januar.
Mit Temperaturen bis -20 Grad bringen diese wenigen Frosttage viel Schäden an den Hauswasserleitungen. Das nachfolgende Jahr war relativ feucht. doch trotz schlimmster Erwartungen gab es eine ziemlich gute Ernte.
1960
Beginn der Kanalisierung in Alzenau. Hierbei wird, in der jetzigen Märkerstrasse, der Oberfächenwasserkanal für den Durchfluß des Krebsbaches genutzt, aber mit einem Querschnitt von 0,50 Meter viel zu gering bemessen.
Während eines Urlaubaufenthaltes auf der Insel Hvar im damaligen Jugoslawien, lernt der Verfasser eine junge Wienerin kennen. Sowohl das Interesse an ihr, wie auch an der alten Kaiserstadt veranlaßten ihn zu einem Besuch in Wien. Die Familie der charmanten jungen Dame bewirtschaften einige "Weingärten" und betreiben eine Heurigenwirtschaft. Sie selbst hält sich von diesem Treiben soweit zurück, daß selbst Stammgäste kaum um ihre Existenz wußten. Doch ungeachtet dieser Besonderheit, sieht der Verfasser auch bei den einfachsten Häusern überall Außenfenster. Bei einem diesbezüglichen Gespräch, sieht er sich der erstaunten Feststellung gegenüber: Was, ihr habt´s nur einfache Fenster? Da frieren euch ja im Winter die Scheiben zu.  
Mit der Erkenntnis, daß Außenfenster, auch an seinem Elternhaus ein guter Beitrag zu mehr Behaglichkeit im Winter sein könnten und dem Wissen, daß diese schöne Wienerin keine Frau fürs Leben wäre, fährt er wieder nach Hause.
1960 im Herbst verläßt der Verfasser die Eisengießerei und beginnt als Formenbauer in einem Plexiglas- verarbeitenden Kleinbetrieb in Frankfurt. Im gleichen Jahr zieht sein älterer Bruder aus und es zeichnet sich ab, daß er das Elternhaus übernehmen wird. Nun läßt er an allen Fenstern im Erdgeschoß Außenfenster anbringen.
1960/61 war ein naßkalter Jahreswechsel. Ein kurzer Kälteeinbruch vom 25. bis zum 28. Januar ließen einen Anschein von Winter aufkommen. Doch danach folgten drei sehr milde Monate.
1961 im Januar kommt in England erstmals eine Pille zur Schwangerschaftsverhütung auf den Markt.

1961 im April fliegt der russische Astronaut Gagarin als erster Mensch in den Weltraum.
Der nachfolgende Juni brachte vom 1. bis zum 9. mehrere Wolkenbrüche, vorwiegend im hinteren Kahlgrund, mit katastrophalen Auswirkungen. In Schöllkrippen verlor, wie schon mal im Vorjahr, ein kleines Mädchen durch Unachtsamkeit sein Leben in den Fluten.
1961 am 20. Mai kommt die spätere Gattin des Verfassers erstmals für zwei Wochen nach Alzenau zu Besuch.
Bei der Hinfahrt mit einem Fiat 500 kam es zu einem Unfall, dessen Folgen jedoch soweit zu korririeren waren, daß die Fortsetzung und auch die Rückfahrt von Lüdenscheid möglich war. In der nachfolgenden Woche wurde das kleine Fahrzeug in der Werkstatt eines Bekannten wieder hergerichtet. Dieser Bekannte hatte sich gerade mit einer kleinen Werkstatt, mit Fiatvertretung selbstständig gemacht. Er sollte über mit seiner Gattin über vier Jahrzehnte das Musterbeispiel eines erfolgreichen Unternehmerehepaares werden. Ihr Rezept waren zwei Strategien: Zum Einen liessen sie Vertreter in agressiver Art für den Erwerb eines PKWs werben. In einer besonders aussergewöhnlichen Art, konnten sie einer Familie ein Auto verkaufen, obwohl niemand einen Führerschein hatte. Die Zusage, daß ein Führerschein leicht zu erwerben sei, erfüllte sich nicht auch wenn der Familienvorstand mit einem Sohn und der Tochter sich um einen solchen bemühten. Schliesslich liessen sie sich manchmal sonntags von einem Verwanden spazieren fahren. In einem anderen Fall drohte der Hausherr, nachdem er schon zum drittenmal von einem Vertreter besucht wurde, die Polizei wegen Hausfriedensbruch zu rufen. Doch am Ende des ersten Jahres hatten die beiden mit diesem Geschäftsmodell am Ende des ersten Jahres mehr Autos verkauft wie die übrigen vier Autohändler in Alzenau! Die zweite Möglichkeit reich zu werden, eröffnete ihnen ein Bankkaufmann mit dem Weg über Immobilien. Als ein kleines Anwesen neben ihrer Werkstatt zum Verkauf stand, erhielten sie den Rat dasselbe über einen Bankkredit zu finanzieren, der sich durch die nachfolgende Rendite wieder abtragen würde. Dieses Modell wurde der zweite Weg zum Erfolg (bis 1989).     
Am 6. Juni zeigte sich schon erstmals in Alzenau, daß die Ableitung der Niederschlagswässern bei starkem Regen und der Bach vom Oberwald, durch den Kanal nicht möglich war. Die Wassermassen überfluteten die jetzige Märkerstrasse mit einer Höhe von 30 cm.
Zu dieser Zeit beginnt man in vielen Gemeinden und auch Städten, mit einer vollkommen undbedachten Art von Bebauung in Randzonen, die früher als hochwassergefährdet gemieden wurden. Hinzu kamen Bauformen unter vollkommener Mißachtung der natürlichen Gegebenheiten. In Abkehr von naturangepaßten Bauformen, die immer zur Ableitung der Regenwässer, von feuchtigkeitsempfindlichen Bauteilen, mit einem möglichts weit überhängenden Sattel- oder Walmdach bestimmt wurden, begann man nun auch in unsrer Heimat mit Flachdächern und nach innen geneigten Dächern. Dies führte jedoch schon bei der Schneeschmelze zu Wassereinbrüchen, da die noch vereisten Abflußmöglichkeiten das Ablaufen des Schmelzwassers verhinderten. Nun nötigte dies entweder zum Überbau mit einem Satteldach oder, wie später entwickelt mit dem Einlegen eines elektrischen Heizbandes, das ein Vereisen der Ablaufrinne und der Rohre verhindert.
Hinzu kam noch die Gefahr, daß bei innenliegenden Zentralableitungen, durch aufgewirbelte Folien der Ablauftrichter überdeckt wird und die Regenwässer sich im Zulaufbereich zurückstauen. Dies bietet zwar einen intressanten Anblick, so geschehen bei dem Glasdach, der Stadtbibliothek in Alzenau, auch kommt noch die Gefahr hinzu, daß bei sehr starken Niederschlägen irgendwann die Festigkeit der Glasscheiben ihre Belastbarkeitsgrenze erreicht.  
Eine weitere Variante dieser naturwidrigen Planungen, sind manchmal Probleme mit dem Eindichten der Glasflächen im tragenden Stahlgerippe. Im Rathausanbau in Alzenau, ist dieses Problem bei jedem Regentag an mehreren Stellen sichtbar, wenn man dort aufgestellte Tropfenfänger umgehen muß.
Dies war jedoch in diesem verregneten Sommer in Alzenau alles noch nicht erlebbar. Diese bauplanerischen Dummtheiten wurden erst viele Jahre später in Alzenau vorbereitet.
Zur Versöhnung mit dem kühlen Sommer folgten noch zwei sehr schöne Monate im Herbst.
1961 am 17. Juni wird bei Kahl das erste Atomversuchskraftwerk in Betrieb genommen. (im Gegensatz zu offiziellen Beteuerungen kam es in den nachfolgenden 25 Jahren zu rund 100 Störfällen. In einem Fall wäre es fast zur Kernschmelze gekommen, wenn nicht im letzten Augenblick noch ein Notstromaggregat angesprungen wäre. Aussage eines ehemaligen Angestellten am 17. Juni 2011, im hr 4).
1961 im August wird mit dem Bau der Mauer als Grenzsicherung von Ostberlin, gegen den Westen begonnen. Die Wirkung von Adenauers „Ausblutungstheorie“ nötigt die Regierung der DDR zum Bau von Grenzsicherungen, gegenüber der BRD.
Im September kletterten die Temperaturen 14 mal über 25 Grad. Und am 24. Oktober stieg das Termometer nochmal auf 21 Grad.
1961 beginnt weit ab von unsrer Heimat der Krieg in Südvietnam. Auch diese militärische Auseinandersetzung, der USA gegen die kommunistischen Befreiungskrieger wurde wieder ein Beitrag zu unserem "Wirtschaftswunder". Die Konzentration der amerikanischen Industrie auf Rüstungsgüter, bis zu chemischen Kampfmitteln, öffnete der deutschen Industrie, den amerikanischen Markt für den Export von zivilen Produkten. Landwirtschaftliche Geräte, Transportmittel und ganze Produktionsanlagen, fanden über mehr als ein Jahrzehnt in den USA große Nachfrage.
1961/62 verläuft der Jahreswechsel schneefrei. Im Dezember hatte es an einigen Tagen Dauerfrost gegeben. Doch erst am 1. Februar fiel Schnee der kurzzeitig liegenblieb.
Mit einem schweren Südweststurm begann am 12. Februar naßkaltes Winterwetter, das bis Ende März anhielt. Vom 29. bis zum 31. März fiel nochmal anhaltend Regen, der die Bäche und Flüsse an den ersten Apriltagen über die Ufer treten ließ. 
Im April steigen die Temperaturen zeitweise auf hochsommerliche Werte. Doch der Mai bringt wieder eine Abkühlung und täglich mehr oder weniger Regen, der kaum Insekten fliegen läßt.
Der noch bis in die erste Juniwoche, andauernden "Regenzeit", folgten mehrere trockene, aber kühle Sommerwochen.
Die zweite Julihälfte und der August brachten noch hochsommerliche Temperaturen. Am 3. September steigt, nach einer Nachtemperatur von 8,2 Grad, das Termometer nochmal auf 32,3 Grad. Anfang Oktober stieg die Temperatur an zwei Tagen nochmal auf 27 Grad. Die Kartoffelernte war gut, doch die Obsternte dürftig, da die Blüten während des verregneten Frühlings kaum bestäubt wurden.
1962/63 kommt es zu einem harten Winter. Bereits am 21. November fiel Schnee und blieb zur Freude der Kinder eine ganze Woche liegen. Einer kurzen Milderung, Mitte Dezember folgte ein Temperatursturz, der den Winter zurückbrachte.
Vom 21. Dezember 1962 bis zum 7. März 1963 hatte Alzenau eine geschlossene Schneedecke.
 Dieser Winter ließ auch erstmals die Abhängigkeit vom Heizöl in vielen neuen Hochhäusern erkennbar werden. Im Umfeld von Frankfurt hatte man einige erbaut. Und im blinden Glauben, an die unerschöpflichen Ölvorkommen und die Versorgungssicherheit wurden Panoramafenster mit Einfachverglasung eingebaut. Der Heizölverbrauch war immens, da keinerlei Wärmedämmung in den Bauten vorhanden war. Doch nun konnten über einige Wochen, keine Öltanker mehr die Wasserstrassen befahren und es drohte außer dem Ausfall der Heizung, auch der Zusammenbruch der Wasserversorgung, durch Einfrieren der Leitungen in den Wohnkasernen. Da bei Auskühlung auch die Sanitäreinrichtungen nicht mehr zu nutzen gewesen wären, hätte dies zur kaum vorstellbaren Rückkehr zum Holzabtritt, mit dem Herzchen in der Türe, vor den schönen Neubauten geführt. Doch mit dem Einsatz von Tankfahrzeugen, die das nötige Heizöl von Häfen am Rhein holten und der einsetzenden Milderung Anfang März, blieben die Mieter von der ganz großen Katastrophe verschont.
Da durch den langen anhaltenden Frost auch viele Hauptwasserleitungen eingefroren waren, mußten ab Anfang Februar einige Gemeinden mit Tanklöschfahrzeugen, Trinkwasser angeliefert werden. Im März hatten die Installatöre Hochkonjunktur, mit dem Austausch gebrochener Wasserrohre.
Am 5. Juni entlud sich erstmals ein Gewitter in diesem Jahr. Bei weiteren Gewittern in diesem Monat, wurde ein Mann aus Geiselbach vom Blitz erschlagen, als er bei Hanau anhielt, um eine gelöste Plane an seinem LKW wieder festzuzurren, in Kälberau brannte eine Scheune nieder und auf dem Volksfestplatz in Aschaffenburg wurde das Festzelt zerfetzt.
Nach einem heißen und trockenen Juli, ereichte der Sommer am 3. August mit gut 35 Grad seinen Höhepunkt. Schon der Rest vom Monat war von Regen bestimmt. Weitere Niederschläge im Oktober und November brachten wieder die nötige Feuchtigkeit.
1963 verabschiedet der DGB ein neues Grundsatzprogramm, das in vielem zwar zukunftsweisend ist, doch durch die Abkehr der CDU von ihrem Ahlener Programm, an der neuen Macht des Großkapitals abprallt.
An der gefordeten Gleichberechtigung der (berufstätigen ) Frauen, hat sich auch bis zum Jahr 2008 nichts geändert.
Sie forderten die Ächtung und das Verbot aller Atomwaffen.
Sie verurteilten jede Rassendiskreminierung und alle Formen kolonialer Unterdrückung.
Sie sahen die Wiedervereinigung Deutschlands, als Vorraussetzung für ein friedliches Europa. Sie forderten, daß die Wirtschaft nicht allein vom Gewinnstreben geleitet werden dürfe. Und forderten ein Grundrecht auf Arbeit. 
Sie forderten bessere Bildungsmöglichkeiten für die Jugend. ( Zu einer Zeit wo sich viele anstelle einer Weiterbildung, mit dem Statussymbol eines Kofferradios demontrativ zur Schau stellten ). 
D ie Forderungen der Gewerkschaften verhallten ohne gehört zu werden. 
Im gleichen Jahr wechselt der Verfasser zu Linde Güldner, in den Fachbereich Motorenbau.
Er übernimmt die Aufgabe Erstabgüsse oder Gipsabdrücke von Schmiedeteilen, neu konstruierter Bauteile auf ihre Übereinstimmung mit den Konstruktionsplänen zu überprüfen. Hinzu kommt noch Werkstoffprüfung.
Schon bald beginnt er sich als Gewerkschaftsmitglied weiterzubilden. Unter Anderem auch im Fachbereich Rechtskunde und Versammlungsführung.
( Eine Episode aus jener Zeit des geteilten Deutschlands)
"Versammlungsleitung" und warum der zweite Teil des Lehrgangs nicht mehr stattfinden konnte.
Es war um 1964/65. Wir hatten noch keine Kinder und ich verbrachte noch viele Wochenende bei Lehrgängen der IG Metall. Die meisten Lehrgänge waren in Rottenberg im Gasthof Hufgard. Diesmal war es der erste Teil unter dem Thema Versammlungsleitung. Als Referent fungierte ein H. Hans B.. Er hatte auch eine sehr hübsche Sekretärin dabei. Alle zwei hatten ein gewinnendes Auftreten. Bei ihr war es das reizende Gesicht mit einem Lächeln das wohl angeboren war. Und einer Figur, die Männerwünsche wach werden ließen. Er hatte ein offenes Wesen und verstand den Lehrstoff, mit allen Rafinessen einer geschickten Versammlungsleitung in lockerer Form zu vermitteln. Wobei er auf die, im Bürgerlichen Gesetzbuch festgelegte Geschäftsordnung für Versammlungen hinwies, mit den Möglichkeiten ausufernde Diskussionen zu verhindern oder Abstimmungen im rechtlich zulässigen Rahmen, doch zu beeinflussen. Es war ein äußerst intressanter und unterhaltsamer Lehrgang, der nach einem schönen Abend, mit humoristischen Beiträgen einiger Teilnehmer, am nachfolgenden Sonntagvormittag fortgesetzt wurde. Nach einem üppigen Mittagessen fand der erste Teil des Lehrgangs sein Ende und jeder freute sich schon auf den zweiten Teil, der einige Wochen später folgen sollte. Der letzte Blick der männlichen Teilnehmer galt noch der ewig lächelnden Sekretärin, des Referenten. Doch was niemand der Teilnehmer wußte, war die Tatsache, daß die charmante junge Dame, auch zu ihrem eigenen Leid keine Dame war, aber auch kein richtiger Herr.
Ob sie vielleicht später noch durch chirurgische Nachhilfe zu einer der zwei üblichen Daseinsformen wurde, entzieht sich meiner Kenntnis. Die Natur hatte bei ihr versagt.
Was wir auch nicht wußten, war die Besonderheit, daß der nette und gewinnende Referent Hans B., ein Wohnungsnachbar war von einem H. Heinz B., der leider zur damaligen Zeit in der Deutschen demokratischen Republik im Gefängnis saß. Heinz B. war als ehemaliger DDR-Bewohner in den goldenen Westen gewechselt und schrieb hier auch für die IG Metall. Und manchmal schrieb er Sachen die der damaligen Regierung, in der demokratischen Republik nicht gefielen. So sann man jenseits der Grenze vom goldenen Westen darauf diesen unbequemen Schreiber wieder zu bekommen. Und nun bediente man sich eines simplen Tricks.
Da man im Westen jeden mit Freuden begrüßte, der dem verhaßten Sozialismus den Rücken kehrte, wurde Hans B. zum DDR Flüchtling. Und im eifrigen Bemühen die armen unterdrückten Brüder aus dem Osten, hier an den Segnungen des Westens teilhaben zu lassen, bekam er schon bald eine Anstellung bei der IG Metall. Und ein weiterer Zufall verhalf ihm zu einer Wohnung im gleichen Haus und der gleichen Etage wie Heinz B., Tür an Tür. Natürlich fand man bald Gemeinsamkeiten, da auch beide in der Öffentlichkeitsarbeit aktiv waren. Und so kam es, daß sie auch mal miteinander einen Besuch nach Westberlin unternahmen. Aber was wäre die schönste Herrentour ohne Damenbekanntschaft. So besuchten die Zwei im besten Mannesalter natürlich auch einen hochkarätigen Dienstleistungsbetrieb, mit Damen der Extraklasse. Die gebotenen Freuden waren so überwältigend, daß Heinz B. sogar bald in wohligen Schlaf verfiel. Doch war damit auch der Spaß zu Ende. Als er wieder aufwachte war er in Ostberlin und sein Freund Hans B. mußte mit tiefem Bedauern alleine zurückreisen. In der IG Metall-Zeitung und auch anderen Massenmedien wurden diesem Entführungsfall große Beiträge voller Entrüstung gewidmet. Und nun saß Heinz B. im Gefängnis in Ostberlin und Hans B. machte seine Arbeit weiter, wie jeder ordentliche Mensch im goldenen Westen. Die Regierung der Bundesrepublik bemühte sich um die Freilassung des Entführten. Doch im mühsamen Geschäft in der Zeit des kalten Krieges brauchte so etwas lange. Und so vergingen Monate und Jahre. Als es jedoch so weit kam, daß man internationale Aufmerksamkeit erregte und die Deutsche Demokratische Republik sich zur Auslieferung genötigt sah, da wurde es für Hans B. in seiner Wohnung in Frankfurt ziemlich ungemütlich. Und er mußte nach einem Hinweis seiner Auftragsgeber, ganz überraschend verreisen und ward nicht mehr gesehen. Die Freilassung von Heinz B. wurde im "freien Westen" gefeiert und nun konnte man sogar in großen Illustrierten die Lebensgeschichte des liebenswürdigen Hans B. nachlesen.
Die Reservierung bei Hufgard in Rottenberg wurde storniert, wobei fraglich ist ob die Hufgards je erfuhren warum.
 Doch die Geschichte mit dem "Einschleusen" von Agenten, als Zonenflüchtling klappte immer.
Eine zweite innerdeutsche Agentengeschichte wurde mir bei einem Besuch in Ostberlin 1968 erzählt.
Ich war zu einem Gewerkschaftslehrgang in Westberlin und nutzte die Gelegenheit zu einem Besuch, bei Verwanden meiner Gattin in Ostberlin. Im Kreis der Familie ihrer Cousine erzählte deren Mann, die Geschichte, wie das Wissen um eine verbesserte Art von Autolackierung von BMW in München in die DDR kam. Die Geschichte wurde bekannt, als an der Ostsee ein schöner roter VW aus dem Westen, das Interesse vieler DDR-Mitbürger erweckte. Der stolze Besitzer erzählte mit Freude wie er sich denselben verdient hatte. Sein Vater hatte in der DDR eine kleine Autolakiererei und er war als Junge in die Materie mit reingewachsen. Als man nun in den 60er Jahren in der DDR erfuhr, daß bei BMW in München eine verbesserte Art der Autolakierung entwickelt worden war, suchte man einen Mann mit der nötigen Sachkenntnis, der bereit war in den Westen zu "fliehen". Der Weg zu BMW war möglich, da man im Westen viele Freunde hatte. Zuerst wurde der Vater des VW-Besitzers angesprochen, doch der lehnte aus Altersgründen ab. Allerdings wies er darauf hin, daß sein Sohn die Sachkenntnis habe und außerdem die Republikflucht eines jungen Mannes glaubwürdiger ist, wie die eines älteren, der auch noch seine Familie zurücklassen würde. Diese Aussage überzeugte und so wurde eine spektakuläre Flucht veranstaltet. Die zuständigen Grenzschützer wurden informiert und so schossen sie, laut hörbar für die westlichen Grenzschützer in die Luft, während der junge Mann ungefährdet von Hunden oder Minen, wohlvorbereitet die Grenzabsperrung überwand. Die inzwischen aufmerksam gewordenen Grenzschützer aus der Bundesrepublik nahmen ihn in Empfang und die Bildzeitung konnte den Triumpf veröffentlichen, daß wieder ein junger Mensch aus dem sozialischen Staat geflohen war. Wer wann wie mitgeholfen hatte wird im Dunkel der Geschichte bleiben. Doch schon nach vier Wochen hatte der junge Mann eine Beschäftigung bei BMW in München! Wie lange er dann nachfolgend dort beschäftigt war erzählte er nicht. Doch muß es nicht lange gedauert haben, bis er
nicht nur Einsicht in den Verfahrensablauf, sondern auch die Unterlagen dazu hatte. Irgendwann gab er schließlich seinen Wohnsitz in München und seine Beschäftigung bei BMW auf und reiste still und leise wieder in seine alte Heimat. Und nun wurden dort auch die Trabbis und Wartburg nach dem guten Verfahren von BMW lackiert.
Aber er bekam als Anerkennung für seinen Dienst am Aufstieg der Deutschen demokratischen Republik, den schönen roten VW aus dem Westen geschenkt.
Von weiteren eingehenden Wetterberichten wird nun wieder Abstand genommen. Da die bisher geschilderten Ereignisse erkennen lassen, daß kurzzeitige klimatische Veränderungen immer wieder zu regionalen oder auch großräumigen Problemen führen können

1964 Beginn der Flurbereinigung in Alzenau, vor dem Hintergrund der Planung der Autobahn 45
Eine Besonderheit ist hierbei, daß bei dieser Flurbereinigung die gesamte Vorstandschaft nur aus Flurbereinigungsgegnern bestand. Dies war nur möglich, da der Verfasser aufgrund seiner Rechtskenntnisse, die Kommentierung (80,-DM) zum Flurbereinigungsgesetz (12,80 DM) beschaffte und die darin gebotenen Möglichkeiten für die Wahl der Vorstandschaft studierte und die übrigen Mitglieder über den sicheren Weg informierte. Das ganze Gesetz ist einseitig zu Gunsten der Landwirte ausgerichtet. Da manche früher zu spontanen Gefühlsausbrüchen neigten, hat das Gesetz die besondere Möglichkeit für die vom Flurbereinigungsamt mit der Leitung der Wahl beauftragten Personen, daß sie eine Vorstandschaft bestimmen können, falls es zu Unruhe während der Wahl kommen sollte. Um all dem vorzubeugen, hatte der Verfasser die mögliche Wahlform: schriftlich aber nicht geheim, ausgewählt. Außerdem schickten die verhinderten Grundstückseigentümer eine Vertretung, meist die Gattin oder Mutter. Dieselben hatten alle eine schriftliche Wahlempfehlung, mit den gewünschten Kandidaten, der Flurbereinigungsgegner.
Da sowohl die Stadtverwaltung, wie auch die Landwirte, in blindem Vertrauen zu dem Recht auf ihrer Seite in die Wahl gingen, lief alles wie vorgesehen. Zum Beginn der Versammlung wurde mit Erstaunen die große Beteiligung festgestellt. Bei dem Aufruf zur Wahlform, kam außer dem vorgeschlagenen , schriftlich aber nicht geheim, kein weiterer. Die wenigen Landwirte waren schon gleich verunsichert. Als bei dem Aufruf einen Wahlvorstand zu bilden, wieder derselbe Wortführer die notwendigen Kandidaten vorschlug und dabei sogar den Ortsbauernführer, bemerkte der Mann aus Würzburg, daß sich hier jemand gut auskennt. Als zur Wahl die notwendigen Zettel verteilt wurden, kamen überall die Wahlempfehlungen auf den Tisch. Das Ergebnis war eindeutig. Die Befürworter der Flurbereinigung hatten keinen Vertreter in der Vorstandschaft.
Bei den nachfolgenden Aktivitäten stand im Vordergrund Walter Ritter, ein selbstständiger Fuhrunternehmer. Priorität hatte nun:
a) Die Veränderung so gering wie nötig zu halten.
b) Eingriffe in die Landschaft weitgehend zu vermeiden.
c) Ortsnahe Gartenbereiche zu erhalten (sie wurden noch erweitert).
d) Die Kosten so niedrig wie möglich zu halten.
Das Ergebnis ist eine Einmaligkeit in der Bundesrepublik.
Niemand wurde finanziell belastet. Selbst die 500,-DM, die von allen Grundbesitzern mit mehr als einem Hektar vorab zur Finanzierung gefordert wurden, konnten zurückerstattet werden.
Die wesentlichsten Einsparungen wurden erreicht, indem das Wegebaumaterial vorort gewonnen wurde. Weiterhin wurden nur Bäume gefällt wo sie eine neue Wegführung störten.
Dies waren weniger als zehn Bäume, die vergütet wurden.
Mehrere Biotopflächen wurden dem Verein für Vogelschutz übereignet.
Die Autobahnbehörde mußte ihre Bedarfsfläche in direkten Verhandlungen mit den Grundstücksbesitzern erwerben.
Das Wasserwirtschaftsamt übernahm die Fläche des Kahlflusses mit etwas Ausuferfläche gegen Bezahlung von der Teilnehmergemeinschaft.
Vor Beendigung des Verfahrens wurde allen Grundstücksbesitzern die Möglichkeit geboten, für Neuanpflanzungen auf ihren Grundstücken, Obstbäume nach ihrer Sortenwahl kostenlos zu erhalten. Mit einem Restbetrag wurden noch mehrere Sitzgruppen an den Wegen zur Aufstellung gebracht. Auf ein Denkmal wurde verzichtet.
Zu dieser Zeit hatte das Medium Fernsehen auch schon im Hause des Verfassers Einzug genommen. Das erste Gerät war ein schwarz-weiß-Fernseher, der bei der Mutter zur Aufstellung kam, da sie häufig alleine war.
Mit dem Fernsehen begann Adenauers Traum, von einer Verlockung der Bevölkerung der DDR, sich der westlichsten Lebensform anzuschließen, den Weg zur Erfüllung.
Da in beiden Teilstaaten Deutschlands dieses neue Medium inzwischen Verbreitung fand, gab es in den Zonenrandgebieten die Möglichkeit auch den Sender des "Klassenfeindes" empfangen zu können. Während in der DDR überwiegend vom wirtschaftlichen Aufschwung und von Helden der Arbeit berichtet wurde, war im Westfernsehen leichte Unterhaltung im Vordergrund. Und am betörensten war, daß hier scheinbar jeder ein Auto hatte und hinfahren konnte wo er wollte. Daß dies damals auch für die Betrachter im Westen nur ferne Träume waren, konnte der Normalbürger in der DDR nicht wissen.

1966 konnte der Verfasser den damaligen Fraktionschef der CSU überzeugen, daß der Standort für die geplante Schule für Lernbehinderte, besser in der Nähe des Gymnasiums wäre, anstatt an der Prischoßstrasse. Der Angesprochene hatte eine leicht behinderte Tochter.
(Der einfache Grund ist die größere Toleranz, der Schüler der weiterführenden Schule, gegenüber den etwas Benachteiligten).
Am gleichen Tag mußte der Verfasser noch die Bundestagsvizepräsidentin Fr. Dr. Propst, davon überzeugen, daß zumindest einer in Alzenau einen gewissen Durchblick hat.
Es war bei einer CSU-Wahlveranstaltung in Michelbach und die Main-Gas-Werke waren bestrebt, die Belastung von Flurstücken durch das Einbringen einer Gasleitung, auf dem Weg der Enteignung zu erreichen.
(Ein nicht beabsichtigter kritischer Dialog mit der Bundestagsvizepräsidentin Fr. Dr. Propst löste im Landratsamt Alzenau ein mittelschweres Erdbeben aus.)
Nachfolgend gab es von den Main-Gas-Werken, derart großzügige Vergütungen, daß sich der Bruder des damaligen Bürgermeisters (Alois Wombacher) extra bedankte.
1966 erblickte Martin Waldemar Kempf das Licht der Welt. Ihm obliegt später die Gestaltung dieser Seite.
1967 mußte die Kihn-Mühle in Michelbach ihren Betrieb einstellen. Der Verdrängungswettbewerb der Großmühlen zwang das Unternehmen zur Aufgabe. Dadurch gingen 75 Arbeitsplätze verloren.
1968 konnte der Verfasser ein zweites mal die Weltferne eines Professors kennenlernen.
Er war zu einem zweiwöchigen Seminar in der Gewerkschaftschule am Plötzensee in Berlin.
Um sich außerhalb des Unterichtes ein Bild von der damaligen Apo-Szene zu verschaffen besuchte eine "Freitagsdiskussion" im Obergeschoß des Hotels Gloria in der Wielandstrasse.
An diesem Abend stellte Prof. Ossip Flechtheim seine 10 Thesen für eine Wiedervereinigung Deutschlands vor. Eingangs schilderte er den IG-Metall-Vorsitzenden Otto Brenner, als von den Arbeitgebern gefürchtet wie einst Lenin. Und darüberhinaus betonte er, daß schon die Tatsache, daß hier die Außerparlamentarische Opposition derartige Veranstaltungen machen könne sei eine Hinwendung zu mehr Demokratie. Und dann trug er seine Vorstellung für eine Wiedervereinigung vor. Der Grundgedanke war: Jedes der beiden Systeme habe gute und schlechte Seiten. Wenn nun beide Teilstaaten bereit wären, das Positive zu vereinen und das negative des jeweiligen Systems abzuschaffen, könnte eine Wiedervereinigung ermöglicht werden. Die über die ganze Etage verteilten Studenten lauschten gebannt auf jedes seiner Worte. Bei der nachfolgenden Diskussion dauerte es einige Zeit, bis der Gast von der IG-Metallschule das Mikrofon erhielt. Doch dann stellte er einleitend fest, daß Otto Brenner keinem Arbeitgeber ernsthaft Furcht einflößt. Daß außerdem die Existens der Apo keine Hinwendung zur Demokratie sei, denn die Politiker die gerade einen Notstandsgesetzentwurf eingebracht hatten, sind nicht dümmer wie die Gewerkschaften. Wenn die Gewerkschaft mit Forderungen für Lohnerhöhungen antritt, setzt sie dieselben so hoch an, daß auch nach einigem Entgegenkommen das Ereichte noch zufriedenstellend ist. Dies bedeutet, daß die Notstandsgesetze nach ihrer Verabschiedung mit Sicherheit noch die Schärfe haben, um diesen Sandkastenspielen hier ein Ende zu bereiten. Außerdem stellt sich die Frage, betreffend seine Thesen zur möglichen Wiedervereinigung, ob er glaubt, daß die Regierung der DDR bereit sei auf ihren Besitz aller Produktionsstätten zu verzichten oder das Großkapital im Westen auf ihre Alleinverfügung über ihre Fabriken, nur im Interesse einer Wiedervereinigung? Der sichtlich irretierte Professor gab darauf nur die Antwort, daß er dies aus dieser Perspektive noch nicht betrachtet hätte.
Leider folgten noch viele Studenten dem wirklichkeitsfremdem Glauben mit Demonstrationen und dem Ruf: "Macht kaputt was Euch kaputt macht", die kapitalistisch orientierte Form der BRD verändern zu können. Und während eine ganze Reihe, geistig vergifteter, junger Menschen schließlich zur RAF kommen, schwebte Ossip Flechtheim weiterhin in seinen Träumen.
Der relative Wohlstand der Bürger ermöglicht es wieder manchen „Finanzspezialisten“ aus U.S.A. mit abenteuerlichen Gewinnversprechen arglose Bürger um ihre Ersparnisse zu bringen. So bemüht sich auch in Alzenau ein Mann um den Vertrieb solcher Anlagen mit Gewinnversprechen von 30%. Als das Schneeballsystem nach einiger Zeit platzte, hatte auch Cousin des Verfassers 10.000 DM verloren. Als ihm die Geschädigten Vorhaltungen machen, entschuldigt er sich mit der Behauptung, auch er hätte viel Geld verloren. Die Aussage war unglaubwürdig, da er von jedem Geworbenen seinen Gewinnanteil erhalten hatte. Auf Dauer tat dies seinem Ansehen keinen Schaden. Er war beliebt als guter Unterhalter und Mitglied in vielen Vereinen.
1969 gelingt Amerika die Mondlandung. Der Astronaut Armstrong betritt die Mondoberfläche.
    
Zu dieser Zeit scheitert erstmals ein Alzenauer Unternehmer, dessen Bestreben es war, neben einem Gewerbebetrieb mit mehreren Beschäftigten, ständig soviel Immobilien zu erwerben, daß er keinen Gewinn versteuern müsse. Als er erkannte, daß er seine Möglichkeiten überzogen hatte wählte er den Freitod. Er stürzte sich aus der von ihm erworbenen Wohnung eines Hochhauses.
1969 erblickte Rainer Hans Kempf , als zweitgeborener Sohn das Licht der Welt.
Um 1970 konnte Werner Kempf den Stadtrat davon überzeugen, daß die Bebauung des Wingert, nur mit Flachdachbauten, wie sie ein Professor Götz vorgeschlagen hatte, falsch sei.
Dies hätte weder unsren Witterungsbedingungen noch den üblichen Raumbedürfnissen entsprochen. (Auf Druck des Stadtrates mußte der Kreissparkassen-Neubau, nach Vorgaben von Prof. Götz, mit Flachdach errichtet werden. Die Folgen waren jahrzehntelanger Ärger mit eindringender Feuchtigkeit, bis schließlich ein richtiger Dachaufbau vorgenommen wurde.)
Nicht überzeugen konnte er den Bürgermeister mit einer Empfehlung, den Bauwilligen die Nutzung der Sonnenenergie zu ermöglichen. Einen diesbezüglicher Vorschlag mußte H. Freihoff dahingehend beantworten, daß man den Bauherren die preisgünstige Nutzung von Main-Gas bieten würde.
Ein viertel Jahrhundert später, nennt sich Alzenau "Solarstadt" und das preiswerte Gas wird immer teurer.
Überzeugen konnte er den Stadtrat jedoch noch davon, daß der Satzungsentwurf unsinnig war, daß alle Neuanstriche von Häusern im Stadtkern einer Genehmigung der Stadtverwaltung bedürften. (Auch dies war ein Gedanke des Prof. Götz)
Bei Nichtbeachtung der Satzung wurde mit einer Strafe von 10.000 DM gedroht
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Mit einem Leserbrief im Main-Echo, unter der Überschrift "Bürger wehrt euch" und einem nachfolgenden Auftritt in einer Bürgerversammlung, konnte der Unsinn abgewehrt werden.
Um jedoch derartigem öffentlichkeitswirksamen Einwirkungen künftig vorzubeugen, wurde die Zusammenarbeit der Stadtverwaltung mit der Lokalredaktion verbessert!
1970 beginnt der Verfasser eine Weiterbildung zum staatlich geprüften Maschinenbautechniker. Als Erleichterung beim Studium erwirbt er einen Taschenrechner der frühesten Form. Die 170 DM hatte er sich mit der Schaffung eines Wandgemäldes in einer Spessartgemeinde verdient. Wobei noch 80 DM übrig blieben, allerdings waren hier noch die Fahrt- und Materialkosten abzuziehen. Aus der Arbeitszeit für dieses „Werk“ ergab sich eine amüsante Geschichte. Da er normal berufstätig war und die Samstage noch für seine Weiterbildung in Frankfurt verplant waren, blieben nur noch Sonntage. Dies brachte für die streng gläubigen Auftraggeber Probleme da der Sonntag ja geheiligt ist. In Übereinstimmung mit dem Malermeister, der den Gesamtauftrag hatte, konnte er die ganze Familie davon überzeugen, daß seine Tätigkeit ja kein Arbeit sei, sondern Kunst! So kam es, daß er am nachfolgenden Sonntag vormittags auf dem Gerüst steht und hört, wie die vom Gottesdienst heimgehende Bäuerin, seine Anwesenheit genüber ihren Begleiterinnen mit den Worten verteidigt: „wir hatten ja auch Bedenken weil Sonntag ist, aber der Mann sagt das wär ja Kunst.“ Derart entschuldigt konnte das Werk vollendet werden und grüßt noch immer, wenn auch etwas verblasst die Passanten des Dorfes Sommerkahl im Spessart.     
1972 erblickt Annette Brigitte Sabine Kempf das Licht der Welt. Mit ihrer Geburt hat die Familie eine Größe, die eine bauliche Erweiterung als nötig erscheinen läßt. Daß dadurch die umfangreichsten Erkenntnisse über die Vergangenheit zu Tage kämen, konnte damals niemand ahnen.
1973 beendete der Verfasser seine Weiterbildung und begann schon bald mit der Planung eines Anbaus am Elternhaus.
1974
am 1. April übernimmt er eine Anstellung bei Fa. W.C. Heraeus in Hanau. Seine Aufgabe betrifft die molekulare Grenzflächenforschung unter der Leitung von Dr. Schiff. Er wird mit der Bedienung einer Anlage betraut, die es in ihrer Art damals weltweit nur sieben mal gab. Hier trifft der Verfasser auf einen Kreis von Menschen für die aufmerksam zu sehen und objektiv zu beurteilen Teile ihres Schaffens sind. Diese Arbeitsweise überträgt er schließlich auch auf sein ausserberufliches Leben. 
Um 1975 stellt die letzte Gedreitemühle ihren Betrieb ein, nachdem ein Landwirt Roggen angeliefert hatte, der als Futtermittel gepflanzt und im Saatgut markiert war. Da die Markierung erst bei der Verarbeitung des Mahlgutes durch rote Flecken in den Backwaren sichtbar wurde, konnte der Lieferant nicht eindeutig nachgewiesen werden. Den durch diesen Betrug entstandenen Schaden gegenüber den Bäckern mußten die Mühlenbetreiber erstatten und waren dadurch die ersten "Bauernopfer" eines Lebensmittelskandals in Alzenau.
1975, wies der Verfasser, im Zusammenhang mit dem Erlaß einer Satzung, daß alle Abwässer, einschließlich der Niederschlagswässer, über die Kanäle abzuleiten seien, die Stadträte von Alzenau darauf hin, daß dies falsch ist. Daß es wichtiger sei, bei dem ständig steigenden Wasserverbrauch, die Niederschlagswässer dem natürlichen Kreislauf wieder zuzuführen. So kam es einige Zeit später zur feierlichen Einweihung der (damals vermutlich noch in ganz Bayern) ersten Oberflächenwasserversickerungsanlage, bei der Ausweisung des Industriegebietes Alzenau-Nord.
Als man einige Jahre später das Industiegebiet Alzenau-Süd erschloß geschah dies nicht mehr, obwohl der Wasserverbrauch inzwischen weiter gestiegen ist.
(
Ein viertel Jahrhundert später, am 1. Januar 2000 traten nun im Artikel 41 des Bayerischen Wassergesetzes einige Veränderungen in Kraft, die jetzt auch Versickerungsmöglichkeiten erlauben. Und die Stadt Alzenau gibt inzwischen sogar Zuschüsse für den Bau von Zisternen.)
1976 konnte der Verfasser den Anbau an seinem Elternhaus offiziell fortsetzen.
1977 im Juli beschloß der Stadtrat in Alzenau einen Heimathistorischen Arbeitskreis zu gründen. Intressierte Bürger sollten sich im Rathaus melden.
1977 während des Aufrichten des Dachstuhles, auf dem Anbau des Elternhauses kommt die Gattin des Verfassers und informiert ihn, daß im Mitteilungsblatt Intressierte für die Gründung eines Heitathistorischen Arbeitskreises gesucht werden. Nach ihrer Meinung sollte er sich melden. So fand er sich schließlich, als unbequemer Bürger, im Kreis der elitären Stadtführung und mußte im nachfolgenden Jahr die Rückgang von anfangs 25 Mitglieder auf 7 erleben.
Wobei unter die verbliebenen der Bürgermeister, der Oberamtsrat, der Amtsrat, drei Stadträte und er waren! Er stellte den Antrag den Arbeitskreis einfach aufzulösen oder eine Neugründung zu wagen, die unabhängig von Stadtratsbeschlüssen arbeiten könne.

1978 im Februar konnte der Verfasser den Bürgermeister Ritter davon überzeugen, daß man den innerstädtischen Kahluferweg unter der Kaiser-Rupprecht-Brücke hindurch führen kann.
Im Herbst des gleichen Jahres, mußte er den gleichen Bürgermeister davon überzeugen, daß er nicht als Bürgermeister das Verfüllen des Triebwerkskanales für die Hasenmühle in Auftrag geben kann, nachdem er im Februar, als Vorsitzender des Heimathistorischen Arbeitskreises den Mitgliedern versprochen hatte, daß er sich für den Erhalt desselben einsetzen würde.
1978 im Spätherbst wurde der Verfasser zum Vorsitzenden des neu gegründenten Heimat- und Geschichtsvereins gewählt

( da er der letzte Kanditat war). Nach der Gründungsversammlung äußerte sich einer der neuen Vorstandsmitglieder, aus der Stadtverwaltung, „daß dies nun ein Einmannverein sei, dessen Staatsbegräbnis man schon erwarten könne.“
Unter seiner Leitung kommt es nachfolgend zu den heimatkundlichen Forschungen die im vorliegenden Bericht einsehbar sind. Im Einvernehmen mit der Stadtverwaltung erfolgte auch eine Umgestaltung des Michelbacher Schlößchens zum Heimatmuseum. Der weiter unten angeführte Text eines Begleitblattes läßt erkennen in welcher Form in den Jahren 1998 bis 2000, die Geschichte unsrer Heimat sichtbar war.
1979 am 28. März kommt es im amerikanischen Kernkraftwerk bei Harrisburg zum bis damals größten Störfall in der Geschichte der Nutzung von Atomkraft zur friedlichen Energiegewinnung.
1979 kommt es zur schriftlichen Kontaktaktaufnahme des Geschichtsvereines von St. Oedenrode zu dem jungen Geschichtsverein von Alzenau.
1980, am 28. Juli beschloß der Stadtrat, den großen Betsaal, links vom Eingang dem Heimat und Geschichtsverein zur Nutzung zu überlassen. Mit der Überlassung an den damals noch jungen Verein begann eine Phase der Instandsetzung und Wiederherstellung der ehemals barocken Symmetrie im Erdgeschoß.
1980 erfolgt bereits eine Einladung von St. Oedenrode an den Heimat- und Geschichtsverein. Dieselbe führt im August zum Besuch einer kleinen Gruppe, womit eine fast zwei Jahrzehnte währende Verbindung begann. Was für Außenstehende nicht sichtbar wurde, waren Vorbehalte bei einigen Vorstandsmitgliedern in beiden Vereinen. Bei den Niederländern waren dieselben mit persönlichen Erinnerungen aus dem zweiten Weltkrieg begründet. Aber im Verein in Alzenau war es schlichtweg der Dünkel einer Dame, der sich später noch steigerte ( und schließlich zum Abbruch der Kontakte führte, nachdem sie die Leitung des Vereins übernehmen konnte).
1981 konnte der Vorsitzende des Geschichtsvereins, den damaligen Fraktionsvorsitzenden der CSU, davon überzeugen, daß man den Platz unterhalb der Burg zum geeigneten Festplatz erweitern kann.
Gegen einen Festplatz auf der Pfarrwiese hatte er Widerspruch eingelegt.

Michelbacher Schlößchen 1981


1981
am 9. August begann im Kahlgrund das größte Unwetter der letzten Jahrzehnte. In den nachfolgenden zwei Tagen kam es zu wolkenbruchartigen Regenfällen, die auch im vorderen Kahlgrund extreme Schäden verursachten. Im Ortsteil Wilmundsheim  kam als Besonderheit hinzu, daß die zur Forellenzucht genutzten Eisteiche, der ehemaligen Brauerei Hock, durchbrachen und die Flutwelle mit Fischen anreicherte. Nach dem Abebben der grossen Flut blieben in allen Eintiefungen Forellen zurück. Die meisten Fische fanden eine neue Heimat in den noch offenen Baugruben auf dem ehemaligen Mühlen- und Sägewerksgelände am Burgsteg.   
1981
am 19. Oktober wurde der Leiter der Volksbank Alzenau von seiner Tätigkeit freigestellt. Wie sich zeigte hatte der Leiter der Bank rund 150.000.000 DM an ungesicherte Kredite vergeben. Laut einem Bericht im „Spiegel“ soll die Volksbank Alzenau für großzügige Kreditvergabe europaweit bekannt gewesen sein. Blindes Vertrauen der übrigen Vorstandsmitglieder, daß er die Arbeit schon richtig macht, als Rechtsanwalt und Sohn eines früheren Leiters der Volksbank  führten in die Finanzpleite. Die gerichtliche Aufarbeitung gegen den angesehenen Parteikollegen wurde über mehrere Jahre verschleppt. So waren bei der Hauptverhandlung im Mai 1990, 44 von 45 Anklagepunkten verjährt! Ein Musterbeispiel in einem Rechtstaat. Der ehemalige Banker sollte 600.000 DM als Wiedergutmachung zurückzahlen, außerdem erhielt er eine Haftstrafe von einem Jahr und sechs Monaten auf Bewährung. Er leitete noch einige Jahre einen Regionalrundfunk und als er später starb stellten seine Angehörigen Antrag auf Insolvenz.
1982
konnte der Vereinsvorsitzende die Stadtverwaltung mit dem Entwurf des Partnerschaftssteines überzeugen, der anläßlich der 25-jährigen Partnerschaft mit St. Oedenrode, feierlich enthüllt wurde.
Der Stein wurde von ihm angefertigt und der Stadt kostenlos überlassen. Doch wurde weder im bayerischen Rundfunk, der extra von der Stadtverwaltung eingeladen war, noch von einer Tageszeitung erwähnt wer den Stein geschaffen hatte. Lediglich in St. Oedenrode wurde ausführlich über alles berichtet.
1982 konnte der Vereinsvorsitzende auch, die für die Bebauung am Burgsteg zuständige Firma davon überzeugen, daß es besser wäre den alten Backofen bei den Bauarbeiten unberührt zu erhalten. An den Stammtischen hatte man schon die Meinung geäußert, daß der Bagger nur einmal schwenken müsse und dann wäre "das alt Gelump" weg.
1983 kam es zur rechtlichen Übertragung des Schlößchens an die Stadt Alzenau. Der Kindergarten und das Jugendheim (anstelle des ehemaligen Wartehauses) blieben im Eigentum der Kirchengemeinde.
In dieser Zeit erreichte das Unternehmerehepaar, das bislang am Fuß des „Berges Welmisheim“ wohnte, die Genehmigung auf dem westlichen Sporn, neben dem alten Friedhof, eine repräsentative Wohnanlage zu errichten. In der nachfolgenden Zeit entstand auf dieser Höhe über Alzenau ein herrschaftlicher Wohnbau mit Nebengebäuden. 
1984 konnte er die Leiterin der Abteilung für Nichtstaatliche Museen, Fr. Dr. Rieger und den Leiter des Amtes für Denkmalpflege in Bamberg, H. Dr. Julier davon überzeugen, daß das Schlößchen in Michelbach erhaltenswert sei.
Beide Ämter ließen daraufhin Gutachten erstellen betreffend den baulischen und den kunstgeschichtlichen Zustand.
Die Kosten für diese Untersuchungen wurden je zur Hälfte von der Stadt und von den zuständigen Ämtern für Denkmalschutz und nichtstaatliche Museen getragen. Trotz mehrfacher Zusicherungen erfolgte im nachfolgenden Jahrzehnt keinerlei Instandsetzungsarbeiten durch die Stadt Alzenau.

1985 wurde der Antrag auf eine Suchgrabung im Wasserloser Schloßpark genehmigt.
Die Suche betraf den Standort der 1405 zerstörten Burg der Schelris von Wasserlos. Die vom Vereinsvorsitzenden geleitete Untersuchung machte den Zugang zu dem bereits beschriebenen 30 m langen Gewölbe, wieder möglich. 
1986
wurde das Atomkraftwerk in Kahl abgeschaltet. Es dauerte noch zwei Jahrzehnte bis es „Rückgebaut“ wurde.
1986
wurden beim Verlegen eines Erdungsbandes für den Blitzableiter auf der Burg Alzenau, Scherben sichtbar. Nach Rückfrage bei H. Dr. Wamser in Würzburg konnte mit einer Notbergung begonnen werden.
1986
am 4. August begann die Freilegung des bereits erwähnten keltischen Gräberfeldes unterhalb Hörstein.
Im Rahmen einer Einschau im Zwinger der Burg Alzenau, brachte H. Dr. Wamser eine Luftbildaufnahme, die auf ein Gräberfeld hindeuteten. Die Leitung der Grabung wurde der Archäologiestudentin Fr. Sonja Becker übertragen.
Auf Betreiben des Vorsitzenden wurde den auswärtigen Grabungsteilnehmern Unterkunft im Obergeschoß des Schlößchens in Michelbach geboten. Bürgermeister Ritter veranlaßte dafür noch kurzfristig den Einbau einer Dusche. 
1986 kamen auf Anregung des Vorsitzenden vier Personen des bayerischen Rundfunks um in 3 Tagen die Aktivitäten des Vereins zu dokumentieren und in einem Fernsehbeitrag von 12 Minuten, in der Reihe „Zwischen Spessart und Karwendel“ auszustrahlen.
Während dieser Tage Ende April, ereignete sich im russischen Atomkraftwerk Tschernobil die größte Katastrophe bis zur damaligen Zeit, die zur vollkommenen Zerstörung der Anlage und radioaktiver Belastung weiter Gebiete Europas führte.
Die ungünstigen Wetterbedingungen brachten radioaktive Niederschläge auch in unsre Heimat. Über lange Zeit wurde vor dem Verzehr von Pilzen und dem Fleisch von Wildschweinen gewarnt. Die Löwenzahnblätter erreichten bis zu 40 Zentimeter Länge.
1987 wurden auch auf den Staatsstrassen im Kahlgrund kleine Schächte gebohrt. Dieselben waren in der Mitte der Fahrbahn. Nur unter dem Siegel der Verschwiegenheit konnte man erfahren, daß dieselben als Sprengschächte dienen sollten, falls ein militärischer Angriff der Armee der DDR und der Sowjetunion stattfinden sollte. 
1987 am 26. November kommt es zum Stadtratbeschluß das Schlößchen in Michelbach, teilwese dem Heimat- und Geschichtsverein zum Aufbau eines Heimatmuseums zu überlassen.
1988 wurde das neue Rathaus und der Marktplatz eingeweiht. Bei der Gestaltung der Tiefgarage, die sich teilweise unter dem Marktplatz befindet, wurde auch ein „Atombomben- sicherer“ Bunker gebaut. Er hätte in seiner Grösse vermutlich gerade für die Anbgestellten der Stadtverwaltung gereicht.
1988 im Dezember wurde der Vorsitzende des H.G.V. mit der goldenen Ehrennadel der Stadt ausgezeichnet.

 

Empfang des Partnervereins aus St. Oedenrode im Schlößchen 1989. Links an der Wand die Genealogie der Familie von Rannenberg in Schneemalerei

                                                            Michelbacher Schlößchen 1989
 
Unabhängig von allen Bemühungen um die Instandsetzung des Gebäudes stehen im Dachgeschoß eine Anzahl von großen Töpfen und Schüsseln, die bei Regen das Eindringende Regenwasser auffangen, jedoch normalerweise nie gelehrt würden.
 Die Überwachung und Leerung der Behälter, durch den Vorsitzenden von 1981 bis 1996 verhindert weitere Schäden an den Decken des Obergeschosses. 
1989 am Juni wurde der Verfasser zur Einschau in ein leeres Anwesen in Michelbach gebeten, da sich in der Scheune noch museale Geräte befanden. Im Rahmen der Besichtigung erfuhr er, daß das Ganze zum Verkauf stände. Die Familie Kempf übernahm das kleine Anwesen an der Spessartstrasse in Michelbach für ihren zweitgeborenen Sohn, ohne zu ahnen welcher Fundbestand spätmittelalterlicher Objekte sich im Boden verbarg. Bemerkenswerteste Funde sind gotische Nischenkachel und sogar ein Steinbeilbruchstück, das auf die Zeit um 3.000 v. Chr. datiert wurde. 
1989 am 16. September beendet die Mutter des Verfassers ihr Erdendasein. Sie hatte ihn schon als Kind auf die Höhe der „Vergessenen Burg“ geführt, Und später beteiligte sie sich aktiv an seinen archäologischen Untersuchungen und der Restauration von Funden und Betreuung und Pflege des Heimatmuseums im Michelbacher Schlößchen.
Der Verfasser mußte am nachfolgenden Tag beim Personalchef für Angestellte, seine Abstufung von der Gehaltsklasse T5 auf K4 unterschreiben. Auf die Hintergründe wird weiter unten noch eingegangen. Als der Personalchef H. Acker etwas umständlich eine Entschuldigung für diese Abstufung vorbringt, wird er vom Angesprochenen mit der Feststellung unterbrochen, daß er ja nur seiner Aufgabe nachkommen müsse. Ausserdem mache diese Unterschrift keine Probleme, nachdem er am Vortag erst seiner Mutter ihr letztes Geleit gegeben habe, sein Vater bereits in jungen Jahren im Krieg sein Leben verlor, wie auch dessen Vater schon 1915. Vor diesem Hintergrund gehe es ihm doch gut. H. Acker hatte wohl noch nie zuvor und sichelich auch später kein vergleichbares Gespräch mehr erlebt. Für den Verfasser verbarg sich im Hintergrund jedoch die Tatsache, daß schon seit einigen Jahren alle Gehaltserhöhungen an den „freiwilligen Zulagen“ abgezogen wurden. In seiner Familie bemerkte dies niemand, für ihn war jedoch wichtig, daß er noch mindestens ein Jahr weiterkam, denn mit 55 war er nach 15 Jahren Betriebszugehörigkeit unkündbar. Noch im gleichen Jahr kann er einen alten Radschlepper erwerben mit dem er nun das Material für Modernisierungsarbeiten an dem Anwesen in der Spessartstrasse transportieren konnte.
Zu dieser Zeit läßt das Paar aus Alzenau, das mit dem Verkauf von Autos und dem Erwerb weiterer Autohäuser zu enormem Besitz gekommen war, in Hanau einen großen Geschäfts- und Bürobau errichten. Mit diesem Großbau, dessen Fassade mit dem Anfangsbuchstaben des Familiennamens der Erbauer geschmückt wurde, zeigte sich erstmals die bis dahin geltende Regel des Bankangestellte als nicht mehr gültig. Durch die noch während des Bauens erfolgende Wiedervereinigung kam es zur Verlagerung der wirtschaftlichen Interessen und der Großbau fand nicht mehr die zur Finanzierung nötigen Mieter.

1989 am 9. November kommt es zur Grenzöffnung zwischen den beiden deutschen Teilstaaten. (Auf Einzelheiten wird später noch eingegangen) Bemerkenswert ist hierzu, daß es 200 Jahre nach dem Ausbruch der französischen Revolution und 100 Jahre nach der Gründung der internationalen Arbeiterbewegung war.
Eine Besonderheit, daß dies ohne jede Gewaltanwendung geht, ist wieder die voreilige Meldung eines Einzelnen, wie bereits 1918.
Während die Vertreter beider Regierungen noch am verhandeln sind, tritt ein Sprecher der DDR-Regierung, Günter Schabowski vor die Presse und wird nach Zwischenergebnissen gefragt. Auf die Frage wie es um die Öffnung der Grenzübergänge bestellt wäre, antwortet er, daß dieselben geöffnet würden und noch ehe er weitere Erläuterungen über die Modalitäten geben konnte, war seine Aussage auf allen Fernsehkanälen verbreitet. Die Massen der Grenzbewohner strömten zu den Übergangsstellen und die Grenzpolizei mußte sich überzeugen lassen, daß die Grenzöffnung soeben über das Fernsehen verkündet worden sei. Daß man dies eigentlich erst unter bestimmten Vorraussetzungen, in zeitlichem Abstand tun wollte, erfuhr mancher erst viel später. 
Dadurch wurde der „Atombunker“ unter dem Marktplatz in Alzenau funktionslos und die Sprengschächte in den Strassen wurden wieder zugeschüttet.
1990 am 9. Februar treffen sich in Moskau Gorbatschow mit dem amerikanischen Außenminister James Baker zu Vertragsvorbereitungen, betreffend die Bedingungen für die Wiedervereinigung Deutschlands. Am Ende der Verhandlungen steht das Übereinkommen, daß Deutschland sich der westlichen Allianz anschließt. Die Nato (Nordatlantische Verteidigungsgemeinschaft) jedoch auf jede Osterweiterung, auf Staaten des Warschauer Paktes verzichtet.
1990 im Mai kommt es zur Hauptverhandlung gegen den ehemaligen Leiter der Volksbank Alzenau, zu diesem Zeitpunkt sind 44 von 45 Anklagepunkten verjährt!  
1990
im Spätsommer faßt der Verfasser, anlässlich eines Besuches der Kleinburg Hüttelngesäß, den Entschluß die Ruine vor dem weiteren Verfall zu retten. Noch vor Wintereinbruch beginnt er im Einvernehmen mit den Eigentümern mit ersten Sicherungsarbeiten.
Bereits im November kann er aufgrund seiner Bekanntschaft mit Fr. Dr. Callesen, im hessischen Denkmalbeirat die Einstufung zum erhaltenswerten Denkmal erreichen.

1990 im November wird diese Neuordnung feierlich in der "KSZE-Charta von Paris" von allen beteiligten Regierungen unterzeichnet. Hierbei wurde feierlich vereinbahrt, daß keiner der Machtblöcke seinen Einfluß auf den anderen ausdehnen würde.
Doch nach der Auflösung der ehemaligen Sowjetunion und des Warschauer Paktes beginnen die von der amerikanischen Regierung dominierten Westmächte mit der Ausdehnung ihres Einflusses auf die Randstaaten des ehemaligen Warschauer Paktes. 1999 treten Polen, Tschechien und Ungarn der Nato bei. Und 2004 folgen Bulgarien, Rumänien, Slowakei, Slowenien, Litauen, Lettland und Estland. ( Damit verstiessen die Natostaaten gegen ihre früheren Versicherungen).
1991 im März kommt es in Michelbach, im Gasthof zum Hahnenkamm zur Gründung der Arbeitgemeinschaft „Burgruinen im Kahlgrund“. Die ursprüngliche Absicht sich auf die Rettung von Hüttelngesäß zu konzentrieren, wurde auf Drängen des Kreisheimatpflegers Oskar Oberle, auf die Ruinen Hauenstein und Womburg erweitert (Diese Ausweitung war unrealistisch und konnte auch nicht mehr realisiert werden).
Bei der Gründung waren anwesend: Baron Leo von Savigny und Baroness Gunda, Vertreter der angrenzenden  Geschichtsveine von Freigericht (Hessen), Niedersteinbach- Brücken und Alzenau. Kreisheimatpfleger Oskar Oberle, H. Achtmann und H. Dr. H.O. Schmitt von der unteren Denkmalschutzbehörde des Main- Kinzig- Kreises. Als wesentlichster Beschluß wurden regelmäßige Arbeitseinsätze, an einem Wochenende im Monat vereinbart. Die Beschaffung des notwendigen Materials übernimmt der Initiator mit seinem Radschlepper. Die notwendigen Gerüste stellt ein Malermeister aus Niedersteinbach zur Vefügung. Die Verpflegung der Arbeitskräfte teilen sich die Baronin von Savigny (Mittagessen) und die Damen vom Geschichtsverein Freigericht (Kaffee und Kuchen) unter der Leitung von Fr. Kreis. 
1991 bricht der Vulkan Pinatubo aus und reduziert durch seine Aschewolke für längere Zeit die Sonneneinstrahlung. Dies hat eine Absenkung der Durchschnittstemperatur um 0,5 Grad zur Folge.
1992 am 1. Oktober scheidet der Verfasser vorzeitig aus dem Berufsleben aus. Diesem Schritt waren mehrjährige Schwierigkeiten in der Fa. W.C. Heraeus vorausgegangen. Die Ursache war der Eintritt eines neuen Vorgesetzten. Derselbe veranlasste eine Abkehr von der langjährigen Untersuchungsmethode mit der hochkomplizierten Anlage. Ein Einwand auf die langen Erfahrungen unter seinen zwei Vorgängern, tat der neue Vorgesetzte mit den Worten ab: „Das kümmert mich nicht. Was ich sage wird gemacht!“ Doch schon bald mußte der Verfasser erkennen, daß die von ihm vorgegebene Form von Oberflächenuntersuchungen keine richtigen Ergebnisse mehr brachten. Er erlaubte sich eine Probe nochmal in der alten Art zu untersuchen und legte dann die beiden Ergebnisse den übergeordneten Vorgesetzten ( H. Dr. Bischoff und H. Dr. Aldinger ) zum Vergleich vor. Die dadurch erkennbare Untauglichkeit der neuen Art, nötigte den jungen Dr. phys, zu einer diesbezüglichen Rückfrage bei seinem Doktorvater in Berlin. Derselbe mußte einräumen. Daß die von ihm vorgestellte Form von Untersuchungen nur ungenügend wissenschaftlich abgesichert war und inzwischen auch schon von anderen als untauglich erkannt waren. Diese Entlarvung einer falschen Vorgabe verwand der arme Vorgesetzte nicht.
Er betrieb nun den Erwerb einer neuen Anlage, für deren Bedienung eine Physiklaborantin genügte. Er selbst schied schon bald danach aus und übernahm eine Anstellung im Vertrieb einer Maschinenbaufirma. Doch der Verfasser mußte nun mit verschiedenen anderen Tätigkeiten als Konstruktör bis hin zum Lagerverwalter sein Gehalt verdienen. Da man von Seiten des Betriebes damals schon jede Form von Einsparung wahrnahm, wurde der ehemals mit T5 eingestufte Maschinenbau- Techniker nicht mehr als solcher beschäftigt. Nachdem er, wie bereits oben erwähnt zur Abstufung auf K4 gekommen war, hatte er nur noch das Bestreben möglichst früh und gesund in einen Vorruhestand zu kommen. Diese Gelegenheit bot sich 1992. Unter der Bedingung, daß er noch 2 ½ Jahre mit 61% seines letzten Gehaltes auskommen müsse, wobei ihm von der Fa. Heraeus noch ein einmaliger Ausgleich auf 90% gezahlt wurde, nahm er seinen Abschied aus dem Berufsleben.
Schon einige Zeit vorher hatte die Tochter Annette den Wunsch geäusert, auch so ein altes Haus wie ihr Bruder Rainer zu bekommen. Nach Rückfrage bei dem Kreisheimatpfleger was er an erhaltenswerten Gebäuden „im Angebot habe“, kam es zur Übernahme des Anwesens von „Grosse Wiese 3“ in Gunzenbach. Auch dieses Anwesen sollte sich als eine archäologische Fundgrube erweisen. Der Name „Grosse Wiese“ bezog sich, wie bereits weiter oben erwähnt, auf einen reichen Gelnhäuser Bürger namens Heinrich Gross. Derselbe starb kinderlos. Seine zwei Güter in Gunzenbach kamen an seine Schwester, die mit einem adeligen Burgmann verheiratet war. Die Beiden, Henne von Kebel und seine Gattin Feua,        verkauften die Güter am 15. Dezember  1372 an das Stift in Aschaffenburg.
1992 am 6. Oktober, dem 21. Geburtstag der Tochter kam es zur notariellen Überschreibung des Besitzes.
1993 läßt ein Ehepaar einen Bauplan fertigen um am Ortsende der Märkerstrasse, auf ihrem Grundstück noch ein Haus zu bauen. Als sie diesen Plan ihrem östlichen Nachbarn zur Unterschrift vorlegen, kommt bei dem der Gedanke auf: Was die können konnen wir auch!
1994 kommt der jüngste Sohn des aufgeweckten Nachbarn (bei der Stadtverwaltung tätig), mit einem Bauplan zu dem Verfasser und bittet um eine Unterschrift, die er auch erhält. Niemand der Beteiligten ahnt damals, daß damit eine Kette von Gier und Rechtsmißbrauch beginnt, die 1 ½ Jahrzehnt später Gerichte beschäftigen und einen Schriftwechsel bis zu den Justizministerien in München und Berlin nach sich ziehen würde.      
1995 ist die Instandsetzung des Anwesens Grosse Wiese 3 in Gunzenbach soweit abgeschlossen, daß die junge Eigentümerin einzieht. Das zuvor südlich bis zu 30 Zentimeter eingesunkene Gebäude hatte der Verfasser mit Unterstützung seines Sohnes Rainer (aus Michelbach), als Mitglied des THW, hydraulich soweit angehoben, daß man im Wohnzimmer wieder eine Stehhöhe von 2,20 Meter hat. Für die Stabilisierung des Fachwerkes baute er 5 Stahlseile in Nord-Südrichtung und 2 in Ost-Westrichtung ein. Für die Zentralheizung hatte er mit Unterstützung des Vaters, des damaligen Lebensgefährten der Tochter, 800 Meter Schlauch in 1,40 Meter Tiefe im Garten eingebaut um die Erdwärme zu nutzen.  
1995 mußte der Verfasser den CSU-Vorsitzenden davon überzeugen, daß die Sammlung im Michelbacher Schlößchen nicht die Sammlung des H. Kempf ist und, daß man anstatt das alte Feuerwehrhaus noch zu erweitern, lieber an verkehrsgünstigerer Stelle ein neues Feuerwehrhaus bauen soll (was später auch geschah).
1996
Vor dem Hintergrund und den negativen Auswirkungen mehrerer Wasserschäden durch Frostaufbrüche, wurde der Stadtverwaltung vom Vereinsvorsitzenden, im Februar der Vorschlag unterbreitet, daß der Verein in Absprache mit der zuständigen Denkmalschutzbehörde und Materialkostenübernahme durch die Stadt, den Innenbereich des Gebäudes instandsetzen würde. Der Stadt verbliebe die Bauhülle mit Fenstererneuerung und die Erneuerung der Heizungsanlage. Wobei die museal genutzten Räume mit einer "Temperierung" nur ganz geringen Heizungsbedarf hätten.
Noch vor dem Wintereinbruch konnten die schadhaften Dachhaut gedichtet werden.
1997 am 5. Februar kam es in einer Besprechung mit dem Ergebnis, daß die Stadt Alzenau den Vorschlag vom Februar 1996 annahm. In der nachfolgenden Zeit kam es zu umfangreichen Arbeiten durch einige Vereinsmitglieder, mit dem Ziel anläßlich des 20jährigen Bestehens des Vereins ein vollkommen neu gestaltetes Museum zu präsentieren. Im Rahmen dieser Neugestaltung wurden zwei vermauerte Türen wieder geöffnet und so, sowohl die alte barocke Architektur sichtbar gemacht, wie auch die saubere Begehung von Schauräumen ermöglicht.
Im südwestlichen Turm wurden, nachdem sich die Tapeten durch Wasserschäden gelöst hatte, illusionistische Wandmalerei sichtbar. Diese Bemalung aus der Erbauungszeit wurde nachfolgend vom Verfasser an drei Seiten freigelegt und an Fehlstellen , sichtbar ergänzt.
Hinzu kamen noch Erkenntnisse über die Vorgängerbebauung, wie sie weiter oben bereits dargestellt wurden.
1998, am 20. September wurde das im Erdgeschoß komplett und im Obergeschoß teilrenovierte Schlößchen, im Rahmen einer Feier der Öffentlichkeit vorgestellt.
( Dem Vorsitzenden wurde für seine Leistungen in 20 Jahren Vereinsführung, die Europamedaille in Silber verliehen.)
Das Museum zeigte nun mit Objekten und erläuternden Schautafeln, die Entwicklungsgeschichte des vorderen Kahlgrundes von der Altsteinzeit bis zur Gegenwart. Als roten Faden von Raum zu Raum zeigte H. Kempf die Nutzung des Feuers durch den Menschen, in guter wie auch schlechter Form. Die wohl schlimmste Nutzungsart waren die Hexenverbrennungen im OT Hörstein. Und die wohl größte Leistung, ist die Überwindung der Erdanziehung mit Hilfe eines Feuerstrahles bei der Luft- und Raumfahrt. Für die Räume Altsteinzeit und vor der Zeitenwende gaben H. Lorenz und H. Dr. Seidenschwann (Raum 1) und H. Dr. H. O. Schmitt (Raum 2) fachliche Beratung und ergänzendes Material. Die Gestaltung war so konzipiert, daß Besuchergruppen bis zu 20 Personen in einem Raum den Erläuterungen zu den Objekten folgen konnten. Für ältere Besucher standen schon im Raum 4 einige Sitzgelegenheiten. Und nachfolgend gab es in den Räumen 6, 7 und 8 gepolsterte Bänke in der Raummitte, wo Besucher auch länger verweilen konnten, um die Darstellungen und Objekte an den Längswänden in Ruhe auf sich wirken zu lassen.
    
Heimatmuseum Michelbacher Schlößchen  ( Konzept von September 1998 bis August 2000)
       

Eine Präsentation heimatkundlicher Zeugnisse des Heimat- und Geschichtsvereins Alzenau e. V.

An der Eingangseite sind auf der linken Seite ein Zahnrad aus einer Kälberauer Mühle und auf der rechten Seite die Sandsteineinfassung vom Brunnen des ehemaligen Klosterhofes an der Kaiser Rupprechtbrücke plaziert.

Im Windfang ist rechts die Genealogie der Familie von Michelinbach (Besitzer der ehemaligen Wasserburg) und links die Wappen der Besitzer des Schlößchens (Nachfolgebau) sichtbar.

Fotoaufnahmen zeigen David und Mathilde Domer. Mit ihrem Einzug begann die letzte Blütezeit des alten Barockgebäudes.

Der Ausstellung ist ein "roter Faden" übergeordnet. In allen Räumen ist auf einem rot/gelb markierten Täfelchen auf die Verwendung des Feuers durch die Menschen hingewiesen.

 

Raum 1

Der Rundgang beginnt mit der Altsteinzeit. Karten und Bildmaterial zeigen Spuren der Eiszeiten in unsrer Heimat und Landschaften wie unsre Heimat damals war.

( Ausnahme sind Zeugnisse der Schloßgeschichte auf den Eckborden und im Bodenbereich unter der Fensternische)

Raum 2

Dieser Raum zeigt entwicklungsgeschichtlich die Kinderstube der Menschheit. Das Lernen im Umgang mit den veränderbaren Materialien (Ton - Keramik, Erze - Metalle, Quarz - Glas) und die bessere Nutzung von Hilfsmitteln, bis zur Entwicklung des Rades.    

(In Augenhöhe für Kinder ist diese Zeitspanne in kindgerechter Art vorgestellt)

Raum 3

(Nun kommt man in die Flegeljahre der Geschichte und wer aufmerksam durch die nachfolgenden Räume geht wird den Eindruck nicht los, daß es nicht immer gelingt erwachsen zu werden)

Das Mittelalter ist eine waffenklirrende Zeit. Für Alzenau in seiner Ausdehnung von Albstadt bis Hörstein, sind bisher acht feste Burgen bekannt. Für Hörstein ist kein Burgbau nachgewiesen, doch ist die Wehrturm der Kirche noch Zeugnis jener Zeit. Hinzu kamen einige "feste Höfe".

Raum 3a

Die Burg Hüttelngesäß gehört nicht in das Alzenauer Stadtgebiet,

doch war sie eigentümlich mit den Familien "von Kälberau" und "von Wasserlos" stark verbunden.

Raum 4

Die Burg Alzenau ist der jüngste Burgbau und hat durch den Schutz der Ummauerung die meisten Zeugnisse erhalten. Eine Baumaßnahme bot die Möglichkeit der Bergung und Restauration

zahlreicher Objekte.

Raum 4a

Die ehemalige Schloßkapelle zeigt überwiegend Priestergewänder aus der Pfarrei Alzenau.

Raum 5

Eisen und Holz  waren die Werkstoffe zu  deren Verarbeitung sich die wesentlichsten Handwerke entwickelten. Sie waren über Jahrtausende der Stoff für Geräte mit hoher Belastbarkeit.

Wesentlicher Bestandteil jeder Siedlung ist dieWasserversorgung. Eine Sammlung von zehn verschiedenen Wasserleitungsformen und Werkstoffen zeigt die Veränderungen bis zur Gegenwart.

Raum 5a

Hier ist in räumlich reduzierter Form die alte Schmiede Wappes nachgestellt.

Raum 6

Dieser Raum umfaßt die Zeit von 1500 bis 1800. Hier ist der Gegensatz von Aufklärung und Ab­gleiten zu Handlungen von unmenschlichster Grausamkeit sichtbar. (Die Flegeljahre werden wie­der spürbar) Eine Stabilisierung der Verhältnisse tritt im 18. Jahrhundert ein. Beispielhaft kann Prinz Ludwig Eugen von Württemberg gesehen werden. Er ließ 1768 die zweite Burg in Wasserlos abtragen und einen repräsentativen Schloßbau errichten. Er war Taufpate des am 11. 11. 1769 im Schlößchen geborenen Ludwig, Freiherr von Wrede.

Raum 7

Weltpolitische Umwälzugen zeichnen sich um 1800 ab. Doch neben dem großen Schlachten, Erfrieren und Verhungern in den Weiten Rußlands, kommen nach der Neuordnung Europas ganz andere Faktoren die verändern. Dampfmaschinen, Eisenbahnen, Fluggeräte und die Chemie beginnen Einfluß zu nehmen.

Im Gegensatz zur Situation von 1840, wo Ludwig I. von Bayern bei seinem Besuch auf dem Hahnen­kamm, noch in neun souveräne Staaten blicken konnte (Bayern, Baden, Darmstadt, Kurhessen, Hessen-Nassau, Hessen-Homburg, die Grenzgebiete Frankreichs und die preussischen Rheinprovinzen), hatten nach dem verlorenen Krieg von 1866 und dem Sieg von 1871, die meisten Grenzen in der näheren Umgebung ihre Bedeutung verloren.

Raum 7a

(Dieser Raum ist für Sonderausstellungen vorgesehen).

Raum 8a

Hier ist dargestellt wie um 1930 in Alzenau die Hauptstraßen mit Steinpflaster gefestigt wurden.

Raum 8

Das letzte Jahrhundert vor der Jahrtausendwende brachte auch bei uns Veränderungen in unvorstellbarer Art. Gravierende Merkmale der Reisigbesen, das alte Wagenrad, verlorene Hufeisen und die Huckelkiepe. Bis etwa 1930 noch eine Selbstverständlichkeit.

Die Elektrizität hatte um 1925 das Petroleum und Karbitgas als Lichtquelle abgelöst.

Zwei Weltkriege vernichteten unvorstellbare Werte in der ersten Hälfte des Jahrhunderts. Die Überlebenden schufen jedoch neue Werte. Sie bauten weiter auf den Erkenntnissen der vergange­nen Generationen.

Welcher Ideenreichtum in einem einzigen Menschen sein kann, ist am Beispiel von Dr.Ullrich sichtbar. Unsere Heimat ist in die Veränderungen eingebunden, die sich aus den Bedürfnissen der Bevölkerung, aber auch durch Einflüsse von aussen bilden.

Bessere Verkehrsverbindungen brachten mehr Kaufkraft in die ländliche Gegend, aber auch Waren von fernen Produktionsstätten. Eine Auflistung von Geschäftsempfehlungen von 1952 zeigt rot markiert, welche Geschäfte noch existieren, rot blau in veränderter Struktur. Die blau markier­ten sind erloschen oder wurden aufgegeben.

Ein Bauplan aus dem Jahr 1959 zeigt noch ein doppelgeschoßiges Wohnhaus, ohne Bad und Toilette. Inzwischen ist der Sanitärbereich ein florierender Markt.

Von vielen kleinen Ziegeleien rund um den Hahnenkamm, hat die Ziegelei Zeller den Übergang in das nächste Jahrtausend geschafft. Neben vielen Geschäften sind auch die Handwerke Verände­rungen unterworfen. Von etwa sieben bis acht Wagnern, in der Kernstadt Alzenau, ist keiner mehr sichtbar. Lediglich aus der Wagnerei Botzem wurde ein Sägewerk und Holzhandel. Demgegenüber gibt es Werkstätten für Motorfahrzeuge.

Stellvertretend für das Wagenrad sehen wir ein Rad von einem PKW, der Reisigbesen wurde vom Staubsauger abgelöst.

Unterhaltungsmedien unterschiedlichster Art bestimmen die Freizeit. Ein vor einem Jahrhundert noch unvorstellbarer Verbrauch von Rohstoffen und Energie ließ auf Wohlstand für Alle hoffen. Doch die zunehmende Rationalisierung und Automatisierung von Fertigungsprozessen führt zum Abbau von Arbeitsplätzen und schwindender Kaufkraft, mit der Folge von Absatzschwierigkeiten für die erzeugten Produkte. Mit Werbung werden Bedarfe geweckt und vorwiegend Jugendliche zu Ausgaben angeregt die nicht im Verhältnis zu ihrem Einkommen stehen. Die Folgen sind Verarmung und häufig Abgleiten in die Kriminalität.

Das ungebändigte Streben nach Gewinn, lassen leider zum Ende des zweiten Jahrtausends unsrer Zeitrechnung, den Verdacht aufkommen, daß wir uns kulturgeschichtlich wieder in Raum 3 befinden.

Konzept:           Kempf W. B.

Gestaltung:        Kempf, Kuhn R., Schmitt O. und Trageser Günter.
(Dieses Gestaltungskonzept wurde vom Schulamt Aschaffenburg als zu sozialkritisch gesehen.)
 
1998 wurde auf Antrag eines jungen Mannes (dem älteren Sohn des Mannes, der die Meinung vertrat: Was der Nachbar kann können wir auch)  das Projekt einer „Privaten Baulanderschließung“ vorgestellt, das auch den Garten einschloß, den der Verfasser mit seiner Gattin 20 Jahre zuvor als Wiesengrundstück erworben hatte. Ein Vertragsentwurf für dieses Vorhaben wurde von 5 Beteiligten unterschrieben.
1999 kam es schließlich zu einem Notariatsvertrag zur Erschliessung, wobei niemand bemerkte, in welch sittenwidriger Art die damals in der Rechtsabteilung, der Stadt beschäftigte Schulfreundin des Antragstellers den Vertrag zu dessen Gunsten verändert hatte.
Die Erschließungsfläche lag innerhalb der 100-jährigen Hochwassergrenze und sollte bis zu 2,50 m aufgeschüttet werden. Deshalb wurde vom Wasserwirtschaftsamt ein Ausgleich gefordert. Noch im gleichen Jahr wurde zwischen Alzenau und Kälberau eine „Flutausgleichsmulde“ ausgehoben. Noch bevor die Erschließung vom LRA genehmigt war.
1999 im September wurde ein neuer Bürgermeister gewählt. Er war schon längere Zeit 2. Vorsitzender des Heimat- und Geschichtsvereins und der Verfasser glaubte ihm die Leitung des Vereins übertragen zu können.
Nach dem zum Teil altersbedingten Ausscheiden einiger Verwaltungsbeamten, wurden diese Positionen neu besetzt und der neue Rathauschef verkündete voller Stolz, daß nun ein junges schlagkräftiges Team die Führung der Verwaltung  übernommen hätte. Alles sollte nun viel besser werden!
1999 im November wurde im Interesse der Gemeinschaft Handel und Gewerbe, der Gastwirte und der Weinbauern eine „Stadtmarketing GmbH“ gegründet. Erste große Zielvorgabe ist die „Vermarktung“ des neu errichteten „Burg Centers“ im Friedberger Gässchen.
Im Dezember übergab der Verfasser die Führung  des Heimat- und Geschichtsvereins dem Bürgermeister. 
2000, im Juni kommt es zur Krise der „Stadt Marketing G.m.b.H.“ da die Vermarktung des „Burg Centers“ gescheitert war. Lediglich die Post, die Bäckerei Heeg und die Schlecker- Drogeriekette konnten geworbrn werden. Auch Sonderaktionen wie die verkaufsoffenen Sonntage, Verlosungen und Osteraktionen konnten nicht die ganz grossen Erfolge bringen.

2000, bis zum September bestand das Heimatmuseum. Nachdem der Verfasser nach vereinsinternen Querelen, den Vorsitz an den Bürgermeister übergeben hatte, wurden plötzlich Finanzmittel aktiviert und unter Mißachtung des Stadtratsbeschlusses vom 26. November 1987 und der Vereinbarungen vom 5. Februar 1997, Pläne für eine komplette Instandsetzungsmaßnahme des Schlößchens entworfen. Wie sich bald zeigte, hatte der beauftragte Architekt keinerlei Erfahrung im Umgang mit historischen Bauten. Hinzu kam, daß er seine Pläne nicht nach dem Istzustand entwarf, mit weitgehender Anlehnung an die ursprüngliche barocke Raumaufteilung, sondern an den Planaufnahmen von 1986, mit vermauerten Türen. Zu allem Übel kam noch eine unqualifizierte Untere Denkmalschutzbehörde in der Stadtverwaltung.
So kam es in der Folgen nicht nur zur Zerschlagung des Heimatmuseums in der Art von H. Kempf, sondern auch zur Zerstörung des gesamten ehemals barocken Charakters im Innern. Die Obere Denkmalschutzbehörde in Bamberg wurde zur Resignation gezwungen und schon bald gab es dort intern den Begriff für Alzenau, als "bayerisch Wildwest".
Mit anderen Worten, ein Raum in dem nur das Recht des Stärkeren Gültigkeit hat. Im Schlößchen sind alle Zeugnisse früherer Bebauung, wie auch Reste von Wandbemalung in den Wohnräumen und die freigelegten Malereien im Turmzimmer zerstört oder zubetoniert worden.
2001 wird in Alzenau ein großes Festprogramm, anlässlich 600 Jahre Burg und Stadtrechte und 50 Jahre neue Stadtrechte. Das Programm sollte zwar auch die Einweihung des Ludwigsturmes auf dem Hahnenkamm enthalten, doch dies sollte noch 3 Jahre dauern. In einem etwas bescheiden Rahmen hatte der Bürgermeister vom Landesdenkmalamt, vertreten durch den Grafen von Ingelheim, zwar schon einen Scheck über 50.000 DM, für die gelungene Instandsetzung erhalten. Doch gab es bis dahin noch nicht mal einen genehmigten Plan. Die Planung lag in den Händen des gleichen Architekten wie beim Schlößchen in Michelbach.
2001 legt der „Stadt Marketingmanager“ sein Amt aus gesundheitlichen Gründen nieder. Für eine Nachfolge ist niemand mehr bereit. Um einer finanziellen Unterdeckung, durch fehlende Mieteinnahmen zuvorzukommen übernimmt die Stadt den Mietvertrag.
Im Michelbacher Schlößchen nehmen die negativen Veränderungen ihren Fortgang. Beispielhaft für die Verwirrung ist bereits der Eingangsbereich: Gleich hinter dem Eingang findet man zu beiden Seiten zwei dunkle Glasscheiben in den ehemals barocken Eingängen zu den Seitenflügeln. Die jetzigen Zugänge sind etwas versetzt die Türen von dem Umbau von 1948. Da die alten Türen 1986 vermauert waren und der Architekt und die Untere Denkmalschutzbehörde sich nie um den Istzustand und die Kenntnisse von H. Kempf bemüht hatten, war man bei der Neugestaltung der Wände im Erdgeschoß schon soweit, daß die Zimmerleute bereits zwei Riegel in der halben Türhöhe eingesetzt hatten, als H. Kempf zufällig zu einer Einsichtnahme in die Baustelle kam. Erst auf seinen Hinweis, daß dies die ehemaligen Türen seien und ein Schreiben an den Stadtrat und die Obere Denkmalschutzbehörde, unter dem Titel: wie wenig Kenntnisse genügen um einen solchen Auftrag zu erhalten?, wurden zumindest die Riegel wieder entfernt. Doch zur Wiederherstellung der barocken Eingänge kam es nicht mehr, stattdessen setzte man Glasscheiben ein, über deren Sinn nun jeder Besucher rätseln kann.
Es sollen jedoch noch Erläuterungstafeln angebracht werden! Im Obergeschoß wurde im nördlichen Teil die Geschoßdecke komplett entfernt und ein Raum in Art einer Kulturscheune gestaltet, dessen Heizkosten in der kalten Jahreszeit wohl die Unterhaltungskosten für das neue Museum im Erdgeschoß weit übersteigen werden.
Die museale Gestaltung ist ebenfalls entäuschend. Kleinteilungen der Räume durch Einbauten schliessen Gruppenführungen aus. Gleichermaßen fehlen Sitzgelegenheiten, die eine Erholungspause für ältere Besucher bieten würden. Mit dem Einsatz modernster Technik, in Gestalt von Hörmuscheln und weiteren "Abstrahierungen" kann man einzelne Jugendliche unterhalten, doch auf normale Besucher wirkt dies befremdent. ( Hier muß jedoch eingefügt werden, daß viele Besucher von den schönen weiß gestrichenen Wänden doch angenehm berührt seien.)
Im Außenbereich wird die Verfremdung noch bestärkt, indem man zum ehemaligen Gemüsegarten eine zusätzliche Freitreppe ansetzte und den beiden Türmchen Wetterfahnen mit dem Mainzer Rad aufsetzte, obwohl das Schlößchen nie einen Bezug zum Erzbistum Mainz hatte. Das Gebäude ist jetzt in die Kategorie eines "Potemkinschen Denkmals" einzustufen. Äußerlich erweckt es den Eindruck eines Barockschlößchens, doch im Innern sucht man nach barocken Spuren vergebens.
2002 im März wurde in Alzenau ein Bußgeldkatalog „Umweltschutz“ erlassen. (Nur wird er nicht zur Kenntnis genommen)
Beim Ablagern von Gegenständen oder Flüssigkeiten an nicht dafür vorgesehenen Anlagen.
Es werden Bußen von 15 Euro fällig beim Ablagern von Gegenständen „soweit sie unbedeutender Art sind z. B. Zigarettenschachtel, Pappbecher, Pappteller, Papierstück, Taschentuch“ u.s.w.!
30 Euro werden fällig beim Ablagern „mehrere Gegenstände unbedeutender Art beziehungsweise Gegenstände von gewisser Bedeutung, z.B. Zeitung, Illustrierte, Plastikbeutel, Tasche, Plastikflasche, Schachtel, Karton, Kochtopf ...“
Der Bußgeldkatalog umfaßt 66 Punkte. Wobei die höchste Buße von 50.000 Euro bei Grundwasserverunreinigung

fällig wird. Die Einleitung in Bäche wird mit 500 bis 25.000 Euro Buße bedacht.
Hier ist anzumerken, daß die Einleitung von flüssigen Abfällen einige Jahre vor diesem Erlass zu einem Fischsterben im Krebsbach führte, doch für eine diesbezügliche Meldung von zwei Schülerinnen im Rathaus niemand zuständig war.

Ein zweiter geruchlich bemerkenswerter Fall wurde erkennbar als der Krebsbachverlauf von der Märkerstrasse weggenommen wurde und seinen neuen Lauf durch die Weiberwiese bekam. Den Beschwerden der Anwohner wurde lange nicht nachgegangen. Als der Druck jedoch zu groß wurde, stellte man eine Untersuchung an und mußte feststellen, daß das Anwesen eines langjährigen Stadtratsmitgliedes nie an das Kanalnetz angeschlossen worden war. Der Stadtrat ruhte längst in Frieden. Doch sein Sohn und der inzwischen bei der Stadtverwaltung beschäftigte Enkel sahen sich nun genötigt, doch noch eine Anbindung an das Kanalnetz vornehmen zu lassen. So bekamen die Anwohner endlich reine Luft zum Atmen und Fische sterben auch nicht mehr, nachdem der ältere Sohn des ehemaligen Stadtrates von der Schweinemast abgegangen ist.
2003 wurde das Museum der Stadt Alzenau eröffnet.
Zum Schlößchen ist noch ein Nachtrag angebracht.
Nachdem es 1930 in den Besitz der politischen Gemeinde kam, wurde es unterschiedlichen Nutzungsformen und damit verbundenen Veränderungen unterworfen. Die nachteiligste Maßnahme wurde 1933 vorgenommen, als mit der Einrichtung eines Kindergartens durch die Nationalsozialisten, aus dem domerschen Baderaum, ein Waschraum mit fünf Waschbecken geschaffen wurde. Die Versorgung mit fließendem Wasser ermöglichte sorglosen Umgang und verstärkten Feuchtigkeitseinfluß auf die Wände. Zwischenzeitliche Wandabsenkungen und dadurch aufgetretene Risse in den Wänden wurden verspachtelt und der zum Teil abgesenkte Fußboden mit einem Betonstrich wieder begradigt. Im Aussenbereich wurden ebenfalls Änderungen vorgenommen. Ein Teil der Scheunen wurde abgebrochen und der westliche Teil zu einem Feuerwehrgerätehaus umgestaltet. Der Weiher wurde verfüllt und die Hofunterteilungen beseitigt. Im ehemaligen Rosengarten wurden Holzbaracken für die "Hitlerjugend" errichtet.
Während des Krieges kamen katholische Ordensschwestern nach Michelbach, da ihre alte Wirkungsstätte in Köln dem Bombenhagel zum Opfer gefallen war. Sie waren auch nach Kriegsende an einem Verbleiben intressiert und so kam es 1945 zu einem Vertrag zwischen der Kirchengemeinde und der polit. Gemeinde, daß unter Leitung der Schwestern im Schlößchen ein Kindergarten, ein Altenheim mit Pflegestation und eine Arbeits- Koch- und Nähstube entstehen soll. Um diesen Vorhaben gerecht zu werden übertrug man der Kirchengemeinde das Schlößchen zu einem symbolischen Betrag von einer Mark. Übergeben wurde außerdem das nördlich angebaute Wartehäuschen mit der Waschküche, der Hofbereich davor und der Hausgarten hinter dem Schlößchen. Die Holzbaracken  im ehemaligen Rosengarten wurden wieder abgebrochen. Doch bald zeigten sich räumliche Probleme. Die Kirchengemeinde ließ entsprechende Pläne entwerfen und die Schwestern sammelten bei der Bevölkerung Geld für den Umbau. 1948, im Jahr der Währungsreform kam es schließlich zur Umgestaltung. Im Erdgeschoß wurde die Küche gartenseitig erweitert und hinter die alte Schloßkapelle ein Kühlraum gebaut. Ein großer moderner Herd, mit Kaminabzug durch den Fußboden erforderte größere Veränderungen in dem Bereich, der noch immer den alten Fluchtausstieg vom Obergeschoß, zwischen der Kapelle und der Küche verbarg. Die Ummauerung wurde entfernt und die daneben befindliche Toilette an die Gußableitungsrohre, mit neuen Toiletten und der Badegelegenheit im Obergeschoß angeschlossen. Die Ableitung erfolgte in eine große Jauchegrube im Hausgarten. In die Kapelle wurden eine Badewanne, eine Toilette und ein Handwaschbecken eingebaut. Außerdem wurde eine Holzzwischenwand eingesetzt. Die zwei nordwestlichen Räume, links vom Eingang, wurden zu einem Betsaal umgestaltet. Das Fenster in der Nordwand wurde zugemauert, außerdem die Türe zum östlichen Nachbarraum. Der nordwestliche Turm bekam einen Zugang von außen und diente als Sakristei. Hier wurde ebenfalls das nordöstliche Fenster zugemauert. Auch am südwestlichen Turm wurde das südöstliche Fenster zugemauert und die Treppe zum Rosengarten wieder entfernt. Die Türe wurde wieder als Fenster gestaltet. Der erste Raum, rechts vom Eingang wurde durch eine Zwischenwand unterteilt. Außerdem wurden die alten Zugangstüren zu den Wohnräumen nach rechts und links zugemauert und ein Windfang eingebaut. Hinter dem Windfang wurden neue, niedrigere Zugangstüren eingesetzt. Der ganze Bau bekam Zentralheizung. Im Obergeschoß wurde die Mansarddachschräge abgetragen und die Außenwand um ein Geschoß erhöht. Das Dach wurde "aufgeschifft" und die Zinnenbekrönung der Türme durch Pyramidendächer ersetzt. Ergänzend wurden alle Zimmer im Obergeschoß mit Waschgelegenheiten versehen. Der westliche Teil der ehemals durchgehenden Diele wurde durch einen Wand abgeteilt und zu einem großen Raum mit zwei Fenstern umgestaltet. Gartenseitig wurden noch weitere Toiletten und ein Wannenbad eingebaut.
Die Theaterbühne verschwand zugunsten eines zusätzlichen Aufenthaltsraumes und über der erweiterten Küche entstand eine Terrasse. Trotz dieser positiven Veränderungen im Umfeld einer relativ unbedeutenden Gemeinde, blieben die Schwestern, die bald nach den Baumaßnahmen wieder nach Köln zurückgingen, bei vielen in schlechter Erinnerung. Zum einen blieben die Mehrkosten an der Gemeinde hängen und zum andern war ihr Umgang mit den Kindern weit entfernt von heutiger Praxis. Eine gefürchtete Art von Strafe war das Einsperren in den dunklen Verschlag unter der Stiege. Das ganze Treiben endete sporadisch. Nach dem Bau eines neuen Kindergartens im ehemaligen Rosengarten, anstelle des früheren Malerhauses, blieben viele Räume leer, mit Ausnahme von zwei nordöstlichen als Turnräume. Ein weiterer Schritt war die Umgestaltung einer Villa in Dettingen zu einem Altenheim mit besseren Bedingungen. So kam das Schlößchen ungenutzt in einen Zustand von Verwahrlosung. Für die Kirchengemeinde wurde der Besitz zur Belastung und man bot den Baukomplex wieder der politischen Gemeinde zur weiteren Nutzung an. Da Michelbach inzwischen ein OT von Alzenau war, lag die Nutzungsentscheidung nun bei der Stadt Alzenau. Und hier bemühte sich, der seit 1978 bestehende Heimat- und Geschichtsverein um Räumlichkeiten zur Aufbewahrung und Präsentation seiner stetig wachsenden heimatkundlichen Sammlungen. (2006, Ende November verstarb der mit der Instandsetzung betraute Architekt, noch vor Fertigstellung des Außenbereiches, im Alter von 49 Jahren an Herzinfarkt.)
2003 kam es, nach den Hochwässern an der Elbe und in Niederbayern, in Bayern zu zwei Verwaltungsgerichtsbeschlüssen, die jedes weitere Aufschütten von Ausuferflächen untersagten. Doch ohne diese Urteile zur Kenntnis zu nehmen, war man in der Bauabteilung in Alzenau weiterhin damit beschäftigt, dem jungen Mann kostenlos Pläne nach seinen Wünschen und Träumen in die Ausuferfläche zu malen. Eine Besonderheit war dabei, daß die Baulandfläche des Initiators immer mehr wurde und die Anteile der übrigen Beteiligten immer kleiner. Als der Baulandanteil des Verfassers von 500 qm auf 386 qm reduziert war und selbst persönliche Briefe an den Bürgermeister nichts fruchteten, sah er sich zur Intervention bei der bayerischen Staatsregierung genötigt. Doch bei Regierungen dauert alles lang, besonders wenn es jemand ist, der in keiner Partei ist und keine Spenden überweisen kann.
Begünstigend für das Expansionsbedürfnis des jungen Mannes kam noch hinzu, daß die Leute die ganz am Anfang ein Haus am Ortsende bauen wollten, inzwischen in wirtschaftliche Schwierigkeiten kamen und ihr Grundstück versteigert werden mußte. Nun schaffte es der junge Nachbar, wieder mit geschicktem Taktieren der befreundeten Bauamtsleiterin, das Grundstück zur Hälfte von dem Preis zu ersteigern, den er bei regulärem Erwerb, gemäß dem Notariatsvertrag hätte zahlen müssen. Für 72.000 Euro gelangte es in seinen Besitz, nachdem eine Angestellte des Bauamtes wissentlich eine falsche Aussage zur Wertbeurteilung machte. Der Geschädigte wollte gegen diese Unterbewertung klagen, doch fehlten ihm die finanziellen Mittel für den Anwalt.
2004 übertrieb es der junge Mann mit der Bauamtsleiterin und der Verfasser verlangte vom Bürgermeister, daß die Stadt keine weiteren Planungen, für den jungen Mann mehr zeichnen läßt (zuvor waren 7 Pläne gezeichnet worden die alle von dem Plan, der dem Vertrag zugrunde lag, mehr oder weniger grob abwichen).
2004 am 19. September wird endlich der Ludwigsturm auf dem Hahnenkamm neu eröffnet. Der neuen Gestaltung waren Interventionen des Verfassers bis zum bayerischen Kultusministerium vorausgegangen. Das Ergebnis war schließlich, daß dem Turm die Denkmalwürdigkeit aberkannt wurde. Und daß man sich aus dem Kultusministerium gegenüber dem Widerspruchführenden mit dem Hinweis entschuldigte, daß die jetzige Form die beste Lösung gewesen sei, da der Turm, ja nach Aussage des Bürgermeisters, zuvor eine Holzplattform auf vier Betonsäulen gehabt habe.
Als Reaktion entschuldigte sich der Verfasser dafür, daß man sich in seiner Heimatstadt nicht scheut gegenüber einem Ministerium mit unwahren Bahauptungen aufzutreten. Er verwies nochmal auf ein im Dezember 2003 zugesandes Bild das eindeutig eine Betonplattform auf vier Säulen aus Glimmerschiefer zeigte.  
2004 wird von der Bauabteilung der Fa. Mercedes Kunzmann die Errichtung einer Doppelgarage und einer Abfallcontainerhalle genehmigt. Da sich diese Fa. am Westrand eines Wohngebietes befindet und ein Anwohner wegen Lärmbelästigung Beschwerde einlegt, schreitet die Regierung von Unterfranken ein und hebt die Baugenehmigung wieder auf, obwohl die Hallen bereits bestehen. In einer nachfolgenden Klage gegen den Freistaat Bayern erhält die Firma Unterstützung durch die Bauabteilung und den Bürgermeister. 
2005 am 29. März wurde die Stadtmarketing G. m.b. H. offiziell aufgelöst. Noch bestehende Restschulden von rund 8.000 Euro, wurden von der Stadt übernommen.
2005 im Mai veröffentlicht der Verfasser einen Leserbrief in dem er die Machenschaften in der Bauabteilung als Rechtsmißbrauch und korrupt darstellt. Als Reaktion beauftragen der Bürgermeister und die Bauamtsleiterin eine Rechtsanwaltskanzlei in München gegen den Verfasser des Leserbriefes wegen Verleumdung und übler Nachrede vorzugehen. Er wird von der Anwaltskanzlei aufgefordert seine Behauptungen zurückzunehmen und jede Form seiner Meinungsäußerungen bei Androhung von 3.000 Euro Strafe zu unterlassen. Dies betreffende Formulare waren zur Unterschrift beigelegt.   
Dieser Anwaltskanzlei in München gab der Verfasser zu verstehen, daß er die gewünschten Unterschriften nicht leisten könne, da dies ja bedeuten würde, daß alle Belege in seinen Händen nicht existieren würden. Kopien dieses Schreibens ließ er allen Fraktionssprechern des Stadtrates zukommen. Die Angelegenheit war für ihn damit erledigt.
Allerdings kam noch im gleichen Monat ein Bauherr zu ihm und zeigte ein mehrseitiges Schreiben von der oberen Denkmalschutzbehörde, indem sein Bauantrag abgelehnt wurde mit einem Hinweis auf Funde die der Verfasser etwa 20 Jahre zuvor  geborgen undgemeldet hatte. Mit dem Hinweis, daß es sich (auch) hier eindeutig um Schikane handelt, nachdem man nach der Fundmeldung, midestens 30 Wohnbauten, die neue Polizeidienststelle und einen Teil einer Umgehungsstrasse auf dem angesprochenen Gebiet gebaut hatte, konnte diese Schikane abgewendet werden.
2005 stellte es der Stadtrat den Beteiligten der „Privaten Baulanderschließung an der Märkerstrasse“ frei sich innerhalb einer angemessenen Frist auf einen genehmigungsfähigen Plan zu einigen (daß jede weitere Planung sinnlos war, aufgrund der Urteile von 2003 wußte niemand).
Zeitgleich hatte man in München erkannt, daß die vom Verfasser vorgelegten Belege für grobe Rechtsmißbräuche im Bauamt von Alzenau, doch mal einer Untersuchung bedürfen. Und man beauftragte die Regierung von Unterfranken dies zu tun. Das Ergebnis war nicht überraschend, hatte der Verfasser doch alles gründlich belegt. Die Erklärung wie es zu diesen Ungereimtheiten kommen konnte, bereiteten dem Bürgermeister der Stadt aus „bayerisch Wildwest“ wohl einige Schwierigkeiten. Aber zum Schluß wurde ihm erlaubt die verantwortliche Bauamtsleiterin mit einer anderen Aufgabe zu betrauen. Doch die charmante Dame blieb und avancierte sogar noch zur Oberamtsrätin! Der Baulandanteil des Verfassers war inzwischen wieder 500 qm, doch nicht mehr zu bebauen (was er damals auch noch nicht wußte).
Auf den weiteren Verlauf wird weiter unten nochmal eingegangen.
2006 erhält Mercedes Kunzmann in seiner Klage gegen den Freistaat Bayern, Unterstützung in Form einer Bauleitplanänderung für das Gebiet Bohnäcker, mit der Begründung, daß sich das Wohngebiet inzwischen zum Mischgebiet geändert habe. Die Stadt ermittelte 27 gemeldete Gewerbebetriebe. Die markantesten sind ein „Büroservis“ eine „Vermietung und Verpachtung eines Wohnwagens“ und ein „Heißmangelbetrieb mit Prospektverteilung“.  Keiner der aufgelisteten Betriebe ist dem produzierenden Gewerbe zuzurechnen. Daß diese Umwidmung außerdem den Wert des Wohngebietes mindert wurde nicht berücksichtigt. Eine vom Freistaat geforderte Fotodokumentation der genannten Gewerbebetriebe zeigt nur normale Wohnhäuser. Doch zeigt sich bei dieser Hilfe für die Fa. Mercedes Kunzmann wieder die neue Form des „jungen schlagkräftigen Teams“ der Alzenauer Stadtverwaltung.  
2006 versuchte der Verfasser noch den dritten Autobahnanschluß für Alzenau, zwischen den beiden vorhandenen, zu verhindern. Allerdings wurde dem Verfasser rechtzeitig bewußt, daß ein Prophet seine Glaubwürdigkeit verliert, wenn die Prophezeiung nicht eintritt. So wurden 5,4 Millionen Euro verbaut, trotz Hinweise auf die Sinnlosigkeit an alle Regierungsspitzen von Bund und Land.
Doch trotz der versprochenen Verkehrsentlastungen für Hörstein um 60%, der Bürgermeister hoffte auf etwa 35% und auch Wasserlos sollte entlastet werden. Doch wird es für Wasserlos sogar eine Zunahme des Verkehrsaufkommens geben, da alle aus Hessen kommende Besucher, des am Ortsrand gelegenen Kreiskrankenhauses und der Weinstuben nun von dem neuen Autobahnanschluß, ohne Alzenau oder Hörstein durchfahren zu müssen, direkt nach Wasserlos fahren können. Allerdings um zu den südlich am Ortsrand gelegenen Weinstuben und dem Krankenhaus zu gelangen müssen sie den Ort in voller Länge durchfahren.
Das stetige Gewinnsteigerung durch Verkauf von Produkten über die Bedürfnisse hinaus ließ einige besonders kluge Kreditvermittler, besonders in Amerika auf den Gedanken kommen, Menschen zum Erwerb eines Hauses Kredite zu gewähren, obwohl vorraussehbar war, daß dieselben auf Dauer kaum die Kredite abtragen können.
Bauunternehmer erstellten riesige Wohnsiedlungen, die es zu verkaufen galt. Die Banken bündelten die Massen von Kreditverträgen und verkauften sie als gewinnträchtige Anlagen an andere Banken oder Privatkunden.   

2007, am 14. November  (Der voraussichtlich letzte Auftritt des Verfassers in einer Bürgerversammlung, der inhaltlich verkürzt vorgetragen wurde, um Peinlichkeiten zu vermeiden )
 50 Jahre Überzeugungsarbeit mit mehr oder weniger Erfolg
Zuerst möchte ich mich dafür entschuldigen, daß ich auf  50 Jahre Überzeugungsarbeit, mit beachtlichem Erfolg zurückblicken kann und für die Tatsache, daß das jetzige Aussehen unsrer Heimatstadt in vielen Zeugnissen meinen positiven Einfluß wiederspiegelt.
Doch vorab etwas auf das einige Bürger warten: Der dritte Autobahnanschluß!
Zu diesem Anschluß, kann ich kurz vor der Eröffnung nur noch feststellen, daß ich zwar bedaure, daß hier viele Steuergelder ausgegeben und Natur zerstört wurde.
Aber, hätten meine Empfehlungen den Bau verhindert, so wären alle weiterhin in dem Glauben verblieben, daß der Verkehr in Hörstein und Wasserlos bis zu 60% reduziert worden wäre, wie es H. Henning Kaul versprach und auch Vertreter andrer Parteien erhofften.
Doch in einigen Tagen kommt die Ernüchterung.
Denn etwa 95 % der Kraftfahrer fahren aus zwingenden Gründen und nicht zum Spaß!
Und daraus ergeben sich die Fragen:
1.) Wie kommen die Kunden von Rückersbach und Hohl zu den Einkaufszentren in Hörstein?
     Und wie kommen die Zulieferer von Handel und Gewerbe nach Hörstein?
2.) Wie kommen die Gäste am Wochenende zu den Weinstuben in Hörstein und Wasserlos?
3.) Wie kommen die Kranken und Besucher in das Kreiskrankenhaus in Wasserlos?
Die Antworten lauten:
1.) Wenn die Hörsteiner nicht wieder eine Schranke an der Zufahrt vom Abtshof her machen, wie schon mal im 16. Jh.
     , werden sie mit dem Verkehr leben müssen.
2.) Die Wasserloser sind eindeutig die Verlierer! Denn wenn bisher die Besucher zum Krankenhaus oder die Gäste zu den
     Weinschänken, aus der Hörsteiner Richtung kamen, so blieb Wasserlos weitgehend unberührt. Alle Fahrzeuge wählten
     die Zufahrt und Parkmöglichkeiten am Krankenhaus.
     Doch nach der Eröffnung des neuen Autobahnanschlusses, kann jeder aus Hessen kommende, von der A45 nach
     Wasserlos ins Krankenhaus oder zu den Gaststätten gelangen ohne durch Hörstein oder Alzenau zu fahren.
     Mit einem Schönheitsfehler: Alle müssen nun durch Wasserlos in voller Länge, auch wenn man die Strasse noch so
     schön gestaltet.
 Die Kandidaten haben noch eine Woche Zeit sich die Antwort zu überlegen.

Doch nun mein kleiner Rückblick
Der Auftakt meiner Erfahrungen mit dem Amtsschimmel war eine Peinlichkeit, die von einem unwissenden Stadtkämmerer verursacht wurde.
1957 mußte ich die Stadtverwaltung überzeugen, daß eine Nachforderung von Baukosten für den Bürgersteig, durch einen neuen Kämmerer unberechtigt war.
(Den Grundstücksbesitzern war für die kostenlose Flächenabtretung, versichert worden, daß sie zum Ausgleich von den Baukosten befreit bleiben würden. Da dies jedoch nur eine mündliche Zusage war, bedurfte es von meiner Seite schon guter Argumente.
Einige verunsicherte Anlieger zahlten die Nachforderungen, obwohl sie die Fläche kostenlos abgegeben hatten.)

1964 konnte ich die Stadtverwaltung und nachfolgend die Herren von der Flurbereinigungsdirektion Würzburg, davon überzeugen, daß eine Flurbereinigung in Alzenau nur im Einvernehmen mit den Flurbereinigungsgegnern durchzuführen sei.
(Zuvor hatte ich die Vorstandschaft der Interessengemeinschaft der Grundstücksbesitzer davon überzeugt, daß wir die Flurbereinigung nicht verhindern können. Daß wir aber Einfluß nehmen können, wenn wir anstatt des Flurbereinigungsgesetzes, für 12,80 DM, mit dem der Rechtsanwalt Fäht bei dem Flurbereinigungsgericht in München gescheitert war, die Kommentierung des Gesetzes für etwas mehr als 80,-.DM erwerben und die darin gegebenen Möglichkeiten ausschöpfen.)
Eine später von dem hauptamtlichen Leiter der Flurbereinigung geäußerte Meinung lautete: "H. Kempf, mit Leuten wie hier arbeiten wir nicht gerne zusammen."
Aber zum Schluß machte derselbe Herr eine Diaserie, denn das Endergebnis der Flurbereinigung in Alzenau war und blieb eine Einmaligkeit in der Bundesrepublik!
Keiner der Beteiligten wurde mit Kosten belastet.
Bestehende Gartenanlagen blieben erhalten und die Kleingartenanlagen wurden noch erweitert. Wo keine Wasserläufe waren wurden Pumpen gesetzt.
Die gesamte Fläche für die Autobahn wurde von der Autobahnbaubehörde käuflich von den Grundstückseigentümern erworben.
Das Wasserwirtschaftsamt hat die Fläche des Kahlflusses käuflich erworben.
Der Eichwald wurde auf Wunsch der Stadtverwaltung als Bauerwartungsland ausgeklammert.
Es wurden fast keine Bäume gefällt und Hecken blieben als Schutz gegen Erossion und als Biotope erhalten.
Mehrere Biotope und Streuobstwiesen wurden als solche ausgewiesen, obwohl derartiges im alten Flurbereinigungsgesetz noch nicht vorgesehen war.
An alle Grundstücksbesitzer wurden zum Schluß noch kostenlos Obstbäume abgegeben.
Nach Abschluß des Verfahrens wurde auf das sonst übliche Denkmal verzichtet.
Stattdessen wurden noch Sitzgruppen aufgestellt.
1966 konnte ich den damaligen Fraktionschef der CSU überzeugen, daß der Standort für die geplante Schule für Lernbehinderte, besser in der Nähe des Gymnasiums wäre, anstatt an der Prischoßstrasse.
(Der einfache Grund ist die größere Toleranz, der Schüler der weiterführenden Schule, gegenüber den etwas Benachteiligten).
Am gleichen Tag mußte ich die Bundestagsvizepräsidentin Fr. Dr. Propst, davon überzeugen, daß zumindest einer in Alzenau einen gewissen Durchblick hat.
Es warbei einer CSU-Wahlveranstaltung in Michelbach und die Main-Gas-Werke waren bestrebt, die Belastung von Flurstücken durch das Einbringen einer Gasleitung, auf dem Weg der Enteignung zu erreichen.
(Ein nicht beabsichtigter Dialog mit der Bundestagsvizepräsidentin löste im Landratsamt Alzenau ein mittelschweres Erdbeben aus.)
Nachfolgend gab es von den Main-Gas-Werken, derart großzügige Vergütungen, daß sich der Bruder des damaligen Bürgermeisters extra bedankte.
Um 1970 konnte ich den Stadtrat davon überzeugen, daß die Bebauung des Wingert, nur mit Flachdachbauten, wie sie Professor Götz vorgeschlagen hatte, falsch sei.
Dies hätte weder unsren Witterungsbedingungen noch den üblichen Raumbedürfnissen entsprochen.
Damals wurde die Stadt von einem Ritter regiert, der durch seine Kenntnis der Heimatgeschichte wußte, daß es auch ein Ritter manchmal auf seine Märker hören sollte.
(Auf Druck des Stadtrates mußte der Kreissparkassen-Neubau, nach Vorgaben von Prof. Götz, mit Flachdach errichtet werden. Die Folgen waren jahrzehntelanger Ärger mit eindringender Feuchtigkeit.)

Nicht überzeugen konnte ich den Bürgermeister mit meiner Empfehlung, den Bauwilligen die Nutzung der Sonnenenergie zu ermöglichen.
Einen diesbezüglicher Vorschlag mußte der Bauamtsleiter dahingehend beantworten, daß man den Bauherren die preisgünstige Nutzung von Main-Gas bieten würde.
Inzwischen, ein viertel Jahrhundert später, nennt sich Alzenau "Solarstadt" und das preiswerte Gas wird immer teurer.
Überzeugen konnte ich den Stadtrat jedoch noch davon, daß der Satzungsentwurf unsinnig war, daß alle Neuanstriche von Häusern im Stadtkern einer Genehmigung der Stadtverwaltung bedürften.
Bei Nichtbeachtung der Satzung wurde mit einer Strafe von 10.000 DM gedroht
.
Mit einem Leserbrief im Main-Echo, unter der Überschrift "Bürger wehrt euch" und einem nachfolgenden Auftritt in einer Bürgerversammlung, konnte ich den Unsinn abwehren.
Um jedoch derartigem öffentlichkeitswirksamen Einwirkungen künftig vorzubeugen, wurde die Zusammenarbeit der Stadtverwaltung mit der Lokalredaktion verbessert.
Nachfolgend bekam der Bürgermeister von jedem kritischen Leserbrief vorab eine Kopie und konnte mitentscheiden wann der kritische Beitrag veröffentlicht wurde. (Leserbriefe-Brunnen u. Grüne) 
Um 1975 konnte ich die Stadträte überzeugen, daß die satzungsgemäße Forderung falsch ist, auch Oberflächenwasser über die Kanäle abzuleiten.
Denn vor dem Hintergrund zunehmenden Wasserverbrauchs im privaten Sanitärbereich, Gewerbe und Industrie, sei eine Rückführung der Niederschlagswässer in die Vegetations- und Grundwasserbereiche unbedingt erforderlich.
Ich begründete dies mit Daten, bezüglich der jährlich anfallenden Durchschnittsmengen an Regen, auf die damals überbauten Flächen der Kernstadt Alzenau.
Die Ergebnisse der Mengen, die durch die Ableitung über die Kanäle die Kahl, den Main und den Rhein mit immer häufigeren Hochwässern belasten, beeindruckte damals die Stadträte.
Etwa ein halbes Jahr später wurde beim neu erschlossenen Industriegebiet Alzenau-Nord, die vermutlich erste Oberflächenwasserversickerungsanlage in ganz Bayern eingeweiht. (Aber die Satzung blieb unverändert.)
Ein viertel Jahrhundert später, am 1. Januar 2000 traten nun im Artikel 41 des Bayerischen Wassergesetzes einige Veränderungen in Kraft, die jetzt auch Versickerungsmöglichkeiten erlauben.
Und die Stadt Alzenau gibt inzwischen sogar Zuschüsse für den Bau von Zisternen.
1977 im August ließ ich mich von meiner Frau überzeugen, daß ich mich zur Gründung eines Heimathistorischen Arbeitskreises bei der Stadt melden solle.
1978 im Februar konnte ich den damaligen Bürgermeister davon überzeugen, daß man den innerstädtischen Kahluferweg unter der Kaiser-Rupprecht-Brücke hindurch führen kann.
Im Herbst des gleichen Jahres, mußte ich den gleichen Bürgermeister davon überzeugen, daß er nicht als Bürgermeister das Verfüllen des Triebwerkskanales für die Hasenmühle in Auftrag geben kann, nachdem er im Februar, als Vorsitzender des Heimathistorischen Arbeitskreises den Mitgliedern versprochen hatte, daß er sich für den Erhalt desselben einsetzen würde.
Eine Folge war die Gründung des Heimat- und Geschichtsvereins zum Jahresende 1978.
Nachdem niemand sonst den Vorsitz in dem neuen Verein übernehmen wollte, erklärte ich mich dazu bereit.
Nach der Gründungsversammlung sprach jemand die Überzeugung aus: "Dies ist ein Einmannverein. Hier kann man schon auf ein Staatsbegräbnis erster Ordnung warten."
Ich führte den Verein über mehr als 20 Jahre.
Inzwischen sind schon 30 vergangen, der Verein kränkelt aber noch immer wird er nicht begraben.

1981 konnte ich den damaligen Fraktionsvorsitzenden der CSU, davon überzeugen, daß man den Platz unterhalb der Burg zum geeigneten Festplatz erweitern kann. Gegen einen Festplatz auf der Pfarrwiese hatte ich Widerspruch eingelegt.
Im gleichen Jahr konnte ich die Stadtführung davon überzeugen, daß der H.+G.V. Platz für seine Sammlung heimatkundlicher Zeugnisse braucht. Man erlaubte uns die teilweise Nutzung des Schlößchens in Michelbach.
1982 konnte ich die Stadtverwaltung mit dem Entwurf des Partnerschaftssteines überzeugen, der anläßlich der 25-jährigen Partnerschaft mit St. Oedenrode, feierlich enthüllt wurde.
Der Stein wurde von mir angefertigt und der Stadt kostenlos überlassen.
Doch zufälligerweise wurde weder im bayerischen Rundfunk, den man von Seiten der Stadt extra eingeladen hatte, noch in einer Zeitung erwähnt, wer den Stein gefertigt hatte. Es geht halt nichts über gute Zusammenarbeit mit der Presse.
Lediglich in der Zeitung von St. Oederode wurde ein H. Kempf erwähnt.
1982 konnte ich auch, die für die Bebauung am Burgsteg zuständige Firma davon überzeugen, daß es besser wäre den alten Backofen bei den Bauarbeiten unberührt zu erhalten.
An den Stammtischen hatte man schon die Meinung geäußert, daß der Bagger nur einmal schwenken müsse und dann wäre das alt Gelump weg.
1984 konnte ich die Leiterin der Abteilung für Nichtstaatliche Museen, Fr. Dr. Rieger und den Leiter des Amtes für Denkmalpflege in Bamberg, H. Dr. Julier davon überzeugen, daß das Schlößchen in Michelbach erhaltenswert sei.
Beide Ämter ließen daraufhin Gutachten erstellen betreffend den baulischen und den kunstgeschichtlichen Zustand.
Im gleichen Jahr erhielt ich Kunde von Bruchstücken einer Sandsteinfigur, aus dem Schloßpark in Wasserlos.
Im Einvernehmen mit dem Finder konnte ich daraus wieder eine Allegorie auf die Liebe rekonstruieren. Nach der Fertigstellung wurde sie das Prachtstück unsres Heimatmuseums.
Ein ganzes Jahrzehnt von Normalität, brachte der Aufstieg des H.+G.V. unter meiner Leitung.
1988 erhielt ich für meine Arbeit die Ehrennadel der Stadt Alzenau in Gold.
Rund 20 archäologische Untersuchungen wurden von mir, mit mehr oder weniger Beteiligung von Vereinsmitgliedern durchgeführt. Hierbei wurde lediglich die Freilegung des keltischen Gräberfeldes unterhalb Hörstein von Fachleuten durchgeführt, wobei ich mich um die Bereitstellung von Sachmittel und zusätzlichen Helfern bemühte.
Natürlich sah man die Popularität dieses Kempf nicht neidlos.
So verstiegen sich einige Hörsteiner betreffend der Freilegung des Gräberfeldes zu der Forderung, man solle die Totenruhe nicht stören. Es waren Brandgräber, die man seit Jahrhunderten alljährlich mit dem Pflug gestört hatte.
Über fast zwei Jahrzehnte führte ich im Frühjahr immer die dritten Grundschulklassen zu Bodendenkmalen im Oberwald. Hinzu kamen noch Führungen bei den Ferienspielen und vieles mehr.
Vom Staatsbegräbnis für dem Kempf seinen Verein sprach niemand mehr.
1995
kam es zu einem neuen Versuch den ungeliebten Kempf zu bremsen.
Man wollte das ganze Schlößchen verkaufen und vorn das Feuerwehrhaus vergrößern.
Da mußte ich den CSU-Vorsitzenden davon überzeugen, daß die Sammlung im Michelbacher Schlößchen nicht die Sammlung des H. Kempf ist und, daß man anstatt das alte Feuerwehrhaus noch zu erweitern, lieber an verkehrsgünstigerer Stelle ein neues Feuerwehrhaus bauen soll. (Was später auch geschah)
(Inzwischen war der alte Bürgermeister von einem etwas jüngeren abgelöst worden.)

1996 im Februar machte ich der Stadtverwaltung das Angebot, daß der Heimat- und Geschichtsverein in Eigenleistung das Schlößchen in Michelbach vor weiterem Verfall sichern und zu einem Heimatmuseum ausbauen würde.
Die Stadt solle die Materialkosten übernehmen.
Erforderlich wären weniger als 100 000,-DM gewesen.
Da es jedoch noch immer Leute gab, die zumindest den Kempf weghaben wollten, regte man die Nachwuchspolitiker der Regierungspartei an, sich doch mal mit dem Schlößchen zu befassen.
So kam zur Jahresmitte die damalige Leiterin des Amtes für Baudenkmale auf Einladung der Nachwuchspolitiker ins Schlößchen. Die jungen Leute wollten wissen wie teuer eine normale Instandsetzung käme. Die von der netten Dame geäußerten Beträge ließen keine weiteren Fragen mehr aufkommen. Und den Nachwuchspolitikern war der Dampf ausgegangen.
Doch konnte ich die Dame, während ihrer Anwesenheit davon überzeugen, daß man 1948 Türen zugmauert hatte, deren Öffnung den alten barocken Charakter wieder verstärken würde und später den Besuchern einen Rundgang durch die Schauräume des Heimatmuseums erlauben.
1997 im Februar nahm die Stadtverwaltung, offiziell mein Angebot vom Vorjahr an.
Man wollte für das Jahr rund 50.000 DM bereitstellen.
Als ich die nette Dame nochmal um einen Besuch bat, betreffend der zwischenzeitlich geöffneten Türen, reagierte sie ungeschickt. Dadurch kam es zu einem Fehlverhalten, jenes Stadtangestellten, der viele Jahre vorher die Unreschrift für einen Hausbau von uns erhalten hatte. Er untersagte die Beschaffung weiterer Sachmittel für die Instandsetzung. Ein diesbezüglicher Bescheid an den damaligen Bürgermeister hob diese Eigenmächtigkeit wieder auf.   
Die gute Frau im Schloß Seehof verhielt sich jedoch auch anderenorts eigenartig und wurde schließlich abgelöst.
1998 im Herbst konnten sich, bei der Eröffnung des neu gestalteten Heimatmuseums alle Intressierte davon überzeugen, welche Vielfalt von Zeugnissen die Entwicklung unsrer Heimat in dem relativ kleinen Raum von Albstadt bis Hörstein, von der letzten Eiszeit bis zur Gegenwart belegen. Anläßlich des mit einer Fest vor dem Schlößchen, begangenen 20-jährige Bestehens des Heimat- und Geschichtsvereins und der besonderen kulturellen Leistungen, wurde ich mit der Europaplakette ausgezeichnet.
1999 konnte ich die für Kultur zuständigen Leute davon überzeugen, daß es Alzenau nicht abträglich sei, wenn man anlässlich des 600. Geburtstages der Burg, ein von mir geschaffenes Denkmal zur Aufstellung brächte.
Die sagenhafte Rannenbergerin mit ihrem „Alten“ auf dem Rücken, wurde von mir geschaffen und der Stadt als Leihgabe überlassen. Aufgrund schon bestehender Spannungen in der Vereinsführung, lehnte ich jede offizielle Vorstellung mit den Rannenbergern im Hintergrund ab. Inzwischen war mir klar, daß ich schon viel zu lange den Heimat- und Geschichtsverein geführt hatte. Es gab einige die glaubten es besser zu können. Ich übertrug die Leitung des Vereins dem neuen Bürgermeister und hatte dabei die irrige Meinung mein Werk würde fortgesetzt.
Ein junges schlagkräftiges Team wollte nun die Führung der Stadt übernehmen.
2000 im Herbst wurde im Gegensatz zu den Vereinbarungen vom Februar 1997, im Michelbacher Schlößchen begonnen, das Heimatmuseum aufzulösen. Nach Abschluß aller Denkmalschutz-und Gutachten- mißachtenden Arbeiten, wurde von zwei jungen Leuten ein Museum in "abstrahierter Art" geschaffen. Der Begriff abstrakt macht das Ergebnis verständlich.
2003  versuchte ich vergebens noch die Verunstaltung des Ludwigturmes auf dem Hahnenkamm zu verhindern.
Doch damals war der gute Geist von Alzenau schon nicht mehr spürbar.
Meiner Intervention die der oberen Denkmalschutzbehörde und dem Kultusministerium, begegnete man von Seiten der Stadtverwaltung mit der Behauptung, daß die Holzplattform von vier Betonsäulen getragen worden sei.
Der Ludwigsturm hatte aber eine Betonplattform die von vier Natursteinsäulen getragen wurde, wie noch jetzt auf alten Werbeprospekten der Stadt sichtbar ist.
2004 versuchte ich auch vergeblich den damaligen Chef der bayerischen Staatskanzlei, H. Huber davon zu überzeugen, daß es seinen angekündigten strickten Sparmaßnahmen dienlich sei, wenn man auf den dritten Autobahnanschluß für Alzenau verzichten würde.
2005 gab Bürgermeister Scharwies die Leitung des von mir 21 Jahre geführten Heimat und Geschichtsvereines ab.
Nun konnte die 2. Vorsitzende das Amt übernehmen. Leider war sie inzwischen schon so alt, daß sie nur noch für eine Wahlperiode zur Verfügung stehen konnte.
2005 mußte ich den Leiter des Landesamtes für Bodendenkmalpflege davon überzeugen, daß es reine Schikane ist, wenn man in Alzenau einen Bauantrag mit der Begründung ablehnt, daß dort im Jahr 1986 hallstattzeitliche Funde geborgen wurden.
Diese Funde hatte ich dem Landesamt gemeldet und zwischenzeitlich hatte man dort etwa 30 Wohneinheiten, die neue Polizeidienststelle und einen Teil der Westumgehung bauen lassen, ohne daß sich jemand an Denkmalschutz erinnerte.
Nur ein paar Wochen später wollte ich bei der Stadtverwaltung, in der Unteren Denkmalpflege archäologische Funde aus meinem Keller melden. Nachdem ich feststellte, daß man dort noch nicht mal Fundmeldebögen hatte, kam es später zu einem Telefonat mit einem Mitarbeiter des vorgenannten Leiters. Dieser Mitarbeiter wollte mir das Recht und auch die Fähigkeiten absprechen, daß ich in meinem eigenen Keller eine Zisterne grabe und archäologische Funde dokumentiere und einfach melde. Ich sah mich genötigt seinem Vorgesetzten mitzuteilen, daß ich unter solchen Bedingungen meine langjährige Mitarbeit aufgeben würde.
Jener Dr.  der meine Fähigkeiten in Zweifel gestellt hatte schied zum Jahresende 2005 aus. Inzwischen funktioniert die Zusammenarbeit wieder. Sein Nachfolger, schickte mir in den letzten Tagen eine Einladung zu einer Archäologen- und Denkmalpflegertagung.
2006 konnte ich die Stadtverwaltung davon überzeugen, daß die BBO, für Treppen mit mehr als fünf Stufen, zwingend ein Geländer vorschreibt. Mein Nachbar war am 28. März, ein Tag nach seinem 80. Geburtstag auf der Treppe zum alten Backofen am Burgsteg, hinunter gestürzt und bedurfte mehrfacher ärztlicher Behandlung.
Nach einer Meldung Anfang
April tat sich noch lange nichts. Erst als ich Ende August dies dem Rathauschef persönlich zur Kenntnis gebracht hatte, war schon innerhalb einer Woche ein Geländer an der Treppe.
2006 erinnerte ich auch die bayerische Staatsregierung an meinen Sparvorschlag vom Jahr 2004
Ich erhielt den Bescheid, daß betreffend den dritten Autobahnanschluß einige Studenten der TU München eine Studie angefertigt hätten.
Neben einer ganzen Reihe weiterer Stellungnahmen, von der Autobahndirektion Nordbayern in Würzburg, bis zum Bundespräsidialamt in Berlin, ist die bemerkenswerteste, der Bescheid vom Bundesministerium für Verkehr und Städtebau in Bonn. Von dort teilt mir ein Herr mit, daß der dritte Autobahnanschluß wichtig sei um ganz besonders die Unterzentren Kahl, Alzenau, Karlstein und Kleinostheim vom Durchgangsverkehr zu entlasten.
Nach diesem Bescheid versuchte ich die Stadtführung zu überzeugen, daß es sinnvoll sei, den Antrag für den dritten Anschluß zurückzuziehen und das Geld für notwendigere Projekte zu verwenden.
  Und dem Mann in Bonn legte ich nahe, einmal ein Landkarte einzusehen.
(Die gewählten Bürgervertreter taten dies nicht und mir wurde langsam bewußt, daß ein Prophet seine Glaubwürdigkeit verliert, wenn er das verkündete Unheil verhindert !)
2007, am 24. November. Gedanken nach der Eröffnung des dritten Autobahnanschlusses
Offener Brief an H. Bundespräsident, Fr. Bundeskanzlerin, Exministerpräsident, Ministerpräsident und Finanzminister von Bayern.
Sehr geehrte Fr. Bundeskanzlerin und sehr geehrte Herren.
Vor dem Hintergrund ständig steigender finanzieller Belastungen der Bevölkerungsmehrheit und dem von Ihnen allen wiederholt verkündeten Willen zum Sparen, wies ich Sie vor einiger Zeit, in persönlichen Schreiben darauf hin, daß man bei meiner Heimatstadt Alzenau, für 5,4 Millionen Euro einen dritten Autobahnanschluß bauen will, für den es keinen Bedarf gibt.
Diese Geldmenge ist für Sie natürlich kaum der Rede wert. Doch für die Menschen eine unvorstellbare Summe, die arbeitslos sind oder in einem "Job" für einen Hungerlohn arbeiten und noch Sozialhilfe brauchen um zu überleben.
Ich selbst bin Rentner und erhielt zur Jahresmitte den Bescheid, daß meine Bezüge um 0,54 % angehoben würden. Dem stehen jedoch Preissteigerungen für Grundbedürfnisse, wie Nahrung und Energie gegenüber, die jeder sozialen Verantwortung Hohn sprechen.
Im Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland, steht zwar noch immer im Abs. 2, von Artikel 14, daß Eigentum dem Wohl der Allgemeinheit dienen soll! Doch ist dies eine "Sollbestimmung" und für Eigentum an Produktionsmittel gilt dies natürlich nicht.
Doch will ich Sie nicht mit den Problemen der "Unterschichten" und deren naivem Glauben an das Grundgesetz belasten.
Jetzt wurde der dritte Autobahnanschluß, zwischen zwei schon bestehende gebaut und am 14. November feierlich eröffnet. Genau 1,3 km entfernt von dem Anschluß Alzenau-Nord und 4,6 km vom Anschluß Karlstein (=Alzenau-Süd) entfernt. Nun erlaubte sich makabrerweise so ein Zeitungsschreiber eine Betrachtung, in der sich meine Ansicht der Sinnlosigkeit und Verschwendung von Steuergeldern bestätigt ( "Main-Echo" vom 24./25. November 2007). Und nun erlaubte ich mir nochmal Einblicke in die Stellungnahmen Ihrer Vorzimmerdamen und -Herren.
Ihnen gegenüber H. Bundespräsident, hatte ich den Wunsch geäußert, daß Sie, wenn möglich den zuständigen Herren nahelegen, daß sie den Bedarf für den dritten Anschluß nochmal überprüfen sollten. Sie ließen mir freundlich, jedoch mit Bedauern mitteilen, daß es Ihnen aufgrund ihrer vielen Verpflichtungen, nicht möglich ist meinem Wunsch zu entsprechen.
Ich mußte dies einsehen, waren Sie doch damals auch etwas entäuscht, daß die Fußballmillionäre nicht die Leistung brachten, zu der sie gemäß ihrer Gehälter verpflichtet waren. Trotzdem gaben Sie denselben die bereitgelegten Bundesverdienstkreuze.
Ja auch Sie Fr. Bundeskanzlerin, sassen voller Hoffnung auf der Fußballtribüne, doch hatten Sie wenigstens mein Schreiben an das Ministerium für Städte- und Straßenbau in Bonn weitergeleitet, wofür ich Ihnen noch dankte.
Allerdings verband ich mit meinem Schreiben an Ihre Vorzimmerdame noch den Hinweis, daß Ihr zeitgleich angekündigtes "Bürgertelefon" eventuellen Anrufern nichts nützen könne, da alle Beschwerden gegen Behördenfehler immer zu den Verursachern weitergeleitet werden und dieselben rechtfertigen sich immer, auch wenn sich in älteren Gebäuden die Balken ob der Lügen gebogen hätten.
Daß Ihr gutgemeintes Vorhaben mit dem "Bürgertelefon" schon von der Telekom abgeblockt würde, konnte ich nicht ahnen. Anmerken muß ich jedoch, daß sich ein Herr im Bonner Ministerium wirklich Mühe gab, die Notwendigkeit für den dritten Anschluß zu begründen. Allerdings ist derselbe des Strassenkartenlesens nicht fähig. Denn er wußte nicht, daß die Gemeinde Kleinostheim an zwei verschiedene Autobahnen angeschlossen ist. Eine von Frankfurt nach Würzburg und die zweite vom Sauerland nach Aschaffenburg. Ich empfahl dem Herrn eine Karte einzusehen, da würde er kaum die Möglichkeit sehen, mit einem dritten Autobahnanschluß für Alzenau, zwischen zwei schon vorhandenen, auch das östlich gelegene Kleinostheim verkehrsmäßig zu entlasten, wie er mir mitgeteilt hatte.
Nun muß ich auch noch dem Exministerpräsident Stoiber, seinem ehemaligen Kanzleichef und jetzigen Finanzminister Huber und dem neuen Ministerpräsidenten Beckstein die bereits angesprochene  Betrachtung im Main-Echo zur Einsicht empfehlen. Sie alle hatte ich darauf hingewiesen, daß die Erwartungen und Vorgaben für die Studie der TU München überzogen und wirklichkeitsfremd waren. ( Beispielhaft möchte ich nochmals auf das Gewerbegebiet "Hutzelgrund" hinweisen, das mit seinen erwarteten 200 Arbeitsplätzen, Hörstein mit Pendlern belastet hätte. Trotz aller Werbung sind nur 40 Arbeitsplätze nach dort verlagert worden, nicht neu entstanden. Jetzt noch eine Begegnungsstätte für die Zeugen Jehovas.)
Doch meine Argumente konnten den Anschluß nicht verhindern. Stattdessen versprach ein in Hörstein wohnender CSU Landtagsabgeordneter, seinen Mitbewohnern eine Reduzierung der Verkehrsbelastung bis zu 60%. Und ein SPD Mann, der um Wählerstimmen besorgt war stimmte mit in das Füllhorn der Versprechungen, wie auch die sog. Freien Wähler.
Doch jetzt sind 5,5 Millionen verbaut und der neue Anschluß wurde eröffnet. Aber was sind die Folgen? Für den OT Hörstein ist wochentags kaum Entlastung spürbar, da alle die in das Einkaufzentrum in Hörstein oder in das Kreiskrankenhaus nach Wasserlos müssen, von Karlstein, Rückersbach oder dem "Hutzelgrund", weiterhin die alte Wegeführung nutzen.  
Doch am Wochenende, wenn die Hessen kommen um sich an dem guten "Wasserloser Schloßberg" zu erquicken, dann fahren alle, die früher von der Abfahrt Alzenau-Karlstein
kamen und dann direkt am Ortseingang von Wasserlos auf den Parkplatz des Kreiskrankenhauses fuhren, jetzt von der neuen Abfahrt direkt nach Wasserlos und in ganzer Länge durch die Wohngemeinde, um schließlich zu dem Parkplatz am Ortsende zu kommen.
Aber auch den Wasserloser Bürgern hatte man Verkehrsentlastung verprochen!
Nun meine Damen und Herren, die Ihr alle gelobt habt zum Wohle des Volkes zu wirken. Dies war alles voraussehbar und ich hatte darauf hingewiesen.
Als ich mich jedoch kritisch zu dieser sinnlosen Geldverschwendung, in der vorgenannten Tageszeitung zu Wort meldete, schlug mir Entrüstung "christlicher" Bürger entgegen und die Hoffnung, daß ich der Einzige wäre der dieser Wohltat für die Bevölkerung ablehne. Und Ihre Vorzimmerdamen und Herren taten ihre Pflicht indem diese Fehlentscheidung zu rechtfertigen versuchten. Aber parallel zu dieser Verschwendung und der Zerstörung von wieder einem Stückchen Natur, nötigen Sie die Mehrzahl der Bürger mit immer weniger Geld auszukommen und apellieren allerorten dafür, daß mehr zum Erhalt von Natur und Umwelt getan werden muß.
Was ist das für eine Demokratie in der wir demnächst wieder zur Wahl aufgerufen werden?
In der Zeit der Weimarer Republik beschrieb ein H. Rosenberg die Schwächen dieser Regierungsform einfach: Gewählt werden nur Leute, die entweder schon so reich sind, daß sie nicht von früh bis spät arbeiten müssen und Zeit haben allen Wählern zu verkünden wie gut sie sind. Oder es sind Leute mit einem derart guten Programm, daß der Besitz der Besitzenden so vermehrt wird, daß es sich für die Kapitalbesitzer lohnt, denselben von der Arbeit zu befreien und ihm stattdessen die Möglichkeit zu bieten allen zu verkünden was er für ein guter Mann ist. Und diese Analyse stimmt leider noch immer. Denn auch Bürgermeister mit ihren Gehältern neigen oft dazu die Bodenhaftung zu verlieren und sehen nicht mehr, was sie den Bürgern zumuten. 
Mit freundlichen Grüssen
Werner Bernhard Kempf

Anzumerken ist auch noch, daß im Oktober 2007 mit dem Abschlußbesuch eines Teiles eines Musikzuges von St. Oedenrode, die Städtepartnerschaft nach 50 Jahren inoffiziell ihr Ende nahm.
2008 beschließt der Stadtrat einstimmig, auf Vorschlag des Bürgermeisters, sich um die Ausrichtung der regionalen Gartenschau 2015 zu bewerben. Damit verbinden sich kostspielige Träumereien und schmerzhafte Belastungen für manche Bürger. Im Mittelpunkt steht der Bau einer Stadthalle, auf dem Gelände der „Wellpappe“, die ins Industriegebiet Nord verlegt werden soll. Für die anstehenden Projekte werden Planungen in Auftrag gegeben. Die Gartenschau würde die Bürger mit etwa 4 Millionen und die Stadthalle mit ca 14 Millionen Euro belasten, trotz der in Aussicht gestellten Zuschüsse. 
2008 stimmt der Stadtrat dem Beitritt zum Kulturfond Rhein-Main zu. Die Mitgliedschaft kostet je Einwohner 10 Cent.
Man glaubte dadurch mit den „Burgfestspielen“ in der „Übersicht der Freilicht-Festspiele“ präsentiert zu werden.
Doch erfüllte sich dieser Traum nicht, da die Stadt keinen hauptamtlichen Leiter für die „Burgfestspiele“ anstellen konnte. In einem Interview in der zweiten Märzhälfte erklärt der Bürgermeister, dies sei nie das Ziel gewesen. Doch stellt sich die Frage wieso werden dann (vermutlich) noch immer 10 Cent pro Einwohner an den Kulturfond gezahlt?    
2009 wird noch ein Professor aus Würzburg beauftragt eine Studie zur Verbesserung der Attraktivität von Alzenau zu erarbeiten. Es werden für viel Geld schöne Entwürfe erarbeitet.
Inzwischen wird klar, daß die Wellpappenfabrik nicht so schnell verlagert wird wie es der Bürgermeister wollte.
Der schöne Entwurf der Stadthalle in Form eines Flügels (die jedoch nur von Vögeln erkannt werden kann), wie auch der Bürgergarten können nicht realisiert werden.  
Hinzu kommt die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise.
Die Fertighausfirma Hebel stellt ihren Betrieb ein. Die Fa. Mahle mit  424 Beschäftigten wird geschlossen.
Am Jahresende zeigt der Haushaltsplan für 2010 eine Schuldenlast von etwa 978 Euro je Einwohner, womit die Stadt Alzenau mit 53 Euro über dem bayerischen Landesdurchschnitt liegt.
2010 werden von der Fa. ABB (ehemals BBC in Großauheim) in ihrem Zweigwerk in Alzenau 177 Beschäftigte entlassen. Der Standort soll, eventuell für Vertrieb erhalten bleiben, wo einige Arbeitnehmer weiterhin beschäftigt werden könnten.
2011 am 11. Februar kommt es durch ein Seebeben vor Japan zur Reaktorkatastrophe in Fukushima. Dieser Unfall übertrifft in seiner Auswirkung vermutlich sogar Tschernobil.
Einen unangenehmen Nebeneffekt hat diese Katastrophe für die Atomkraftbefürworter in Deutschland.
Unter dem Eindruck der für alle Fernsehzuschauer sichtbaren Unfähigkeit die radioaktive Verseuchung der Umgebung Einhalt zu gebieten, erklärt die Bundesregierung den vollkommenen Ausstieg aus der Atomenergiegewinnung. 
 
2011 im März wird vom Fußballsportverein die Erweiterung der vorhandenen Sportanlage direkt neben der vorhanden Wohnbebauung, zu einem großen Stadion beantragt. Ein Hinweis auf eine Verlagerung in die Nähe des Industriegebietes Alzenau- Nord, wo es weniger Parkprobleme und Lärmbelästigung für Anwohner gäbe, führte am 31. März zur Ablehnung des Projektes durch den Stadtrat.
2011 am 3. Juli wird Dr. Alexander Legler zum neuen Bürgermeister gewählt.
Eine erste negative Erfahrung ist die Ankündigung der Fa. Schott Solar, daß ab 1. November 270, von 450 Beschäftigten in Kurzarbeit gehen müssen.
Eine komplette Schliessung der Fertigungsstätte in Alzenau wird nicht mehr ausgeschlossen.
2011 im September bezieht eine Niederlassung des Fraunhofer Instituts einen Teil der ehemaligen Fa. Hebel. In dieser Niederlassung soll die Trennung und Wiederverwendung von Werkstoffen (Recycling) erforscht werden. Der bayerische Staat gibt 5.000.000 Euro als Anschubfinanzierung, für die ersten 3 Jahre, im Rahmen des Projektes „Aufbruch Bayern“. Vorerst sind 5 feste Arbeitsplätze damit geschaffen.
Die Forscher werden unterstützt von Studenten der Hochschulen Darmstadt und Aschaffenburg.
2011 im Dezember wird der Haushaltsplan für 2012 vorgestellt und zeigt eine kommende Rekordverschuldung.
Unter anderem auch schon 1.000.000 Euro für die „Kleine Gartenschau“ 2015.
2012 am 25. Januar stellt der Verfasser den Antrag, daß die Stadt das Vorhaben der Gartenschau aufgibt, da sich sowohl die finanziellen, wie auch die städtebaulischen Gegebenheiten negativ verändert haben. In einer vorrausgegangenen Bürgerversammlung hatte der Bürgermeister darauf hingewiesen, daß die Fa. Wellpappe ihre Verlagerung in das Industriegebiet Alzenau-Nord auf ungewisse Zeit verschoben hat.
2012 am 30. Januar diskutiert der Stadtrat mit dem Betriebsrat der Fa. Schott-Solar den Beschluß, das Zweigwerk in Alzenau zu schliessen und 276 Beschäftigte zu entlassen. Man beschließt die soziale Verantwortung der Firma gegenüber den Beschäftigten anzumahnen.
Vor diesem Hintergrund ermahnt der Verfasser, in einem Leserbrief am 2. Februar die Stadträte, daß auch sie sich ihrer sozialen Verantwortung (gegenüber den Bürgern) bewußt werden, wenn sie demnächst im Stadtrat über seinen Antrag betreffend die Gartenschau beraten. 

Das Leben und Zusammenleben vor dem Berg Wilmundsheim war und ist noch immer nicht ganz einfach, aber wert es zu dokumentieren.



Nun noch der Nachtrag zu der Privaten Baulanderschließung an der Mätkerstrasse


Im Februar 2007 kommt ein Architekt aus Frankfurt, im Auftrag des Nachbarn und bittet um Zustimmung für die Errichtung von 8 Wohnhäusern auf dessen Grundstück.
Auf unsrem Baulandanteil und zwei weiteren Beteiligten an der "Privaten Baulanderschließung" waren auch je ein Wohnbau vorgesehen.
Wir stimmten dem Vorhaben zu um endlich einen Abschluß des Verfahrens zu erreichen. Ich machte jedoch zur Vorbedingung, daß die hohen Fichten auf der Gartengrenze und das auf unser Grundstück verrutschte Bauholz von einer alten Scheune entfernt werden.
Da sich der angehende Immobilienmillionär nicht bemühte dies zu tun, sah sich der Architekt veranlaßt an einem Vormittag von Frankfurt zu kommen und nach einem Hinweis von mir, zuerst die Brombeersträucher und schließlich das Bauholz vom Grenzbereich wegzuräumen. Nachfolgend mußte noch eine Firma zum Fällen der vier hohen Fichten kommen. Eine fünfte war einige Jahre zuvor, bei einem Sturm in unseren Garten gestürzt und mußte von mir entfernt werden, weil von den Nachbarn niemand Zeit hatte.
Als alle Beteiligten den neuen Plan unterschrieben hatten machte das Wasserwirtschaftsamt Vorbehalte geltend wegen der vorgesehenen Aufschüttung im Hochwassereinzugsgebiet. Nun wurde ich am 13. Juni vom Architekten gebeten, auf  den Bürgermeister  dahingehend einzuwirken, daß aufgrund der Planungshoheit der Stadt Alzenau, der Erschließungsplan doch noch genehmigt würde. Da  sein Auftraggeber beim Bürgermeister kein Gehör mehr fand, entsprach ich der Bitte des Architekten, mit einem Telefonat und nachfolgendem Schreiben.
Inzwischen hatten wir auch schon erhebliche Zahlungen für dieses Verfahren gezahlt.
Ein nochmaliges Hilfeersuchen des des Architekten, betreffend eine das Projekt-ablehnende Stellungnahme des Bayerischen Gemeindetages, mußte ich ablehnen, da dies das Verlangen einer Rechtsbeugung bedeutet hätte ( und ich noch an den Rechtsstaat glaubte).
Nach dem Scheitern fordert der Grundstücksnachbar im Dezember 2007  von mir den Betrag von 1073,71 Euro plus 5% Zinsen, da er die 1999 erworbenen 6 qm Bauland nie übernommen habe. Da der Erschließungsvertrag noch immer rechtsverbindlich ist und er nicht nur über 6 qm, sondern zeitweise sogar 114 qm verfügt hatte, lehne ich ab und sichere ihm meine Unterstützung zu um den Erschließungsvertrag endlich zum Abschluß zu bringen.
Doch anstatt sich um eine gütliche Einigung bemühen, klagt er beim Amtsgericht Alzenau und begründet seine Forderung mit wahrheitswidrigen Behauptungen. 
In einer Stellungnahme zur Klagebegründung verweise ich das Gericht auf die Punkte in dem Erschließungsvertrag und lege noch zwei Plananfragen von 2007 bei, die noch immer als Abschluß des Erschließungsvertrages tituliert sind.
Doch der zuständige Richter läßt sich vomKläger überzeugen, daß der Erschließungsvertrag durch einen Stadtratsbeschluß vom Februar 2005 beendet sei und urteilt nach § 313 BGB, daß der Kaufpreis zurückzuzahlen sei (obwohl die 6 qm noch in der Planung von 2007 als gemäß § 311 BGB erworben, mit im Plan waren).
Im Erkennen der arglistischen Begründung erhebe ich eine Klage wegen Betrug, arglistischer Täuschung ( eines Richters) und Schadenersatz bei Amtsgericht Alzenau ( Geschäfts-Nr. 33 C 0176/08) und beauftrage einen Rechtsanwalt gegen das Fehlurteil Berufung einzulegen.
Doch zu meinem Erstaunen wird mit Beschluß vom 29. 07. 2008 die Berufung zurückgewiesen, da die Rechtssache keine grundsätzliche Bedeutung habe u.s.w. .
Da die von mir erhobene Klage nun ebenfalls vor diesem Gericht zur Verhandlung kommt, stelle ich mir die Frage: Kann ich hier noch Gerechtigkeit finden?
Die Hauptverhandlung über meine Schadenersatzansprüche sollte am 3. März 2010 sein, wurde jedoch auf Wunsch des als Zeuge geladenen Bürgermeisters zweimal verschoben.
Wie sich n der Hauptverhandlung am 19. Mai 2010  zeigte, hätte der Richter auf den Zeugen verzichten können.
Er hatte nur eine Kopie von einem Stadtratbeschluß vom Februar 2005 dabei und war erstaunt, daß der Richter noch weitere Fragen hatte.  Leider konnte er sich an garnichts mehr erinnern. Selbst ganz markante Besprechungen waren ihm nicht im Gedächtnis. Als der Richter sein Erstaunen darüber äußerte, daß scheinbar kein Protokoll zu einer wesentlichen Besprechung von allen Beteiligten angefertigt wurde, entschuldigte er sich damit, daß er eine Stadt mit 20.000 Einwohnern regiert. Auch meine Vorlagen von Planungen und von ihm unterschriebene Briefe von 2007 waren ihm nicht mehr erinnerlich. Er begründete die Unkenntnis gegenüber dem Richter mit der Formulierung, daß er mein zum Teil obskuren Briefe gar nicht mehr gelesen habe. Wäre er sich des Wortsinns von obskur bewußt gewesen, dann hätte er erkannt, daß jeder ungelesene Brief oskur = unbekannt ist. Doch Fremdworte zu gebrauchen wirkt gut bei Leuten die sie nicht verstehen. So wurde mir bei dieser Zeugenbefragung eine bisher obskure Seite des Stadtoberhauptes erkennbar. Eine Bemerkung: daß alle Beteiligten ihr (vorausbezahltes Geld) komplett zurück bekommen hätten, stimmte nicht, war jedoch für die spätere Zurückweisung meiner Schadenersatzklage von grundsätzlicher Bedeutung. Ich unterließ jedoch eine Stellungnahme dazu, irgendwie verspürte ich plötzlich einen Hauch von Mitleid mit ihm. Hatten wir uns doch vor vielen Jahren relativ gut verstanden und ich hatte ihn sogar noch auf seiner Wahlkampfwerbetor 1999 begleitet.
Mit einem Schreiben an die derzeitige Justizministerin fand diese Angelegenheit für mich ihren Abschluß.


Kempf Werner Bernhard                                                                                           63755 Alzenau, den 27. August 2010
                                                                                                                                             Märkerstrasse 27
Sehr geehrte Fr. Justizministerin Leutheuser-Schnarrenberger.
Unter Az.: 3 O 410/08 wurde am Landgericht Aschaffenburg ein Urteil verkündet mit dem ein Rechtstreit seinen Abschluß findet, der eigentlich eines Rechtstaates Hohn spricht, doch für mich ein Zeugnis ist, wie oberflächlich manche Vertreter von Recht und Gesetz ihre Aufgaben wahrnehmen.
Von mir eingeholte Stellungnahmen von Ihrem Ministerium, noch unter der Leitung Ihrer Vorgängerin ( AZ.: RA 2.Ar.RC 59/2008), wie auch vom Bayerischen Justizministerium, ziehen sich auf die Angabe zurück, daß die Richter unabhängig und nur dem Gesetz verpflichtet seien. In beiden Fällen wird ausgeblendet, daß das Grundgesetz auch ein Gesetz ist, welches die Richter zur Urteilsfindung heranziehen sollten. Doch dies ist nicht der Fall, worauf ich in einem zweiten Schreiben an Ihre Vorgängerin hinwies.
Daß in diesem Umfeld kleine oder große Betrüger mit falschen Angaben Fehlurteile herbeiführen können ist die bedauerliche Folge, wie meine persönliche Erfahrungen zeigen.
Daß eine Korrektur durch eine Berufungsverhandlung abgelehnt wird, erinnert an Eugen Roth: „Denn schließlich konstatiert er scharf, daß nicht sein kann was nicht sein darf!“      
Daß jetzt auch noch mein Schadenersatzanspruch abgelehnt wurde, basierte im wesentlichen auf dem schlechten Erinnerungsvermögen und einer nicht der Wirklichkeit entsprechenden Aussage, des als Zeuge geladenen Bürgermeisters. Ich verzichtete auf eine Richtigstellung seiner Aussage, da wir uns früher einmal besser verstanden und mir dabei bewußt war, daß er am Sonntag wieder mit dem Vater des Beklagten am Stammtisch sitzt, was der Richter nicht wissen konnte.
Doch unabhängig davon ist es die Ironie der Geschichte, daß Regierungsvertreter in der Welt herumreisen und Menschenrechte einfordern, sofern sie nicht aus wirtschaftlichen Interesse dies nur noch halblaut tun, während der Anspruch auf Grundrechte im eigenen Land mißachtet wird.
Anmerken möchte ich noch, daß die Tochter eines Cousins von mir als Hochkommissarin der Menschenrechte im Auftrag der Vereinten Nationen in Afrika tätig ist.
Hochachtungsvoll

Ein Glanzstück von versuchtem Betrug leistete sich der Gartennachbar im Frühjahr 2009, als er der Stadt Alzenau sein Gartengrundstück zum Verkauf anbot.
Um den Erwerb für die Stadt intressant zu machen, behauptet er, daß sich darauf eine Quelle befände, die der Kneippverein für eine Wassertretanlage nutzen könne. Bei einer Besprechung am 10. März, zu der H. Wahler von der Bauabteilung die Vertreter des Kneippvereins geladen hatte, lehnten dieselben das Grundstück als Standort ab. Nur diese Ablehnung ersparte dem Bürgermeister die Blamage, später erkennen zu müssen, daß es dort noch nie eine Quelle gab!!!
Eine weitere Besonderheit zu diesem angestrebten Verkauf ist, daß er die ganze Fläche zum Verkauf anbot. Obwohl von einem im Dezember 2004 ersteigerten Teilstückstück, bereits 1999, 120 qm für 42.000 DM an eine andere Beteiligte verkauft wurden, nur wegen des nicht erfolgten Abschlusses noch nicht im Grundbuch eingetragen wurde.

 
Dies sind wohl noch Musterbeispiele für das Leben und Zusammenleben vor dem Berg Welmisheim, die zeigen wie ganz normale Bürger ohne eigenes Verschulden mit den Unwägbarkeiten von Justiz und Menschen mit kriminellen Veranlagungen konfrontiert werden können.
Hierzu ist anzumerken, daß die Bauamtsleiterin inzwischen ausgeschieden ist.

Doch unabhängig von diesem Ärger gibt es auch positive Erlebnisse. Da es im Museum der Stadt Alzenau kaum noch etwas zu sehen gibt, was an das frühere Heimatmuseum erinnert und die schöne Herzdame aus dem Schloßpark in Wasserlos, viel zu schade ist um in einer Kiste, unsichtbar ausgelagert zu sein, stellte ich im Frühjahr 2009 formell den Antrag sie wieder im Schlößchen zu präsentieren. Sie war mit der Vorgabe der Ausstellung im Schlößchen ausgeliehen worden. Als dieser Antrag abgelehnt wurde, ließ ich mir die Eigentumsrechte übertragen, nachdem von den Eigentümern niemand Interesse an der Figur hatte. Als neuer Eigentümer verlangte ich die Überstellung der Figur. Nun steht sie in meinem Anwesen. Und nach der Korrektur einiger Schäden die sie durch den Transport erlitten hatte, schaut sie nun wieder so verträumt wie 1769 im Schloßpark in Wasserlos.
Eine weitere erfreuliche Mitteilung entnahm ich einer Gratulationskarte anläßlich meines 75. Geburtstages. Fr. Dr. Isabella Kempf ist seit März 2009 UN Hochkommisarin für Menschenrechte in Burundi. Ihr Großvater Alois Kempf war ein Bruder meines Vaters. Er war jener Beinaheschwiegersohn des 1935 amtierenden Bürgermeisters vor dem Berg Welmisheim.
    
2010 In der Frankenschau vom 5. Mai wurde im Beitrag um den Erhalt alter Obstsorten der Rote Alzenauer Rambour gezeigt. Diese Apfelsorte ist eine Züchtung des mehrfach erwähnten Peter Joseph Trageser. Obwohl die Sorte in Alzenau fast vergessen ist wurde sie nun in der Anlage von H. Haas in Pretzfeld wieder sichtbar.

 
 


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bis 1900 n. Chr.

bis 1945 n. Chr.

bis heute

Anhang

 

Mail an den Verfasser

aktualisiert: Feb 2008 (C) Werner B. Kempf